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Diagnose Thyphus 

Sonntag, 11.09.

Unser letzter Tag in Jambiani, heute geht es weiter nach Stone Town. Die letzten Tage waren schön und haben gebracht, was sie sollten: Gabriele ist ihren Husten losgeworden. 

Dafür quälen uns neue Beschwerden:

Duden hat sich beim Anschieben eines Traitionellen Bootes im Wasser einen Muskelfaserriss zugezogen, wonach er einige Tage nicht mehr laufen konnte und Gabriele hat seit ein paar Tagen schmerzen in den Rippen.

Dennoch beschließen wir solangsam weiter zu reisen. 

Unser nächtes Ziel ist erstmal Stone Town, von wo aus wir nach Norden auf Pemba wollen. In einer Woche haben wir uns dann mit Silvi einer Freundin von duden in Moshi verabredet um gemeinsam die Serengeti zu entdecken.

Doch vorher führt unser Weg nochmal nach Stone Town, wo in den Tagen das Traditionelle Eet-Fest gefeirt wird, bei den es um die Mekkareisenden geht und dem zum Anlass sich halb Sansibar Urlaub genommen hat um in die Hauptstadt zu reisen. 

Die Verabschiedung von den Leuten in Jambiani dauert lange und zieht sich. Teilweise wird sie emotional, denn in den zehn Tagen hier haben wir das halbe Hotelpersonal kennengelernt und uns mit zahlreichen Leuten im Ort angefreundet. 

Am Nachmittag nehmen wir ein Dalla-Dalla aus Jambiani nach Stone Town. Eines von der lokalen Sorte, oder anders gesagt, keinen Kleinbus, sondern so eines, was aussieht wie ein Pritschenwagen, auf den man hinten ein Dach gebaut hat. 

Gabriele ist in letzer Zeit schon öfter mit solchen gefahren.

In Jambiani fährt es einmal die Stunde nach Stone Town, das letzte um 16.00 Uhr. Man stellt sich einfach an den Straßenrand und wenn es vorbei kommt, gibt man ihm ein Zeichen zum halten. Dann krabbelt man hinten rein. Die Ladefläche ist ca. 6 qm groß und außenrum ist U-förmig eine Bank gebaut. Die Deckenhöhe beträgt ungefähr einen Meter und man muss aufpassen, dass man sich nicht beim Einsteigen oder beim Bremsen während der Fahrt den Kopf an den Eisenträgern stößt. Das Dalla-Dalla wird dieses Mal besonders voll, denn für die Feierlichkeiten wollen alle nach Stone Town. Immer wieder steigen Leute ein und wir hatten Glück, das wir noch ziemlich am Anfang zugestiegen sind. Das Gepäck und so auch unsere Rucksäcke, wird auf dem Dach transportiert, unten wäre gar kein Platz dafür.

18 Erwachsene sind wir auf den 6 qm, dazu kommen ca. 12 Kinder, die jeweils den Erwachsenen auf den schoß gesetzt werden. Auch wir beide bekommen ein Kind auf den Schoß gesetzt. Einige Kinder sitzen auch noch im Fußraum zwischen den Bänken. Hinten stehen ein paar Herren auf dem Trittbrett und wir können es nicht genau sehen, aber wir haben den verdacht, dass es dieses Mal so voll ist, das auch ein paar Leute auf dem Dach mitfahren.  

Die Fahrt kosten bis Stone Town mit dem Dalla-Dalla 2000 TSh, die Fahrt dauert ca. 2,5 Stunden – bequemes Reisen ist etwas anderes.  

In Stone Town müssen wir noch einmal umsteigen, denn das Dalla-Dalla fährt nur bis zum Stadtrand.

In Stone Town gehen wir dieses Mal zielstrebig zu dem Hotel, in dem wir auch schon das letzte mal waren. Letztes Mal haben wir hier 15 USD pro Person im Dorm bezahlt. Mehr wollen wir auch dieses Mal nicht ausgeben, wenn es geht hätten wir aber dieses Mal gerne ein Zimmer für uns. Doch für ein Doppelzimmer wollen sie vergleichsweise zu den Normalpreisen in Sansibar zuviel wie wir festgestellt haben. 

Diesesmal versuchen wir deshalb einen kleinen Trick, bei der Verhandlung an der Rezeption:

„Hello again! We would like to have a double room. Is it posible to get it for 30 USD like last time?“

„Yes of course, which room you had last time?“

„oh it was an nice room next to the Stairs, but I forgot the room number.“ 

Von uns war das glatt gelogen. Doch eines haben wir mittlerweile in Tansania gelernt. Beim verhandeln wird man hier stänig belogen und wenn man einen fairen Preis haben will, so muss man in diesem Land mit Tricks arbeiten. 

In keinem anderen Land haben wir einen solchen Rassismus erlebt, wie hier in Tansania.

Beim Abendessen in Stone Town treffen wir einen jungen Mann in unserem Alter. Er arbeitet bereits seit knapp einem Jahr hier in Stone Town in der Hotelbranche. Auch ihm ist der Rassismus hier in Tansania schon länger aufgefallen. Der Rassismus aber richtet sich ausschließlich gegen europäisch aussehende Menschen und schlägt sich in erster Linie in den Preisen nieder, erzählt er. Asiatisch oder südamerikanisch aussehnde Leute, so erzählt er weiter habe er in seiner Zeit im Hotel immer wieder beobachtet, zahlen fast die Lokalpreise. Europäisch ausehende Menschen immer nahezu das 5-7 fach vom Normalpreis. 

Das ist auch unsere Beobachtung. Eigentlich haben wir damit kein Problem, den obligatorischen Aufschlag für Ausländer zu zahlen, doch in Tansania ist das extrem.Teilweise wurden Preise für uns und andere, die wir hier kennen gelernt haben aufgerufen, die selbst für Deutschland überteuert wären. 

Was es daran um so anstrengender macht, ist, dass viele dann auch nicht bereit sind über den Preis zu verhandeln. Obwohl der Preis völlig überteuert ist, helfen manchmal selbst hartnäckige Verhandungen nicht weiter um sich dem realistischen Preis zu nähern. 

 

 

Montag, 12.09.

Gabrieles Rippen tun immer noch weh. Duden hingegen kann mittlerweile zumindes augenscheinlich schon fast wieder normal gehen. 

Beim Frühstück treffen wir Jessica, welche wir schon an unserem ersten Tag in Stone Town hier in diesem Hostel kennengelernt haben. Gabriele hat sich auf Anhieb mit ihr gut verstanden und so hat sie uns zwischendurch sogar Mal in Jambiani besucht. Morgen fliegt sie wieder nach Frankreich und würde sich deshalb freuen, wenn wir uns mit ihr am Abend noch Mal treffen würden. Gemeinsam, so ist der Plan, könnten wir dann mit ihren Freunden aus Stone Town das muslimische Fest besuchen. 

Den ganzen morgen schon hört man Trommeln und Gesänge zu den Festivitäten in Stone Town, diese kommen von Gruppen, die von Haus zu Haus ziehen um Segenswünsche ihren Nachbarn zu überbringen.  

Am Vormittag wollen wir erstmal nach den Möglichkeiten gucken um nach Pemba zu kommen. 

In der Touristeninformation werden wir schließlich fündig. Für 9 USD pro Person kann man vier Mal am Tag nach Pemba fliegen. Eine Fähre gibt es auch noch, allerdings nur noch eine von ursprünglich drei, denn die anderen Beiden sind in der letzten Zeit gesunken.  

Buchen können wir den Flug aber nicht gleich, dass müssten wir bei seinem Kollegen, der aber heute wegen dem Fest frei hat. 

Auch der Kochkurs, den wir überlegt hatte zu besuchen, fällt wegen dem Fest aus – schade. 

Da Gabrieles Rippenschmerzen im Verlauf des Vormittags schlimmer geworden sind, beschließen wir vorsichtshalber einfach mal zum Arzt zu gehen und es untersuchen zu lassen. 

Das Krankenhaus ist um die Ecke von unserem Hotel, viel ist nicht los. Weder viele Patienten, noch viel Personal. Wegen dem Fest haben die meisten Mitarbeiter frei. 

Mittlerweile haben wir es geschaft in jedem Land, das wir zusammen durchreist haben mindestens ein Krankenhaus zu besuchen. Auch dieses mal, ist es wie auch schon in den Krankehäusern zuvor. Man geht zuerst zur Kasse und zahlt dort, dann kann man zum Arzt. 24.000 TSh kostet die Visite für uns, das sind umgrechnet ca. 10 Euro. Beim Arzt sind wir sofort dran, der ordnet verscheidene Untersuchungen an, von denen wir unteranderem Malaria für völlig überflüssig halten.

104.000 TSh (ca. 43 Euro) sollen die Folgeuntersuchungen kosten. Für einmal Blutabnehmen und eine Urinprobe. Selbst hier zahlt man Touristenpreise. Wenn der Tristenaufschlag wenigstens den Krankhäusern oder den ärmeren Patienten zu Gute käme, würden wir ihn mit Freude zahlen. Doch wie wir schon in den letzten Tag erfahren haben, verschwinden diese Zuschläge eher privat in den Taschen der Ärzte. Dennoch zahlen wir aus Angst, sonst nicht behandelt zu werden und zum Glück haben wir ja schließlich eine Krankenkasse, die uns die Auslagen wieder zurück erstattet. 

Ein anderes Schweizer Pärchen hat dieses Glück nicht. Sie hatten einen Motorradunfall und die junge Frau hat ein geschwollenes Bein. 40 USD hatten ihnen Freunde als Richtwert gesagt, was die komplette Behandlung und Untersuchung nromalerweise kosten sollte. Sie haben zwar eine Krankenkasse, aber nicht mehr genug Geld bei sich: nachdem sie beim Arzt waren, sollen sie nur für das Röntgen alleine 205 USD zahlen. Zu viel beschließen sie zu Recht und fangen an zu verhandeln. 195 USD ist schließlich das letzte Angebot der Klinik und wenn sie das nicht innerhlab von 30 Minuten zahlen, würden sie heute gar nicht mehr behandelt. 

Na gut, sagt schließlich das schweizer Pärchen, dann gehen wir halt zu der anderen Klinik in Stonetown und lassen uns dort behandeln. 

Schließlich rechnet der Herr an der Kasse noch mal nach, spricht mit dem Arzt und entschuldigt sich bei dem schweizer Päarchen: sie hätten sich verrechnet, die Behandlung würde nur 120 USD kosten und da wäre dann nicht nur das Röntgen drin, sondern auch schon die weitere Behandlung und das Verbandsmaterial. 

Während die Schweizer gerade verhandeln, sitzen wir vor der Notaufnahme um Gabriele das Blut abnehmen zu lassen. Sie kann schon bald rein gehen, duden muss draußen warten. Außer Gabriele ist noch ein kleiner Junge drin, der offensichtlich einen schwereren Unfall hatte und von dem sie wohl gerade das gebrochene Bein richten. Wohl ohne Schmerzmittel, denn er schreit vor Schmerzen Mark und Bein erschütternd.

Schließlich kommt Gabriele an die Reihe. Die Sprize mit der ihr klassisch das Blut abgenommen wird ist steril eingepackt als Komplettpaket. Nur beim Umfüllen in die Kanülen zur Untersuchung stellt sich der Arzt nicht so geschickt an. 

Als die Türe zur Notaufnahme wieder aufgeht, sieht duden als erstes einen Mann mit Wischmopp in den Raum huschen, der Gabrieles Blut vom Boden wischt. Ein Anblick, der keine Sympathien weckt, aber Gabriele geht es gut, sie muss angesichts der Umstände grinsen. 

Ca. 45 Minuten später haben wir die Ergebnisse. 

„You have Thyphoid Fever“ sagt der Arzt.

Eine lange Pause entsteht bei uns. 

„what do we have?“ fragen wir.

„Thyphoid Fever“ wiederholt der Arzt. „you can see the Testresults here“ und er zeigt uns die Auswertungen von Urin- und Blutprobe.

„can you write it down for us?“ fragen wir ungläubig. 

Irritiert guckt er uns an, reißt ein kleines Stück von einem großen Blat ab und schreibt „Thyphoid Fever“ auf den Zettel.  

Im Hotel recherchieren wir erst Mal im internet, ob Thyphoid Fever noch andere Bedeutungen haben kann. Doch Fehlanzeige! 

Thyphus ist die Diagnose. Eine Krankheit, deren Verlauf immernoch in manchen Fällen tödlich sein kann und auch schwierige Komplikationen mit sich bringen kann. Die Krankheit ist eigenlich nur fäkal-oral übertragbar. Wann und wie wir genau in Kontakt mit dieser Krankeit gekommen sind, wollen wir uns lieber gar nicht zu genau ausmalen.

Nur eines wissen wir: Gabriele gehört wohl scheinbar zu den 40% der Bevölkerung, bei denen die Impfung nicht anschlägt. 

Bis zum späten Nachmittag diskutieren wir, wie wir jetzt weiter verfahren sollen. 

Schließlich steht die Entscheidung. Wir fliegen zurück nach Deutschland. Der nächste Flug geht am Dienstagmorgen – netterweise ein Direktflug – für 400 Euro pro Person. Mit der Krankheit wollen wir uns lieber in Deutshland behandeln lassen. Vorher informieren wir uns noch bei unserer Versicherung und im Intenet, ob wir damit überhaupt fliegen dürfen, oder wie asteckend sie ist. Doch alle sagen uns, dass so lange Gabriele noch keinen Durchfall hat noch alles OK ist und wir ohne weiteres damit fliegen können. 

In Anbetracht dessen, dass wir gerade von einem Krankehaus in das andere rennen, halten wir es auch für besser, erstmal wieder vollständig gesund zu werden, bevor wir eventuell weiterreisen. 

Den Abend wollen wir dennoch nutzen. So richtig Lust auf Aktion haben wir nach den Ergebnissen des Tages aber wiederum nicht. Dennoch haben wir uns mit Jessica verabredet und diese Verabredung wollen wir auch zumindest wahrnehmen. Mit afrikanischer Pünktlichkeit (ca. 3/4 Stunde Verspätung) erreichen wir den vereinbarten Treffpunkt. Ein Cafe am Strand, in dem wir uns zum Abendessen treffen wollen. 

Von Jessica ist keine Spur zu sehen. Vielleicht haben wir sie verpasst. Wir beschließen hier einfach zu warten und von hier aus dem bunten Treiben am Strand anlässlich der Festivität zuzugucken. 

Gegen 21.00 Uhr – nach ca. 1,5 Stunden beschließen wir, dass sie wohl nicht mehr kommt, oder schon weg ist.

Im Hotel treffen wir sie schließlich wieder.

Es tut ihr leid, dass sie zu unserer Verabredung nicht kommen konnte, ihr Freunde aus Stonetown haben sie von einem Ereigniss der Feierlichkeit zum nächsten geschleppt und da wollte sie nicht unhöflich sein und ihre Freunde verlassen um uns zu treffen. 

 

Dienstag, 13.09.

Heute packen wir. Motivation haben wir nicht wirklich und es ist ein komisches Gefühl, dass die Reise jetzt doch aprupter zu Ende ist, als gedacht. Außerdem muss in Deutschland alles für unsere Rückkehr vorbereitet werden, was so viel heißt wie Familie informieren, Versicherung mit der Bitte um Wiederaufnahme anschreiben und uns beim Tropeninstitut für die Untersuchung schon Mal anmelden. 

Außer Packen und Vorbereiten passiert aber heute nicht viel.

Erst am Abend verlasen wir das Hotel um gemeinsam den Tag am Strand von Stonetown ausklingen zu lassen. Bei einem wunderschönen Sonnenuntergang mit einem Schiffs- und Inselpanorama hauen wir die letzten Schilling auf den Kopf, die wir noch haben.

Mittwoch, 14.09. 

Früh müssen wir aufstehen um den Flieger zu bekommen. Gegen 5.30 Uhr stehen wir auf und suchen das erstbeste Taxi. Der Flughafen ist für eine kleine Insel wie Sansibar sehr voll, auf dem Rollfeld stehen dennoch überwiegend nur Kleinstmaschienen mit 6 – 10 Sitzplätzen und zwei große Boings, die im Vergleich zu den Kleinstmaschienen fast schon deplaziert ausehen. 

Von den zwei Maschinen fliegt eine nach Russland und eine nach Deutschland. Noch ein letztes Mal dürfen wir den latenten Rassismus spüren, denn im Gegensatz zu den Fluggästen nach Russland müssen wir an dem Schalter nach Deutschland noch einmal eine Flughafengebühr von 47 USD pro Person bezahlen. Die wird aber auch nur willkürlich per Gesichtkontrolle erhoben. Nicht alle der Fluggäste müssen sie zahlen und eine richtige Quittung gibt es auch nicht, nur einen Abriss auf dem der Betrag steht.  

Gegen Spätnachmittag landen wir schließlich in Deutschland. Gabrieles Tante holt uns netterweise vom Flughafen ab. 

Es ist ein merkwürdiges Gefühl hier in Deutschland und man fragt sich welcher Kulturschock größer ist:

Der als wir in Afrika ankamen, oder der, als wir jetzt nach Deutschland zurück kommen.

Als wir im vertrauten Haus ankommen erwartet uns ein Anblick, der uns zeigt, wie unere Familien mit unseren Berichten mitfiebern. Der Tisch im Esszimmer ist komplett belagert von Karten und Atlanten, versehen mit zahlreichen Zetteln auf denen unsere Zwischenstationen notiert sind und die dann an der Stelle im Atlas aufgeklebt sind. 

Es ist doch schön zu wissen, dass wir Zuhause vermisst werden. 

 

Donnerstag, 15.09. 

Auf zum Tropeninstitut. Für alle Fälle haben wir eine Tasche für Gabriele gepackt, die alles beinhaltet, was sie braucht, wenn sie da bleiben muss.

Eigentlich sind die Krankehäuser doch gar nicht so verschieden. Nur hier müssen wir nicht im Vorhinein zahlen, sondern die Rechnung geht direkt an die Krankenkasse. 

Wir müssen ein bisschen warten, Gabriele darf sich derweilen aber im Arztzimmer ein wenig hinlegen. 

Der Arzt ist ein ältere Mann, der seinen eigenen Worten nach hier im Institut schon längst „archiviert“ ist. Er kommt gleich mit einer jungen Studentin, die noch was lernen soll, denn so häufig haben sie den Verdacht auf Thyphus nicht. Schon als er Gabrieles Hand schüttelt, hat er die erste Diagnose.  

„Also Thyphus haben sie nicht, dann sähen sie anders aus“.

Dennoch untersucht er natürlich noch mal Gabriele und befragt sie zu ihren Symptomen.

Seine Diagnose: Ein übersäuerter Magen, der aufsteigt und als dessen Syptom die Rippen weh tun. Völlig harmlos. Sie soll schlicht ein paar Säurehämmer nehmen, dann würde es nach ein paar Tagen besser sein. 

Auf die Frage wie es kommen kann, dass die Untersuchungsergebnisse erhöhte Antikörperwerte von Thyphus aufweisen sagt er:

„Naja, stellen sie sich vor, sie laufen über die Straße und sehen eine hübsche Frau. Dann haben sie diese ja auch nicht gleich geheiratet, nur weil sie an dieser vorbei gelaufen sind. Genauso ist das mit den Thyphuserregern. Sie sind irgendwo in letzter Zeit warscheinich mit einer höheren Dosis der Erreger in Kontakt gekommen, aber ihr Körper hat gut reagiert.“

Also kein Thyphus, in Deutschland sind wir jetzt dennoch und wir halten es auch weiterhin für die richtige Entscheidung, dass wir bei dieser Diagnose vorsichtshalber nach Deutschland zurück gekommen sind. 

Wie es jetzt weiter geht wollen wir in den nächsten Tagen entscheiden…

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Auszeit im Paradies 

01.09. –  10.09.

Eigentlich wollten wir auf Safari gehen, da Gabriele aber Ende August immernoch mit ihrem schweren Husten zu kämpfen hat, beschlossen wir noch in Ruanda die Safari auszulassen, unseren Geplanten Aufenthalt in Sansibar schon früher anzutreten und die Zeit in Jambiani um 5 Tage zu verlängern. Schließlich haben wir Mal gehört das Meerluft den Lungen gut tut. 

Jambiani ist ein kleiner Ort mit 6000 Einwohnern, der für die Verhältnisse von Sansibar schon eher zu den Städten gehört. Der Ort hat eine Sandstraße, die von nord nach süd durchgeht und liegt dirket an der Ostküste, die für ihren weißen Sand und ihr azurblaues Wasser bekannt ist. 
Die Häuser hier sind fast alle aus alten Korallenbrocken gemauert und meistens mit Palmblättern gedeckt. In Jambiani herrsch normales Treiben, man sieht mehrfach am Tag die Schulkinder durch die Straßen renne, die Leute neben dem Baum unter der Oppositionsflagge wild diskutieren, die Feuerstellen in oder neben den Häusern qualmen, ab und zu mal eine Kuh oder ein Huhn über die Straße laufen und am Strand sieht man Leute die versuchen den Touristen Schnorcheltouren an schlechten Plätzen zu überteuerten Preisen zu verkaufen. 

Der Blick von der Straße zum Meer

 

Jamibani lebt also hauptsächlich vom Tourismus (wie ganz Sansibar). Daneben aber noch vom Fischfang, von der Muschelsuche und vom Algenanbau. 

Die Bauern auf den Algenfeldern

mit der beginnenden Ebbe fahren auch die Fischerboote raus

 

Es ist also ein ganz normales Dorf, in dem jeder jeden kennt und jeder über jeden redet. 

 

Uns verschlägt es in das Dorf, weil wir hier in ein paar Tagen Silvi treffen wollen, eine Freundin von duden, die uns außerdem noch ein bisschen Nachschub von diversen Sachen mitbringt. 

  
Wir haben uns hier in einem Hotel direkt am Strand einquartiert. Das Hotel besteht aus mehreren Bungalows von denen wir einen besonders schönen am hinteren Ende des Hotels in ruhiger Lage bekommen haben. Das Zimmer ist nicht sehr groß, hat aber ein eigenes Bad und ein Himmelbett.

Das Hotel it voll ausgestattet, mit einer eigenen Bar, einem ausgedehnten Liegenbereich und einem Frühstücksraum im esten Stock des Hauptgebäudes mit einem Traumhaften Blick auf das Meer. Die Besitzerin hat das Hotel gerade erst übernommen und so stiefeln noch ab und an die Handwerker durch die Anlage – das tut dem Flair aber keinen Abbruch. 

 

Die ersten Tage machen wir noch gar nichts und Gabriele genießt die Zeit um ihren Husten los zu werden. Die meiste Zeit aber nehmen wir uns für uns: Kein Blog schreiben und an keine Aufgaben denken. 
Los war fast täglich etwas, ob Abendessen mit neuen Freunden, oder hier und da mal ein Tagesausflug zum Schnorcheln. Oder um sich das Riff vor der Küste anzgucken.

Blick auf die Hotelbar

Bohnen gibt eszu fast jedem Essen…

Der Fleischbasar in Stone Town

Der Gewürzbazar in Stone Town

Die Massai und kommen zum arbeiten aus Arusha nach Sansibar

Bei Ebbe zieht sich das Meer mehrere 100 Meter zurück

Frühstück im Hotel

Unser Hotelzimmer, direkt am Meer…

Der Strand ist vor dem Hotel

Mit dem fliegenden Pferd nach Sansibar

Dienstag, 30.08. 

Dar es Salaam ist keine Stadt in der man lange verweilen will. 
Das wird auch uns schnell klar. Sie gehört zu einer der Städte mit der höchsten Kriminalitätsraten in Afrika und schön ist sie auch nicht. 
Gewarnt wird vor so ziemlich allem in der Stadt, von Kleinkriminalität bis zum bewafnetem Raubüberfall am helligsten Tag und fast jeder, den wir bisher getroffen haben, der in dieser Stadt war, wurde schon Mal selbst überfallen oder kennt wen, der hier schlechte Erfahrungen gesammelt hat. 

Auch vor den Taxis warnen sie. Man soll nur die offinziellen nehmen oder sich am besten gleich ein Taxi vom Hotel aus bestellen lassen. 

Wir wollen uns also in Dar es Salaam nur auf das wesentliche beschränken. Das Visum für Malawi und den Ticketkauf für die Fähre nach Sansibar. Mitnehmen zu den Ausflügen tuen wir nichts, außer das, was wir absolut notwendig brauchen. Auch der Fotoaparat bleibt im Hotel, zu riskannt ist es uns, ihn mit zu nehmen. 

Nur zwei Bilder entstehen in der Zeit in Dar es Salaam, welche duden aus dem Hotelfenster gemacht hat. 

Sie geben ganz gut das Bild der Straßen in Dar es Salaam wieder und zeigen die Seitenstraße in der unser Hotel liegt. 

Die Staße in der auch unser Hotel liegt.

Wir wurden auch schon von anderen Reisenden vorgewarnt:

In Dar es Salaam versucht dich wirklich jeder über das Ohr zu hauen!!!

Das erleben wir auch morgens als wir versuchen ein Taxi zur Botschaft zu bekommen. Sie ist nur halb so weit entfernt wie der Busbahnhof und wenn wir uns an dem Preis orientieren, den Maria bezahlt hat, sollten wir so bei 10.000 TSh rauskommen.

Vor dem Hotel stehen gleich mehere Taxis und warten auf Kundschaft. An Taxis hat es in Dar generell keinen Mangel. 40.000 TSh will der erste, der zweite immerhin nur 35.000 TSh wir verhandeln eine ganze Weile,doch unter 25.000 TSh will er nicht gehen, er wüsste genau wo das ist und es wäre viel zu weit weg um weniger zu verlangen. 
15.000 TSh ist unser letztes Gebot, doch auch darauf geht er nicht ein. Erst als ein ander uns für 15.000 TSh hinfahren will, willigt der erste Taxifahrer doch ein. 
Wir sind froh drum, denn der andere ist kein offizielles Taxi und nach all den Warnungen wollen wir lieber kein Risiko eingehen. 

Natrlich weiß der Taxifahrer am Ende doch nicht, wo die Botschaft ist. Auf der Botschaftsseite steht auch keine Adresse, sondern nur eine Gegend, die bennant ist. Es dauert eine Weile, bis der Taxifahrer sich durchgefragt hat und wir die Botschaft gefunden haben. 

Die malawische Botschaft ist eher klein und entgegen aller Botschaften, in denen wir bisher waren, sind Sicherheitskontrollen hier nicht vorhanden.   
Der Wachmann schreibt nur kurz unsere Passnummern auf und dann dürfen wir rein. 

Wir haben Pech, der Zuständige für das Visum ist in einer Besprechung. Wann und ob er heute noch mal wieder kommt ist nicht klar. Wir beschließen dennoch zu warten, denn etwas anderes wollen wir in Dar eh nicht machen und vlt. kommt er ja noch. 

Die Wartezeit verbringen wir damit die Tansanische Zeitung zu lesen die dort rum liegt. Was wir darin lesen gefällt uns gar nicht. 

Dazu eine kleine Einleitung:
Seit Jahrzenten regiert Tansania eine kommunistische Partei. Vor einigen Jahren haben sie erstmals freie Wahlen ausgerufen. Als es dann aber so aussah, dass die Opposition gewinnen könnte, brach die Koalition die Wahlen ab. Freie Wahlen gab es seither nicht mehr. Dafür aber eine Opposition, die sich gegen die bestehende Regierung einsetzt und einen Machtwechsel erzwingen will. 

In der Zeitung steht heute eine Meldung, die uns beunruhigt:
Vor wenigen Tagen gab es in Dar es Salaam einen fingierten Banküberfall, bei dem nichts geraubt wurde, dafür aber 4 Polizisten erschoßen wurden. Die Täter kommen wohl aus den Reihen der Oppositon und diese habe nun erklärt, dass die Tat eine Kriegserklärung gegen die Polizei ist, wenn diese die Demonstrationen, welche für übermorgen in Dar es Salaam angekündigt sind stören würden. 
Die Proteste sind wohl schon länger angekündigt und um diese zu verhindern hat die Regierung wohl schon vor Tagen angefangen Oppositionsführer verhaften zu lassen. 

Grund genug für uns, das wir noch heute unser Visum unter Dach und Fach bekommen wollen um es spätestens morgen ab zu holen und Dar so schnell wie möglich zu verlassen.

Das Blatt wendet sich. Nach ca. einer Stunde fährt ein Auto vor und der für das Visum zuständige kommt an. Es tut ihm sehr leid, das wir so lange warten mussten und er bestellt uns gleich in sein Büro. Das fertige Visum können wir sogar 30 Minuten später schon mitnehmen, normalerweise sagen sie überall dauert es 1-3 Tage bis das Visum ausgestellt ist.  
Wir sind erleichtert, das wir nicht morgen noch Mal hier her müssen.

Unser nächster Stop ist der Hafen um die Tickets für die Fähre zu kaufen oder zumindest schon mal die Abfahrtszeiten zu erfragen. Das Taxi bekommen wir wieder für 15.000 TSh.

Schon vor Tagen haben wir uns im Internet schlau gemacht, welche Fähren nach Sansibar fahren, welche Empfohlen werden und von welchen abgeraten wird. Dudens recherche ergab Azam-Marine und Gabriele hat noch eine Empfehlung für die Flying Horse bekommen. Beide liegen netterweise direkt nebeneinander.  
Als wir ankommen belagern und natürlich sofort wieder zahlreiche Leute, die uns zu ihrem Fährunternehmen lotsen wollen. Wir ignorieren sie alle und gehen in das Gebäude der Azam Marine. 

Es ist eine große Halle mit zahlreichen Schaltern. Die Schalter sind beschriftet mit Resident (= Einheimische/ Ansäßige) und Non Resident (= nicht Ansäßige) . Für Einheimische kostet die Überfahrt in der günstigesten Klasse 20.000 TSh (ca. 8 Euro), für nicht Ansäßige kostet sie in der gleichen Klasse 40 USD (ca. 87.000 TSh). Zu viel für uns, weswegen wir gleich raus gehen und ein Haus weiter zur Flying Horse gehen. 

Der Flying Horse – Schalter ist wirklich nur ein Schalter. Die Bude hat vlt. gerade Mal 10 qm, die Preise stehen hier außen an. Hier wird unterschieden in Resident (=Ansäßiger) und Foreigner (=Ausländer). Ansäßige zahlen hier 18.000 TSh und Ausländer 20 USD. Ausländer dürfen hier aber nur in der VIP-Klasse reisen, eine normale Karte bekommt man hier erst gar nicht. 

Die Fähre geht morgen um 11.30 Uhr, Karten vorreservieren können wir nicht.

Ein bisschen was von Dar sehen wollen wir dennoch und Hunger auf Mittagessen haben wir so langsam auch. Dehalb nutzen wir die Zeit um ein bischen durch die Straßen zu schlendern, in die Läden zu gucken und ein Restaurant zu suchen. 

Nach ca. 20 Minuten finden wir in einer Nebenstraße ein Restaurant. Der Mann im Restaurant bietet uns sofort einen Platz an und nennt uns auf anhieb einen vernünftigen Preis. Reis mit Huhn und Gemüse für 2500 TSh inklusive Getränk. (ca. 1 Euro) 

Ein bisschen komisch ist das Restaurant schon. Im rechten Teil des Restaurants ist ein riesiger Kassenbereich mit Safe und großem Aktenschrank. Zahlreiche italienisch aussehende und sprechende Leute gehen immerwieder rein und raus aus dem Retaurant. Ständig kommen Leute, welche dem Kassierer größere oder kleinere Geldbeträge in die Hand drücken. 
Irgendwann kommt ein Polizist, der dem Lametta nach, das an seiner Uniform klebt scheinbar höhergestellt ist. Ein andere Herr, der italienisch aussieht kommt rein und fast alle im Restaurant stehen Respektvoll auf und grüßen ihn. Er geht zu Kasse, lässt sich ein dickes Bündel 100 Euroscheine geben, das er dann dem Polizisten bringt und geht wieder.
So genau beschließen wir, wollen wir gar nicht wissen, was wir da gesehen haben und da wir eh schon aufgegesen haben, halten wir es an dieser Stelle dann doch für gesünder einfach zu gehen. 

Das Taxi zum Hotel kostet uns dieses Mal nur 2000 TSh. 

Angekommen im Hotel checken wir erstmal was das Auswärtige Amt zu der Lage in Tansania schreibt:

„Für den 1. September hat ein Bündnis der Oppositionsparteien zu landesweiten Protesten aufgerufen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass dies auch Auswirkungen auf die Reiselogistik haben wird.

Reisenden wird empfohlen, Demonstrationen und Menschenansammlungen zu meiden. Es wird zu erhöhter Vorsicht und Wachsamkeit auf öffentlichen Plätzen sowie beim Besuch von touristischen Sehenswürdigkeiten und religiösen Stätten geraten. Dies gilt insbesondere an nationalen und religiösen Feiertagen sowie während und nach den Freitagsgebeten.

Die politische Lage in der autonomen Teilrepublik Sansibar ist aufgrund der Annulierung der im Oktober 2015 erfolgten Wahlen angespannt. Es wird deshalb zu erhöhter Wachsamkeit, insbesondere beim Besuch des Großraums Stone Town geraten.“

Auch nicht gerade beruhigend, zumal unser morgiges Ziel Stone Town in Sansibar ist. 

  

 

Mittwoch, 31.08. 

 

Heute geht es weiter nach Sansibar.

Sansibar ist schon seit längerem eine Halbautonome Republik in Tansania, die Früher durch die Mauren geprägt wurde und heute zu nahezu 100% muslimisch geprägt ist.

Um 11.30 Uhr  geht die Fähre. 
Gestern noch haben wir für eine vergleichbar lange Strecke nur 2000 TSh bezahlt, heute schaffen wir es nur bis auf 5000 TSh runter zu handeln. Einige Taxifahrer wollten 10.000 TSh und mehr haben. Begründen tun sie das damit, dass wir ja Gepäck hätten. 

Der Taxifahrer fährt einen großen Umweg zum Hafen und wir vermuten, dass er das nur deshalb macht, weil er uns zeigen will, wie weit der Hafen weg sei. 
Als wir mit dem Taxi am Hafen ankommen, wird schon das Taxi von zahlreichen Leuten belagert, die uns zu ihrer Fähre lotsen wollen. Ein Mann hält unserem Taxifahrer sogar ein Ausweis unter die Nase und gebietet ihm weiter zu fahren. Unser Taxifahrer hält auch nicht an unserem Fährstand, sondern fährt einfach weiter, schließlich müsen wir schon fast rabiat werden, damit er uns raus lässt. 

Noch mehr Leute als gestern belagern uns als wir austeigen und wir haben Probelme bis zum Schalter zu kommen. 

Die Tickets sind im Preis nicht verhandelbar, als Ausländer ist es uns bei der Linie nur erlaubt in der VIP-Klasse zu reisen, dennoch ist diese hier billiger als die Holzklasse bei der AZAM-Marine. Dafür dauert die Überfahrt statt 1,5 Stunden halt 4 Stunden. 

Der Anleger ist direkt hinter dem Verkaufsschlater. Das Gedränge an der Sicherhietskontrolle ist riesig und jeder versucht irgendwie den anderen wegzuschieben um nach vorne zu kommen. 

Die Sicherheitskontrolle ist sehr genau, nichts darf piepen, wenn man durch den Metalldetektor geht. Zum Glück sind sie bei uns gerade von anderen Leuten abgelenkt, weswegen wir quasi einfach durchgehen können, obwohl es tutet, nur das Gepäck müssen wir röntgen lassen. 

Zahlreiche Fähren liegen am Bootsanlieger an, alles Katamarane. Unsere Fähre ist die letzte und wie zu erwarten, das älteste des Schiffe die hier anliegen. Wir werden gleich drauf gelassen und in das erste Deck durchgeschläusst. 

Die Fähren im Hafen von Da es Salaam

Die VIP-Klasse besteht aus ungefähr 20 alten Sesseln und Sitzgarnituren, die so aussehen, als hätte sie irgendwer mal vor dem Sperrmüll gerettet. Außer uns sind noch 4 andere Fahrgäste in dem Abteil. Auf dem ganzen Boot sind wir die einizigen nicht Ansäßigen. Das wir für sie Ausländer sind merken wir auch bei der Preisgestalltung als der Mann mit den Cashewnüssen rum kommt. Für die Packung für die der Andere im Abteil eben noch 1000 TSh bezahlt hat, will der Händler von uns 8000 TSh haben. Als wir ablehnen, lächelt er uns noch an und sagt:

„For you special price! Only 6500, because you are good friends“

Auch als wir mal rausgehen um uns das Boot anzugucken, bekommen wir recht schnell durch die Reaktionen der anderen deutlich gemacht, dass wir bitte in unserer VIP-Klasse bleiben sollen und auf dem Deck nichts zu suchen haben.

Fotos kann man von unserer VIP-Klasse aus leider nicht machen, dafür sind die Fenster zu dreckig. Sehr wohl sieht man aber das Boot durch die Fenster schwanken und das fühlen wir auch im Magen. Mehrere Meter geht es im Seegang rauf und runter. 

Auf der Fähre recherchieren wir noch ein bisschen über die politische Lage in Tansania. 
Sie ist nicht gerade beruhigend. 
Gestern kam es in Aruscha zu Demonstraionen der Opposition und die Polizei hat das Feuer auf die Demonstranten eröffnet. Verletze gab es einige, zum Glück nur wenige Tote. 

Der Hafen von Sansibar

Die Ankunft in Sansibar ist, als würde man an einem Flughafen in einem neuen Land landen. Nachdem wir von der Fähre runter sind müssen wir am Schaler unseren Pass vorzeigen und bekommen erstmal einen Stempel auf das Visum „Immigration Zanzibar Seaport“ steht auf ihm geschrieben. Dannach geht es erstmal durch den Zoll. Tasche auf, Beamten reingucken lassen, dann wird die Tasche mit Kreide markiert und man kann einreisen. 

Das Gedränge am Zollschalter ist enorm, denn jeder will schnell durch, die Beamten sind deshalb sehr mürrisch. Wir suchen uns die aus, die am freundlichsten gucken und haben Glück, dass wir nicht alles ausräumen müssen.

Als wir aus dem Hafen rauskommen kommt gleich der Erste auf uns zu. Er kenne ein gutes Hotel und will uns dahin führen. Wir lehnen dankend ab, doch so leicht werden wir ihn nicht los. Er folgt uns einige Meter und auch der Versuch, erstmal in ein Restaurant zu gehen schüttelt ihn nicht ab. Er folgt uns noch um ein paar Straßenecken und erst als uns eine Horde Kinder belagert gibt er sich geschlagen.

Stone Town ist eine schöne Stadt mit unendlich vielen kleinen Gassen. Wo man auch hinguckt sieht man die orientalischen Einflüsse. Die meisten Häuser sind mit viele Liebe zum Detail gestalltet. Fast jedes Haus hat eine Kunstvoll beschnitzte Tür und überall sitzen die Leute in den straßen und haben einen kleine Läden in denen sie diverses für Einheimische oder Touristen verkaufen.

Da es erst Nachmittag ist genießen wir die Zeit um auf dem Weg zu unserem Hotel durch die Straßen von Sansibar zu schlendern. 

Das Hotel haben wir uns auf Maps.me rausgesucht, da es direkt neben der Botschaft von Mosambik liegt, in die wir auch morgen noch mal wollen um für dort ein Visum zu beantragen.  

Finden tun wir das Hotel aber nicht und so fragen wir schließlich ein paar ältere Läute, die neben der mosambikanischen Botschaft auf einer Bank sitzen. Leider bekommt unsere Frage auch ein jüngere Mann mit, der sich promp in das Gespräch einklingt.

„Yes I know hotel. Not good. I show you better place.“ sagt er sofort. 

Er trägt ein abgewetztes gelbes T-shirt und seinen glasigen roten Augen nach zu urteilen, hat er entweder gerde etwas genommen oder ist auf der Suche nach Geld um sich was zum nehmen oder Trinken leisten zu können. 

Wir lehnen dankend ab, doch er will nicht locker lassen. Mehrfach besteht er drauf und mehrfach lehnen wir ab. Wir versuchen selbst das Hotel zu finden und so vor ihm weg zu laufen, doch er folgt uns weiter hin und versucht auf uns einzureden:

„It is not because of the money, you can give me smal tip, but it is not becuase of money, I show you good hotel.“ 

Unser Hotel gibt es scheinbar nicht mehr, das Haus in dem es sein müsste steht leer. Das realisiert natürlich auch der Mann der uns nun schon die ganze Zeit folgt und prompt redet er weiter auf uns ein, dass er uns ein Hotel zeige. Schließlich kommt er auf duden zu, nimmt ihn am Arm und will ihn weiter ziehen, doch der reisst sich los und sagt ihm nochmal deutlich, dass er uns in Ruhe lassen soll und wir keine Hilfe von ihm wollen. 
Als er dann auf Gabriele zu geht um die am Arm zu packen, wird duden das erste Mal während unserer Reise ausfällig, zerrt ihn erst am Kragen zur Seite, nimmt ihn Fest am Arm drück ihn Richtung Hauswand, dass er ein bisschen in die Knie gehen muss und sagt ihm nochmal mehr als deutlich, dass das die letzte Warnung ist, er uns nicht mehr zu nahe kommen soll und wenn er uns noch weiter auf die Nerven gehe sich duden vergesse und richtig Handgreiflich würde. 

Das scheint zumindest für das erste gesessen zu haben. Er bleibt stehen, während wir wieder Richtung Altstadt laufen. Genug hat er aber wohl immer noch nicht und so folgt er uns weiterhin, traut sich aber nicht mehr näher als 5- 10 Meter an uns ran. 

Wir beschließen, dass wir jetzt doch lieber schnell ein Hotel finden wollen und nach zwei Anläufen werden wir schließlich in der Altstadt fündig. In der Munche Lodge sind im Dorm noch ein paar Betten frei. 

Als wir rein gehen, folgt uns unser Spezi im gelben Shirt immernoch und auch als wir eine Stunde später wieder rausgucken um einen Platz zum Abendessen zu finden ist er noch da. Als er schließlich anfängt an die gegenüberliegende Hauswand zu pinkeln nutzen wir die Gelegenheit um uns hinter ihm weg zu scleichen. Mit Erfolg – er sieht uns zwar, kann sein Tun aber allem Anschein nach nicht unterbrechen. Wir biegen schnell um zwei Ecken und sehen ihn schließlich den ganzen Abend nicht mehr wieder. 

Zum Essen gehen wir nicht weit. Der Mann im Hotel hat uns eine lokales Buffet empfohlen, bei dem wir für 6000 TSh pro Person was zu Essen bekommen.

Gegen 19.00 Uhr sind wir wieder im Hotel und machen es uns noch Mal, jeder für sich, gemütlich um vom Tag abzuschalten. 

Wir sind nicht die einzigen Deutschen im Hotel. Duden unterhält sich mit einem Päarchen, von dem sich rausstellt, dass sie nicht alleine Reisen, sondern mit dem Vater und dem Bruder von ihm. 
Der Vater ist wohl hier in Tansania einige zeitlang als Sohn eines Missionars aufwegachen. Er ist mit seinen Kindern hier um denen nach über 20 Jahren Mal das Land zu zeigen, in dem er aufgewachsen ist. 

Bald darauf kommt er auch, er war noch ein bisschen in Stone Town unterwegs. 

„Nachts scheint Stone Town erst so richtig aufzublühen“ 

Sind welche seiner ersten Worte als er in unsere Richtung kommt. Wir unterhalten uns kurz und er lädt uns ein, das wir gerne mitkommen können, er will nochmal raus und sich Stone Town bei Nacht angucken, nicht zu lange nur noch mal für ein bis zwei Stunden. 

Stone Town bei Nacht hat tatsächlich ein ganz anderes Leben als bei Tag. immerwieder haben Leute die Türen im Erdgeschoß aufgerissen und es haben Läden offen, die man am Tag nicht gesehen hat. Ein Platz ist in den Farben der Opposition geschmückt und unter den Fahnengirlanden haben sich mehrere Menschen versammelt um gemeinsam Fehrnsehn zu gucken. 

Fernsehplatz in den Farben der Opposition

Da wo wir vor zwei Stunden noch essen waren, haben jetzt mehrer Straßenstände aufgemacht, die zu günstigen Preisen unglaublich leckeres Essen verkaufen, wie gegrillten Tintenfisch oder Chips Mei-Ei.

 

Zahlreiche Fressstände werden am Abend aufgebaut

 

   

Donnerstag, 01.09.

  

Es gibt Neuigkeiten von den Demonstraionen:

http://www.dw.com/de/der-bulldozer-sorgt-f%C3%BCr-spannungen-in-tansania/a-19516923

  

Heute morgen gehen wir das zweite Visa an, welches wir noch in Tansania beantragen müssen.
Die Botschaft liegt keine 5 Minuten zu Fuß von unserem Hotel entfernt. 

Soviele Bedingungen um einzureisen, wie Mosambik , stellt sonst kein anderes Land auf unserer Route in Afrika. Für alle Fälle haben wir uns schon vorher eine Geschicht zurecht gelegt, die wir im notwendigen Fall erzählen können. Bedingungen für die Einreise sind unteranderem:
– Man muss eine Einladung haben, sowie eine Buchungbestätigung vom Hotel
– Man muss ein Ausreiseticket haben
Und wenn wir den Text des deutschen auswärtigen Amt richtig verstanden haben, so sind wir eigentlich gar nicht berechtigt in einem anderen Land ein Antrag für ein Einreisevisum zu stellen, da wir in Deutschland eine mosambikanische Botschaft haben und Deutsche nur dort den Antrag stellen dürfen. 

Dennoch wollen wir es versuchen. 

Der Empfang in der Botschft ist eher verhalten. So begeistert scheinen sie nicht zu sein, dass sie Besuch bekommen. Wir werden kurz in das Büro der Frau gebeten die für die Visa zuständig ist und bekommen zwei Zettel in die Hand gedrückt, die wir ausfüllen sollen.

Nachdem wir die Zettel abgegeben haben, werden wir nochmal in das Büro gebeten. Wir müssen unseren Antrag mündlich begründen. Bisher sind sie nicht damit einverstanden, da wir weder eine Einladung haben, noch eine Hotelreservierung. 

Also ist es Zeit unser Schauspieltalent unter Beweis zu stellen und erzählen ihr folgende Storry:

Wir sind ein Junges Paar, verlobt und bevor duden Gabriele Heiraten kann muss er erst noch Gabrieles Familie in Namibia kennenlernen. Die Familie will aber auch, dass er vorher noch den afrikanischen Kontinent kennen lernt. Deshalb reisen wir durch Afrika. In Mosambik wollen wir einen Freund aus Deutschland treffen, der da wiederum Freunde hat, die schon gesagt haben, das sie sich freuen würden, wenn wir sie besuchen. Die wollten uns auch ein Hotel empfehlen und auf die Empfehlung warten wir noch – wie das halt so in Afrika ist. 

Sie ist begeistert davon, dass duden erst noch Gabrieles Familie kennenlernen muss und für die Heirat eine Bedingung zu erfüllen hat. 

Wir sind stolz auf unser Schauspieltalent. 

Ein kleines Geschenk haben wir der Beamten auch noch mitgebracht. Eine kleine Kallebasse, die wir in Ruanda gekauft und mit Gummibärchen gefüllt haben. 

Von da an ist sie wie ausgewechselt. Sie strahlt uns an und aus ihren Augen leuchtet förmlich die Sympathie. Kurz verschwindet sie noch nach Oben um alles mit dem Botschafter zu besprechen.
Nach 5 Minuten kommt sie wieder runter. 

Duden soll noch schnell auf der Bank die Gebühren für das Visa zahlen, wir sollen ihr via E-Mail die Hoteladresse in den nächsten Tagen zuschicken und dann steht dem Visum nichts mehr im Wege. 

Wir sind begeistert und stolz drauf, dass wir die Hürde zu dem vorrausichtlich schwerstem Visum auf unserer Reise durch Afrika geschafft haben.   

Als wir die Botschat verlassen wollen stürzen auch mehrere andere Beamte aus der Botschaft. 

Heute ist Sonnenfinetnis in Sansibar und die wollen sie nicht verpassen. Jetzt hat sie ihren Höhepunkt.

Die Sonnenfinsternis auf ihrem Höhepunkt

Von der Botschaft gehen wir direkt zur Dalla-Dalla Station. Dala-Dala, so heißen hier die Kleinbusse. In jedem Land haben sie einen anderen Namen, aber scheinbar besteht der Name immer aus zwei Wörtern mit Bindestrich dazwischen: in Ghana waren es zum Beispiel die Tro-Tros.

Unser Ziel für die nächsten Tage heißt Jambiani. 

Ein Dala-Dala fährt leider nicht durch. in Paje müssen wir umsteigen, oder zu der Station am Stadtende fahren.  
Unterwegs spricht uns schon der erste Dalla-Dalla-Fahrer an, er fährt bis Paje. Ganz billig kann er uns mitnehmen, für nur 10.000 TSh. Den Normalpreis haben wir schon raugefunden, der ist bei 2.000 TSh. Wir lehnen deshlab dankend ab. Als er aber von sich aus auf 3.000 runter geht willigen wir doch ein. 

5 Leute sind wir als er losfährt. Erst mal in die Stadt.

„We need to pic up“ sagt er und fährt vor eine Schreinerei.
„Only smal thing“ sagt er und zeigt mit seiner Hand 30 cm höhe.

Nach nur drei Minuten kommen mehrere Leute. Erst mit einem großen Spiegel und dann mit dem Rest der Schminkkomode. Das sind also „smal things“ hier in Sansibar. 

Das Dalla-Dalla füllt sich schnell. Vier Sitze hat es jeweils nebeneinander, auf die aber wie auch schon in Ghana fünf Leute gequetscht werden. Zwischenzeitlich wird das Dalla-Dalla so voll, dass sich Leute aus der Tür raus hängen müssen um noch mitfahren zu können. Drinne stehen mittlerweile die Fahrgäte im vorderen Bereich, auf einem Quadratmeter sind bestimmt 10 Leute untergebracht.

In Paje lässt er uns raus und gleich kommt ein Taxifahrer auf uns zu, der fragt wo wir hinwollen.
Bei einem Blick auf die Karte sehen wir, dass es ca. 6 km bis zu unserem Hotel in Jamibiani sind. Ca 3.000 TSh dürfte das also kosten rechnen wir uns aus.
Der Taxifahrer will 10.000 TSh. Zu viel bechließen wir und schlagen ihm 3.000 TSh vor. Schnell geht er auf 5000 TSh runter. Mehrfach sagen wir ihm, das es bis zu dem Hotel nur 3 km sind und 5.000 TSh definitiv zu viel. Da laufen wir lieber, so weit ist es ja nicht, sagen wir und laufen los. Nur so weit, das er uns gerade noch sehen kann. 5 Minuten später fährt er vor 4.000 TSh schlägt er vor. 

Dafür fährt er im Schneckentempo, nicht mehr als 20 km/h und vor dem Ortseingang von Jambiani will er nicht weiter fahren. Angeblich sind ihm die Straßen zu schlecht. 

Da sind wir also. In Jambiani und hier werden wir auch die nächsten 10 Tage bleiben und Pause machen. (Auch vom Blog schreiben 😉 ) 
Nach kurzer Suche finden wir auch unser Hotel.

Es liegt direkt am Strand. Schneeweißer Sand, Azurblaues Wasser, fast schon paradisisch. 
Wir freuen uns auf die nächsten 10 Tage!

Unsere Rucksäcke hängen wir für die nächsten 10 Tage ersmal in den Schrank

Romantik pur – traditionelle Fischerboote treiben im azurblauen Wasser

36 Stunden …

Auf nach Tansania!

Samstag, 28.08.

2.30 Uhr mitten in der Nacht kommt unser bestelltes Taxi. Abwechselnd haben wir uns immermal für eine halbe Stunde auf eine der Poolmatten vor der Verranda gelegt, da wir nicht noch eine ganze Nacht im Hostel zahlen wollten.

Der Besitzer hat sich extra noch für uns am Telefon verausgabt um für die Zeit ein günstiges Taxi zu finden. Noch lange redet er mit Gabriele, von der er scheinbar sehr angetan ist.  

Das Taxi kommt tatsächlich pünktlich. 

Die Straßen sind gähnend leer und innerhalb von 10 Minuten sind wir am Busbahnhof. Wir sind die ersten hier, außer uns ist nur noch der Büroleiter da, der auch gerade erst dabei ist die Tür aufzuschließen. Außer uns dreien sind nur noch ein paar Obdachlose da, die vor der Türe geschlafen haben und jetzt vom Büroleiter geweckt werden

Insgesammt sind wir nur 10 Minuten vor der vereinbarten Zeit da. Um 3.00 Uhr sollen wir da sein und um 3.20 soll dann der Bus fahren. Wir lange die Fahrt dauert konnte uns bisher keiner so genau sagen. Die Gerüchte variieren so zwischen 24 und 48 Stunden Fahrzeit. 

Insgesammt sind wir 6 Leute die zur Abfahrtszeit auf den Bus warten. Darunter Maria, welche gerade zu Besuch aus den USA ist, in Ruanda ihren Freund besucht hat und jetzt zu ihrer Familie nach Dar es Salaam fährt, sowie ein junger Mann mitte zwanzig aus Israel, der bis eben noch auf einer Party war und in Tansania nach Aruscha will. Er kommt als letzter um 3.15 Uhr, geht nur kurz in den Shop und verschwindet dann „schnell noch Mal“ zum Einkaufen.

Gegen 3.20 sehen wir immernoch keinen Reisebus und wir sind echt gespannt wie der Bus wohl sein mag, nach dem wir soviel über die besonders komfortablen Reisebusse in Afrika gehört haben: Nur zwei Sitze in einer Reihe, Rückenlehnen, die man auf eine wagerechte Liegeposition umlegen kann. Das sind nur ein paar der Features die man immerwieder über die Überlandreisebusse in Afrika hört. Sie sollen wesentlich komfortabler sein als in Deutschland. 

Mit ein paar Minuten Verspätung fährt ein weißer Kleinbus vor, so wie sie hier überall rumfahren. Nicht das, was wir erwartet haben und auch nicht die Art Bus auf die wir annähernd Lust hätten mit ihr die ganze Strecke zu reisen. Dennoch signalisiert uns der Mann vom Busunternehmen, dass wir einsteigen sollen. 
Wir lachen und sind uns zunächst sicher, dass er einen Scherz macht, doch dann sagt er etwas zu den anderen auf Kynaruanda und alle steigen – wenn auch etwas irritiert – in den Kleinbus. 

„This Bus bring you to big Bus“ sagt er uns in seinem Bröckchenenglisch 

Also steigen wir ein. Auch den Rucksack vom Israeli tragen sie schon Mal in den Bus, er selbst fehlt noch. Wir sitzen schon 10 Minuten im Kleinbus, als er endlich aufaucht und von einigen mit einem strafenden Blick betrachtet wird. Sobald er drinne ist fährt der Bus los. Der Israeli ist scheinbar genauso irritiert, dass es nicht die Art Bus ist, die wir auch erwartet hatten. 

Wir Rätseln wie lange wir jetzt wohl mit dem Bus zu dem anderen Bus fahren werden. 
Der Bus fährt los und hält noch zwei Mal in Kigali um Leute an anderen Sammelpunkten einzusammeln. 
Dann fährt er aus der Stadt in Richtung Süd-Osten raus.
So langsam fragen wir uns, ob der besagte Bus überaupt in Ruanda steht, oder ob er uns nicht eher zur Grenze fährt, damit wir dann da umsteigen. Gabriele macht es sich schon mal hinten auf ihrer Bank bequem und versucht zu schlafen. Duden bleibt für alle Fälle noch wach. 

Die Fahrt führt weiter raus und wie bei einem ganz normalen Kleinbus steigen ständig Leute zu und aus. Manchmal wartet der Fahrer kurz, bis jemand um eine Ecke gehechtet kommt um in den Bus einzusteigen. 
Die freien Straßen schient er zu genießen, zumindest macht er sich nichts aus Geschwindigkeitsbeschränkungen und Rast mit allem was der Motor hergibt über die Straßen. Zum Glück sind Kurven vergleichsweise selten. 

Als es hell wird werden auch die Straßen voller. Einmal sind hunderte von Jogger auf der Straße und unser Busfahrer muss eine halbe Vollbremsung hinlegen um nicht in die Masse zu rasen. 

Wir sollten mit unserer Befürchtung recht behalten. Gegen 6.00 Uhr hält der Bus und wir sollen alle aussteigen.

„This is the Border“ Sagt der fahrer „You go out here!“

Wir sind sichtlich irritiert.

Mehrere Boda-Boda-Fahrer stehe schon parat als wir aussteigen, die uns alle ihre zweiten Helme entgegen strecken.
Von einer Grenze allerdings sieht man nix und wir fragen uns wie weit sie wohl noch weg ist.
 
Maria erkennt netterweise unsere Situation und fragt uns, ob sie uns begleiten soll? Ein Angebot, das wir natürlich gerne annehmen. 
Auch der Israeli ist irritiert. Maria fragt, ob er zu uns gehört.
Wir verneinen das, beschließen aber, das wir uns trotzdem mit ihm solidarsieren sollten, damit er nicht so alleine rumsteht. 
Gemeinsam laufen wir erstmal ein paar Meter, zu dem Forexbüro, was wir ein paar Häuser weiter sehen. Der Kurs zu Tansanischen Schiling ist nicht sehr gut, aber nochmal so eine Sitution wie in Ghana wollen wir nicht haben und deshalb tauschen wir zumindest einen kleinen Betrag. 

Maria, diskutiert derweilen mit den anderen Leuten und findet raus, das wir über die Grenze alleine kommen müssen und dann hinter der Grenze umsteigen müssen in den anderen Bus. 

Also ein letztes Mal auf ein ruandsiches Boda-Boda – mit allem Gepäck. 

Die Straße ist leer. Sie führt über den Grenzfluß und kaum sind wir drüber, wechseln die Boda-Boda-Fahrer die Straßenseite. Ab jetzt sind wir bereits in Tansania, hier fährt man links und es ist durch die Zeitverschiebung eine Stunde später. 

Die Grenzstation teilen sich die beiden Länder. Es ist ein modernes, weiß angestrichenes Betongebäude.

Wir sollen links die Treppe hoch und dem Weg folgen signalisieren uns die Bodafahrer. 
Mehrere Türen gehen von dem Weg ins Gebäude ab. Die ersten Beiden sind die Toiletten, die dritte steht offen und als wir an ihr vorbeilaufen,
 macht der Mann der drinne sitzt auf sich aufmerksam, dass wir reinkommen sollen.   

Er nimmt uns die Pässe ab und trägt die Passnummern mit Hand in ein dickes Buch ein. Dann bedeutet er uns, dass wir den Weg weiterlaufen sollen und als nächstes in die letzte Türe am Weg gehen sollen.

Wir kommen in eine Große Schalterhallte, wobei von den zahlreichen Schaltern, die hier sind nur zwei geöffnet haben. An einem steht eine lange Schlange und wir bekommen erklärt, dass es hier nur ein Grenzstation gibt für Tansania und Ruanda, an dem Schalter machen wir zugleich Ein – und Ausreise. 

Die Schlange geht schnell vorran und nach nur 10 Minuten haben wir den Stempel im Pass. Allerdings doch nur den Ausreisestempel von Ruanda. Für den Einreiestempel von Tansania müsen wir doch noch Mal an den Nebenschalter, aber da steht zum Glück niemand an.

Als wir fertig sind und unsere Stempel alle haben taucht auch der Israeli auf. Warum er so viel länger gebraucht hat bis hierher ist uns nicht klar. Mittlerweile ist die Schlange länger geworden und er stellt sich an. 

Es stellt sich raus, dass er noch kein Visum hat und dieses erst jetzt beantragen muss. Es kann also dauern, bis er durch die Bürokratie durch ist. Da mittlerweile fast eine Stunde rum ist, seit uns der Bus rausgelassen hat, beschließen wir, als Maria nach uns alle Stempel hat, doch nicht mehr auf ihn zu warten, da wir sorge haben sonst den Anschluß zu verpassen. 

Vor der Tür steht einer im roten Pull, der wohl zu unserer Buslinie gehört, schon seit ein paar Minuten wartet er ungeduldig auf uns und fragt regelmäßig wo wir bleiben. 
Er kontrolliert noch Mal kurz unsere Bustickets und führt uns aus der Grenzstation raus in das Dorf hinter der Grenze. Englisch spricht er nicht, sondern nur Kisuaheli, weswegen Maria für uns dolmetscht. Als wir auf der anderen Seite angekommen sind, steht hier kein Bus. 

„He told me, we left the bus. The next bus will come at nine oˋclock, we have to wait.“ übersetzt uns Maria.

Ändern können wir es nicht und so versuchen wir die Zeit zu nutzen um ein kleines Frühstück zu uns zu nehmen. Eine Stunde haben wir bis um 9.00 Uhr. 
Während duden mit Maria Smaltalk betreibt , versucht Gabriele an der Grenzstation neue Simkarten zu kaufen.

Beim Simkartenkaufen, merkt sie schon, das Tansania eine andere Mentlität hat. Überall stehen Tische mit Simkartenverkäufern. Die Simkarten liegen in Tütchen auf den Tischen und wehen regelmäßig runter. Das Kaufen ist mit viel Geduld verbunden. Immerwieder kommen den Verkäufern andere Sachen dazwischen. Erst will er 5000 TSh für die Simmkarte (ca. 2€) was Gabriele als zu viel vorkommt. Von wem anderen erfährt sie dann das sie wohl nur 3000 TSh kosten würden. Was immernoch fast doppelt so viel wie in Ruanda wäre. (Später finden wir dann raus, das sie normalerweise 2000 TSh kosten)

Die Simkartenhändler im Grenzort

Von Maria erfährt duden derweilen mehr über ihre Lebensumstände. 1994 in der Zeit des Genozids ist ihre Familie aus Ruanda weg und sie in die USA. Auch ihr Freund hat den Genozid voll miterlebt und ist heute der einzige überlebende aus seiner Familie. 
Jetzte fährt sie nach Dar (wie hier Dar es Salaam einfach nur abgekürzt wird) um dort ihre Oma zu besuchen. 

Ziwschendurch taucht auch der Israeli wieder auf. Er ist völlig aufgelöst, da er kein Busticket vorweisen kann. Er kann sich auch nicht dran errinnern, dass er eines bekommen hätte, ist sich aber auch nicht sicher, so erzählt er, da er beim Einsteigen in den Bus nach der Party völlig betrunken war. 
Wir erklären ihm kurz, wie das Ticket ausieht und und an welcher Stelle beim Zahlen er es eigentlich hätte bekommen müssen. Er durchwühlt alle Sachen, aber findet nichts. 
Auch ein Anruf bei dem Busunternehmen bringt nicht mehr klärung, auf der Liste hat er sich wohl auch nicht eingetragen, es gibt keinen Nachweiß, das er für die Fahrt bezahlt hat und so sicher ist er sich da auch selbst nicht, er war ja betrunken. 

Erst gegen 11.00 Uhr kommt der Mann mit dem roten Pulli wieder. Der Bus ist endlich da. 

Unser Bus zur Weiterreise…

Es ist wieder ein Kleinbus und dieses Mal ist er brechend voll. Wir sitzen in zweiter Reihe und kuscheln mit unseren Rucksäcken und der Gitarre. Maria schläft sofort ein, als sie im Bus sitz.
Die Sache mit dem Ticket vom Israeli hat sich immenoch nicht geklärt, weshalb er nun nochmal zahlen muss.  

Die Straßen auf dem Stück hier sind die schlechtesten, die wir auf unserer Reise bisher hatten. Eine dünne Asphaltschicht bedeckt die Straße, welche aber auch schon ewig alt ist. Immer wieder ist der Asphalt aufgeschlagen und in der Straße sind so zentimetertiefe Schlaglöcher entstanden. 20 –  30 cm schätzen wir sind einige tief. Dazu kommt, das zentimeterdick der Staub auf der Straße liegt, der sich trotz geschlossener Fenster sogar über alles im Minibus legt.

Die Fahrzeuge auf der Straße, Busse, PKWs und LKWs fahren Slalom um die Schlaglöcher herrum. Teileise fahren sie neben der Straße, da es sich dort besser fährt als auf der Straße selbst. 

Die Straßenverhältnisse auf den ersten 300 km nach der Grenze

Die Lanschaft ist überwiegend trocken. Immerwieder sieht man rechts und links die Spuren der Buschbrände, Wenn der Boden schwarz verbrannt ist und die Bäume untenrum etwas verkohlt.

Die Häuser hier sind eher einfach man sieht wieder sehr viele traditionelle Lehmhäuser, sogar vereinzelte runde Strohhäuser. Oft sieht man aber auch Häuser, welche aus einfachen Holzgerüsten gebaut sind, mit alten Planen oder Plastiktüten überdacht. Steinhäuser, wie sie in Ruanda nur noch zu finden sind, sieht man hier nur selten.   

Ackerbau sieht man so gut wie gar nicht, stattdessen sieht man immerwieder endlose trockene Steppen, auf denen man noch die Begrenzungen von Äckern sehen kann. Für den Anbau ist es hier gerade zu trocken. 

Tansania, so haben wir gelesen ist bereits von dem El-Nino-Phänomen in diesem Jahr betroffen. besonders im Süden. Diese Trockeheit wird wohl ab sofort unser ständiger begleiter, denn ab jetzt reisen wir immer weiter in die von der extremen Dürre in diesem Jahr betoffenen Länder. 

Lehmhäuser und notdürftige Unterkünfte prägen das Bild der Dörfer

Auch traditionelle Strohhäuser sieht man gelegentlich

Die Fahrt im Bus dauert. Immerwieder lässt auch dieser Bus Läute rein und raus. In der Stadt Kahama am Busbahnhof kommen wir schließlich gegen 18.00 Uhr an. Hier endet der Bus. Einen Bus der von hier aus weiter fährt sehen wir immernoch nicht. 

Orten konnten wir uns während der Fahrt immernoch nicht, irgend etwas funktioniert mit den neugekauften Simkarten noch nicht. 

Der Israeli hat seine schlechten Nachrichten bereits im Bus erfahren. Da wir den ersten Bus an der Grenze verpasst haben, bekommt er seinen Anschluß nach Aruscha nicht mehr. Erst am nächsten Tag fährt ein Bus und er soll sich für die Zeit dazwischen ein Hotel nehmen. 

Maria versucht das für uns zu klären.
Wir haben Glück. In einer Stunde sagt sie uns fährt unser Anschluß. Zeit genug nach etwas zum Abendessen zu suchen und uns noch Mal um die Simkarten zu kümmern. 

Zu Abend essen wir in einer Straßenküche. Es gibt Ziegenspieß mit Pommes. Endlich gibt es wieder Straßenküchen, etwas, was man in Ruanda gar nicht gefunden hat, wir genießen sie auch deshalb um so mehr. Dank Maria, die Kisuaheli kann und von vielen hier als Einheimisch gehalten wird, bekommen wir auch vernünftige Preise genannt. 

Duden geht schon Mal zurück zum Laden des Busunternehmens, währed Gabriel noch versucht die Sache mit der Simkarte zu klären.

Er kommt kaum an an dem Busunternehmen, da kommt ihm die Mitarbeiterin entgegen und sagt. 

„Take! Folow me!“ dabei zeigt sie auf die Rucksäcke.

Mehr englisch kann sie nicht. 

Ein anderer Gast dort versucht zu vermitteln. Der Bus sei wohl da und wir müssen zu diesem jetzt hinlaufen. 
Nicht aber ohne Gabriel erklärt duden, von der ist aber keine Spur, genausowenig wie von einem Reisebus auf dem Busbahnhof.  

Gabriele hat derweilen einen Simkartenstand gefunden. Der Verkäufer hat aber keine Idee was mit der Karte los sein könnte. Er telefoniert noch ein bisschen rum, aber ohne Erfolg. Ein Passant, der daher kommt hat dafür wohl mehr Ahnung.
Das Handy wurde nicht registriert. Die Simkarte ist nicht aktiv. Dafür müsse erst noch der Pass fotographiert, ein Foto von der Person gemacht werden und das ganze an den Anbieter übertragen werden. Er kann das machen, doch vorher kassiert noch der Simkartenhändler für das nicht weiterhelfen können 2000 TSh.

Kein Problem mit dem anmelden erklärt ihr der nette Passant und richtet ihr alles ein. Im Gegenzug fragt er nur, ob er sich ihre Nummer speichern darf, damit er sie mal anrufen kann – was soll´s im nächsten Land haben wir eh wieder eine neue Telfonnummer. 

Schließlich kommt jemand auf Gabriele zu gelaufen.

„Come, come! Bus!“

Als sich Gabriele und duden wiedertreffen ist es etwa 19.30 Uhr und dunkel. Maria fehlte noch, kommt aber jetzt auch direkt dazu. 

Wieder ist es Maria, die mit dem Busunternehmen spricht.
Wir sollen ein Taxi nehmen, dass uns zum Bus bringt, ist nun die Ansage. Der Bus führe gleich, einen haben wir schon wieder verpasst und wir müssten uns beeilen um den jetzt noch zu bekommen, der nächste fährt sonst erst morgen. 

Ein bisschen kommisch kommt es uns vor, das der Bus nicht hier fahren soll, aber was bleibt uns anderes übrig. 
Das Taxi steht schon auf dem Busparkplatz es ist von dem Busunternehmen und wir müssen es zum Glück nicht noch extra zahlen. Zu fünft mit noch zwei Fahrgästen, der Frau vom Busunternehmen und Teilen von unserem Gepäck quetschen wir uns auf die Rückbank. 

Die Fahrt dauert ca. 5 Minuten und endet mitten an einer dunklen Hauptstraße. Außer uns stehen hier noch 5 andere Leute. 
Es ist ein merkwürdiges Gefühl so auf einer dunklen Straße mit 7 wildfremden Leute zu stehen und nicht genau zu wissen, was passiert.

Wir stehen keine 5 Minuten, als ein alter, klappriger Reisebus vorfährt. Vermutlich ist er älter als Gabriele und duden zusammen, an zahlreichen stellen ist er notdürftig geflickt und wir sind dieses Mal froh das es dunkel ist und wir den Bus und seinen Zustand nicht zu genau erkennen können. 

In der letzten Reihe sind noch 4 Plätze frei, sonst ist der Bus schon voll. Warum ausgerechnet die letzte Reihe leer ist merken wir auch bald, Die Sitzpolster sind nicht fest, sondern liegen nur auf dem Metallgestell. im Gegensatz zu allen anderen Sitzen lassen sich die Stizlehnen hier auch nicht umlegen. Bequem ist etwas anderes. 

Nicht alle die zusteigen finden einen Sitzplatz. Einige bekommen einen Plastikhocker in den Gang gestellt und dürfen dort sitzen. Eine Toilette gibt es nicht im Bus. 

Maria scheint geahnt zu haben, was uns erwartet. Sie hat eine Flasche Whisky geholt, damit wir die Busfahrt besser ertragen können. Nur eine kleine, damit wir nicht zu schnell auf das Klo müssen, aber trotzdem gut dannach schlafen. 

Als wir mit dem Bus aus der Stadt rausfahren wir uns erst so richtig bewusst, was uns heute Nacht erwarten wird. Der Busfahrer scheint es eilig zu haben, zumindest fährt er dauerhaft mit 80 – 100 km/h durch alle Ortschaften, durch jedes Schlagloch und was noch viel schlimmer ist, über alle Geschwindigkeitshubbel auf der Straße.
Bei jedem Geschwindigkeitshubbel hebt der Bus kurz ab und wir fliegen jedes Mal ca. 30 cm hoch aus unseren Sitzen. Dannach müssen wir uns jedes Mal erstmal wieder sammeln und unsere Sitzpolster auf den Sitzen wieder zu recht rücken.
Geschwinndisgkeitnubbel bigt es in Tansania leider wieder sehr häufig – gefühlt alle 3 Minuten.
Jeder von uns hat noch dazu mit seinem eigenen Problemen am Sitzplatz zu kämpfen:
Maria sitzt in der Mitte und damit sie bei den Bremsungen vom Bus nicht nach vorne fliegt, stemmt sie sich mit den Armen in die Rückenlehnen der Vordersitze – auch eine Position in der man nicht gerade bequem schlafen kann. 
Duden sitz ganz außen am Fenster, das nicht dicht ist und die ganze Zeit zieht es vom Fahrtwind eiskalt rein. Dazu kommt noch, das sein Sitz sehr schmal ist und genau auf Kopfhöhe ein Metallrahmen ist. In jeder apruppt genommenen Linkskurve schlägt er mit dem Kopf gegen den Metallrahmen. Er wickelt sich schließlich gegen den Metallrahmen einen Turban und gegen den Luftzug in Tücher und Jacken. 

 

Montag, 29.08. 

Nach dem wir die Nacht davor schon nicht oder nur wenig schlafen konnten, war diese Nacht nicht besser. Dennoch haben wir uns irgendwann an die Situation gewöhnt oder zumindest scheinen wir so müde genug zu sein um die ständigen Geschwindigkeithubbel irgendwann weitgehend zu ignorieren. Zumindest ein bisschen Schalf bekommen wir so ab. 

Um 6.00 Uhr stopt der Bus: Toilettenpause. Über Nacht scheint er wohl nochmal gehalten und ein paar Leute rausgelassen zu haben, zumindest sitzen am Morgen keine Leute mehr auf dem Gang.

Sorry, für das langweilige Bild vom Businnenleben…

Die Landschaft hat sich über Nacht stark verändert. Kein Wunder, immerhin sind wir in der Nacht auch knapp 700 km weit gefahren. Sie ist jetzt ist fast nurnoch Steppe; Karg und Trocken, nur selten mal ein fast tot wirkender Baum. Dörfer sieht man hier fast nie nur alle paar Kilometer Mal ein einzenles Haus, wo Leute allem Anschein nach unter den einfachsten Umständen leben.

Stundenlang fahren wir durch diese Landschaft 

Stundenlang fahren wir durch Savannenlandschaft

Ab mittags wird es um uns Grüner, vermutlich nähern wir uns auch der Küste. Die Handyortung geht leider immernoch nicht so ganz, zumindest findet das System keine Sateliten.  

Erste Gemüsehändler sieht man am Straßenrand und immer Häufiger findet man Äcker an denen Tomaten, Katoffeln, Majok oder Spinat angebaut wird. Auch die Palmen werden stückweise immer mehr. Die Luft ist auch nicht mehr so staubig und es wirkt dadurch, als wäre der Himmel hier viel blauer.

Zur Küste hin wird es wieder grüner

Wir nähern uns Dar es Salaam immer mehr und mittlerweile funktioniert auch das Orten mit den Handys wieder. Um 12.00 Uhr sind es nurnoch 80 km bis Dar. Unseren Berechnungen nach sollten wir also bis um 13.00 Uhr da sein. 
Doch die Hofnung verschwindet, als der Fahrer gewechselt wird. Der neue Fahrer fährt nicht schneller als 30 km/h und vor jedem Geschwindigkeitshubbel kommt er fast zum stehen. 
Warum hatten wir den nicht über Nacht?

Gegen 15.30 Uhr sind wir endlich in Dar es Salaam. Wir machen drei Kreuze, als wir aufstehen und unsere Glieder wieder bewegen können.

Knapp 36 Stunden hat die Fahrt nun also gedauert, in denen wir etwa 1500 km Wegstrecke zurückgelegt haben. 

Als wir aussteigen irgnorieren wir erstmal alles um uns herum, wir sind auch zu geschafft von der langen Fahrt um aufnahmebereit zu sein. 

Maria diskutiert netterweise mit einem Taxifahrer für uns. Ein Hotel haben wir bisher nicht, wir haben uns gedacht, dass es hier so viele Hotels gibt, dass sich da schon ein günstiges, spontan finden wird. 
Maria übergibt uns an einen Taxifahrer, von dem sie meint, das er vertrauenserweckend wirkt, er würde ein Hotel kennen, zu dem er uns fährt. 

Wir steigen also in das Taxi und machen den Kardinalsfehler Nr. 1: wir sind eingestiegen ohne vorher den Preis auszuhandeln. Der Taxifahrer sagt, den müsse er nachgucken, die Preise hier gehen nach Liste. Er kramt also eine Liste aus dem Handschuhfach und sucht einen Preis raus. 
80.000 TSh, verkündet er (ca. 30 Euro). Zu viel, viel zu fiel, das ist uns klar, doch er erklärt uns, er sei offiziell und das seien die offiziellen Preise, die er nehmen muss. Aber weil wir es sind, würde er noch mal runter gehen auf 60.000 TSh (ca. 25 Euro).
Dass das immennoch zu viel ist ist uns klar, wieviel zu viel wissen wir nicht, aber da wir keinen Nerv mehr haben, beschließen wir, dass wir nicht weiter diskutieren wollen, sondern zum Hotel um zu schlafen. 

Das Hotel ist im Stadtkern und auf dem Eingang steht der Schriftzug „Welcome to safe and cosy hotel“ 25.000 hat Gabriele für das Zimmer ausgehandelt, das sind umgerechnet ca. 12 Euro. Als wir ankommen, steht an der Rezeption auch Maria, ihre Tante hat sie im selben Hotel untergebracht. Sie hat für ihr Taxi nur 20.000 TSh bezahlt. 

Außer essen zu gehen im Restaurant um die Ecke beschließen wir heute nichts mehr zu machen.