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Diagnose Thyphus 

Sonntag, 11.09.

Unser letzter Tag in Jambiani, heute geht es weiter nach Stone Town. Die letzten Tage waren schön und haben gebracht, was sie sollten: Gabriele ist ihren Husten losgeworden. 

Dafür quälen uns neue Beschwerden:

Duden hat sich beim Anschieben eines Traitionellen Bootes im Wasser einen Muskelfaserriss zugezogen, wonach er einige Tage nicht mehr laufen konnte und Gabriele hat seit ein paar Tagen schmerzen in den Rippen.

Dennoch beschließen wir solangsam weiter zu reisen. 

Unser nächtes Ziel ist erstmal Stone Town, von wo aus wir nach Norden auf Pemba wollen. In einer Woche haben wir uns dann mit Silvi einer Freundin von duden in Moshi verabredet um gemeinsam die Serengeti zu entdecken.

Doch vorher führt unser Weg nochmal nach Stone Town, wo in den Tagen das Traditionelle Eet-Fest gefeirt wird, bei den es um die Mekkareisenden geht und dem zum Anlass sich halb Sansibar Urlaub genommen hat um in die Hauptstadt zu reisen. 

Die Verabschiedung von den Leuten in Jambiani dauert lange und zieht sich. Teilweise wird sie emotional, denn in den zehn Tagen hier haben wir das halbe Hotelpersonal kennengelernt und uns mit zahlreichen Leuten im Ort angefreundet. 

Am Nachmittag nehmen wir ein Dalla-Dalla aus Jambiani nach Stone Town. Eines von der lokalen Sorte, oder anders gesagt, keinen Kleinbus, sondern so eines, was aussieht wie ein Pritschenwagen, auf den man hinten ein Dach gebaut hat. 

Gabriele ist in letzer Zeit schon öfter mit solchen gefahren.

In Jambiani fährt es einmal die Stunde nach Stone Town, das letzte um 16.00 Uhr. Man stellt sich einfach an den Straßenrand und wenn es vorbei kommt, gibt man ihm ein Zeichen zum halten. Dann krabbelt man hinten rein. Die Ladefläche ist ca. 6 qm groß und außenrum ist U-förmig eine Bank gebaut. Die Deckenhöhe beträgt ungefähr einen Meter und man muss aufpassen, dass man sich nicht beim Einsteigen oder beim Bremsen während der Fahrt den Kopf an den Eisenträgern stößt. Das Dalla-Dalla wird dieses Mal besonders voll, denn für die Feierlichkeiten wollen alle nach Stone Town. Immer wieder steigen Leute ein und wir hatten Glück, das wir noch ziemlich am Anfang zugestiegen sind. Das Gepäck und so auch unsere Rucksäcke, wird auf dem Dach transportiert, unten wäre gar kein Platz dafür.

18 Erwachsene sind wir auf den 6 qm, dazu kommen ca. 12 Kinder, die jeweils den Erwachsenen auf den schoß gesetzt werden. Auch wir beide bekommen ein Kind auf den Schoß gesetzt. Einige Kinder sitzen auch noch im Fußraum zwischen den Bänken. Hinten stehen ein paar Herren auf dem Trittbrett und wir können es nicht genau sehen, aber wir haben den verdacht, dass es dieses Mal so voll ist, das auch ein paar Leute auf dem Dach mitfahren.  

Die Fahrt kosten bis Stone Town mit dem Dalla-Dalla 2000 TSh, die Fahrt dauert ca. 2,5 Stunden – bequemes Reisen ist etwas anderes.  

In Stone Town müssen wir noch einmal umsteigen, denn das Dalla-Dalla fährt nur bis zum Stadtrand.

In Stone Town gehen wir dieses Mal zielstrebig zu dem Hotel, in dem wir auch schon das letzte mal waren. Letztes Mal haben wir hier 15 USD pro Person im Dorm bezahlt. Mehr wollen wir auch dieses Mal nicht ausgeben, wenn es geht hätten wir aber dieses Mal gerne ein Zimmer für uns. Doch für ein Doppelzimmer wollen sie vergleichsweise zu den Normalpreisen in Sansibar zuviel wie wir festgestellt haben. 

Diesesmal versuchen wir deshalb einen kleinen Trick, bei der Verhandlung an der Rezeption:

„Hello again! We would like to have a double room. Is it posible to get it for 30 USD like last time?“

„Yes of course, which room you had last time?“

„oh it was an nice room next to the Stairs, but I forgot the room number.“ 

Von uns war das glatt gelogen. Doch eines haben wir mittlerweile in Tansania gelernt. Beim verhandeln wird man hier stänig belogen und wenn man einen fairen Preis haben will, so muss man in diesem Land mit Tricks arbeiten. 

In keinem anderen Land haben wir einen solchen Rassismus erlebt, wie hier in Tansania.

Beim Abendessen in Stone Town treffen wir einen jungen Mann in unserem Alter. Er arbeitet bereits seit knapp einem Jahr hier in Stone Town in der Hotelbranche. Auch ihm ist der Rassismus hier in Tansania schon länger aufgefallen. Der Rassismus aber richtet sich ausschließlich gegen europäisch aussehende Menschen und schlägt sich in erster Linie in den Preisen nieder, erzählt er. Asiatisch oder südamerikanisch aussehnde Leute, so erzählt er weiter habe er in seiner Zeit im Hotel immer wieder beobachtet, zahlen fast die Lokalpreise. Europäisch ausehende Menschen immer nahezu das 5-7 fach vom Normalpreis. 

Das ist auch unsere Beobachtung. Eigentlich haben wir damit kein Problem, den obligatorischen Aufschlag für Ausländer zu zahlen, doch in Tansania ist das extrem.Teilweise wurden Preise für uns und andere, die wir hier kennen gelernt haben aufgerufen, die selbst für Deutschland überteuert wären. 

Was es daran um so anstrengender macht, ist, dass viele dann auch nicht bereit sind über den Preis zu verhandeln. Obwohl der Preis völlig überteuert ist, helfen manchmal selbst hartnäckige Verhandungen nicht weiter um sich dem realistischen Preis zu nähern. 

 

 

Montag, 12.09.

Gabrieles Rippen tun immer noch weh. Duden hingegen kann mittlerweile zumindes augenscheinlich schon fast wieder normal gehen. 

Beim Frühstück treffen wir Jessica, welche wir schon an unserem ersten Tag in Stone Town hier in diesem Hostel kennengelernt haben. Gabriele hat sich auf Anhieb mit ihr gut verstanden und so hat sie uns zwischendurch sogar Mal in Jambiani besucht. Morgen fliegt sie wieder nach Frankreich und würde sich deshalb freuen, wenn wir uns mit ihr am Abend noch Mal treffen würden. Gemeinsam, so ist der Plan, könnten wir dann mit ihren Freunden aus Stone Town das muslimische Fest besuchen. 

Den ganzen morgen schon hört man Trommeln und Gesänge zu den Festivitäten in Stone Town, diese kommen von Gruppen, die von Haus zu Haus ziehen um Segenswünsche ihren Nachbarn zu überbringen.  

Am Vormittag wollen wir erstmal nach den Möglichkeiten gucken um nach Pemba zu kommen. 

In der Touristeninformation werden wir schließlich fündig. Für 9 USD pro Person kann man vier Mal am Tag nach Pemba fliegen. Eine Fähre gibt es auch noch, allerdings nur noch eine von ursprünglich drei, denn die anderen Beiden sind in der letzten Zeit gesunken.  

Buchen können wir den Flug aber nicht gleich, dass müssten wir bei seinem Kollegen, der aber heute wegen dem Fest frei hat. 

Auch der Kochkurs, den wir überlegt hatte zu besuchen, fällt wegen dem Fest aus – schade. 

Da Gabrieles Rippenschmerzen im Verlauf des Vormittags schlimmer geworden sind, beschließen wir vorsichtshalber einfach mal zum Arzt zu gehen und es untersuchen zu lassen. 

Das Krankenhaus ist um die Ecke von unserem Hotel, viel ist nicht los. Weder viele Patienten, noch viel Personal. Wegen dem Fest haben die meisten Mitarbeiter frei. 

Mittlerweile haben wir es geschaft in jedem Land, das wir zusammen durchreist haben mindestens ein Krankenhaus zu besuchen. Auch dieses mal, ist es wie auch schon in den Krankehäusern zuvor. Man geht zuerst zur Kasse und zahlt dort, dann kann man zum Arzt. 24.000 TSh kostet die Visite für uns, das sind umgrechnet ca. 10 Euro. Beim Arzt sind wir sofort dran, der ordnet verscheidene Untersuchungen an, von denen wir unteranderem Malaria für völlig überflüssig halten.

104.000 TSh (ca. 43 Euro) sollen die Folgeuntersuchungen kosten. Für einmal Blutabnehmen und eine Urinprobe. Selbst hier zahlt man Touristenpreise. Wenn der Tristenaufschlag wenigstens den Krankhäusern oder den ärmeren Patienten zu Gute käme, würden wir ihn mit Freude zahlen. Doch wie wir schon in den letzten Tag erfahren haben, verschwinden diese Zuschläge eher privat in den Taschen der Ärzte. Dennoch zahlen wir aus Angst, sonst nicht behandelt zu werden und zum Glück haben wir ja schließlich eine Krankenkasse, die uns die Auslagen wieder zurück erstattet. 

Ein anderes Schweizer Pärchen hat dieses Glück nicht. Sie hatten einen Motorradunfall und die junge Frau hat ein geschwollenes Bein. 40 USD hatten ihnen Freunde als Richtwert gesagt, was die komplette Behandlung und Untersuchung nromalerweise kosten sollte. Sie haben zwar eine Krankenkasse, aber nicht mehr genug Geld bei sich: nachdem sie beim Arzt waren, sollen sie nur für das Röntgen alleine 205 USD zahlen. Zu viel beschließen sie zu Recht und fangen an zu verhandeln. 195 USD ist schließlich das letzte Angebot der Klinik und wenn sie das nicht innerhlab von 30 Minuten zahlen, würden sie heute gar nicht mehr behandelt. 

Na gut, sagt schließlich das schweizer Pärchen, dann gehen wir halt zu der anderen Klinik in Stonetown und lassen uns dort behandeln. 

Schließlich rechnet der Herr an der Kasse noch mal nach, spricht mit dem Arzt und entschuldigt sich bei dem schweizer Päarchen: sie hätten sich verrechnet, die Behandlung würde nur 120 USD kosten und da wäre dann nicht nur das Röntgen drin, sondern auch schon die weitere Behandlung und das Verbandsmaterial. 

Während die Schweizer gerade verhandeln, sitzen wir vor der Notaufnahme um Gabriele das Blut abnehmen zu lassen. Sie kann schon bald rein gehen, duden muss draußen warten. Außer Gabriele ist noch ein kleiner Junge drin, der offensichtlich einen schwereren Unfall hatte und von dem sie wohl gerade das gebrochene Bein richten. Wohl ohne Schmerzmittel, denn er schreit vor Schmerzen Mark und Bein erschütternd.

Schließlich kommt Gabriele an die Reihe. Die Sprize mit der ihr klassisch das Blut abgenommen wird ist steril eingepackt als Komplettpaket. Nur beim Umfüllen in die Kanülen zur Untersuchung stellt sich der Arzt nicht so geschickt an. 

Als die Türe zur Notaufnahme wieder aufgeht, sieht duden als erstes einen Mann mit Wischmopp in den Raum huschen, der Gabrieles Blut vom Boden wischt. Ein Anblick, der keine Sympathien weckt, aber Gabriele geht es gut, sie muss angesichts der Umstände grinsen. 

Ca. 45 Minuten später haben wir die Ergebnisse. 

„You have Thyphoid Fever“ sagt der Arzt.

Eine lange Pause entsteht bei uns. 

„what do we have?“ fragen wir.

„Thyphoid Fever“ wiederholt der Arzt. „you can see the Testresults here“ und er zeigt uns die Auswertungen von Urin- und Blutprobe.

„can you write it down for us?“ fragen wir ungläubig. 

Irritiert guckt er uns an, reißt ein kleines Stück von einem großen Blat ab und schreibt „Thyphoid Fever“ auf den Zettel.  

Im Hotel recherchieren wir erst Mal im internet, ob Thyphoid Fever noch andere Bedeutungen haben kann. Doch Fehlanzeige! 

Thyphus ist die Diagnose. Eine Krankheit, deren Verlauf immernoch in manchen Fällen tödlich sein kann und auch schwierige Komplikationen mit sich bringen kann. Die Krankheit ist eigenlich nur fäkal-oral übertragbar. Wann und wie wir genau in Kontakt mit dieser Krankeit gekommen sind, wollen wir uns lieber gar nicht zu genau ausmalen.

Nur eines wissen wir: Gabriele gehört wohl scheinbar zu den 40% der Bevölkerung, bei denen die Impfung nicht anschlägt. 

Bis zum späten Nachmittag diskutieren wir, wie wir jetzt weiter verfahren sollen. 

Schließlich steht die Entscheidung. Wir fliegen zurück nach Deutschland. Der nächste Flug geht am Dienstagmorgen – netterweise ein Direktflug – für 400 Euro pro Person. Mit der Krankheit wollen wir uns lieber in Deutshland behandeln lassen. Vorher informieren wir uns noch bei unserer Versicherung und im Intenet, ob wir damit überhaupt fliegen dürfen, oder wie asteckend sie ist. Doch alle sagen uns, dass so lange Gabriele noch keinen Durchfall hat noch alles OK ist und wir ohne weiteres damit fliegen können. 

In Anbetracht dessen, dass wir gerade von einem Krankehaus in das andere rennen, halten wir es auch für besser, erstmal wieder vollständig gesund zu werden, bevor wir eventuell weiterreisen. 

Den Abend wollen wir dennoch nutzen. So richtig Lust auf Aktion haben wir nach den Ergebnissen des Tages aber wiederum nicht. Dennoch haben wir uns mit Jessica verabredet und diese Verabredung wollen wir auch zumindest wahrnehmen. Mit afrikanischer Pünktlichkeit (ca. 3/4 Stunde Verspätung) erreichen wir den vereinbarten Treffpunkt. Ein Cafe am Strand, in dem wir uns zum Abendessen treffen wollen. 

Von Jessica ist keine Spur zu sehen. Vielleicht haben wir sie verpasst. Wir beschließen hier einfach zu warten und von hier aus dem bunten Treiben am Strand anlässlich der Festivität zuzugucken. 

Gegen 21.00 Uhr – nach ca. 1,5 Stunden beschließen wir, dass sie wohl nicht mehr kommt, oder schon weg ist.

Im Hotel treffen wir sie schließlich wieder.

Es tut ihr leid, dass sie zu unserer Verabredung nicht kommen konnte, ihr Freunde aus Stonetown haben sie von einem Ereigniss der Feierlichkeit zum nächsten geschleppt und da wollte sie nicht unhöflich sein und ihre Freunde verlassen um uns zu treffen. 

 

Dienstag, 13.09.

Heute packen wir. Motivation haben wir nicht wirklich und es ist ein komisches Gefühl, dass die Reise jetzt doch aprupter zu Ende ist, als gedacht. Außerdem muss in Deutschland alles für unsere Rückkehr vorbereitet werden, was so viel heißt wie Familie informieren, Versicherung mit der Bitte um Wiederaufnahme anschreiben und uns beim Tropeninstitut für die Untersuchung schon Mal anmelden. 

Außer Packen und Vorbereiten passiert aber heute nicht viel.

Erst am Abend verlasen wir das Hotel um gemeinsam den Tag am Strand von Stonetown ausklingen zu lassen. Bei einem wunderschönen Sonnenuntergang mit einem Schiffs- und Inselpanorama hauen wir die letzten Schilling auf den Kopf, die wir noch haben.

Mittwoch, 14.09. 

Früh müssen wir aufstehen um den Flieger zu bekommen. Gegen 5.30 Uhr stehen wir auf und suchen das erstbeste Taxi. Der Flughafen ist für eine kleine Insel wie Sansibar sehr voll, auf dem Rollfeld stehen dennoch überwiegend nur Kleinstmaschienen mit 6 – 10 Sitzplätzen und zwei große Boings, die im Vergleich zu den Kleinstmaschienen fast schon deplaziert ausehen. 

Von den zwei Maschinen fliegt eine nach Russland und eine nach Deutschland. Noch ein letztes Mal dürfen wir den latenten Rassismus spüren, denn im Gegensatz zu den Fluggästen nach Russland müssen wir an dem Schalter nach Deutschland noch einmal eine Flughafengebühr von 47 USD pro Person bezahlen. Die wird aber auch nur willkürlich per Gesichtkontrolle erhoben. Nicht alle der Fluggäste müssen sie zahlen und eine richtige Quittung gibt es auch nicht, nur einen Abriss auf dem der Betrag steht.  

Gegen Spätnachmittag landen wir schließlich in Deutschland. Gabrieles Tante holt uns netterweise vom Flughafen ab. 

Es ist ein merkwürdiges Gefühl hier in Deutschland und man fragt sich welcher Kulturschock größer ist:

Der als wir in Afrika ankamen, oder der, als wir jetzt nach Deutschland zurück kommen.

Als wir im vertrauten Haus ankommen erwartet uns ein Anblick, der uns zeigt, wie unere Familien mit unseren Berichten mitfiebern. Der Tisch im Esszimmer ist komplett belagert von Karten und Atlanten, versehen mit zahlreichen Zetteln auf denen unsere Zwischenstationen notiert sind und die dann an der Stelle im Atlas aufgeklebt sind. 

Es ist doch schön zu wissen, dass wir Zuhause vermisst werden. 

 

Donnerstag, 15.09. 

Auf zum Tropeninstitut. Für alle Fälle haben wir eine Tasche für Gabriele gepackt, die alles beinhaltet, was sie braucht, wenn sie da bleiben muss.

Eigentlich sind die Krankehäuser doch gar nicht so verschieden. Nur hier müssen wir nicht im Vorhinein zahlen, sondern die Rechnung geht direkt an die Krankenkasse. 

Wir müssen ein bisschen warten, Gabriele darf sich derweilen aber im Arztzimmer ein wenig hinlegen. 

Der Arzt ist ein ältere Mann, der seinen eigenen Worten nach hier im Institut schon längst „archiviert“ ist. Er kommt gleich mit einer jungen Studentin, die noch was lernen soll, denn so häufig haben sie den Verdacht auf Thyphus nicht. Schon als er Gabrieles Hand schüttelt, hat er die erste Diagnose.  

„Also Thyphus haben sie nicht, dann sähen sie anders aus“.

Dennoch untersucht er natürlich noch mal Gabriele und befragt sie zu ihren Symptomen.

Seine Diagnose: Ein übersäuerter Magen, der aufsteigt und als dessen Syptom die Rippen weh tun. Völlig harmlos. Sie soll schlicht ein paar Säurehämmer nehmen, dann würde es nach ein paar Tagen besser sein. 

Auf die Frage wie es kommen kann, dass die Untersuchungsergebnisse erhöhte Antikörperwerte von Thyphus aufweisen sagt er:

„Naja, stellen sie sich vor, sie laufen über die Straße und sehen eine hübsche Frau. Dann haben sie diese ja auch nicht gleich geheiratet, nur weil sie an dieser vorbei gelaufen sind. Genauso ist das mit den Thyphuserregern. Sie sind irgendwo in letzter Zeit warscheinich mit einer höheren Dosis der Erreger in Kontakt gekommen, aber ihr Körper hat gut reagiert.“

Also kein Thyphus, in Deutschland sind wir jetzt dennoch und wir halten es auch weiterhin für die richtige Entscheidung, dass wir bei dieser Diagnose vorsichtshalber nach Deutschland zurück gekommen sind. 

Wie es jetzt weiter geht wollen wir in den nächsten Tagen entscheiden…

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dudens letzter Eintrag vor Abflug

nun ist es soweit, morgen geht es zumindest für duden schon mal los.
Sonntag gegen 14.00 Uhr geht der Flieger…

Ob ich Reisefieber habe? Ja schon…
Ob ich mir das zutraue, was da auf mich zukommt? Um zu zweifeln ist es jetzt zu spät …

Komischerweise fühlt sich das Reisen dieses mal anders an als sonst. Sonst habe ich immer Angst ob alles wie geplant klappt, dass die Hotelreservierung funktioniert, dass man Anschlüsse überall hin findet, etc. Doch bei dieser Tour ist irgendwie alles anders, im Gegenteil zu sonst bin ich gerade sehr entspannt. Nichts ist 100% geplant und die Leute, mit denen ich mich verabredet habe sehen dass genauso. Eigentlich kann nichts schief gehen, so viele Leute haben mir ihre Nummern dort gegeben, bei denen ich mich melden soll, wenn es probleme gibt, das ich das gefühl habe, mich einfach in dieses Abenteuer fallen lassen zu können.

Ein bisschen Planung muss dennoch sein:
Meine bisherige Tour sieht drei Etappen vor:

Etappe 1: Zuerst für 4 Tage nach Istanbul, wo ich mich mal wieder mit Freunden des Pfadfinderstammes Sakarya treffe, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe. Ich bin sehr gespannt, wie sich das Land verändert hat. Als ich zuletzt in Istanbul war, kam Erdogan gerade an die poltische Macht, seit her ist dort viel geschehen…

Etappe 2: Von da aus gehs schließlich in den Iran. Seit Wochen schon versuche ich hier möglich viele Kontakte zu schließen, die mir das Land und die Leute nahe bringen können. Ich war überrascht von der Aufgeschlossenheit. Innerhalb kürzester Zeit haben mir ! dutzende ! Leute angeboten mich durch das Land zu begleiten um mir ihre Heimat zu zeigen. Die ersten zwei Wochen sind quasi Programtechnisch schon voll ausgebucht. Was ich beim Buchen des Fluges nicht bedacht habe: außgerechnet wenn Ramadan und die heißeste Zeit des Jahre ist, komme ich hier her. Dennoch bleibt mir die Hoffnung, gerade in dieser Zeit die Kultur von einer etwas anders Seite und die Menschen ein bisschen besser kennenlernen zu können.

Etappe 3: Von Teheran gehts dann nach Riga, wo ich mir noch mal Lettland angucken will. Gewesen bin ich hier auch schon mal, das ist aber schon 10 Jahre her, damals wanderte ich mit den Pfadfindern durch das Land. Diesmal wird es weniger das Ländliche sein auf das ich mich einlassen will, der städtische Trubel reizt mich diesmal mehr. Vlt bleibt mir sogar noch die Zeit für einen Absstecher nach Littauen. Ein bisschen Kontrastprogram zum Iran ist das schon, nicht nur kulturell, sonder auch Klimatisch. Denn im Iran sollen es in der Zeit wenn ich da bin im schnitt 36°C sein, in Lettland nur 20°C.
Zurück geht es dann von dort aus nach München mit dem Bus.1,5 Tage dauert die Fahrt, aber ich freue mich jetzt schon wieder darauf, dann Gabriele in den Arm nehmen zu können.

Mittags am 17.7., wesentlich später als ursprünglich angedacht, werden wir dann gemeinsam vom Flughafen Frankfurt aus nach Burkina Faso starten.

Übrigens, ein großer Dank an die bisher begeisterten Leser unseres Blogs!
Ich habe die Tage mal nach geguckt. Allein im letzten Monat haben knapp 400 Leute unseren Blog gelesen und das obwohl wir gerade nur in der Vorbereitungsphase sind. Danke, an alle, die so begeistert mit uns mitfiebern und fleißig Komentare und Tips schreiben. Ich hoffe euch wird in der nächsten Zeit das Reisetagbuch gefallen, ich werde versuchen euch ab jetzt weigstens wöchentlich auf dem Laufenden zu halten, wenns besonders spannend wird oder der Nervenkitzel steigt, vlt auch einmal öfter 😉

Bald geht es los!

…naja, zumindest für duden, bei Gabriele wird es noch ein paar Tage später…

…doch die letzten zwei Wochen waren sehr stressig…

…und seit dieser Woche sind wir quasi wohnungslos! – Ein komisches Gefühl!

Der ganze Umzugs- und Einlagerungsstress liegt jetzt hinter uns. Dafür war der tatsächlich noch mal ordentlich stressig, nicht genug hat sich duden zu Beginn des Umzugs auch noch verhoben, woraufhin die Ärztin im ärztlichen Notdienst erstmal ein striktes Hebe- und Arbeitsverbot erteilt hat. Sowas kann man in dem Moment natürlich gar nicht gebrauchen.

 

Seit Anfang April begannen sich nach und nach immer mehr Umzugskisten in unserer Wohnung zu stapeln.
Erst sind wir dann Ende April vier Tage lang durch Deutschland gekurvt, um diverse Sachen einzusammeln und Sachen, die nicht ins Lager sollen oder müssen, bei Freunden abzuliefern. Unser Klavier z.B. nimmt eine gute Freundin von uns für die Zeit in Pflege. Auch ein paar Sessel, die noch bei dudens Bruder lagerten, mussten wir einsammeln. Ein großer Dank geht hier auch nochmal an Daniela, die auf der zweiten Hälfte mitgefahren ist und tatkräftig angepackt hat!
Doch danach blieb keine Zeit zum Verschnaufen, denn nur einen Tag später stand André (dem natürlich ein mindestens genauso großer Dank gebührt wie Daniela) mit dem gemieteten Möbelwagen vor der Tür. So hatten wir schließlich nochmal zwei Tage Umzug vor uns, um unseren verbliebenen Hausrat einzulagern.

Insgesamt 3000 km Wegstrecke haben wir in der Woche zusammen gebracht. Mittwoch standen wir dann schließlich in der (fast) leeren Wohnung – ein komisches Gefühl, das warscheinlich so ziemlich jeder kennt. Bis auf die ehemals wohnliche Kiregsbemalung der Wände und die Abnutzungsspuren wirkte die Wohnung dann doch recht kahl. Als „Belohnung“ für die Arbeit mit dem Umzug ging es erst mal in die Sauna. Danke an dieser Stelle nochmal an unsere bisher nicht erwähnten Umzugshelfer: Laura, Sebastian, Andi und Kristof!

 

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Zwei „Isomatten“ und die Mikrowelle haben wir uns noch gegönnt in der Wohnung zu behalten, denn die nächsten Tage standen ganz im Zeichen des Streichens der Wohnung. Leider konnten wir mit den Nachmietern diesbezüglich keine Lösung finden, um das Streichen zu umgehen…
Zum Glück waren wir einfallsreich und verbanden das Praktische mit dem Schönen.

Danke noch mal an alle, die bei unserer Streichparty dabei waren!!!
An alle die nicht dabei waren oder keine Einladung hatten: wir haben vor allem Leute aus Göttingen und Umgebung eingeladen (also selbst viele gute Freunde hat keine Einladung erreicht). Wir hätten ein schlechtes Gewissen gehabt, wenn ihr 300 km oder mehr angereist wärt, um unsere Wohnung mit uns weiß zu pinseln. 😀

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Nur einmal müssen wir noch zusammen nach Göttingen, um uns noch die letzten Impfungen geben zu lassen. Zwischendurch wird Gabriele aber die Wohnung noch ab und an zum Übernachten wegen ihrer Masterarbeit besuchen.

Bis zur Reise kommen wir nun bei Gabrieles Oma unter, wobei wir die verbleibenden Wochen nutzen wollen, um noch einmal die Freunde und Familie in ganz Deutschland zu besuchen. Zudem stehen noch andere Termine an, so hat duden z.B. noch eine Jubiläumsveranstalltung seines Pfadfinderverbandes, für die er fast eine Woche auf Achse sein wird und uns beiden steht noch ein Treffen mit unseren Familien im Markgrafenbau bevor, auf das wir uns sehr freuen…
In der nächsten Woche fliegt duden aber erstmal nach Malta. Auch von dort wird er euch auf dem Laufenden halten und den ersten „Auslands-Blog Schreibtest“ machen.

Hausrat wird eingelagert

Einen Lagerplatz zu finden, an dem wir unsere Sachen einlagern können war gar nicht so einfach…

Ein kleiner Rückblick aus dem Tagebuch:

Am 03. Februar diesen Jahres: Endlich sieht es so aus, als ob wir eine Möglichkeit zum Einlagern für unseren Hausrat gefunden haben. Wir sitzen gerade im Zug, um die Räumlichkeiten vor Ort zu besichtigen. Ursprünglich hatten wir versucht, eine Lagermöglichkeit zu finden, die entweder in der Nähe von Göttingen oder in der Nähe unserer Familien liegt. Keines von beidem ist schließlich der Fall, vielmehr ist das potentielle Lager etwa 4 Stunden Zugfahrt von Göttingen und über 8 Stunden Zugfahrt von unseren Familien entfernt. Dennoch hoffen wir sehr, dass wir in Kürze die Frage des Einlagerns unseres Hausrates geklärt haben.
Es sind zwar noch knapp 3 Monate bis der Möbelwagen vor der Tür stehen wird, doch es ist ja nicht so, dass wir bis dahin nicht auch noch genügend anderes zu tun hätten…

Viele Varianten haben wir bis zum heutigen Tage durchgespielt:

  • Einlagern bei der Familie
  • Eine schöne Sache, wenn man die Möglichkeit dazu hat, leider bestand bei uns nicht die Option. Im Gegenteil, da sich bei dudens Familie in nächster Zeit mehrere Umzüge ankündigen, müssen wir sogar zusätzlich noch Sachen abholen, die wir einst bei seiner Familie einlagerten. Bei Gabrieles Familie ist es ähnlich: hier besteht zwar bedingt Platz zum Einlagern, der aber nur reicht, um die wichtigsten Sachen unterzubringen, welche wir dann im Sommer 2017 als erstes brauchen, wenn wir von der Reise zurückkommen.

  • Einlagern bei Freunden
  • … tja… wer in unserem Alter ist hat wohl selten Freunde, die schon Häuser haben, die groß genug sind um noch einen zweiten Hausrat einzulagern…

  • Einlagern in einer angemieteten Wohnung
  • Wenn alle Stricke reißen sollte das unser Plan B sein, denn eine 30 qm Mietwohnung mitten in der tiefsten Walachei ist wesentlich günstiger als beispielsweise ein Lagerraum in den „Selfstorage Lagern“ die gerade in so vielen Großstädten neu eröffnen. Mit 100 Euro hätten wir hier schon hinkommen können. Das Problem daran: es ist niemand da, der in der Wohnung nach dem rechten sehen würde. Wenn etwas passieren sollte (Einbruch, Wasserrohrbruch, etc.) wissen wir wahrscheinlich erst Wochen später Bescheid.

  • Einlagern im Container
  • Einer unserer zwischenzeitlichen Favoriten war das Einlagern im Kontainer. Hier würde uns der Container vor die Tür getellt, dann schickt die Firma zwei Leute die einem den Container beladen und auch die Umzugskisten packen – da muss man echt nichts mehr selbst machen. Die Firma bringt den Container dann irgendwo in ein Lager und setzt ihn dann zum gewünschten Datum an einen gewünschten Ort wieder vor der Türe ab. Die Kosten für die monatliche Containermiete hält sich in Grenzen. Wir hatten ein Unternehmen gefunden, das gerade mal 80 Euro monatliche Miete verlangt. Aber die Abholung und Lieferung wäre teuer geworden: knapp 5.000 Euro wären zu den Mietkosten dazu gekommen. Damit fiel diese Alternative leider auch weg.

Zum Schluss half uns wieder mal die Prise Vitamin B. Bei der Veröffentlichung unseres Beitrages Ende Januar las eine gute Freundin von duden von unserer Einlagerungsmisere – dass wir immer noch keine Möglichkeit gefunden hatten unseren Haurat unterzubrignen. Sie hatte die Idee: ein Onkel von ihr hat ein großteils leer stehendes Haus, nach dem er regelmäßig sieht und das beheizt ist.

Am 03. Februar sind wir nun auf dem Weg dorthin. Und sind begeistert! Das Zimmer, das er uns anbieten kann ist hinreichend groß. Es ist im Erdgeschoss, sodass wir nicht viel schleppen müssen und die 80 Euro für die monatliche Miete sind für uns voll und ganz im Rahmen. Ein Angebot, über das wir sehr froh sind und das wir sofort annehmen! Vielen Dank nochmal dafür, liebe Biene und lieber Siegfried!

Afrika, seid ihr wahnsinnig???

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Was wir uns alles anhören mussten, wen wir den Leuten erzählt haben wo unsere Reise überall hin geht…
Da war alles dabei! Wir habe uns gedacht, das wir ein paar Reaktionen mal versuchen sinngemäß wieder zu geben:

Reaktion eines Familienmitgliedes:

„In Afrika müsst ihr wirklich sehr vorsichtig sein, Weiße werden da oft Opfer von Entführungen. Das ist das Schlimmste was euch da passieren kann…“

Raktion im Reisebüro:

Wir kommen rein: „Wir würden gerne einen Flug Buchen.“
Mitarbeiterin: „wohin soll es denn gehen?“
Wir: „von Ghana nach Ruanda“
Mitarbeiterin etsetzt: „Bitte wohin????“
Wir: „von Ghana nach Ruanda“
Mitarbeiterin fassungslos: „sind sie sich da sicher? haben sie sich das gut überlegt? Ich würde ihnen davon abraten dahin zu fahren. Ich weiß gar nicht ob wir für die Stracke überhaupt Flüge anbieten können. Was wollen sie denn da?“
Als der Chef das von hinten mitbekam, löste er seine aufgelöste Kollegin ab und nahm das weitere Beratungsgespärch selbst in die Hand. Ohne Probleme konnen wir den Flug buchen. Es stellte sich heraus, dass sie weder in Afrika war, noch bisher Erfahrungsberichte von Reisenden nach Afrika gehört hatte. Sie war noch sehr neu im Reisebüro.

Reaktion einer Bekannten die oft in Afrika breuflich unterwegs ist (auch in „Kriesenländern“):

Sie: „Das klingt ja spannend wa ihr da vor habt, dass unterstütze ich auf jeden Fall“
Wir: „Wir wurden schon von einigen Vorgewahnt, dass wir sehr vorsichtig sein müssen in einigen Gegenden.“
Sie: „Ach das wird völlig übertrieben. Natürlich ist es da unten in manchen Teilen unsischerer als hier in Deuschland, aber es ist trotzdem eigentlich recht unproblematisch, die Situation wir in Medien und vom Auswärtien Amt immer viel dramatischer dagestellt, als sie tatsächlich ist.“

Reaktion von einigen Freunden:

„Kommt aber wieder zurück“

dudens Lieblingsantwort darauf: „Wenn wir nicht wieder kommen, dann weil wir freiwillig da bleiben“

Andere Reaktion von einer Bekannten:

„wollt ihr nicht lieber Afrika weglassen und nur nach Süd-Ost-Asien reisen?“

Die meisten aber fanden es cool, dass wir uns das trauen und unterstützen die Reise. Schließlich: „wenn nicht jetzt, wann sonst im Leben?“
Von vielen haben wir so viele Reisetips erhalten, dass wir gar nicht alle berücksichtigen können. Gerade für Süd-Ost-Asien füllt die Liste der Ratschläge mehrere Seiten. Deshalb haben wir bschlossen keine Reisetips mehr zu berücksichtigen und einfach zu gucken, was sich vor Ort ergibt.

Auf jeden Fall gehen wir mit dem gefühl auf die Reise gut vorbereitet zu sein.
Für den Fall, dass es kein Trinkwasser Vorort gibt haben wir Wasserfilterflaschen, welche 99.9999% (laut Herstellerangabe) aller Bakterien, Viren (!!), viele Toxine , auch Schwermetalle und Schwebstoffe filtert. Zudem einen Wassersack.

Weltreise tlw. verschoben

…dieses Mal leider kein Aprilscherz. Wegen einem Todesfall in der Familie müssen wir unsere Pläne ein wenig ändern.
Nun geht es doch noch nicht für uns beide am 5.6. los, sondern lediglich für duden.
Er nutzt die Zeit, die Gabriele dadurch mit ihrer Masterarbeit länger braucht, um schon mal ein bisschen auf Reise zu gehen.
Geplant hat er stattdessen vorher mit einem Zwischenstop in Istanbul in den Iran zu fliegen und dort ein bisschen das Land zu erkunden.
Im Anschluss wollen wir uns dann im Juli in Burkina Faso treffen, um gemeinsam in das Abenteuer zu starten.

Impfen und medizinische Versorgung

…an was man nicht alles denken muss, wenn man für längere Zeit auf Reise geht. Je weiter weg, desto mehr scheint man bedenken zu müssen. Das fängt mit dem Visum an und hört bei der Packliste noch lange nicht auf.
Nein! Auch gesundheitlich muss vergesorgt werden.
In unterschiedlichen Ländern sind unterschiedliche Keime verbreitet, was bedeutet, dass man für jedes Land andere gesundheitliche Bedingungen beachten muss. Besonders wichtig sind Impfungen gegen verschiedene Erkrankungen. Diese sind nicht nur eine Reiseempfehlung, sondern viele Länder halten es sich sogar offen, dass sie den Impfausweis bei der Einreise am Zoll, als Bedingung für die Einreise, einsehen.

Wir sind dafür in Göttingen extra zu einer Ärztin gegangen, die unter anderem auf Tropenmedizin spezialisiert ist und sich in Impffragen bestens auskennt. Dennoch braucht auch sie bei der Masse der Länder einen dicken Katalog, um alle Imffragen lückenlos zu klären. Einen derart umfangreichen Länderkatalog hatte sie auch noch nie bearbeitet. Vor allem in Afrika bereisen ihre Patienten sonst nur ein oder vllt. auch mal 3 Länder nacheinander, aber nicht gleich ein Dutzend.
Die Impfliste wächst:

Tetanus, Diphterie, Polio, Hepatitis A+B, Thyphus, Tollwut, Meningitis, Jap. Enzephalitis, Gelbfieber.
Gerade für Tansania wächst die Liste gewaltig. Hier warnt sie auch noch mal ausdrücklich vor den gefährlichen Mücken die es dort gibt, u.a. die Denguefiebermücke sei hier sehr weit verbreitet.

Da fehlt nicht mehr viel auf dem Impfplan, tatsächlich ist es nur noch FSME, gegen die wir nicht geimpft werden müsen, da sie in den von uns vorraussichtlich berreisten Ländern nicht vorkommt.

… und diesen Monat geht’s los mit dem Impfen! Das volle Programm geht bis Ende Mai, dazu kommt dann noch die Schluckimpfung gegen Cholera vier Wochen vor Reisebeginn und die Malariaprophylaxe, die kurz vor Reisebeginn begonnen und während des Aufenthalts in gefährdeten Gebieten fortgesetzt werden muss.

Auch vor Ort müssen wir vorsichtig sein, nicht das Wasser aus der Leitung trinken – auch nicht aus Brunnen – sondern nur aus verschlossenen Flaschen. Keine gewaschenen Salate und Früchte, am besten nur frisch vom Stamm oder geschält. So vieles zu beachten! Unsere Mägen sind eben nur unsere Bakterien im Wasser gewöhnt und nicht das in Zentralafrika oder in Südostasien.

Für den Fall, dass doch mal was passiert haben wir Vorsogevollmachten und Patientenverfügungen unterschrieben, die wir auch mit uns führen – alles Unterlagen, die wir hoffentlich niemals brauchen werden.
Wenn wir diese Erfahrung sammeln müssen, so hoffen wir in dem Moment vor Ort medizinische Versorgung in Anspruch nehmen zu können. (Natürlich muss man auch bei dieser umsichtig sein!) Für diesen Fall der medizinischen Versorgung vor Ort haben wir schließlich unsere Auslandsreisekrankenversicherung.

Damit kommen wir zu einem sehr entscheidenden Thema, das gar nicht so einfach zu entscheiden war. Die meisten Reisekrankenversicherungen versichern über einen Zeitraum von bis zu 90 Tagen im Jahr. Oft kann man umfangreichere Versicherungen abschließen, aber auch diese gehen oft nur für bis zu einem Jahr und nicht darüber hinaus. Wir haben uns schließlich für die Versicherung der STA-Travel-Reisebüros bei der Allianz entschieden, da diese die einzigen sind, die wir gefunden haben, die Versicherungen für über ein Jahr anbieten und dabei auch ganz gute Konditionen haben. Sie deckt z.B. nicht nur fachärztliche Krankenhausaufenthalte, sondern auch alternativmedizinische Behandlungen ab. Ausgenommen sind im Standardtarif allerdings Reisen in die USA – da wir aber eh nicht dorthin reisen wollen, hat sich das erübrigt.
Unsere Krankenversicherungen in Deutschland werden wir dafür in der Reisezeit ruhen lassen und sie erst am Tag vor unserer Rückkehr nach Deutschland aktivieren.