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36 Stunden …

Auf nach Tansania!

Samstag, 28.08.

2.30 Uhr mitten in der Nacht kommt unser bestelltes Taxi. Abwechselnd haben wir uns immermal für eine halbe Stunde auf eine der Poolmatten vor der Verranda gelegt, da wir nicht noch eine ganze Nacht im Hostel zahlen wollten.

Der Besitzer hat sich extra noch für uns am Telefon verausgabt um für die Zeit ein günstiges Taxi zu finden. Noch lange redet er mit Gabriele, von der er scheinbar sehr angetan ist.  

Das Taxi kommt tatsächlich pünktlich. 

Die Straßen sind gähnend leer und innerhalb von 10 Minuten sind wir am Busbahnhof. Wir sind die ersten hier, außer uns ist nur noch der Büroleiter da, der auch gerade erst dabei ist die Tür aufzuschließen. Außer uns dreien sind nur noch ein paar Obdachlose da, die vor der Türe geschlafen haben und jetzt vom Büroleiter geweckt werden

Insgesammt sind wir nur 10 Minuten vor der vereinbarten Zeit da. Um 3.00 Uhr sollen wir da sein und um 3.20 soll dann der Bus fahren. Wir lange die Fahrt dauert konnte uns bisher keiner so genau sagen. Die Gerüchte variieren so zwischen 24 und 48 Stunden Fahrzeit. 

Insgesammt sind wir 6 Leute die zur Abfahrtszeit auf den Bus warten. Darunter Maria, welche gerade zu Besuch aus den USA ist, in Ruanda ihren Freund besucht hat und jetzt zu ihrer Familie nach Dar es Salaam fährt, sowie ein junger Mann mitte zwanzig aus Israel, der bis eben noch auf einer Party war und in Tansania nach Aruscha will. Er kommt als letzter um 3.15 Uhr, geht nur kurz in den Shop und verschwindet dann „schnell noch Mal“ zum Einkaufen.

Gegen 3.20 sehen wir immernoch keinen Reisebus und wir sind echt gespannt wie der Bus wohl sein mag, nach dem wir soviel über die besonders komfortablen Reisebusse in Afrika gehört haben: Nur zwei Sitze in einer Reihe, Rückenlehnen, die man auf eine wagerechte Liegeposition umlegen kann. Das sind nur ein paar der Features die man immerwieder über die Überlandreisebusse in Afrika hört. Sie sollen wesentlich komfortabler sein als in Deutschland. 

Mit ein paar Minuten Verspätung fährt ein weißer Kleinbus vor, so wie sie hier überall rumfahren. Nicht das, was wir erwartet haben und auch nicht die Art Bus auf die wir annähernd Lust hätten mit ihr die ganze Strecke zu reisen. Dennoch signalisiert uns der Mann vom Busunternehmen, dass wir einsteigen sollen. 
Wir lachen und sind uns zunächst sicher, dass er einen Scherz macht, doch dann sagt er etwas zu den anderen auf Kynaruanda und alle steigen – wenn auch etwas irritiert – in den Kleinbus. 

„This Bus bring you to big Bus“ sagt er uns in seinem Bröckchenenglisch 

Also steigen wir ein. Auch den Rucksack vom Israeli tragen sie schon Mal in den Bus, er selbst fehlt noch. Wir sitzen schon 10 Minuten im Kleinbus, als er endlich aufaucht und von einigen mit einem strafenden Blick betrachtet wird. Sobald er drinne ist fährt der Bus los. Der Israeli ist scheinbar genauso irritiert, dass es nicht die Art Bus ist, die wir auch erwartet hatten. 

Wir Rätseln wie lange wir jetzt wohl mit dem Bus zu dem anderen Bus fahren werden. 
Der Bus fährt los und hält noch zwei Mal in Kigali um Leute an anderen Sammelpunkten einzusammeln. 
Dann fährt er aus der Stadt in Richtung Süd-Osten raus.
So langsam fragen wir uns, ob der besagte Bus überaupt in Ruanda steht, oder ob er uns nicht eher zur Grenze fährt, damit wir dann da umsteigen. Gabriele macht es sich schon mal hinten auf ihrer Bank bequem und versucht zu schlafen. Duden bleibt für alle Fälle noch wach. 

Die Fahrt führt weiter raus und wie bei einem ganz normalen Kleinbus steigen ständig Leute zu und aus. Manchmal wartet der Fahrer kurz, bis jemand um eine Ecke gehechtet kommt um in den Bus einzusteigen. 
Die freien Straßen schient er zu genießen, zumindest macht er sich nichts aus Geschwindigkeitsbeschränkungen und Rast mit allem was der Motor hergibt über die Straßen. Zum Glück sind Kurven vergleichsweise selten. 

Als es hell wird werden auch die Straßen voller. Einmal sind hunderte von Jogger auf der Straße und unser Busfahrer muss eine halbe Vollbremsung hinlegen um nicht in die Masse zu rasen. 

Wir sollten mit unserer Befürchtung recht behalten. Gegen 6.00 Uhr hält der Bus und wir sollen alle aussteigen.

„This is the Border“ Sagt der fahrer „You go out here!“

Wir sind sichtlich irritiert.

Mehrere Boda-Boda-Fahrer stehe schon parat als wir aussteigen, die uns alle ihre zweiten Helme entgegen strecken.
Von einer Grenze allerdings sieht man nix und wir fragen uns wie weit sie wohl noch weg ist.
 
Maria erkennt netterweise unsere Situation und fragt uns, ob sie uns begleiten soll? Ein Angebot, das wir natürlich gerne annehmen. 
Auch der Israeli ist irritiert. Maria fragt, ob er zu uns gehört.
Wir verneinen das, beschließen aber, das wir uns trotzdem mit ihm solidarsieren sollten, damit er nicht so alleine rumsteht. 
Gemeinsam laufen wir erstmal ein paar Meter, zu dem Forexbüro, was wir ein paar Häuser weiter sehen. Der Kurs zu Tansanischen Schiling ist nicht sehr gut, aber nochmal so eine Sitution wie in Ghana wollen wir nicht haben und deshalb tauschen wir zumindest einen kleinen Betrag. 

Maria, diskutiert derweilen mit den anderen Leuten und findet raus, das wir über die Grenze alleine kommen müssen und dann hinter der Grenze umsteigen müssen in den anderen Bus. 

Also ein letztes Mal auf ein ruandsiches Boda-Boda – mit allem Gepäck. 

Die Straße ist leer. Sie führt über den Grenzfluß und kaum sind wir drüber, wechseln die Boda-Boda-Fahrer die Straßenseite. Ab jetzt sind wir bereits in Tansania, hier fährt man links und es ist durch die Zeitverschiebung eine Stunde später. 

Die Grenzstation teilen sich die beiden Länder. Es ist ein modernes, weiß angestrichenes Betongebäude.

Wir sollen links die Treppe hoch und dem Weg folgen signalisieren uns die Bodafahrer. 
Mehrere Türen gehen von dem Weg ins Gebäude ab. Die ersten Beiden sind die Toiletten, die dritte steht offen und als wir an ihr vorbeilaufen,
 macht der Mann der drinne sitzt auf sich aufmerksam, dass wir reinkommen sollen.   

Er nimmt uns die Pässe ab und trägt die Passnummern mit Hand in ein dickes Buch ein. Dann bedeutet er uns, dass wir den Weg weiterlaufen sollen und als nächstes in die letzte Türe am Weg gehen sollen.

Wir kommen in eine Große Schalterhallte, wobei von den zahlreichen Schaltern, die hier sind nur zwei geöffnet haben. An einem steht eine lange Schlange und wir bekommen erklärt, dass es hier nur ein Grenzstation gibt für Tansania und Ruanda, an dem Schalter machen wir zugleich Ein – und Ausreise. 

Die Schlange geht schnell vorran und nach nur 10 Minuten haben wir den Stempel im Pass. Allerdings doch nur den Ausreisestempel von Ruanda. Für den Einreiestempel von Tansania müsen wir doch noch Mal an den Nebenschalter, aber da steht zum Glück niemand an.

Als wir fertig sind und unsere Stempel alle haben taucht auch der Israeli auf. Warum er so viel länger gebraucht hat bis hierher ist uns nicht klar. Mittlerweile ist die Schlange länger geworden und er stellt sich an. 

Es stellt sich raus, dass er noch kein Visum hat und dieses erst jetzt beantragen muss. Es kann also dauern, bis er durch die Bürokratie durch ist. Da mittlerweile fast eine Stunde rum ist, seit uns der Bus rausgelassen hat, beschließen wir, als Maria nach uns alle Stempel hat, doch nicht mehr auf ihn zu warten, da wir sorge haben sonst den Anschluß zu verpassen. 

Vor der Tür steht einer im roten Pull, der wohl zu unserer Buslinie gehört, schon seit ein paar Minuten wartet er ungeduldig auf uns und fragt regelmäßig wo wir bleiben. 
Er kontrolliert noch Mal kurz unsere Bustickets und führt uns aus der Grenzstation raus in das Dorf hinter der Grenze. Englisch spricht er nicht, sondern nur Kisuaheli, weswegen Maria für uns dolmetscht. Als wir auf der anderen Seite angekommen sind, steht hier kein Bus. 

„He told me, we left the bus. The next bus will come at nine oˋclock, we have to wait.“ übersetzt uns Maria.

Ändern können wir es nicht und so versuchen wir die Zeit zu nutzen um ein kleines Frühstück zu uns zu nehmen. Eine Stunde haben wir bis um 9.00 Uhr. 
Während duden mit Maria Smaltalk betreibt , versucht Gabriele an der Grenzstation neue Simkarten zu kaufen.

Beim Simkartenkaufen, merkt sie schon, das Tansania eine andere Mentlität hat. Überall stehen Tische mit Simkartenverkäufern. Die Simkarten liegen in Tütchen auf den Tischen und wehen regelmäßig runter. Das Kaufen ist mit viel Geduld verbunden. Immerwieder kommen den Verkäufern andere Sachen dazwischen. Erst will er 5000 TSh für die Simmkarte (ca. 2€) was Gabriele als zu viel vorkommt. Von wem anderen erfährt sie dann das sie wohl nur 3000 TSh kosten würden. Was immernoch fast doppelt so viel wie in Ruanda wäre. (Später finden wir dann raus, das sie normalerweise 2000 TSh kosten)

Die Simkartenhändler im Grenzort

Von Maria erfährt duden derweilen mehr über ihre Lebensumstände. 1994 in der Zeit des Genozids ist ihre Familie aus Ruanda weg und sie in die USA. Auch ihr Freund hat den Genozid voll miterlebt und ist heute der einzige überlebende aus seiner Familie. 
Jetzte fährt sie nach Dar (wie hier Dar es Salaam einfach nur abgekürzt wird) um dort ihre Oma zu besuchen. 

Ziwschendurch taucht auch der Israeli wieder auf. Er ist völlig aufgelöst, da er kein Busticket vorweisen kann. Er kann sich auch nicht dran errinnern, dass er eines bekommen hätte, ist sich aber auch nicht sicher, so erzählt er, da er beim Einsteigen in den Bus nach der Party völlig betrunken war. 
Wir erklären ihm kurz, wie das Ticket ausieht und und an welcher Stelle beim Zahlen er es eigentlich hätte bekommen müssen. Er durchwühlt alle Sachen, aber findet nichts. 
Auch ein Anruf bei dem Busunternehmen bringt nicht mehr klärung, auf der Liste hat er sich wohl auch nicht eingetragen, es gibt keinen Nachweiß, das er für die Fahrt bezahlt hat und so sicher ist er sich da auch selbst nicht, er war ja betrunken. 

Erst gegen 11.00 Uhr kommt der Mann mit dem roten Pulli wieder. Der Bus ist endlich da. 

Unser Bus zur Weiterreise…

Es ist wieder ein Kleinbus und dieses Mal ist er brechend voll. Wir sitzen in zweiter Reihe und kuscheln mit unseren Rucksäcken und der Gitarre. Maria schläft sofort ein, als sie im Bus sitz.
Die Sache mit dem Ticket vom Israeli hat sich immenoch nicht geklärt, weshalb er nun nochmal zahlen muss.  

Die Straßen auf dem Stück hier sind die schlechtesten, die wir auf unserer Reise bisher hatten. Eine dünne Asphaltschicht bedeckt die Straße, welche aber auch schon ewig alt ist. Immer wieder ist der Asphalt aufgeschlagen und in der Straße sind so zentimetertiefe Schlaglöcher entstanden. 20 –  30 cm schätzen wir sind einige tief. Dazu kommt, das zentimeterdick der Staub auf der Straße liegt, der sich trotz geschlossener Fenster sogar über alles im Minibus legt.

Die Fahrzeuge auf der Straße, Busse, PKWs und LKWs fahren Slalom um die Schlaglöcher herrum. Teileise fahren sie neben der Straße, da es sich dort besser fährt als auf der Straße selbst. 

Die Straßenverhältnisse auf den ersten 300 km nach der Grenze

Die Lanschaft ist überwiegend trocken. Immerwieder sieht man rechts und links die Spuren der Buschbrände, Wenn der Boden schwarz verbrannt ist und die Bäume untenrum etwas verkohlt.

Die Häuser hier sind eher einfach man sieht wieder sehr viele traditionelle Lehmhäuser, sogar vereinzelte runde Strohhäuser. Oft sieht man aber auch Häuser, welche aus einfachen Holzgerüsten gebaut sind, mit alten Planen oder Plastiktüten überdacht. Steinhäuser, wie sie in Ruanda nur noch zu finden sind, sieht man hier nur selten.   

Ackerbau sieht man so gut wie gar nicht, stattdessen sieht man immerwieder endlose trockene Steppen, auf denen man noch die Begrenzungen von Äckern sehen kann. Für den Anbau ist es hier gerade zu trocken. 

Tansania, so haben wir gelesen ist bereits von dem El-Nino-Phänomen in diesem Jahr betroffen. besonders im Süden. Diese Trockeheit wird wohl ab sofort unser ständiger begleiter, denn ab jetzt reisen wir immer weiter in die von der extremen Dürre in diesem Jahr betoffenen Länder. 

Lehmhäuser und notdürftige Unterkünfte prägen das Bild der Dörfer

Auch traditionelle Strohhäuser sieht man gelegentlich

Die Fahrt im Bus dauert. Immerwieder lässt auch dieser Bus Läute rein und raus. In der Stadt Kahama am Busbahnhof kommen wir schließlich gegen 18.00 Uhr an. Hier endet der Bus. Einen Bus der von hier aus weiter fährt sehen wir immernoch nicht. 

Orten konnten wir uns während der Fahrt immernoch nicht, irgend etwas funktioniert mit den neugekauften Simkarten noch nicht. 

Der Israeli hat seine schlechten Nachrichten bereits im Bus erfahren. Da wir den ersten Bus an der Grenze verpasst haben, bekommt er seinen Anschluß nach Aruscha nicht mehr. Erst am nächsten Tag fährt ein Bus und er soll sich für die Zeit dazwischen ein Hotel nehmen. 

Maria versucht das für uns zu klären.
Wir haben Glück. In einer Stunde sagt sie uns fährt unser Anschluß. Zeit genug nach etwas zum Abendessen zu suchen und uns noch Mal um die Simkarten zu kümmern. 

Zu Abend essen wir in einer Straßenküche. Es gibt Ziegenspieß mit Pommes. Endlich gibt es wieder Straßenküchen, etwas, was man in Ruanda gar nicht gefunden hat, wir genießen sie auch deshalb um so mehr. Dank Maria, die Kisuaheli kann und von vielen hier als Einheimisch gehalten wird, bekommen wir auch vernünftige Preise genannt. 

Duden geht schon Mal zurück zum Laden des Busunternehmens, währed Gabriel noch versucht die Sache mit der Simkarte zu klären.

Er kommt kaum an an dem Busunternehmen, da kommt ihm die Mitarbeiterin entgegen und sagt. 

„Take! Folow me!“ dabei zeigt sie auf die Rucksäcke.

Mehr englisch kann sie nicht. 

Ein anderer Gast dort versucht zu vermitteln. Der Bus sei wohl da und wir müssen zu diesem jetzt hinlaufen. 
Nicht aber ohne Gabriel erklärt duden, von der ist aber keine Spur, genausowenig wie von einem Reisebus auf dem Busbahnhof.  

Gabriele hat derweilen einen Simkartenstand gefunden. Der Verkäufer hat aber keine Idee was mit der Karte los sein könnte. Er telefoniert noch ein bisschen rum, aber ohne Erfolg. Ein Passant, der daher kommt hat dafür wohl mehr Ahnung.
Das Handy wurde nicht registriert. Die Simkarte ist nicht aktiv. Dafür müsse erst noch der Pass fotographiert, ein Foto von der Person gemacht werden und das ganze an den Anbieter übertragen werden. Er kann das machen, doch vorher kassiert noch der Simkartenhändler für das nicht weiterhelfen können 2000 TSh.

Kein Problem mit dem anmelden erklärt ihr der nette Passant und richtet ihr alles ein. Im Gegenzug fragt er nur, ob er sich ihre Nummer speichern darf, damit er sie mal anrufen kann – was soll´s im nächsten Land haben wir eh wieder eine neue Telfonnummer. 

Schließlich kommt jemand auf Gabriele zu gelaufen.

„Come, come! Bus!“

Als sich Gabriele und duden wiedertreffen ist es etwa 19.30 Uhr und dunkel. Maria fehlte noch, kommt aber jetzt auch direkt dazu. 

Wieder ist es Maria, die mit dem Busunternehmen spricht.
Wir sollen ein Taxi nehmen, dass uns zum Bus bringt, ist nun die Ansage. Der Bus führe gleich, einen haben wir schon wieder verpasst und wir müssten uns beeilen um den jetzt noch zu bekommen, der nächste fährt sonst erst morgen. 

Ein bisschen kommisch kommt es uns vor, das der Bus nicht hier fahren soll, aber was bleibt uns anderes übrig. 
Das Taxi steht schon auf dem Busparkplatz es ist von dem Busunternehmen und wir müssen es zum Glück nicht noch extra zahlen. Zu fünft mit noch zwei Fahrgästen, der Frau vom Busunternehmen und Teilen von unserem Gepäck quetschen wir uns auf die Rückbank. 

Die Fahrt dauert ca. 5 Minuten und endet mitten an einer dunklen Hauptstraße. Außer uns stehen hier noch 5 andere Leute. 
Es ist ein merkwürdiges Gefühl so auf einer dunklen Straße mit 7 wildfremden Leute zu stehen und nicht genau zu wissen, was passiert.

Wir stehen keine 5 Minuten, als ein alter, klappriger Reisebus vorfährt. Vermutlich ist er älter als Gabriele und duden zusammen, an zahlreichen stellen ist er notdürftig geflickt und wir sind dieses Mal froh das es dunkel ist und wir den Bus und seinen Zustand nicht zu genau erkennen können. 

In der letzten Reihe sind noch 4 Plätze frei, sonst ist der Bus schon voll. Warum ausgerechnet die letzte Reihe leer ist merken wir auch bald, Die Sitzpolster sind nicht fest, sondern liegen nur auf dem Metallgestell. im Gegensatz zu allen anderen Sitzen lassen sich die Stizlehnen hier auch nicht umlegen. Bequem ist etwas anderes. 

Nicht alle die zusteigen finden einen Sitzplatz. Einige bekommen einen Plastikhocker in den Gang gestellt und dürfen dort sitzen. Eine Toilette gibt es nicht im Bus. 

Maria scheint geahnt zu haben, was uns erwartet. Sie hat eine Flasche Whisky geholt, damit wir die Busfahrt besser ertragen können. Nur eine kleine, damit wir nicht zu schnell auf das Klo müssen, aber trotzdem gut dannach schlafen. 

Als wir mit dem Bus aus der Stadt rausfahren wir uns erst so richtig bewusst, was uns heute Nacht erwarten wird. Der Busfahrer scheint es eilig zu haben, zumindest fährt er dauerhaft mit 80 – 100 km/h durch alle Ortschaften, durch jedes Schlagloch und was noch viel schlimmer ist, über alle Geschwindigkeitshubbel auf der Straße.
Bei jedem Geschwindigkeitshubbel hebt der Bus kurz ab und wir fliegen jedes Mal ca. 30 cm hoch aus unseren Sitzen. Dannach müssen wir uns jedes Mal erstmal wieder sammeln und unsere Sitzpolster auf den Sitzen wieder zu recht rücken.
Geschwinndisgkeitnubbel bigt es in Tansania leider wieder sehr häufig – gefühlt alle 3 Minuten.
Jeder von uns hat noch dazu mit seinem eigenen Problemen am Sitzplatz zu kämpfen:
Maria sitzt in der Mitte und damit sie bei den Bremsungen vom Bus nicht nach vorne fliegt, stemmt sie sich mit den Armen in die Rückenlehnen der Vordersitze – auch eine Position in der man nicht gerade bequem schlafen kann. 
Duden sitz ganz außen am Fenster, das nicht dicht ist und die ganze Zeit zieht es vom Fahrtwind eiskalt rein. Dazu kommt noch, das sein Sitz sehr schmal ist und genau auf Kopfhöhe ein Metallrahmen ist. In jeder apruppt genommenen Linkskurve schlägt er mit dem Kopf gegen den Metallrahmen. Er wickelt sich schließlich gegen den Metallrahmen einen Turban und gegen den Luftzug in Tücher und Jacken. 

 

Montag, 29.08. 

Nach dem wir die Nacht davor schon nicht oder nur wenig schlafen konnten, war diese Nacht nicht besser. Dennoch haben wir uns irgendwann an die Situation gewöhnt oder zumindest scheinen wir so müde genug zu sein um die ständigen Geschwindigkeithubbel irgendwann weitgehend zu ignorieren. Zumindest ein bisschen Schalf bekommen wir so ab. 

Um 6.00 Uhr stopt der Bus: Toilettenpause. Über Nacht scheint er wohl nochmal gehalten und ein paar Leute rausgelassen zu haben, zumindest sitzen am Morgen keine Leute mehr auf dem Gang.

Sorry, für das langweilige Bild vom Businnenleben…

Die Landschaft hat sich über Nacht stark verändert. Kein Wunder, immerhin sind wir in der Nacht auch knapp 700 km weit gefahren. Sie ist jetzt ist fast nurnoch Steppe; Karg und Trocken, nur selten mal ein fast tot wirkender Baum. Dörfer sieht man hier fast nie nur alle paar Kilometer Mal ein einzenles Haus, wo Leute allem Anschein nach unter den einfachsten Umständen leben.

Stundenlang fahren wir durch diese Landschaft 

Stundenlang fahren wir durch Savannenlandschaft

Ab mittags wird es um uns Grüner, vermutlich nähern wir uns auch der Küste. Die Handyortung geht leider immernoch nicht so ganz, zumindest findet das System keine Sateliten.  

Erste Gemüsehändler sieht man am Straßenrand und immer Häufiger findet man Äcker an denen Tomaten, Katoffeln, Majok oder Spinat angebaut wird. Auch die Palmen werden stückweise immer mehr. Die Luft ist auch nicht mehr so staubig und es wirkt dadurch, als wäre der Himmel hier viel blauer.

Zur Küste hin wird es wieder grüner

Wir nähern uns Dar es Salaam immer mehr und mittlerweile funktioniert auch das Orten mit den Handys wieder. Um 12.00 Uhr sind es nurnoch 80 km bis Dar. Unseren Berechnungen nach sollten wir also bis um 13.00 Uhr da sein. 
Doch die Hofnung verschwindet, als der Fahrer gewechselt wird. Der neue Fahrer fährt nicht schneller als 30 km/h und vor jedem Geschwindigkeitshubbel kommt er fast zum stehen. 
Warum hatten wir den nicht über Nacht?

Gegen 15.30 Uhr sind wir endlich in Dar es Salaam. Wir machen drei Kreuze, als wir aufstehen und unsere Glieder wieder bewegen können.

Knapp 36 Stunden hat die Fahrt nun also gedauert, in denen wir etwa 1500 km Wegstrecke zurückgelegt haben. 

Als wir aussteigen irgnorieren wir erstmal alles um uns herum, wir sind auch zu geschafft von der langen Fahrt um aufnahmebereit zu sein. 

Maria diskutiert netterweise mit einem Taxifahrer für uns. Ein Hotel haben wir bisher nicht, wir haben uns gedacht, dass es hier so viele Hotels gibt, dass sich da schon ein günstiges, spontan finden wird. 
Maria übergibt uns an einen Taxifahrer, von dem sie meint, das er vertrauenserweckend wirkt, er würde ein Hotel kennen, zu dem er uns fährt. 

Wir steigen also in das Taxi und machen den Kardinalsfehler Nr. 1: wir sind eingestiegen ohne vorher den Preis auszuhandeln. Der Taxifahrer sagt, den müsse er nachgucken, die Preise hier gehen nach Liste. Er kramt also eine Liste aus dem Handschuhfach und sucht einen Preis raus. 
80.000 TSh, verkündet er (ca. 30 Euro). Zu viel, viel zu fiel, das ist uns klar, doch er erklärt uns, er sei offiziell und das seien die offiziellen Preise, die er nehmen muss. Aber weil wir es sind, würde er noch mal runter gehen auf 60.000 TSh (ca. 25 Euro).
Dass das immennoch zu viel ist ist uns klar, wieviel zu viel wissen wir nicht, aber da wir keinen Nerv mehr haben, beschließen wir, dass wir nicht weiter diskutieren wollen, sondern zum Hotel um zu schlafen. 

Das Hotel ist im Stadtkern und auf dem Eingang steht der Schriftzug „Welcome to safe and cosy hotel“ 25.000 hat Gabriele für das Zimmer ausgehandelt, das sind umgerechnet ca. 12 Euro. Als wir ankommen, steht an der Rezeption auch Maria, ihre Tante hat sie im selben Hotel untergebracht. Sie hat für ihr Taxi nur 20.000 TSh bezahlt. 

Außer essen zu gehen im Restaurant um die Ecke beschließen wir heute nichts mehr zu machen.

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Die letzten Tage in Ruanda 

Dienstag, 23.08. 

Gegen 9.15 Uhr hatten wir gestern vereinbart, dass wir uns mit Cara trefen um gemeinsam zur Fähre zu laufen. Die Abfahrtzeit der Fähre, haben wir vor kurzem erst rausgefunden, sie liegt irgendwann zwichen 10.00 und 13.00 Uhr, genauer ließ sie sich nicht einschränken. Cara ist früh noch in den Ort gegangen, da sie dort mit jemanden, den sie am Vortag kennengelernt hat zum Frühstück verabredet war. 
Wir verbringen den Morgen im Guesthouse. Stress haben wir zum Glück nicht, den Pater Philbert hat am Abend noch organisiert, dass uns ein guter Freund von ihm zur Fähre fährt. Der Gute Freund ist Pfarrer in der Kirche, die direkt neben unserem  Guesthouse liegt und er kommt tatsächlich pünktlich.

Unser Ziel ist es heute mit der Fähre in den Süden zur Stadt Kamembe zu fahren. Da wollen wir uns dann aber nicht aufhalten, sondern nach Möglichkeit gleich weiter zum Nyungwe Nationalpark fahren.

Die Fähre hält in einer kleinen Bucht, ohne Anlegesteg direkt am lehmigen Ufer. Wir müssen auch nicht lange warten um kurz nach 10.00 Uhr taucht die Fähre in der Bucht auf. Es ist das selbe Boot, das wir auch schon zuvor zwei Mal gesehen haben –  vermutlich gibt es nur das eine.
Die Fähre fährt einfach direkt an das Ufer und von drinnen schieben ein paar Leute eine Etwa 3 Meter lange Holzplanke raus. Sehr vertrauenserweckend ist sie nicht, sie ist etwa 4 cm dünn und sieht eher notdürftig zusammengenagelt aus. 

Der Fähranleger

Auf dem Boot gibt es zwei Abteile. Das eine ist im vorderen Teil, hat getönte Scheiben und auf der Eingangstür prangt der Schriftzug VIP. In ihm steht U-förmig eine Chouch und es sitzt genau eine Person in dem Raum. Dieses Abteil ist 2000 RWF (ca. 2 Euro) teurer als das Abteil für das wir uns entscheiden. Es ist das normale Abteil, im Hinteren Bereich des Schiffes, in das alle gehen. Hier sind zahlreiche Sitze möglichst platzsparend auf dem engen Raum untergebracht, den die Fähre zu bieten hat. 

Die Fähre ist nur unwesentlich teurer als der Bus. Dennoch, seit dem die Straße nach Süden ausgebaut ist, wird sie auf dem Steckenabschnitt wohl nicht mehr so gut Frequentiert, außer uns sind vlt noch 15 andere auf dem Boot, dabei hat sie in der Holzklasse locker Platz für 40 Passagiere.

Die Fahrt dauert ca. 5,5 Stunden. Im Norden ist das Ufer noch realtiv unsepektakulär nur selten sieht man andere Boote und die Vegetation am Ufer ist eher dünn. Im Süden wird die Vegitation am Ufer üppiger, fast Urwaldartig und es herscht regelrechter Verkehr auf dem Wasser. Überall sieht man vollbeladene und bepackte Boote, immerwieder sieht man Gruppen von Leuten oder Dörfer am Uferrand von zahlreichen Inseln, in denen gearbeitet wird oder Boote beladen werden. 

Völlig überladene Holzfähren sieht man immerwieder.

Das Boot fähr dabei immer an der Grenze zum Congo entlang und manchmal können wir das congolesische Ufer besser als das Ruandische Ufer sehen. Zeitweise trennen uns keine 20 Meter von dem Ufer. Das ist ein komsiches Gefühl, denn im Ostcongo sind immernoch kriegsähnliche Zustände. Erst am vorigen Tag hatten wir einen Reisenden in unerem Guesthouse der letzten Tage getroffen, der gerade erst im Congo war. Von ihm haben wir auch erfahren, dass es noch keine Woche her ist, dass es unmittelbar am Ufer des Kivusee auf der congolesischen Seite wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen kam, bei denen fast 100 Menschen starben.
Ein Komisches Gefühl, wenn man bedenkt, dass zur selben Zeit wenn man entpannt auf einen See guckt, keine 20 km entfernt am anderen Ufer (das man nur wegen der Wetterlage nicht sehen konnte) im Krieg die Menschen sterben.

Auf unserem Weg hält die Fähre noch zwei Mal zwischen. Beide Male mitten am lemigen Ufer an dem es keinen richtigen Ankerplatz gibt. Jedes Mal scheint es ein großes Spektakel zu sein, denn am Ufer sitzen und stehen immerwieder zahlreiche Erwachsene und Kinder, die dem An- und Ablegen der Fähre zuschauen, als wäre es ein Wanderzirkus, der da vorbei kommt. 

Zuschauer an der Fähranlegestelle

Kinder spielen in Booten am Ufer

Unser Schiff fährt in den Harfenteil der Stadt Kamembe ein. Wo genau wir hier anlegen sollen ist uns nicht klar, denn jeder Meter des Hafens ist belegt von diversen Kontainerschiffen. 
So ganz scheint das unserem Fährmann auch nicht klar zu sein, denn er fährt nur sehr zögerlich auf die anderen Schiffe am Hafen zu. Schließlich steht auf einem der Kontinerschiffe ein Mann der die Situation zu erkennen scheint und die Fähre an eines der Kontinershiffe ranwinkt, aus dem gerade ettliche Kisten Bier ausgeladen werden. 
Unserer Fähre fährt vorsichtig ran und der Mann der sie rangewunken hat macht sie am Kontainerschiff fest. Nicht am Poller, der praktischerweise auf genau der richtigen Höhe wäre, sondern mit einem einfachen Knoten an der Reling.

Beim Ausstieg ist also Klettern angesagt, insgesammt sind es zwei Kontainerboote, die an der Stelle hintereinander liegen und bei denen wir erstmal über die Reling klettern müssen, bevor wir mit einem Beherzten Sprung aus knapp einem Meter höhe am Ufer landen. Beim Bier ausladen lassen sich die Hafenarbeiter derweilen nicht beirren, immerzu schlittern die Kisten über den Betonboden am Hafen vom Boot zum LKW, wo sie dann verladen werden.     

Hinten sieht man die Fähre und davor die Kletterpartie um auszusteigen

Natürlich bleibt es nicht aus, dass wir unmittelbar nach dem Betreten des Hafens von einer Horde Boda-Boda Fahrern belagert werden, die sich alle darum reißen uns zu unserem Ziel fahren zu dürfen. 
Eines haben wir jedoch bisher schon gelernt:
Nimm niemals die Taxis oder Bodas am Busbahnhof, sie sind immer teurer als die, welche nur ein paar Meter weiter vor dem Busbahnhof stehen. Auch diesesmal beherzen wir die Erfahrung und gehen ein paar Meter raus aus der Station. Auf der Straße vor dem Hafen ist fast nichts los, ein Taxi sehen wir erst recht nicht. Es bleibt uns also nichts anderes übrig, als mit dem vollen Gepäck ein Boda-Boda zu nehmen. 
Es ist gar nicht so einfach, sich mit dem Reiserucksack, einem kleinen Faltrucksack und der Gitarre hinten auf das Motorrad zu quetschen und dann auch noch bei der Fahrt das Gleichgewicht zu wahren. Dennoch geht alles gut und nach ca. 5 Minuten sind wir alle am Busbahnhof. 

Gabriele ist zu erst angekommen. So gleich wird sie wieder von diversen Leuten belagert, die sie gerne zu ihrem Busunternehmen bringen wollen, doch wir haben zunächst anders vor, denn mit leerem Magen denkt es sich schlecht und unserer ist berets seit dem Frühstück nicht mehr gefüllt worden. So was ähnliches sagt sie auch den Leuten am Busbahnhof und sofort findet sich ein anderer, der ihr anbietet uns zu einem günstigen Restarant zu bringen. 

Der Typ ist etwas merkwürdig, er redet die ganze Zeit auf uns ein, dass er ein wirklich gutes Retaurant hat und das wir ihm folgen sollen. Da wir Hunger haben machen wir das auch erst Mal, biegen dann aber unterwegs zu einem anderen Restaurant ab, als er uns empfehlen wollte. Das freut ihn natürlich gar nicht, aber schließlich ist er uns eh nicht so sympatisch, wir fragen uns, ob er betrunken ist oder auf Drogenentzug. Ganz sicher sind wir uns bei beidem nicht, nur dass es bestimmt eines von beidem ist. 
Das Essen hier ist gut und das günstigste. Gerade Mal 700 RWF kostet es, dass ist umgerechnet nicht Mal 1€. Der Mann der uns umbedingt zu einem Retaurant führen wollte setzt sich auch und erzählt uns, dass es nur so günsig ist, weil er dabei ist. So ganz glauben wir das nicht, denn an der Erfragung des Preis hat er gar nicht teilgenommen. So langsam wird er mit seiner Art aufdringlich und so drücken wir ihm 200 RWF in die Hand und sagen ihm, dass wir jetzt unsere  Ruhe brauchen und er uns deshalb alleine lasen soll. Das tut er schließlich auch. 

Wieder am Busbahnhof, erkundigen wir uns gleich bei den Buslinien nach dem Anchluß nach Gisakura, der letzten Stadt vor dem Nationalpark, in der wir schließlich übernachten wollen. Doch an den Läden der Busunternehmen, wo man die Karten bucht wartet wieder der Mann, der uns schon umbedingt ein Restaurant zeigen wollte. Auch dieses Mal will er uns wieder „helfen“, wir sollen ihm einfach sagen wo wir hin wollen. 

Mittlerweile ist es 17.30 Uhr und während duden versucht den Mann ab zu wimmeln oder wenigstens auf Distanz zu halten, versucht Gabriele an den Ständen der Busunternehmen den nächsten Bus zu erfragen. Doch überall erhält sie die selbe Antwort:

„No more bus today“ 

Der letzte ist also gerade während des Essens gefahren. Wir versuchen noch mal bei anderen Kleinbussen zu erfragen wer dort hin fährt, doch alles was wir erreichen sind Ping-Pong-Gespräche mit endlosen Diskusionen und Alternativvorschlägen bei denen nicht Sicher ist, ob wir noch vor der Dunkelheit ans Ziel kommen. Währen duden also nun weiterhin versucht den Mann auf distanz zu halten, (da abwimmeln nicht funktioniert) und Gabriele nun endlose Diskusionen im Ping-Pong-Gespräch an der Backe hat, versucht Cara in der Zeit, unbemerkt vom Trubel, bei einem Taxi einen Preis zu erfragen. 

Für 20.000 RWF bekommt sie schließlich eines. Nicht billig, aber wir sind froh aus dem Wahnsinn raus zu kommen und am Ende noch vor der Dunkelheit in Gisakura zu sein. 

Die Vegetation hat nun wirklich gewechselt. Bananenpalmen sieht man nur noch selten, dafür Dominieren jetzt Teeplantagen das Bild der Landschaft. Soweit ist Gisakura auch gar nicht weg von Kamembe merken wir und stellen fest, dass der Taxifahrer wohl das Geschäft seiner Woche gemacht hat. Vermutlich haben wir mindestens das doppelte bezahlt. 

An einer Kreuzung mit einer Schotterpiste, an der vlt. sechs Häuser stehen hält er an. Tatsächlich, ist eines der Häuser auch das Hotel, dass wir auserkohren hatten für die Nacht. Nur fragen wir uns, ob das wirklich schon Gisakura ist oder ob der Ortskern wohl noch ein bisschen weiter weg ist. Unsere Handyortung funktioniert hier nicht, ein Signal empfangen wir nicht und so haben wir keine Ahnung, wie weit wir tatsächlich von dem Ziel weg sind. Für alle Fälle rufen wir noch Mal bei unserem morgigen Ziel an. Da wollen wir eine geführte Tour zu einem Waserfall im Nationalpark machen. Wir müssen eh noch endgültige Daten mit dem Tourguide abklären.

„Where are you now?“ fragt er

„in Keza Nyungwe“ antwortet duden 

„ah, so you are in the citycenter“ 

Ok, dass ist der Beweis, wir sind schon im Dorfkern angekommen. 

„That´s fine, we will meet tomorow at 08.30 am at the Rangerstation.“

Der Blick auf das „Citycenter“

Das Hotel in dem wir hier jetzt sind, ist eines der teuersten, in denen wir bisher in Afrika waren. 28.000 RWF wollen sie von uns für die Nacht je Zimmer inkl. Frühstück. Einen Discount für Cara gibts es nicht, nur weil sie das Zimmer alleine Belegt. Eigentlich ist es ihr zu teuer, doch etwas günstigeres gibt es nicht. 

Doch Glück muss man haben. Später kommt noch ein Tourist vorbei, der lange mit dem Hotel diskutiert und schließlich wieder raus geht. Wir bemerken das und schließlich bechließen Cara und er sich ein Zimmer zu teielen, so ist es zumindest geteilte Leid ob des hohen Preises.
Der andere Tourist ist aus Israel und auf Studienreise in Ruanda, er schreibt gerade seine Masterarbeit in afrikanischer Kulurwissenschaft über die Ähnlichkeiten des ruandischen Genozid 1994 und des deutschen Holocaust im zweiten Weltkrieg.

Den Abend verbringen wir schließlich auf dem Balkon des Hotels bei langen Gesprächen über das eine Thema in Ruanda: dem Genozid von 1994, die Rolle der Franzosen in dem Genozid und die Propaganda der Zeit.  

 

Mittwoch, 24.08.

Unser Plan für heute:
1. zum Wasserfall wandern
2. Bus nach Kigali nehmen
3. hoffen, dass wir da noch zu einer halbwegs vernünftgen Zeit ankommen
4. Taxi zum humanen Preis zum Mamba Club bekommen 
5. hoffen dass die noch ein Bett oder Zimmer frei haben

Treffen um 08.30 Uhr hatten wir gesagt gestern. Wo ist uns dennoch nicht so ganz klar, denn er hat gestern Abend auch nochmal angerufen und seine Meinung vom Ort geändert. Da hieß es dann plötzlich Parkentrace. Dennoch müssen wir auf jeden Fall erstmal an der Rangerstation bezahlen. 
Den Weg dahin legen wir teilweise zufuß und teilweise mit dem Boda-Boda zurück. 

Cara stellt auf dem Weg noch schnell ihren Rucksack bei einem anderen Guesthouse unter, sie will noch eine Nacht hier bleiben, nur in einem anderen Hotel. Im Reiseführer steht, dass man ab er zweiten Tour durch den Nationalpark 50% Discount auf die Safaris bekommt und das will sie auf jeden Fall noch Mal ausnutzen, den der Parkeintritt ist sehr teuer.

50 Dollar kostet uns die Tour zum Wasserfall pro Person an der Rangerstation und wir erfahren, das die Tour weder hier, noch am Parkeingang losgeht, sondern etwa zwei Kilometer von hier, ab einem bestimmten Hotel. Zum Glück ist noch jemand mit einem Auto hier, der auch die Tour machen will und uns dorthin mitnehmen kann.

Dem Mann an der Rangerstation geben wir noch schnell ein bisschen Geld, damit er uns einen Platz im Bus nach Kigali reservieren kann, den wir dann direkt nach der Tour nehmen wollen. 

Die Tour geht quasi sofort nach unserer Ankunft am Treffpunkt los. In der Rangestation und auch im Reiseführer wird sie als wunderschöne Route zum beobachten von zahlreichen Vögeln beschrieben. Alleine hätten wir den Ort wo sie los geht aber nie gefunden, er liegt am Waldrand und vorher fährt man eine ganze Weile durch endlose Teeplantagen.   

Der Pfad den wir gehen führt uns unmittelbar in den Wald. Unser Guide ist Ruandese, der fließend Englisch spricht und früher bei den Pfadfindern in Ruanda aktiv war. Der Weg ist überwiegend ein etwas breiterer ausgetrampelter Pfad, der ab und an mit einem Handlauf ausgebaut ist und manchmal eine kleine Klettereinlage dabei hat.   

Gleich zu beginn haben wir Glück. In den Bäumen rechts des Weges sind Zahlreiche Blauaffen, die dort rum turnen und uns allerdings, bis auf eine Mutter mit zwei Kindern, nicht den gefallen tun wollen lange genug für ein Foto still zu halten.

Blauaffenmutter mit zwei Jungen

Blumen sieht man nur wenige, die dafür themberaubend Schön sind.

Der Rest des Weges zum Wasserfall hält nicht, was einem versprochen wurde. Vögel sehen wir keinen einzigen. Lediglich eine knallrote Feder finden wir auf dem Weg. Dafür erfahren wir einmal am eigenen Leib, wie gefährlich Ameisen sein können. Auf einem Stück des Pfades, für gut 50 Meter ist alles voll von ihnen, jeder Zentimeter ist bedeckt mit Ameisen. 
„Hurry, hurry“ ruft unser Guides nur und dann müssen wir alle einen sprint hinlegen. 

Alls wir auf der anderen Seite sind dachten wir wir wären schnell genug gewesen, damit keine an uns hochkommen, doch recht schnell fängt das zwicken bei uns allen an. Zahlreiche Ameisen haben trotzdem den Aufsprung geschafft und beißen sich nun an uns fest. Zum ersten Mal können wir uns ein Bild davon machen, warum Ameisen als so gefährlich gelten, auch für den Menschen. bestimmt 10 Minuten brauchen wir, bis wir alle Ameinsen von uns wieder abgesammelt haben. 
Der Wald bis zum Wasserfall ist dennoch atemberaubend schön, auch ohne Vögel und die Affen am Anfang bleiben schließlich auch die einizigen Tiere, die wir bis auf einen, Frosch, ein paar Schmetterlingen und einem Käfer zu Gesicht bekommen. 

Der Pfad zum Wasserfall

Unsere Gruppe ist sehr harmonisch. Mit uns ist neben Cara noch eine Mutter mit Tochter, bei der die Mutter in Ruanda lebt und die Tochter in England, sowie eine ältere Dame aus den USA mit ihrem Guide in unserer Gruppe. Die alte Dame ist 74 Jahr alt und fitter als alle anderen in der Gruppe. Sie rennt uns allen davon. Ein Guide, wie sie hat, der einen den ganzen Tag überall hin begleitet kostet 250 USD pro Tag. Das Hotel in dem sie ist noch Mal 750 USD exclusie Frühstück pro Nacht. Ein Luxusurlaub, den sie sich seit sieben Jahren jedes Jahr für drei Wochen in Ruanda gönnt. (wir haben das mal überschlagen – das sind 21.000 USD in drei Wochen nur für Guide und Hotel, ohne Touren und ohne Essen)
Den Wasserfall erreichen wir nach etwa 2 Stunden. Er ist zwar nicht umwerfend Athemberaubend, aber troztdem schön. Es ist halt gerade Trockenzeit und der Wasserfall daher etwas kleiner. 

Der Wasserfall

Auf dem Rückweg erfährt Cara noch die Warheit über das Rabattsystem im Nationalpark. Das gibt es nähmlich nur, wenn man zweimal die gleiche Tour macht und nicht wenn man eine andere machen möchte. Diese Tour, welche wir jetzt gemacht haben, ist die günstigste Tour im Nationalpark – die andren kosten ab 75/100 USD aufwärts und die Preisspanne ist nach oben offen. Sie ist enttäuscht und beschließt deshalb doch nicht noch eine Nacht länger zu bleiben, sondern will versuchen, den gleichen Bus wie wir nach Kigali zu nehmen. 

An der Rangerstation kommen wir etwa um 13.00 Uhr wieder an. Eine halbe Stunde später geht unser Bus. Auch für Cara ist noch Platz. Noch schnell bestellen wir eine Pommes, denn wir haben Hunger und die können wir noch wärend der Fahrt essen. Gleich darauf kommt auch schon der Bus.
Sie haben sogar zwei Sitzplätz nebeneinander für uns frei gehalten.

Die Pommes waren ein Fehler kaum waren wir im Bus stürzen wir uns hungrig auf sie. Was wir dabei nicht bedenken konnten, war die kurvenreiche Straße die vor uns liegt und den Bleifuß des Fahrers. Eine Serpentiene nach der anderenliegt auf der Strecke und der Fahrer hat kein Problem die mit 60 –  80 km/h zu nehmen, so dass wir teilweise Angst haben, dass wir gleich durch die Fliegkräfte von der Straße geschleudert würden. 

Den meisten im Bus scheint schlecht zu sein, zumindest ist es ganz still, was sher ungewöhnlich ist in runadischen Bussen. Gabriele hat die meisten Pommes von uns gegessen, das rächt sich jetzt, nach etwa 30 Minuten kann sie sie nicht mehr halten, doch zum Glück haben wir noch ein paar alte Tüten dabei, allerdings nur aus Papier, denn Plastitüten sind in Ruanda ja verboten.. 

Erst wieder kurz vor Huye erwacht der Bus so langsam aus seinem „Überlkeitsschonmodus“ und es beginnen die normalen Busdiskusionen zwischen den Fahrgästen.

Diese erlebt man hier in Afrika immerwieder. Mitten aus dem nichts beginnt irgendwer über irgendein Thema zu reden. Erst mit einem Nachbarn, dann mit beiden, dann wird das Gespräch lauter und schließlich reden die Leute davor und dahinter auch noch mit. Irgendwann reden alle im Bus mit, teilweise in einer Lautstärke, dassman die leute auch noch mit Oropax gut verstehen könnte. Die dann entstandenen Dikusionen können sich über Stunden ziehen. 
So ist es auch dieses Mal. Bis kurz vor Kigali geht die Diskusion – wir vermuten über Politik, aber würden echt gerne manchmal mehr verstehen, von dem was da geredet wird. 

Erst gegen 19.30 Uhr sind wir in Kigali. Es ist schon dunkel. Taxis sind keine Mangelware am Busbahnhof, unsere Wahl fällt auf ein kleineres, bei dem wir uns mit dem Fahrer auf einen guten Preis einigen konnten. 

Es ist die gleiche Strecke wie beim letzten Mal in Kigali, sie ist ca. 3 km lang und damals haben wir für die Strecke ca. 45 Minuten gebraucht. Diesesmal brauchen wir alleine fast 15 Minuten, bis wir aus dem Busbahnhof rausfahren können. Der Fahrer ist begeistert und fängt mit Gabriele ein angeregtes Gespärch auf französisch an. Es geht in erster Linie in dem Gespräch um Brundi und darum, dass es dort immernoch regelmäßig zu Auseinandersetungen kommt.
Doch das Gespräch wird je unterbrochen. Der Tank ist leer, der Motor geht aus und startet nicht mehr. Zum Glück ist die Tankstelle nicht weit, gerade Mal 40 Meter vor uns. Er winkt ein paar Leuten am Straßenrand, die auch sofort mit anpacken und schieben helfen.
Unser Fahrer tankt für 2000 RWF nach, das sind etwa 2,5 Liter und fährt mit uns weiter.

Unser Hostel dieses Mal haben wir von anderen Reisenden unterwegs empfohlen bekommen. Es soll günstiger und besser sein, als das Hostel in dem wir zu Anfang waren. Wir haben damals nur einen Namen bekommen, den wir den Taxifahreren sagen sollen. Gefunden haben wir es damals weder im Internet, noch sonstwo. Wir konnten daher nicht reservieren und sind jetzt schlicht auf unser Glück angewiesen.
Doch wir haben Glück, zumindet im Dorm hat er noch Betten frei. Der ist auch nicht so voll, 14 Betten hat er und wir können uns noch zwei untereinander aussuchen.   

 

Donnerstag, 25.08.

Wieviel Glück wir hatten wird uns erst am nächsten Tag bewusst. Als wir aufwachen ist der Dorm voll belegt. Mehr als dass, der Leiter hatte eine Reservierung verschwitzt und als in der Nacht zwei Mädels vom Flughafen kamen die reserviert hatten, war nur noch ein Bett frei, dass sie sich schließlich geteilt haben. 

Das Hostel ist tatsächlich besser und günstiger. Anstatt 16.000 die wir im ersten Hostel für den Dorm hätten zahlen müssen, kostet hier die Nacht nur 10.000, das Essen gibt es hier am 2000 RWF.
Die meisten Taxifahrer kennen es nur als Mamba-Club. Dem Namen macht es auch alle Ehre. Auf dem Grundstück hat es noch einen riesigen Spielplatz mit Trampolin, ein Volleyballfeld, einen Pool und sogar eine Bowlingbahn. 

Auf dem Plan für heute steht nicht viel, denn Gabiele geht es nicht gut. seit zwei Tagen hat sie starken Husten und da wollen wir ihre Gesundheit lieber schonen. 

Zu Bootschaft von Tansania müssen wir dennoch – das geht aber schnell. Mit dem Boda-Boda hin und nach nur einer Stunde sind wir wieder zurück im Hostel. Morgen Mittag können wir unsere Pässe mit dem Visum wieder abolen.

Den rest des Tages bleiben wir einfach im Hostel …

 

Freitag, 26.08.

Gabriele geht es heute nur wenig besser. Immernoch hat sie starken Husten, der tief sitzt. Wir wollen daher auf Nummer sicher gehen und doch besser nochmal das ganze im Krankenhaus durchchecken lassen. Zunächst aber heißt das unsere Versicherung zu erreichen und dafür müssen wir erstmal wieder Guthaben für unere Handys kaufen.

Vorher aber haben wir noch ein Date in der Botschaft von Tanzania. Hin geht es wieder mit dem Boda-Boda, mit denen haben wir mittlerweile Routine – Helm auf hinten drauf gesetzt und los gehts.  

In der Botschaft ist es das Bild wie auch schon die letzten Male:
Die Beamten sitzen gemütlich auf der Veranda und trinken Kaffee, als wir kommen gucken sie verwundert und weisen uns darauf hin, das wir platz nehmen sollen. Der Beamte der für das Visum zuständig ist trinkt noch kurz seinen Kaffee leer und geht dann an uns vorbei mit den Worten:

„Visa one moment“

Wir haben den leisen Verdacht, dass er es jetzt erst noch produzierden muss, was sich auch dahingehend bestätigt, wie lange wir warten müssen: ca. 30 Minunten.
In der Zeit haben sich noch zwei andere Visa-Wartende eingefunden. 
Als wir unsere Visas bekommen ist die Tinte noch feucht. 

Guthaben konnten wir noch immer nicht kaufen. Die beste Möglichkeit dafür, beschließen wir, wird sich wohl am Busbahnhof ergeben, wo wir eh noch das Ticket nach Tansania lösen wollen. 
Also wieder auf das Boda-Boda: Helm auf, hinten draufgesetzt und losgebraust….

Am Busbahnhof ist wie auch schon die letzten Male unglaublich viel Trubel. Zielstrebig versuchen wir einen Stand zu finden, der Handyguthaben verkauft, was in diesem Trubel gar nicht so einfach ist. Nicht immer wenn man einen Sonnenschirm dem dem Logo eines Handyanbieters sieht, heißt das auch, dass da Guthaben für das Handy verkauft wird.

Nachdem wir dann einen Stand gefunden haben gehen wir erst mal essen. Wieder da wo wir schon auf der Fahrt nach Huye waren, dieses Mal im Restaurant daneben, das aber mindestens genauso gut ist.
Die Zeit während dessen nutzen wir um mit der Versicherung in Deutschland zu telefonieren und ein Krankenhaus zu ermitteln, das sie empfehlen. 

Als wir mit dem Essen Fertig sind und eine Adresse haben versuchen wir erst noch mal einen Anbieter zu finden, der nach Tansania fährt. Von Franzi hatten wir vor ein paar Tagen schon den Tip bekommen, dass der Anbieter Modern Coast sehr gut sein soll. Zwei komfortable Sitze in einer Reihe, die ich komplett umlegen lassen und recht gepflegt wären.
Ein guter Tip, dem wir nachgehen wollen. 

Natürlich versuchen uns viele Leute erst zu verschiedenen anderen Busunternhemen zu schleppen, wo sie dann ihre Provision kassieren können. Das wir gezielt nach Modern Coast fragen past so manchen nicht. 
Schließlich finden wir jemanden, der uns sogar bis dorthin begleitet. 
Alleine hätten wir es nicht gefunden, es ist ein kleines Lädchen außerhalb des Busbahnhofes, auf der anderen Straßenseite. 
Sie fahren auch nach Dar el Salaam, wo wir in Tasania hin wollen. Allerdings nur über Kampala, der Hauptsadt von Uganda, da sie ein ugandisches Unternehmen sind. Wir müssten dann auch nochmal in Kenia umsteigen und müsten dann selbstverständlich für beide Länder erst noch das Visum kaufen.
Für uns beide würde die Tour dann mit Visums etwa 200 USD kosten.
Zu viel für uns. Aber sie kennt da noch ein Unternehmen, dass direkt fährt. Der Mann der uns Modern Coast gezeigt hat ist noch da, kennt auch das Unternehmen auch und will es uns zeigen.

Das andere Untenehmen fährt direkt. Ihr Büro ist noch kleiner und noch weiter abseits, die Fahrt kostet umgerechnet etwa 20 USD pro Person. Vollkommen ok, dafür dass man überlegt, das die Strecke knapp 1500 km lang ist. Also buchen wir unsere Tickets auch gleich. Zahlen, bekommen eine Qittung, die auch gleichzeitig Ticket ist und tragen uns in eine Liste ein. 

Dannach fahren wir direkt ins Krankenhaus, dass uns die Versicherung empfohlen hat. Ihr Empfehlung lautet King Feisal Krankenhaus. 
Also wieder auf das Boda-Boda und auf zum Krankenhaus. 

Das Krankenhaus ist recht groß, alledings wirkt es auf den ersten Blick übersichtlicher als das in Huye vor knapp zwei Wochen. Dennoch müssen wir uns erstmal durchfragen, wo wir überhapt hin müssen und ein bisschen suchen, bevor wir die Anmeldung für den Allgemeinartz finden. 

Wenn man in Ruanda zur Untersuchung ins Krankenhaus geht, so haben wir mittlerweile rausgefunden, kostet es immer das gleiche 5000 RWF. Das ist für uns nicht viel, für viele hier aber so viel, dass sie sich drei Mal überlegen, ob sie sich untersuchen lassen.
Die Anmeldung dauert ein bisschen, doch nach einem kleinen Ping-Pong-Gespräch ist alles für den Arztbesuch geregelt.

Die Untersuchung besteht aus zwei Teilen:
Bei der Voruntersuchung beim Arzthelfer ermitteln sie Gabrieles Gewicht und messen ihren Blutdruck.
Danach kommt dann erst die Hauptuntersuchung beim Arzt – Wobei schwer zu sagen ist ob die Hauptuntersuchung ihren Namen verdient hat. Zunächst gibt es eine endlose Begrüßung mit einem Austausch von diversen Höflichkeiten. Dannach fragt er, was sie hat.

„Tief sitzender Husten“ antwortet Gabriele und beschreibt in noch genauer. 
„Haben sie Fieber?“ Fragt der Artz im Anshluß
„Nein“ 
„Na dann ist doch alles gut“ ist seine Antwort schließlich.

Das Gespräch dauert ca. 3 Minuten und am Ende schreibt er ihr eine Reihe von Medikamenten auf. Während unserer gesammten Anwesenheit ist der Artz nicht einmal aufgestanden eine Untersuchung im eigentlichen Sinne gab es nicht. 

Nach der Unteschung fahren wir wieder ins Mamba-Hostel. Zum vierten Mal heute mit einem Boda-Boda, so langsam haben wir uns echt an die Fahrweise gewöhnt.  

Etwa zur gleichen Zeit wie wir kommt noch ein Junger Mann im Hostel an. Er wird von einem Auto mit tansanishen Kenzeichen vorgefahren. Beim aussteigen spricht er Englisch, doch seinem Akzent nach vemuten wir, dass er Deutscher ist. 

Als erstes bei der Ankunft checken wir die Medikamente, die der Arzt aufgeschrieben hat. 
Eines ist gegen etwas völlig anderes als Husten, eines ist in einigen Länden in Europa bereits verboten,weil es gleichzeitig die Schleimproduktion fördert und den Husten unterdrückt (was absolut kontraproduktiv ist) und dass dritte das er aufgeschrieben hat, ist einfaches Vitamin C.
Die Untersuchung hätten wir uns sparen können. 

Der, welcher mit dem tansanischen Auto angekommen ist, sitz um die Ecke. Als duden vorbei läuft grüßt er ihn auf Deutsch. Der Neuankömmling im Hotel heißt Sebastian und ist völlig perplex, dass ihn wer auf deutsch grüßt.

„How did you know. oh sorry, ich habe so lange Englisch gesprochen, dass ich nicht mehr umschalten kann. Woher weißt du dass ich deutsch spreche?“ fragt er.

„Oh, als du ausgestiegen bist dachte ich mir, du könntest auch aus Deutschland sein.“ antwortet duden

„Oh realy? An Meinem Englisch erkennt man  das nicht mehr, ich musste das ganze Jahr Englisch prechen,so dass ich Englisch jetzt ziemlich Akzentfrei spreche“ Antwortet Sebastian.

„Ich will dich nicht enttäschen, aber schon als du aus dem Auto ausgestiegen bist, haben wir an deinem Akzent vom Englisch vermutet das du Deutscher bist.“ Antwortet duden ehrlich. 

Sebastian sieht ein bisschen enttäuscht aus, aber er nimmt es mit Hummor.
Es stellt sich herraus, dass er knapp ein Jahr in Tansania als Volluntär an einer Schule war und Englischunterricht gegeben hat. 
Er hat noch viele kostbare Tips für uns in Tansania.

Den restlichen Tag verbringen wir damit ihn nach Tips auszuquetschen und damit mit Cara und den anderen Hostelgästen zu quatschen. 

  
 

Samstag, 27.08. 

Unser letzer Tag in Ruanda. Morgen ganz früh geht es weiter nach Dar el Salaam in Tansania. 
Den Tag verbringen wir also im wesentlichen nur mit den Vorbereitungen zur Weiterreise.

Einkäufe im Supermarkt und das Packen von unseren Sachen steht an. 

In den Supermarkt fahren wir zusammen mit Cara und Sebastian. Cara nimmt ihre ganzen Sachen schon mit, da sie von hieraus dann direkt zum Bus nach Uganda will. 
Gemeinsam essen wir noch was am Buffett vor dem Supermarkt, bevor wir uns ausgiebig verabschieden. Mit Sebastian sitzen wir dann noch ein bisschen im Cafe neben an. Zum ersten Mal, dass wir in Afrika überhaupt etwas wie ein Cafe sehen.
Die Preise sind Mondmäßig, weshalb für uns nicht mehr als eine Cola und ein Tee drin ist – aber wir genießen es mal wieder in einer Cafehaus-Kultur zu sitzen.

Eine spannende Begegnung haben wir noch an diesem Tag. 
Über Nacht ist Christoph in unserem Hostel geblieben. 
Er reist seit 16 Jahren um die Welt, mit kurzen Pausen von ein bis zwei Monaten im Jahr um seine Eltern zu besuchen. Leben tut er von Bonousmeilen, der er beim Abonemment von Kreditkarten bekommt. Er aboniert und storniert regelmäßig Kreditkarten und verkauft dann die Bonusmeilen an andere Leute. 
Reisen tut er nur mit einem 40 Liter Rucksack in den alles Past was er seit 16 Jahren braucht. 
Bestimmt eine Stunde Lang studieren wir seinen Rucksack und tauschen uns über Gepäckoptimierung aus.

Er hat eine ähnliche Route wie wir und so verabreden wir uns zum Schluß, dass wir uns Ende des Jahres an den Victoriafällen wiedertreffen wollen. 

Als Eherengäste in Mubuga

​​Freitag, 19.08.

Heute steht der Tag im Zeichen des Nichtstuns – naja fast, duden will noch Blog schreiben und wir beide müssen noch ein bisschen was für die kommende Tour vorbereiten. Eigentlich wollten wir auch wieder einmal ausschlafen, doch daran hindert uns der Lärm im Flur, der uns bereits um 7:30 Uhr aus dem Bett schmeißt. 

Beim Frühstückstisch ist bereits Christa, die nette Dame aus Bonn, welche versucht letzte Vorbereitungen für ihre Abreise zu treffen. Duden, der schon zum Frühstükstisch vorgegangen ist, begrüßt sie als erstes. Sie selbst ist gerade wieder dabei sich mit einem Gemisch aus Englisch und Deutsch mit den verschiedensten Leuten zu unterhalten, das klingt sehr lustig und wir sind uns nicht sicher, ob am Ende alle schlauer geworden sind aus dem was da erzählt und geredet wurde. 

Schon die letzten Tage hat Christa Gabriele etwas angeboten, wofür leider in den letzte Tagen aus verschiedenen Gründen immer keine Zeit war. Christas Zimmer hat nämlich eine warme Dusche. Wir haben nur die Gemeinschaftsduschen, die ausschließlich kalt sind und außerdem ist das letzte Mal, dass wir eine warme Dusche hatten, schon wieder fast zwei Wochen her. Das Angebot nimmt Gabriele also gerne an. 

Doch so einfach macht es die Dusche ihr nicht. Es dauert fast 10 Minuten, bevor warmes Wasser aus der Leitung kommt. Sie hatten die Hoffnung auf eine warme Dusche schon fast wieder aufgegeben.

Ganz unspektakulär bleibt der Tag dann auch nicht, denn schon vormittags sieht man über dem gegenüberliegenden Berg, von dem uns eine Bucht mit Bachlauf trennt, eine große Rauchsäule. Zuerst dachten wir, jemand würde seinen Müll verbrennen, doch dann wurde uns bewusst, dass es sich um ein Buschfeuer handelt. Den ganzen Tag können wir ihm zugucken, wie es sich, mal langsamer und mal schneller, über den Berg ausbreitet. 
Feuerwehren gibt es hier nicht und als wir schon vormittags das Hotelmanagment darauf aufmerksam machen bekommen wir nur zur Antwort:
„Not our problem. It is not our side of the lake.“ 

Ansonsten bleibt der Tag entspannend unspektakulär…
 

ca. 11.00 Uhr

ca. 16.00 Uhr

 
Samstag, 20.08.

Heute folgen wir einer Einladung, die wir vor zwei Tagen von Pastor Philbert erhalten haben. Es ist sein Namenstag und der wird in seiner Gemeinde ca. 15 km südlich von hier gefeiert. Für uns heißt das also früher aufstehen, denn um 8.00 Uhr wollen wir versuchen einen Bus zu nehmen, um wenn möglich pünktlich da zu sein.
Zum Thema Pünktlichkeit sind wir hier in Afrika auf jeden Fall schon entspannter geworden, denn pünktlich ist hier normalerweise keiner. 

Am Busbahnhof in Kibuye erwartet uns aber unser erstes Problem, denn so schnell fährt kein Bus. Der früheste fährt heute erst um 9.00 Uhr, dann wenn wir eigentlich schon da sein sollten. An den anderen beiden Busstationen fahren sie noch später. Aber immerhin fährt der Bus tatsächlich nahezu pünktlich ab. 

Wir sind schließlich die Einzigen die um etwa 9.25 Uhr in der kleinen Gemeinde Mubuga aussteigen. Wir sind stolz das wir sie nicht verpassen und ein paar andere Fahrgäste im Bus helfen uns, dem Busfahrer verständlich zu machen, dass wir aussteigen wollen. Auf der Karte existiert das Dorf nur mit einer eingezeichneten Kirche. Tatsächlich gibt es auch nur eine asphaltierte Straße, dafür viele Trampelpfade und zwei Lehmpisten die durch den Ort gehen. 

Mubuga

 Die katholische Kirche ist schon von weitem sichtbar, sie ragt quasi über dem Dorf empor und wirkt im Vergleich zu den restlichen, sehr bescheidenen Häusern geradezu unverhältnismäßig. Ein Trampelpfad führt quer durch das Dorf rauf zur Kirche.  

Die Kirche ist sehr groß und dennoch bescheiden in der Ausstattung. Vor der Kirche sehen wir mehrere Gräber von Tutsi, welche während des Genozids in dieser Kirche verstorben sind. Innen ist die Kriche schlicht weiß gestrichen und im hinteren Kirchenschiff sieht man die Brandstelle einer Granate, welche als Spur von dem Mord an den Tutsi in dieser Kirche zurück blieb. Im Gedenken an die grausamen Morde 1994 hat man sie stehen lassen.

Die katholische Kirche von Mubuga

In der Kirche ist nichts los. Um 9.00 Uhr würde die Messe beginnen, hatte uns Pastor Philbert gesagt, jetzt ist es etwa 9.30 Uhr und uns beschleicht das Gefühl, dass wir entweder in der falschen Kirche sind, oder die Messe schon verpasst haben. 
Wir fragen nach, hinter der Kirche sind einige Mädchen in Schuluniform.
Philbert kennen sie und gehen auch sogleich weg, um ihn zu holen und keine zwei Minuten später kommt er uns entgegen. Die Begrüßung ist herzlich und so als wären wir schon seit Jahren gute Freunde. Wir folgen ihm schließlich in die Klosteranlage hinter der Kirche. 

Er führt uns in das Wohnzimmer der Klosteranlage, welches üppig ausgestattet ist. Extra für uns lässt er noch den Tisch eindecken, mit Brot, Marmeladen, Tee und Kaffee. Zuvor erklärt er uns noch kurz das Tagesprogram:
Erst wird eine Messe abgehalten, dann findet das Schulfest statt und daran schließen sich seine privaten Feierlichkeiten hier im Kloster zu Ehren seines Namenstages an. 
Wir sollen bitte bis zum Ende bleiben, er organisiert dafür, dass wir zum Schluss wieder zum Guesthouse zurückgefahren werden. 

Der Gottetdienst selbst ähnelt einem normalen katholischen Gottesdienst, wie wir ihn auch aus Deutschland kennen. Aber dennoch unterscheidet er sich in verschiedentlicher Weise. Alleine darin, wie pünktlich der Gottesdienst beginnt. Zwar haben wir erfahren, dass er eigentlich doch erst um 10.00 Uhr beginnen soll, dennoch fängt der Gottesdiens erst mit weiteren etwa 30 Minuten Verspätung an. Die Kirche ist nahezu voll, vor allem sehr viele Schulkinder sind da und sie füllt sich im Verlauf immer mehr. Knapp 700 Leute, schätzt Philbert später, sind beim Gottesdienst zugegen. 
Während des Gottesdienstes geht es hier etwas lockerer zu. Kinder rennen ständig durch die Gegend, Leute unterhalten sich und generell scheint man das hier mit Ordnung und Disziplin nicht so genau zu nehmen. Wir haben uns extra weiter nach hinten gesetzt, um nich so sehr aufzufallen und das Geschehen aus sicherer Entfernung betrachten zu können. Natürlich werden wir trotzdem erstmal von fast allen angestarrt wie ein bunter Hund, als wir die Kirche betreten und uns setzen. Auch der Leiter von unserem Guesthouse ist da und setzt sich zu uns. Er überstzt uns ab und zu und erklärt uns netterweise was gerade so passiert.  

Beim Einzug geht der Kirchenchor aus bestimmt 40 Schulkinder voran. Ihr Gesang ist sehr schön, nur der Keyboardspieler, der sie begleitet, spielt grässlich. Die Kinder klatschen zu ihrem Gesamg einen Rhythmus, der sich durch sämtliche Lieder des Gottesdienstes zieht und in den auch immer wieder Teile des Publikums einstimmen.

Zwei Höhepunkte hat der Gottesdienst: eine dreifache Taufe und die Erstkommunion von gleich einem Dutzend Kindern. Wie auch an anderen Stellen des Gottesdienstes ernete die Kommunion freudigen Beifall. Als diese vorüber sind, tragen mehrere Leute Geschenke rein: zwei riesige Obststiegen, mehrere Schachteln, zwei große Kallebassen. Das sind alles Geschenke vom Dorf an die Gemeinde, welche als Dank für die Kommunion überreicht werden. Manchmal werden ganze Ziegen oder Kühe als Dankesgeschenke reingebracht, bekommen wir erzählt.

bei der Kommunion

Als der Gottesdienst vorbei ist, gehen wir wieder nach hinten in Richtung der Klostergebäude. Philbert fängt uns gleich auf dem Hof ab und führt uns nach hinten zu den anderen Priestern und dem Bischof, die alle extra wegen den Feierlichkeiten hierher gekommen sind. Bevor das Program weiter geht, nehmen sie erstmal eine Stärkung zu sich: Bier, Wein und importierten Käse aus dem Norden des Landes. Nur das beste wird aufgetischt und wir sitzen mitten unter ihnen. 

Gemeinsam laufen wir dann mit den katholischen Hochwürden und dem Schulleiter in Richtung Schule, quer durch das Kloster und auf der Rückseite der Kirche einen Trampelpfad den Hang hinab. Er führt vorbei an den Zimmern der Nonnen, den krichlichen Kuhstallungen und dem Internat der Schüler in Richtung der Schule. 

Die Schule ist festlich geschmückt. Alle Bananenpalmen wurden am Stamm mit Toilettenpapier umwickelt und an den Eingängen stehen die Schüler in ihren besten Klamotten um den Schulleiter, Philbert und deren Gäste (zu denen wir scheinbar auch gezählt werden)  zu empfangen. 

Am Eingang stehen die Schüler Spalier….

Die Schule, ein Internat, unterrichtet 488 Schüler aus ganz Ruanda und ist sehr gut ausgestattet. Sogar einen Computerraum mit neuen Laptops gibt es. Die Klassenzimmer sind sehr einfach gehalten. Einige werden gerade zur Feier des Tages neu gestrichen. Die Schüler hier bezahlen Schulgeld, damit sie unterrichtet werden. Umgerechnet 75 Euro im Jahr müssen die Eltern aufbringen, damit ihr Kind diese Schule besuchen darf. Für die Meisten ist das viel Geld und Stipendien gibt es so gut wie nicht. Dafür ist die Schule sehr renomiert, da ihre Abgangsquoten von der Schule zur Universität herrausragend sind und die meisten Schüler dieser Schule am Ende sogar ein Stipendium für die Universität bekommen.

Eines der Klassenzimmer der Schule in Mubuga

Hinter der Schule steht eine alte Fabrikhalle, die sie für dieses Schulfest extra angemietet haben. Der Saal ist schon voll, viele Eltern sind da und auf 650 Leute schätzt der Schulleiter das Publikum, die Schüler ausgenommen. Alle sitzen mit Blick zur Bühne, nur die ersten zwei Reihen haben sie freigelassen, wobei in der Mitte der vorderen Reihe zwei Couches und zwei Sessel stehen, auf die auch Philbert zielstrebig zuläuft. Wir gehen an die Seite und gucken wo wir noch einen Platz finden. Doch kaum haben wir einen gefunden, kommt jemand auf uns zu und bedeutet uns, dass wir vorne auf einer der Couches Platz nehmen sollen. 
Wir haben wohl den Ehrengaststatus erhalten. Ein bisschen unangenehm ist das für uns. Links von Gabriele sitzen der geladene Schulleiter einer anderen Schule, Philbert, der Schulleiter vor Ort und der Bischof, direkt hinter uns der Vertreter des Regierungsdistriktes und der Elternvertreter der hiesigen Schule. 

Die Veranstaltung dauert insgesamt über 4 Stunden. Immer wieder abwechselnd gibt es Programmeinlagen und Reden. Zuvor werden jedoch noch alle Ehrengäste vorgestellt, auch wir, doch wir verstehen nicht genau, was sie zu uns sagen, da alle Reden komplett in Kinyawanda gehalten werden. Das ist für uns am anstengendsten, da wir kein Wort verstehen und wir in der ersten Reihe dabei trotzdem aufmerksam und interessiert aussehen müsen. Immer wieder sind wir auch das Motiv von Fotoaufnahmen – da ist Lächeln wichtig.

Generell müssen wir feststellen, dass ruandische Schulfeste sich nicht wesentlich von deutschen unterscheiden. Eigentlich nur darin, dass die Tanzeinlagen traditionelle Tänze sind, die wir in Deutschland natürlich in dieser Form selten finden. Anonsten gibt es verschiedene Aufführungen von Schul-AGs: eine Gesangseinlage, bei der sie Lehrer nachmachen, eine Gruppe die rappt, eine Vorführung der Karate AG und der Schulchor, der singt. Die Traditions-Tanzgruppe kommt auch zum Schluß nochmal auf die Bühne und zum Abschluss binden sie die vordere Reihe auch mit ein. Erst werden die geistlichen Hochwürden zum Tanzen aufgefordert, was schon mal zu Gelächter im Saal führt. Als sie dann auch noch uns zum Tanzen auffordern, kann sich der Saal vor Lachen kaum halten. Aber es ist kein unangenehmes Lachen über uns, sondern wie so häufig ein fröhliches Amüsieren. Wir haben auch unseren Spaß. 

Trommelbegleitung der Tanzgruppe

Die traditionelle Tanzgruppe

Draußen von dem Saalfenster aus gucken die Leute aus dem Dorf zu. Kinder und Erwachsene, von denen viele so aussehen, als ob sie es sich niemals leisten könnten, auf so eine Schule zu gehen. Wieder einmal wird uns dadurch der Kontrast zwischen arm und reich in diesem Land sichtbar. 

Kinder, die nicht auf diese Schule gehen, gucken vom Fenster aus zu

Philbert schafft es bei seiner Rede, den Saal einmal zum Toben zu bringen. Als er in seiner Rede verspricht, dass sie am Mittwoch von der Gemeinde aus eine Kuh schlachten werden und jeder eingeladen ist, daran mit zu essen, ist das Publikum außer sich vor Begeisterung. Rindfleisch bekommt man hier nicht oft, da Kühe selten sind. Meistens gibt es nur Ziegenfleisch.  
Das Program ist schließlich vorbei und alle gehen aus dem Saal raus, wärend er umgebaut wird. Philbert ist der Erste, der sich erhebt. Erst als er den Saal verlassen hat, stehen alle anderen auf.  

Als wir wieder in den Saal zurückkommen, sind die ersten beiden Stuhlreihen und die Couches auf die Bühne umgestellt und neben der Bühne ein Buffet aufgebaut worden. Vor den Couches stehen zwei Couchtische, auf denen massenhaft verschiedene Getränke wie Bier, Wein, Cola und Säfte aufgebaut sind. 
Wir sollen uns wieder auf die Couch setzten, die nun im Zentrum auf der Bühne steht. Rechts von uns sitzt der Bischof und von links starrt uns das Publikum an. 

Am Ende sitzen wir selbst auf der Bühne

Wir sollen zuammen mit dem Schulleiter und Philbert das Buffet eröffnen. Hier gibt es eine strikte Hierachie, in welcher Reihenfolge man an das Buffet darf, wir sind als vierte dran. Bis die Leute aus dem Publikum dran kommen sind alle auf der Bühne (außer Gabriele die unglaublich langsam isst) schon fertig mit Essen. 
Es ist ein komisches Gefühl, den Leuten im Publikum auf diese Art etwas vorzuessen und wir wünschen uns, gerade lieber unten im Publikum sitzen zu können. Wir nehmen uns extra nur eine sparsame Portion, da das Buffet doch eher zu klein aussieht, als dass es für alle reichen könnte. Tatsächlich aber bekommt jeder etwas ab, am Ende nicht mehr aus allen Töpfen, aber es reicht.
Zum Schluss bekommen sogar die Kinder und Erwachenen aus dem Dorf, die nicht zur Schule gehören, etwas ab. 

Eine ganze Weile sitzen wir noch da und unterhalten uns angeregt. Kaum hat jemand ein Bier leer, schon kommt ein Schüler und serviert ein Neues. 
Mit der Dämmerung wechseln wir den Ort und gehen wieder in die Aufentaltsräume des Klosters. Im Wohnzimmer ziehen sie den Vorhang auf, der das Esszimmer abgrenzt und nur noch ein kleiner Kreis von vielleicht 30 Leuten ist zugegen. Wieder sitzen alle und wieder werden die Leute nach einer Hierarchie geordnet hingesetzt. Auch dieses Mal sollen wir wieder in der ersten Reihe sitzen. Wieder beginnt die Runde damit, dass jeder einzeln vorgestellt wird, auch wir. Zu essen gibt es Brouchettes (Spieße) von der Ziege und zum Nachtisch Torte mit Pommes und Krautsalat. (Ja! Wirklich in dieser Kombination!!!)
Nach und nach überreichen die Freunde Philbert Geschenke zu seinem Namenstag, wobei sie jeweils von dem Koordinator der Feierlichkeiten angekündigt werden, bevor sie vortreten um ein paar Worte zu sprechen. Schon vormittags hatten wir Philbert ein kleines Geschenk überreicht, doch damit wir nicht dieses Mal ohne etwas dastehen, singen wir ihm ein Ständchen auf deutsch – viel Glück und viel Segen finden wir für einen katholischen Geistlichen ganz geeignet. Auch seinem Wunsch, dass wir „An der Allee“, das er in den letzten Tagen so schön fand, für alle singen, kommen wir gerne nach.

Die Rede des Bischofs beendet schließlich den Abend und der Leiter unseres Guesthouses fährt uns persönlich zu unserer Unterkunft. Er ist auch schon ziemlich angetrunken und fährt bei seinen Überholmanövern und in Linkskurven mehr auf der linken Spur im Gegenverkehr als auf seiner eigenen Spur. Zum Glück sind die Straßen, abgesehen von den Autos der heimkehrenden Gäste von Philbert, wie leer gefegt.
Wir sind froh als wir um 23.00 Uhr heil im Guesthoue sind. Und nach einem so ereignisreichen Tag fallen wir auch nur noch ins Bett. 

 
 

Sonntag, 21.08. 

Heute ist tatsächlich gar nichts passiert, außer dass duden Blog schrieb und Gabriele gelesen hat.

 

Montag, 22.08. 
Unser letzter Tag soll auch entspannter werden. Erst am Nachmittag haben wir uns nochmal mit Philbert verabredet, was er mit uns vor hat wissen wir nicht; bis dahin verbringen wir den Tag mit diversen Planungen und Zeit für uns.
Nebenher unterhalten wir uns noch ein bisschen mit Cara. Sie kommt eigentlich aus den USA und abreitet nun aber schon seit einiger Zeit für eine Organisation, welche sich in Uganda gegen Kinderobdachlosigkeit und Straßenprostitution einsetzt. Wir stellen fest, dass sie in den nächsten Tagen das selbe Ziel hat wie wir und deshalb schließt sie sich uns gerne anschließen.

Philbert kommt unerwartet pünktlich, nur 20 minuten nach der vereinbarten Zeit ist er da und hat sogar kurz zuvor angeurfen, dass er etwas später kommt. 
Geplant hat er nichts, dafür hatte er keine Zeit erzählt er, da er Unterrichten musste. Spontan packen wir also die Spielkarten aus um ihm das Spiel Rome Bus beizubringen – er ist von dem Spiel begeistert. Am Abend fahren wir mit seinem Auto schließlich zu dem Retaurant, welches so Idyllisch am See liegt und wo wir auch schon vor ein paar Tgen waren. Er lädt uns zu Fisch ein und dafür opfern wir eine der Flaschen des Weines aus Deutschland, die wir schon seit geraumer Zeit mit uns herumschleppen. 
Alles in allem wird es ein entspannter Abend mit Gitarrenspiel und einer langen Verabschiedung am Ende. 

Dem Congo so nah…    

Montag, 15.08.

Heute geht es weiter! Luisa fühlt sich wieder fitter und wir freuen uns aus Huye weg zu kommen, denn um ehrlich zu sein ist es so schön hier dann doch nicht…

Große Aufregung entsteht schon kurz nach dem Aufstehen. Luisa hat Nachricht von der Uni aus Uganda, der Streik wurde ausgeweitet und so wie es aussieht könnte die Uni noch für weitere zwei Monate geschlossen bleiben.  Ein wening unruhe macht sich in Luisa und Franzi breit, ob sie dann am Ende überhaupt noch was von ihrem Semester haben. 

Nachdem wir beide um die Ecke von Hotel essen waren, treffen wir uns mit Franzi und Luisa wieder um zum Busbahnhof zu gehen. 

Unsere Planung hat sich gestern etwas verändert. Da wir noch nicht 100% wieder Fit sind beschließen wir zunächst zum Lake Kivu zu fahren um dort in schönerer Atmophäre die Seele baumeln zu lassen und dann von da aus mal wenn möglich in einer Tagestour zum Nationalpark zu fahren. Kibuye ist die Stadt die wir uns dafür ausgesucht haben. Sie liegt mittig am See und Luisa und Franzi haben diese Stadt sehr empfohlen bekommen. 

Doch so schnell kommen wir aus unserem Motel noch nicht weg. Vor unserer Abreise will das Personal erst noch Fotos mit uns machen. Jede muss mal auf dem Bild gewesen sein, bestimmt 25 Fotos werden noch auf die Schnelle mit der Handykamera gemacht. 

Etwa gegen 11.00 Uhr sind wir an der Busstation. Einen direkten Bus gibt es aber nicht, wir müssten über Muhanga fahren und dort umsteigen, durchbuchen können wir nicht, das Anschlußticket müssen wir dann dort vorort kaufen.

Gegen 13.30 sind wir schließlich in Muhanga. 
Ein Busbahnhof kann man das Muhanga nicht wirklich nennen, in einer Straße sind mehrere Busunternehmen in zwei Läden angesiedelt, und der etwas breite Bürgersteig wird von den Fahrern einfach zum Busparkplatz umgewandelt. Das Busunternehmen mit dem wir losgefahren sind hat keine Ansclüsse in Richtung Kivu-See, stattdessen schicken sie uns weiter zum anderen Busunternehmen die Straße rauf. Dort steht schon eine große Schlange vor dem Schalter. Es dauert ein bisshen, bis wir uns durchgekämpft haben um nach dem Anschluß nach Kibuye zu fragen. 

„No Bus Today! Bus full!“ bekommen wir als Antwort

Das war nicht die Antwort die wir hören wollten. Wir fragen noch Mal bei dem anderen Bus unternehmen, doch die verweisen uns nur wieder an das wo heute wohl kein Bus mehr geht. Uns bleibt wohl nix anderes übrig als heute Nacht hier zu bleiben und morgen den Bus weiter zu nehmen. Bevor wir uns aber auf die Suche nach einem Hotel machen, wollen wir fragen, ob wir für morgen gleich die Sitzplätze reservieren können. 

„To Kibuye? at 14.30 pm.“ Ist dieses Mal die Antwort von der selben Frau wie eben. 

Also fährt heute doch noch ein Bus, in etwa 45 Minuten. Wo der plötzlich herkommt ist uns schleierhaft. Wir buchen das Ticket sofot und werden mit auf die Liste geschrieben. Einen Quittung gibt es dieses Mal nicht und mit uns ist die Liste dann auch schon wieder fast voll.

Der Bus ist ein Kleinbus, er hat eher das Format der ghanaischen Tro-Tros, die vergleichbar mit einem VW-Bus sind. Das Gepäck müssen wir mit rein nehmen und auf unserem Schoß verstauen. Gabriele und Luisa werden hinten untergebracht, Franzi und duden sollen sich vorne auf die Beifahrersitze setzten. Es ist ehr eng, gefühlt sogar noch enger als die Tro-Tros aus Ghana.

Wärend sich duden auf dem Beifahreristz verrenken muss, damit der Fahrer noch an die Schaltung kommt, hat Gabriele ganz andere Probleme. Damit ihr Rucksack nicht auf die Nachbarin fällt, muss sie diesen mit den Füßen und Beinen ausgleichen, gleichzeitig muss sie sich mit der Hand festhalten um selbst nicht auf die Nachbarn zu kippen – die ganze Fahrt über.
Um später an ihre Tabletten im Rucksack zu kommen vollbringt sie ein wahres akrobatisches Kunststück, welches fast 10 Minuten dauert. 

Die Passstraße, die wir jetzt fahren führt auf über 1600 Höhenmeter und hat gefühlt für jeden Höhenmeter eine Serpentine. Ihr Zustand wird mit jedem Kilometer schlechter, sie hat zunehmend mehr Schlaglöcher und immerwieder sieht man Steinschläge, die graße erst von der Straße geräumt wurden.

Ca 2 Stunden dauert die Fahrt. Bevor wir vor uns den See Kivu sehen. Er liegt auf 1462 Metern Höhe und schon beim Anblick beginnt die Entspannung. 

Kibuye ist nicht sehr groß heute hat es gerade Mal rund 45.000 Einwohner. Ein wirkliches Stadtzentrum gibt es nicht, vieles spielt sich aber rund um den Busbahnhof ab.  
Als wir ankommen fängt es gerade an zu nieseln. Unser Guestouse ist zum Glück nicht weit weg, ca. einen Kilometer, doch mit dem Gepäck wollen wir dennoch lieber fahren. Hier ein Taxi zu bekommen ist aber noch schwerer als in den anderen Städten zuvor. Ein Boda-Boda-Fahrer hilft uns netter Weise und orgnisert uns einen Fahrer. Nach Taxi sieht das Fahrzeug nicht aus, eher nach Privatjeep. Der Fahrer spricht kein Eglisch, welshalb der Boda-Boda-Fahrer umdingt überetzten will. 2000 RWF halten wir für die Stecke als angemessenen Touristenpreis, doch der Fahrer will 10.000 RWF.

„10.000 is mutch to mutch! it is only one kilometer. 1500 is the normal price for this distance, not more.“ geben wir ihm zur Antwort. 

„Ok, 5000“ übersetzt der Boda-Boda-Fahrer

„No, why he wants so mutch? It is only a short distance! 2000 is our Maximum.“

Nein er besteht auf 5000 RWF. Seine Begründung ist, dass es anfangen würde zu Regnen, wir deshalb ein Taxi nehmen müssen und er deshlab mehr verlangen kann. 

Wir laufen schließlich doch. und nach wenigen Minunten hört auch das Nieseln auf. 

Unser Guesthouse mit dem Namen Home Saint Jean ist ein Guesthouse der katholischen Mission in Ruanda. Es liegt Idyllisch auf dem Gipel eines Hügels, der in eine Lagune Reinragt, so dass man von jeder Seite aus einen Traumhaften Seeblick hat. Die Zimmer hier kosten genau so viel wie wir bisher auch bezahlt haben, dafür sind Dusche und Toilette auf dem Flur. 

der Ausblick von der Hotelveranda

Als wir uns auf die Verana unsere Guesthouses setzten ist es etwa 17.00 Uhr und das erste was wir machen ist uns endlich unser verspätetes Mittagessen zu bestellen. Die Preise sind nicht gerade güstig. Ab 3500 RWF gibt es hier den Teller Pommes, dafür steht dabei wie ange das Essen dauert. Wir suchen uns extra etwas raus, was den Angaben nach schnell geht, da wir einen Bärenhunger haben. 

Luisa hat wieder eine neue Nachricht von ihrem Komilitonen aus der Uni in Uganda bekommen: der Streik ist vorbei, man hat sich geeinig, vorrausichtlich geht morgen die Uni wieder los.

Das kommt unerwartet und zieht einige Kriesengespräche bei den beiden nach sich. Es sieht so aus, als wäre für Luisa und Franzi der Ruanda Urlaub apruppt zu Ende. Noch wärend wir das diskutieren kommt eine ältere Frau auf uns zu und setzt sich zu uns an den Tisch.
Sie heißt Christa und ist auf Einladung einiger Priester hier in Kibuye:

„Ich könnte euch ja jetzt erzählen, was ich schon alles tolles erlebt habe, aber ich will euch ja nicht neidisch machen. Aber das war schön, was ich bisher hier alles erlebt habe. Ich bin ja jetzt das zweite Mal hier und nur mit Priestern und Bischöfen unterweg.“ 

Sie heißt Chrita und kommt von der frankofonen Gemeinde aus Bonn. 

Luia und Franzi haben derweilen auch weitere Informationen von ihrer Uni. Es genügt wohl, wenn sie erst Montag kommen; sie haben also noch bis Ende der Woche Zeit. Das heißt aber das aus einem entspannten Reisen nicht so viel wird, wenn sie bis dahin noch etwas von Ruanda sehen wollen. 

Sie sind wärend unerem Gespärch mit Christa, auch schon mit dem Program für Kibuye weiter gekommen. Zwei weitere Reisende die hier übernachten planen für morgen eine Tour auf die vorgelagerten Inseln. Das Boot kostet 30.000 RWF und wenn wir es uns teilen wird es für jeden Günstiger. Los würde es dann morgen von hier aus um 11.00 Uhr gehen. 

Christa erzählt uns noch ein bisschen was spannendes über die Region und beantwortet uns noch ein paar Fragen die wir zum Genozid haben. So haben wir schon länger die Frage, wie eigentlich die Täter von damals verurteilt wurden. Das weiß sie, durch ihre Reisen für die Kriche hat sie schon mit mehreren Opfern von damals gesprochen:

Die Verurteilung der Täter fand nach dem Genozid in traditionellen Gacaca-Gerichten statt. Bei diesen Gerichten versammelt sich das ganze Dorf und der Täter muss von der Tat erzählen. Weigert er sich, so geht er direkt in das Gefängnis. Wenn er bereit ist zu erzählen, so wird das Gericht alle paar Wochen wiederholt, bis der Täter tatsächliche Reue zeigt und bis das Opfer bereit ist zu verzeihen. 

Ein Beispiel hat sie auch:
Sie hat vor kurzem wohl mit einer Frau gesprochen, die Opfer vom Genozid, war. Damals klopfte ihr Nachbar, mit dem sie gut befreundet waren an der Tür. Als sie ihm öffnete, weil sie sich nichts böses dabei dachte, begann er mit der Machete erst auf sie einzuschlagen und dananch ihre sechs Kinder umzubringen. Sie überlebte als einzige schwer verletzt. Jahre Lang wurden die Gacaca Gerichte von diesem Fall alle zwei Wochen mit dem gesammten Dorf wiederholt. Nach ca. einem Jahr hat er seine Tat eingesehen, doch die Frau wollte ihm nicht vergeben. Schließlich hat der Mann ihr Haus, welches in der Zeit zerstört wurde wieder vollständig aufgebaut und hilft ihr seit dem bei der Bewirtschafftung ihrer Äcker. Mittlerweile hat sie ihm wohl vergeben, weil sie weiß, dass er damals der Hetze zum Opfer gefallen ist. 

Sie empfiehlt uns auch ein Buch (welches wir mittlerweile gelsen haben und auch sehr weiterempfehlen können) welches einen guten Einblick in die Abläufe und Geschichte des Genozids in Ruanda gibt. Es hat den Titel: „Über 1000 Hügel wandere ich mit dir“ von Hanna Jansen. 

Schließlich kommt auch unser Essen Eine Stunde später als den Angaben in der Karte nach. Wir erfahren auch gleich, dass das hier normal ist und man unter Umständen bis zu zwei Stunden auf sein Essen waren muss.
Also bestellen wir auch besser gleich einen Nachtisch und beschließen, dass das unser Mittag- und Abendessen ist. Den Abend verbringen wir warm eingepackt auf der Verranda, denn Nachts müssen wir feststellen, dass es hier doch recht kalt wird. 

 

Dienstag, 16.08. 

Heute morgen treffen wir uns zum Frühstück mit den anderen, die planen die Bootstour zur den vorgelagerten Inseln zu machen. Gegen 11.00 Uhr treffen wir uns – mittlerweile sind wir zu neunt, zwei deutsche Mädels und ein sehr ruhiger Britte haben sich noch dazugesellt, die sich auch die Kosten teilen wollen.
Die anderen beiden mit denen Luisa und Franzi schon gestern Kontakt geschlossen haben Dominik, aus Korea, der seit zwei Jahren um die Welt reist und Sherry aus den USA, die sich für ein halbes Jahr eine Auszeit nimmt um durch einige afrikanische Länder zu reisen.

Unsere Bootstour beginnt um 11.00 Uhr, durch die mittlerweile besseren Umrechnungskurse der Währung (Knapp 1 €: 920 RWF) kostet die Bootstour bei neun Leuten nur knapp 3,50€ pro Person. Das Boot liegt unterhalb vom Guesthouse am Ufer, die Frau an der Rezeption zeigt uns den Weg. 
Unten wartet ein altes Holzbot, über dem man aus einem alten Werbeplakat einen Sonnenschutz gebastet hat; das Plakat macht dem Anschein nach Werbung für einen Metallbetrieb. Mit den neun Sitzplätzen kommen wir genau hin, mehr Plätze hat das Boot nicht. Auf den Stuhllehnen der Sitzplätze liegen bereit die Schwimmwesten aus.

Los geht richtung Napoleoln Island. Wir haben das volle Program gebucht: zwei Inseln mit Führung. 

Napoleon und Monkey Island

Nicht alle sind Bootstouren so gewöhnt und einige haben bei dem leichten Wellengang etwas Angst, dass wir untergehen oder unser Boot voll Wasser laufen könnte. Untermauert wird ihre Angst vorallem dadurch, dass unser Boot auch tatsächlich immer mehr voll Wasser läuft und wir dabei zugucken können, wie das Wasser in der Bilch kaum merklich steigt. 
Der Übeltäter ist schnell gefunden, direkt hinter dudens Sitz ist ein Loch im Bug, durch das Wasser eindringt. Eine Lösung ist schnell gefunden. Mit zwei Kaugummis stopft duden das Loch und fühlt sich dabei wie MacGyver, zuminest für die Überfahrten sollte es dicht genug sein. 

Ca. eine Stunde dauert die Fahrt zur Napoleon Insel, die ihren Namen trägt, da der Berg auf ihr wohl an den Hut Napoleons erinnert. 
Hier legen wir an, unter einem Baum und folgen einem Trampelfahrt auf die Insel. Unserem Guide müssen wir mehr hinter her rennen als laufen, wirklich viel Spaß an seiner Arbeit scheint er nicht zu haben. Zusätzliche Informationen über die Ineln hat er auch keine für uns. Irgendwann auf der Insel zeigt er auf eine Trampelfahrtabzweigung. Sie führt in eine Sackgasse und beim genaueren Hinschauen sehen wir hunderte von Fledermäusen, zwischen den Bäumen hängen. Da wir aber leider keine sonderlich leise Gruppe sind, sehen wir sie bald mehr Fliegen als hängen.

hunderte Fledermäuse leben auf dieser Insel

 
Eine ganze Weile geht das Schauspiel und wir halten uns einige Zeit auf, bevor wir weitergehen Richtung Gipfel der Insel. 

auf dem Weg zum Gipfel

 
Während unser Guide an seinem Handy hängt, genießen wir den Ausblick. Normalerweie können wir bis zum Congo sehen sagt er uns noch, aber nicht heute- es ist zu neblig.
Dennoch ist der Blick schön und noch schöner ist das Gefühl es in so kurzer Zeit auf den Gipfel geschaft zu haben. Für ein Gruppenfoto lässt sich dann doch unser Guide noch Mal aktivieren, dannach ist er aber relatv schnell wieder auf dem Rückweg, so das wir fast Mühe haben ihm zu folgen. 

Unten angekommen muss unser Guide erstmal durch das Wasser steigen, die Variante wie er sein Boot angebunden hat war wohl doch nicht die Beste, zumindest ist es so weit abgetrieben vom Ufer, dass er nicht einfach so an das Boot dran kommt.      
Das wir ihn dazu verpflichten, erst Mal das gesammelte Wasser aus dem Boot zu schöpfen gefällt ihm auch nicht, aber vorher – so sagen wir ihm – wollen wir nicht wieder einsteigen.  

unser Boot für die Tour

Die nächste Insel ist die Peace Island. Warum sie s0 heißt weiß unser Guide nicht, dafür weiß er auf dem Weg dahin, dass das andere Boot, dass uns entgegen kommt die Fähre ist, die seiner Information nach zweimal die Woche von Süden nach Norden durch den See fährt. 
Den Kanuten der uns unterwes entgegen kommt kennt er auch, das Kanu, so erzählt er uns, würde ihm gehören und der uns da Entgegen rudert hätte es von ihm geliehen. Er hängt sich auch gleich bei uns dran und steigt in unser Boot um. 

Die Peace Island ist schön, unser Guide lässt uns vorne raus und wir sollen die Insel auf eigene Faust erkunden oder baden gehen. Groß ist die Insel nicht, deshalb ist das auch ohne weiteres machbar. In einer halben Stunde haben wir alles gesehen.
Einer aus unserer Gruppe geht auch baden, doch das mit dem Baden im Lake Kivu ist so eine Sache. In fast allen afrikanischen Seen ist Bilharziose an der Tagesordnung. Ein kleiner Wurm der für unseren Körper nicht gerade gesund ist. Das Problem bei Lake Kivu, fast alle Quelle im Internet sagen, dass auch dieser See davon betroffen ist. Die einzigen die das nicht behauptet sind einige Reiseführer, weswegen viele diesen See als zum baden unbedenklich einstufen, sich dabei aber nur auf das berufen, was sie in ihrem Reieführer gelesen haben.    

Es ist schon verlockend in so einem Panorama auf Peace Island schwimmen zu gehen

Gegen 16.00 Uhr sind wir wieder von der Bootstour zurück. Trinkgeld für den Guide gibt es nicht, denn extra hat er für uns ja nichts gemacht, im Gegenteil, manchmal hatten wir Probleme ihm mit seinem schnellen Schritt zu folgen. Doch zu allem überfluss behauptet er jetzt auch noch, dass die Tour nicht 30.000 RWF kosten würde, die wir jetzt bei ihm bezahlen sollen – das wäre nur der Prei für eine Insel, wir hätten aber zwei gesehen, dass würde dann 45.000 RWF kosten. 

Doch wir weigern uns, als Sherry gestern die Tour im Hotel gebucht hat zu der der Guide gehört, hieß es dass beide Inseln inklusive sind, nur eine Insel kostet sonst auch nur 15.000 RWF. Wir bestehen also auf den Preis und sagen ihm, dass er das dann mit der Rezeption diskutieren soll. Eine Quittung kann er seinen eigenen Angaben nach auch nicht ausstellen, weswegen wir ihm schließlich sagen, dass er dann hoch kommen soll zu Rezeption. Da könnte er das dann gleich ausdiskutieren und uns auch eine Quittung ausstellen. (Den unsere Beführchtung ist, dass er sonst zum Schluß behauptet, dass wir ihn noch nicht bezahlt hätten) 

Er lässt sich nur widerwillig drauf ein, aber schließlich bleibt ihm nix anderes übrig. Er will erst sein Boot parken und dann kommen. 

Ca. 45 Minuten warten wir auf ihn an der Rezeption, schließlich kommt die Dame an der Rezeption zu uns und gibt uns die Quittung ohne das er da war. Auf der Quittung steht: Boattrip Napoleon + Peace Island, 30.000.
Ein Versuch schien es dem Guide wohl Wert gewesen 15 RWF mehr raus zu holen. 

Den Abend lassen wir auf der Veranda ausklingen, während einige drinne die Olympischen Spiele schauen, spielen wir draußen Gitarre. Außer uns ist noch eine Gruppe von mehreren Priestern da. Einer von ihnen heißt Philbert und ist total begeistert von unserem Gitarrenspiel, er will auf jeden Fall in den nächsten Tagen wiederkommen, damit wir gemeinsam Gitarre spielen. 

Luisa und Franzi schenken wir an dem Abend noch einer der Ketten, welche wir an einem der letzen Tage in Ghana am Strand gebastelt haben.

 

Mittwoch, 17.08.

Heute ist Tag der Abreise zumindest für fast alle außer uns. Luisa und Franzi fahren zusammen mit den beiden anderen deutschen Mädels, die mit uns gestern im Boot waren weiter nach Norden und Sherry will Richtung Süden. 
Mit Sherry, den Mädel aus den USA tauschen wir noch schnell unsere Kontakte aus, da wir festgestellt hben, dass sie in der nächsten Zeit die selbste Route hat wie wir. 

Der Abschied von allen wird kurz und schmerzlos. Mit Franzi verabreden wir uns noch, dass wenn wir wieder in Deutschland sind, wir uns mal treffen müssen. 

Der einzige der auch noch bleibt ist Domink aus Korea. Er will erst am Donnerstag weiterreisen, wir sind uns da noch nicht so ganz schlüssig, wann es bei uns weiter gehen soll und werden das wohl eher spontan entscheiden.  

Unsere Idee ist es wenn möglich die Fähre zu nehmen, die wir gestern vom Boot aus gesehen haben. Dafür müssen wir aber erstmal rausfinden, wo sie hält und wann genau sie fährt. Das, so haben wir uns vorgenommen, soll heute auch schon unser einziger Tagesinhalt sein. 

Es scheint wohl gerade Schulschluß zu sein, als wir uns am späten Vormitag auf den Weg machen. zumindest kommen uns dutzende Schulkinder in ihrer Uniform entgegen. Meisten grinsen sie einen schüchtern an und bringen kein Wort raus, einige Winken auch. Auf dem Weg von unserem Guesthouse in die Stadt kommt es aber erstaunlich oft vor, dass sie an uns vorbeigehen, grinsen, die Hand zu uns halten und im vorbegehen „Money“ sagen.
Wir fragen uns, ob das wohl manchmal funkioniert, das ihnen Touristen dann Geld geben.    

So bald wir über den Ortskern sind passiet uns das nicht mehr. Die Viertel hier werden einfacher und die Kinder interessierter. Einige laufen uns hinterher, weil sie uns einfach interessant finden oder beliben stehen und gucken uns hinterher. 
Die Straßen sind mittlerweile zu Lehmpisten geworden und auch die Häuser sind hier simpler als in dem Viertel unseres Guesthouses wo die Kinder nach „Money“ fragen. 
Es ist spannend für uns diese Ecke der Stadt zu  sehen, dennoch müsen wir feststellen, dass wir uns, wenn wir zur Fähre wollen, wohl verlaufen haben.

Straßenszene im einfacheren Stadtteil von Kibuye

Auf unserem Weg zurück kommen wir an einem Park vorbei. In dem Park stehen lauter Gruppen zusammen, in der Mitte der Gruppe oder vor ihnen steht jemand mit einem Block und die Leute erzählen den Leuten etwas.
Wir versuchen herauszufinden was es ist, doch am Anfang finden wir niemanden, der Französisch oder Englisch spricht. Schließlich finden wir eine Frau, die Französisch kann. Sie erklärt uns, dass es hier Geld gibt. Von wem das Geld kommt konnten wir leider nicht rausfinden, aber sie suchen die Person, die das Geld am meisten nötig hat, damit sie es dann bekommt.  

eine von vielen kleingruppen im Park

Die Straße zur Fähre ist asphaltiert und brand neu. Ca. 30 Minuten laufen wir, bis auf der rechten seite eine Bucht auftaucht in der wir tatsächlich auch die Fähre sehen. Neben ihr stehen noch diverse traditionelle Fischerboote im unterschiedlichsten Erhaltungszustand. 

die Fähre ist zufällig auch gerade da…

Einen Anschlag finden wir auch, leider nur in  Kinyarwanda. Zahlreiche Menschen stehen dort rum und wir beschließen sie einfach Mal zu fragen. Dabei ergibt sich das übliche Problem. 
Zwar können viele Leute hier ein bisschen Französisch und einige Jüngere auch ein bisschen Englisch, aber meistens nicht viel und manchmal haben sie einen so starken Dialekt, dass es oft schwer ist sie zu vertehen. Mit uns geht es ihnen nicht anders und so spricht man selten nur eine Person an, wenn man eine Frage hat, sondern es scharren sich oft gleich mehrere Personen zusammen, die sich gegenseitig übersetzten, was wir sagen und die gemeinsam die Vokabalen sammeln um uns wieder zu antworten. Meistens formen den Satz verschiedene Personen noch Mal um, bis wir ihn verstanden haben. Wir machen es genauso, wobei duden sehr froh ist, dass Gabriele relativ fließend Französisch und Englisch spricht. Man könnte es Ping-Pong-Gespräch nennen, weil ständig alle Personen was ergänzen, bis man hofft sich gegenseitig verstanden zu haben.
Bis man sich gegenseitig verstanden hat braucht es meistens etwas Geduld, aber zum Glück haben wir uns daran schon gewöhnt.   

Nach ca. 10 Minuten Ping-Pong-Gespräch kennen wir die Abfahrtszeiten. Drei Mal in der Woche fährt sie in Richtung Süden und jeweils am darauf folgenden Tag zurück nach Norden. Kibuye liegt in der Mitte der Strecke. Abfahrt ist jeweils um 07.00 Uhr im Norden, bzw. Süden und irgendwann zwischendurch ist sie dann in Kibuye, das Zeitfenster lässt sich aber nur auf drei Stunden genau eingrenzen, man muss also einfach rechtzeitig genug da stehen. 

Auf dem Rückweg von der Fähre treffen wir eine jungen Mann, er heißt Joan Piere, will aber JP gennant werden. Er unterhält sich mit uns eine ganze Weile, die wir in die gleiche Richtung laufen. Von ihm erfahren wir auch, warum die Straße so neue ist: die Chinesen Bauen sie, sie haben einen Vertrag, in dem sie innerhalb von 5 Jahren die komplette Küstenstraße am Kivu-See erneuern müssen. Auch sonst gibt er uns noch ein paar Tips beim Obstkauf und zeigt uns schließlich den Markt. 
Er selbst arbeitet auf einem Campingpaltz, erzählt er uns, den er uns noch Mal auf der Karte zeigt. Er würde sich freuen, wenn wir ihn Mal beuchen kommen und so verabreden wir uns mit ihm für morgen zum Mittagessen in dem Restaurant am Campingplatz. 

Der Markt von Kibuye ist nicht sehr groß, ein anderer Reisender hat von ihm gesagt „er ist kein Foto wert“ – im Gegenteil finden wir. Der Markt besteht aus zwei länglichen Gebäuden, die mehr einer Bauruine gleichen. Die Läden hier wirken sehr improvisiert. Im Untergeschoß haben Leute auf Tüchern Bohnen und Getreide augebreitet, dass sie verkaufen. Im Erdgechoss sind Nähereien und Schlachtereien und im hinteren Gebäude sind Läden mit drogerieähnlichem Bedarf. im Ersten Stock des hinteren Gebäudes haben Frauen auf Tischen Obst und Gemüse augebreitet. Die Restlichen Stockwerke beide Gebäude stehe leer.

der Markt von Kibuye ist eine halbe Bauruine

Das Obst ist günsig und so decken wir uns noch mit diversen Früchten ein: eine Annanas, 10 Bannanen, 2 Avocado, 1 Papaja und 10 mal eine Frucht deren Namen wir bisher nicht raufinden konnten, die aber wahnsinnig lecker ist. Für alles zusammen bezahlen wir umgerechnet gerade mal 1,50 €. 

Der Abend heute wird nicht lang, schon früh fallen wir ins Bett. 

 

Donnerstag, 18.08. 

Auskurieren ist immernoch angesagt! Gabrieles Verdauung ist mittlerweile wieder ziemlich Fit nur duden hüstelt immernoch vor sich hin. Deshalb haben wir beschlossen uns ab jetzt bis zur Abfahrt der Fähre auszukurieren, damit wir Gesund in unsere weitere Reise starten könen. 
Den Vormitag verbringt Gabriele deshalb damit das Buch welches uns Christa empfohlen hat am E-Book-Reader weiter zu lesen und duden damit den Blog weiter zu lesen.

unser Guesthouse eignet sich auch perfekt um die Natur zu beobachten

Erst gegen Mittag wollen wir uns zu unserer Verabredung mit JP von der Terrasse des Guesthouses erheben. 
Das tuen wir dann auch. Weil sich Gabriele aber nur so schwer von ihrem Buch trennen kann, allerdings erst gegen 14.00 Uhr. 

Der Campingplatz, bei dem wir uns mit JP um die Mittagszeit zum essen verabredet haben liegt ungefähr zwei Kilometer von unserem Guesthouse. Wir sind echt gespannt, wie er aussehen mag und überlegen, ob wir nicht sogar die letzten zwei Nächte dann lieber auf den Campingplatz gehen sollten, da es ja bestimmt günstiger ist. 

Der Weg führt immer nur der Straße nach, auf die andere Seite der Gebirgskette auf der auch unsere bisherige Unterkunft liegt. Irgendwann wechselt die Straße mal den Straßenbelag, bzw. irgendwann gibt es keinen Straßenbelag mehr und sie wird zur Sandpiste, aber die Landschaft durch die wir laufen ist traumhaft und geht immer am See entlang. 

Irgendwann denken wir uns, dass der Campingplatz doch bald kommen müsste, tatsächlich sagt das auch unsere Kartenapp – doch an der Stelle wo der Campingplatz sein müsste ist ein Hotel mit dem Namen „Holiday Hotel“. Wir beschließen dort einfach mal zu fragen.
Es ist idylisch gelegen an einer Bucht mit einer sehr gut gepflegten und durchdachten Grünanlage drumrum. Das Hotel besteht aus lauter einzelnen Bugalows im Grünen von denen die Mehrheit Seeblick hat.
Die Rezeption ist in einem kleinen Pavillion vor dem Hotel, an ihr sind gleich zwei Leute, die uns empfangen. Ein bisschen fehl am Platz kommen wir uns mit unserer Frage hier schon vor. 

„Excuse me! we are searching for a campsite?“ fragt duden die Rezeptionistin.

„Yes. Camping is for 20.000 Franc posible.“ bekommt er zur Antwort

Also sind wir hier wohl doch richtig, nur das hier Camping mehr kostet als unser Doppelzimmer mit Frühstück in dem Guesthose in dem wir bisher sind. Jean Pierre kennen sie auch, er macht hier die Bootstouren, ist aber seit heute morgen unterwegs und nicht da.

Ob wir uns das Restaurant dann leisten können wagen wir auch zu bezweifeln. Dennoch riskieren wir es und beschließen sonst einfach nur eine Kleinigkeit zu uns zu nehmen, quasi ein Happen der Höfflichkeit, damit wir unser Wort gegenüber JP halten. 

Oben ist alles besetzt, weshalb uns der Ober einen Platz direkt am See zuweißt. Mitten auf dem Zeltplatz, wo gerade aber kein einzige Zelt steht. Ein einzelner Tisch mit Sonnenschirm, die Nächsten Restaurantgäste sitzen erst wieder 20 Meter weiter. 
Von der Menüauswahl sind wir positiv überrascht. Essen und Trinken sind hier wesentlich günstiger als in unserem Guesthouse. Für gerade Mal 8500 RWF bekommt Gabriele ein gegrilltes Hähnchen und duden zwei mittelgroße Fische, beides jeweils mit üppiger Beilage. 

Auch der Service ist nicht zu vergleichen mit unserem Guesthouse. Sobald man die Menükarte in die Hand nimmt steht der Ober neben einem und wartet darauf die Bestellung in Empfang zu nehemen. Der Serice ist rundum einfach gut, so gut, das wir die Zeit vergessen und schließlich bis zum Sonnenuntergang hier verweilen. 

Sonnenuntergang im Holiday Hotel

Zurück im Hotel ist Christa mit einer ganzen Gruppe von Priestern auf der Veranda des Guesthouses am Essen und trinken. Auch Pfarrer Philbert, welcher neulich Nacht so begeistert war von unserem Gitarrenspiel, ist wieder da. Er kommt sofort auf uns zu und bittet uns, dass wir später mit ihm zusammen Musik machen sollen. Gerne machen wir das und holen die Gitarre. Den restlichen Abend ist der Pfarrer immer mal bei Christa und Mal bei uns am Tisch. 

Wieder ist Pfarrer Philbert begeistert von unserer Musik und schließlich lädt er uns für Samstag ein. Sein Namenstag, der in seiner Gemeinde groß gefeirt wird. Mit Tanz, Musik und einer Messe. Wir sollen auch dazu kommen, um 8.00 Uhr geht es dann da los. Wir sollen zu dieser Feierlichkeit ihn in seiner Gemeinde besuchen.

Im Land der Tausend Hügel 

​Mittwoch, 10.08.

Früh geht es heute für uns los. Bereits gegen 5.30 Uhr klingelt unser Wecker. Das Ziel heute ist Ruanda und unser Flug dahin geht um 9.00 Uhr. Für uns heißt das, spätestens 6.30 Uhr Abfahrt um rechtzeitig zum Flughafen zu kommen. 

Die junge Frau, welche um die Zeit schon in der Küche des Hostel steht setzt wirklich alles in Bewegung um uns in der Zeit noch ein schnelles Frühstück zu zaubern. Wiedermal gibt es Omlett, Brot, Pancakes und Obst, zum Schluss müssen wir sie sogar bremsen uns nicht noch mehr zum Früstück zu zaubern. 

Pünktlich um 6:30 Uhr stehen wir an der Straße und für einen humanen Preis im Taxi kommen wir gegen 8:00 Uhr am Flughafen an. 

Terminal 1 stand in unserem Abflugplan im Internet.

Sonderlich groß ist der Flughafen nicht, er besteht aus zwei kleinen Terminals, die beide eine sehr überschaubare Größe haben. Im Terminal kann uns jedoch keiner weiterhelfen; im Terminal 1 fliegen nur Inlandsflüge, nach Ruanda geht der Flug also stattdessen in Terminal 2. 
Rübergelaufen sind wir schnell, gerademal 2 Minuten, was uns einmal mehr vor Augen hält, wie klein der Flughafen ist. Nach der obligatorischen Eingangskontrolle mit Gepäckscan und Metalldetektor sind wir im Flughafen und stehen auch schon quasi unmittelbar vor dem Checkinschaltern. 

An den Checkinschaltern gibt es bereits die Plastikkontrolle. Die Einfuhr von Platiktüten und -verpackungen ist in Ruanda gesetzlich verboten. Eine Frau kontrolliet uns, Gabriele ist zuerst dran. Sie öffnet den Rucksack am Hauptfach und sieht als erst mehrere Packungen Buntstifte, welche wir extra als kleine Geschenke eingepackt haben um Mal Kindern eine Freude zu machen. 

„what for ist this? fragt sie.

„Oh thatˋs for children that we have a little present for them“ antworten wir.

„Oh I have children!“ sagt sie und nimmt sich eine Packung heraus. 

Dafür darf Gabriele ihr Tasche wieder zu machen, die Kontrolle ist nach dem Buntstifftfund für sie beendet. Schließlich ist dudens Tasche dran. Zielstrehbig sieht sie auch hier eine Buntstiftpakung oben aufliegen, nimmt sie sich und bedeutet duden, dass auch seine Taschenkontrolle damit bgeschlossen ist. 

So läuft das also: zwei Pakungen Buntstifte zur Bestechung und dafür kommen wir darum unsere gesamten Taschen auszuleeren. 

Das Bording ist im ersten Stock, auch hier wird wieder das Gepäck wieder auf Plastik kontrolliert. Sonderlich genau nimmt man das hier oben nicht. Zahlreiche Leute haben plastikverpackte Sachen in ihrem Handgepäck, doch mit ein bisschen Diskusion darf alles bei denen mit. Wir werden einfach durchgewunken, nachdem duden erklärt, dass wir bereits unten kontrolliert wurden. 

Der Flug ist nicht besonders voll, zu zweit haben wir eine Reihe für uns. Der Service an Bord ist exquisit und auch die Ausstattung des Flugzeuges der Fluglinie RwandAir ist hervorragend. Noch nie haben wir eine so ausführliche Notfallbroschüre gesehen, in der sogar erklärt wird, wie man die Notboote bei einer Notwasserung benutzen muss. Von vorneherein lag auf jedem Sitz ein Kissen und die Beinfreiheit ist im Vergleich zu anderen Linen gigantisch. 
Einmal landen wir zwischen, in Nigeria.

Pünktlich um 17.30 sind wir in Kigali. Der Flughafen scheint nicht viel größer als der heute Morgen in Accra. Mit dem Bus geht es zur Einreise, bei der es schon eine Schlange für Visa gibt. 27,- Euro Kostet das Visum. Viel wissen wollen sie nicht bei der Einreie, nicht Mal ob man einen Weiterflug hat. Schließlich bekommen wir einfach einen Stempel in Pass und innerhalb von 10 Minuten sind wir eingereisst. 
Unser Gepäck scheint die Einreise noch nicht geschafft zu haben, es lässt noch auf sich warten. Wir sind zwei der letzen vier die auf ihr Gepäck warten, als es nach mehreren Nachfragen endlich um etwa 18.30 Uhr auf dem Gepäckband reinfährt. 

Draußen ist es schon wieder dunkel und unser erster Gang ist  zum Geldautomaten und zum Simkartenstand. Man hilft uns auch sofort weiter und es wird eine lustige Gespärchsrunde beim Simkartenkauf.

Zu unserem Hostel fahren wir mit dem Taxi. in Accra haben wir von der Rwandesin den Tip bekommen nur nach Taxameter zu fahren, da sie dann nix am Preis manipulieren könnten. Den tip wollen wir auch gleich umsetzten und bestehen drauf, dass er nach Taxameter fahren soll. zur Sicherheit öffnen wir noch unser Navi im Handy, damit wir sehen ob er auch keine Extratouren fährt. Bevor er losfährt fummelt er gefühlt eine halbe Ewigkeit am Taxmeter rum. 2700 RWF sind schließlich der Startbetrag (ca. 3 Euro) und wir sind uns auf einmal gar nicht mehr so sicher, ob es wirklich so ein guter Deal ist und er uns nicht mit höheren Tarifen als normal doch über das Ohr haut. 

Eines Fällt uns in diesem Land sofort auf, dass es in Kigali unglaublich sauber ist. Nirgends sehen wir Müll rumliegen und nach fast einem Monat Ghana und Burkin Faso kommt uns die Stadt mit ihren Baustielen, den sauberen und gut gepflegten Straßen fast schon europäisch vor. Selbst die Taxis wirken gepfelgt und die Taxifahrer am Flughafen haben sogar eine Dienstuniform. Zwar gibt es überall ganauso kleine und bunte Lädchen wie in Ghana, aber sie sind wesentlich sauberer und wirken auf den ersten Blick organisierter.  

Kigali

Unserem Navi nach müsste mittlerweile auch das Hostel direkt rechts vor uns liegen – zumindest wenn man der Adresse ihrer Homepage glauben darf – doch der Taxifahrer fährt zielstrebig an der Adresse vorbei, weiter Richtung Innenstadt. Das Hostel sei umgezogen ist seine Begründung. 

Ob das timmt wissen wir nicht und so haben wir von jetzt an keine Kontrollmöglichkeit zu gucken, wie er fährt. 

Ca. 5 Minuten später hält er auf dem Innenhof eines Hauses, das tatsächlich ein Hostel sein könnte. Für alle Fälle steigt Gabriele noch mal aus und fragt vorher. Es ist tatsächlich unser Hostel, das vor ca. 2 Monaten hierher umgezogen ist und schlicht noch nicht die Adressen gändert hat. 

Bereits vor zwei Wochen hatten wir hier via Hostelworld im Dorm resterviert. An der Rezeption sehen wir auf der Preisliste, dass das Doppelzimmer nur um zwei Dollar teurer ist und so beschließen wir, wenn möglich umzusteigen und ein solches zu nehmen. Doch die Dame an der Rezeption hat leider kein doppelzimmer mehr. Nach kurzem Überlegen hat sie dafür eine andere Idee: die Suite ist noch frei und wenn wir wollen können wir diese für die nächsten zwei Nächte zum selben Preis wie ein Doppelzimmer haben. 
Die Suite zeichnet sich in erster Linie dadurch aus, dass sie getrennt Dusche und Bad hat, die im Zimmer sind und nicht geteilt werden müssen, außerdem hat sie ein Mosqitonetz am Bett, was bei der Masse an Mücken im Zimmer auch dringend nötig ist. 

Den Abend verbringen wir im Hostel mit überteuertem Abendessen bei den der mittlere Teller 4000 RWF für eine Portion Reis mit Soße kostet (ca. 4,50 €)

Der Aufenthaltsraum im Hostel

Später am Abend unterhalten wir un noch mit zwei anderen Mädels, welche ebenfall aus Deutschland kommen und sich in den nächten Tagen Ruanda angucken wollen. Sie sind beide Studentinnen für Jurnalismus und sind seit einer Woche für ein Auslandssemester in Uganda. Da allerdings die Uni gerade noch bestreikt wird und der Streik noch drei Wochen dauern soll, wollen sie die Zeit bis zum Vorlesungsanfang nutzen um ein bischen zu reisen. 


Donnertag, 11.08.

So langsam bekommen wir im Ausschlafen Routine, wobei wir trotzdem immer spätestens um 8.30 Uhr aufwachen, meistens weil duden einen Hustenanfall bekommt und Gabriele dann auch nicht mehr schlafen kann. Heute versucht sie dennoch ein bischen weiter zu schlafen, da sie doch noch recht Müde ist und immernoch nicht ganz fit.  

Vom Frühstück, das regulär bis um 9:30 Uhr geht bekommt duden nur noch die Reste mit. Da alle Tische belegt sind setzt er sich zu den beiden Mädels von gestern Abend an den Tisch, legt noch schnell etwas vom Früstück für Gabriele zurück und setzt des Gespräch vom Abend zuvor mit den beiden fort. 

Sie heißen Franzi und Luise und haben schon einen festen Plan was sie alles hier sehen wollen. Auch viele Tips haben sie für uns. Von denen auch Gabriele, die mittlerweile ausgeschlafen hat begeistert ist. Auch Tips für einen ersten Einkauf können sie uns geben.
Man sieht es auch vom Hostel aus, dierkt auf dem anderen Hügel, das gelbe Hochhaus. Es ist mit einem Boda-Boda einfach zu erreichen. 

Boda-Boda so nennt man die Motorräder, die hier weitgehend die Taxis ersetzen. Man erkennt sie meist daran, dass die Fahrer eine blaue Weste tragen und in der Hand einen zweiten Helm spazierenfahren. Man winkt sie wie ein Taxi ran, diskutiert den Preis mit ihnen, setzt den zweiten Helm auf, sich hinten drauf und versucht sich so gut es geht an dem Grif hinten am Sitz fest zu halten.
Auch wir versuchen es auf dem Weg zu Supermarkt.   
Für uns beide ist es ein Abendteuer der besonderen Art. 
Wir haben beide das Gefühl, dass man eigentlich nicht wirklich fest auf dem hinteren Sitz sitzt, und Sorgen um unsere Füße haben wir auch, immerhin sitzen wir direkt am Rad. Gabrieles Fahrer rast etwas und nutzt jede freie Lücke um sich zwischen den Autos durchzuquetschen. Duden kann das nicht genau sagen. Das Visier von einem Helm ist so verkratzt, dass er durch den Helm nihts mehr sieht. Er kann gerade so unten am Helm vorbeischielen um die Straße unter sich vorbeirasen sehen. 

Ca. 5 Minuten dauert der Weg zum Supermarkt. Er liegt in einer Mall die etwas luxuriöser ist und am Eingang eine Sicherheitskontrolle mit Metalldetektor hat. 
Der Supermarkt selbst ist Luxoriös und unterscheidet sich in seiner Aufmachung kaum von einem deutschen Supermarkt. Vermutlich ist er etwas teuerer als das, was man auf der Straße für die selben Produkte zahlen würde, dafür hat man hier eine große Auswahl in geordneten Regalen. 

Zwischen den Supermarktregalen vergisst man fast, dass man gerade weit weg von Deutschland ist.

Vor dem Supermarkt gibt es Buffet für 2500 RWF ein gute Gelgenheit um zu Mittag zu essen und mal in Ruhe Niyigena zu schreiben, dass wir gut in Ruanda angekommen sind. 

Mit Niyigena haben wir bereit vor zwei Wochen via Couchsurfing Kontakt aufgenomme, er kommt hier aus Kigali und hat uns auf unsere Anfrage hin eingeladen bei ihm ab Freitag zu übernachten. 

Gegen 14.30 Uhr sind wir wieder zurück im Hostel. Auch Franzi und Lusie treffen fast zeitgleich mit uns ein. Sie haben den Mittag im Genozidmueum verbracht, dass an den Genozid an knapp einer Million Tutzis vor 20 Jahren hier in Ruanda errinnert. 

Mittlerweile hat uns auch Niyigena, unser Chouchsurfingkontakt geantwortet. 

„Is Saturday good for you? I need to arange everything in my house because there were other couchsurfers at my place..“

Also verschiebt er unsere Verabredung um einen Tag… 

Franzi und Lusie erzälen uns von noch einem Mahnmal des Genozids im Süden das sie besichtigen wollen. Wir sind von der Idee begeistert und fragen ob wir uns einfach anschließen drüfen, wir müssen das nurnoch vorher mit Niyigena klären. 

Den Nachmittag nutzt Gabriele um sich das Viertel mal etwas genauer anzugucken, es scheint eine recht wohlhabende Gegend zu sein und in der Straße in der unser Hostel ist sind außerdem zahlreiche Frauenorganisationen. Die Straßen, welche fast Alleenartig sind, sind fast alle mit Kopfsteinpflaster gepflastert, die sich in kreisförmigen Mustern über den Boden ziehen. Immerwieder sieht man Wachpersonal oder das Militär, das in den Straßen Patroulie läuft. 

Zum Abendessen gehen wir mit Franzi, Lusie, einem Australier, der heute angekommen ist und einem  Canadier, der gestern vor dem Hostel sein Zelt aufgebaut hat in ein ruandisches Restaurant, das die Straße aufwärts liegt. Es gitb wieder Buffet, dieses Mal mit Reis, Nudeln, Kochbananen und mehreren Soßen mit Fleisch. 

Den Abend wollen wir schließlich im Hostel ausklingen lassen, in der selben Runde wie beim Essen.  
So gegen 22.00 Uhr erreicht uns noch mal eine Nachricht von Niyigena. Er ist ganz in der Nähe in einem Lokal zusammen mit drei Gästen und wenn wir Lust haben würde er sich sehr freuen, wenn wir auch dazu kommen.

Nach längerem hin und her lassen wir uns dazu breitschlagen zu ihm zu laufen.
Das Lokal liegt am oberen Ende unserer Straße, nur wenige Meter neben dem Retaurant in dem wir am Abend zum essen waren. 

Niyigena sitzt im hinteren bereich des Lokals zusammen mit drei anderen, von dem uns der eine Mit den Worten begrüßt:

„Noch mehr Deutsche, dann können wir ja auch gleich deutsch sprechen“ 

Den Abend lassen wir gemeinsam mit ihnen ausklingen. Unser Fazit: Niyigena ist sehr nett und zuvorkommend, mit zwei seiner drei Gäste am Tisch kamen wir aber nicht wirklich klar und sind Froh, dass wir demnächt Niyigena alleine treffen können. Wenn wir von unserer Reise durch Ruanda wieder in Kigali sind, sollen wir einfach zwei Tage vorher anrufen.

 
Freitag, 12.08.

Gestern noch kamen Gabrieles Ergebnisse von der Ärztin, ie wir heute morgen lesen können:

es konnte nichts pathologisches nachgewiesen werden. Hoffe, es geht Ihnen (beiden) besser. Gute Reise. „

Nach einer kurzen Rückfrage empfiehlt sie dann aber doch lieber noch mal mit einer Medikation sicherheitshalber zu behandeln, da bei Gabriele seither keine Besserung eingetreten ist.  
Diese müssen wir also vor unserer Abfahrt in den Süden heute noch holen. Außerdem wollen wir am Vormittag noch bei derBotchaft von Tazania vorbei um uns das Visum für die Einreise zu holen, falls es länger dauert. 
Beides sprechen wir noch schnell mit Luise und Franzi ab und machen uns dann gleich nach dem Frühstück auf den Weg. Wieder via Bado-Boda queer durch den Berufsverkehr von Kigali. 

Die tanzanische Bootschaft ist etwa 5- 10 Minuten von unserem Hostel entfernt. Das Botschaftsgebäude ist eine etwas gößere Villa. Nach dem wir uns am Eingang in das Gästebuch eingetragen haben und den Sicherheitsscan hinter uns haben, dürfen wir die Botschaft betreten.
Wir sind die einzigen Gäste und die Beamten chillen gemeinsam auf der Verranda. Dennoch ist der für uns zuständige Beamte nicht sauer, dass er jetzt unseret wegen aufstehen muss, sondern er scheinen sich darüber zu freuen, dass er Besuch und was zu tun hat.
Um so enttäuschter ist er, als wir am Ende nur die Papiere zum beantragen des Visums mitnehmen, da wir erfahren, dass das Visum nur 24h dauert und wir deshalb beschließen, dass es mehr Sinn macht, das Visum erst kurz vor Einreise nach Tanzania zu beantragen. 

Auf dem Rückweg, trennen wir uns, wärend Gabriele noch mal schnell in die Apothek fährt, fährt duden ins Hostel um dort noch ein bisschen was vom Blogschreiben auf zu holen. Natürlich fahren wir stilecht wieder mit Boda-Boda. 
Gegen Mittag geht es endlich los. Unser Ziel ist heute die Stadt Huye, welche auch Butare genannt wird. Dort wollen wir uns dann morgen das Mahmal für den Genozid angucken und von dort aus direkt weiter in den Nationalpark fahren. 
Doch zunächst führt unser Weg erstmal mit dem Taxi zum Busbahnhof. 

Ein Taxi in dieser Stadt zu finden gestalltet sich als gar nicht so einfach. Fast alle fahren hier nur mit den Boda-Bodas, weswegen es Taxis nur sehr selten gibt. Wir laufen extra schon zur Hauptstraße um bessere Chancen zu haben und dennoch kommt nur selten ein Taxi vorbei und ist dann meistens shon besetzt. Bestimmt 10 Minuten dauert es, bis wir eines gefunden haben, mit dem wir uns dann auch handelseinig werden. Die Straßen sind voll und um die Mittagszeit total verstopft. Einmal wendet unser Taxifahrer sogar weil sich auf der Straße gar nichts mehr rührt. Knapp 40 Minuten brauchen wir für eine Strecke von gerade Mal 3 km. Immerwieder fahren wir die Hügel der Stadt Kigali rauf und runter, vorbei an Völlig verarmten und einfachen Gegenden, wo direkt daneben oder mitten drinn die großen Villen stehen.

Der Busbahnhof liegt im Westen der Stadt und im vergleich zu anderen Busbahnhöfen in den bisherigen afrikanischen Ländern, die wir bisher erlebt haben ist dieser geordnet und sauber. Dennoch wirkt er im Vergleich zu europäischen Verhältnissen immernoch total Caotisch.

Der Busbahnhof in Kigali

Als wir aus dem Taxi aussteigen kommen sofort zahlreiche Leute an, die uns zu ihrem Bus lotsen wollen, damit wir mit ihrer Buslinie zu unserem Zielort fahren. Wir ignorieren sie erstmal, da wir erfahren haben, das man hier am Busbahnhof im ersten Stock des zentralen Gebäudes gut essen kann und so langsam doch auch unsere Mägen knurren.

Im esten Stock des Zentralgebäudes gibt es tatsächlich gleich zwei Restaurants bei denen man für gerade Mal 1500 RWF eine Portion bekommt von der man zwei Mal satt würde. Der Weg dorthin führt eine schmale Wendeltreppe rauf, die wir mit unseren Rucksäcken gerade so meistern, die aber unter unserem Gewicht doch ein wenig wankt. Im Restaurant sind alle Tische besetzt, doch das ist kein Problem für die Wirtin; ungefragt setzt sie kurzerhand mehrere Gäste um, damit wir Platz haben. Ein bisschen unangenehm ist es uns schon, dass sie für uns Leute von ihrem Platz vertreibt.
Ganz einfach ist die Kommuniation mit der Wirtin nicht. 

Einfach ist die Kommunikation hier in Ruanda eh selten. English und Französisch werden hier manchmal gesprochen. Bis vor wenigen Jahren wurde in der Schule hier noch als Fremdsprache Französisch unterrichtet, die Regeirung hat das jetzt aber geändert und so wird seit einigen Jahren an den Schulen nur noch Englisch unterrichtet. Auch ist Englisch als Sprache gerade in Mode und Französisch wohl eher nur noch ungerne gesprochen, so hatte uns schon Juliette in Accra erzählt. Neben dem hat Ruanda aber noch eine eigene traditions Sprache, Kinyarwanda. In der wir aber bisher nicht mehr sagen können als:

Mwaramutse = guten Morgen
Morakoze = Danke
Amakuru = wie geht es dir?
Nimeza = gut
und als wichtigste Vokabel:
Nahmafaranga = ich habe kein Geld   

Schließlich reich die Kommunikation zu der wir hier mit der Wirtin fähig sind scheinbar doch nur aus um Reis, Pommes und Nudeln mit Soße zu bestellen. Dem Gemüse können wir nur auf den Tellern der anderen zugucken. 

Mit unserem Bus haben wir mal wieder Glück. Wir warten keine 20 Minuten, bis er voll und abfahrtsbereit ist. Eigentlich sind die Busse hier nicht viel anders als die Tro-tros in Ghana, nur dass die Busse her etwas größer sind und man hier nichts auf dem Dach transportiert. Stattdessen kuschelt man mit seinem Gepäck auf dem engen Raum, den man im Bus hat. Mit Gitarre, kleinem Rucksack und unserem großen Wanderrucksack ist es da dann schon sehr kuschellig. 

Die fahrt geht etwa 3 Stunden – Hügel auf und Hügel ab.
Oft fahren wir auf dem Grad und genießen den Blick rechts und links ins Tal, wo die Bauern auf ihren Feldern stehen und aus den Wassergräben herraus ihre Felder bewässern. Was auffällt, ist dass so bald man aus Kigali raus ist die Steinhäuser schlagartig aufhören und von Lehmhütten abgelöst werden. Meitens liegen die Dörfer auf den Graden oder an den Hängen der Hügel. Die Täler sind meistens satt grün und man sieht dort Ackerbau oder Reisfelder. Die Hänge sind oft trocken und bewachsen von Bäumen und Büschen. Immer wieder sieht man Bäume in der unterschiedlichsten Farbenpracht, die einen schier verzaubern. 

Reisfelder in den Tälern zwischen den Hügeln

Immer wieder sieht man diesen trockenen Baum ohne Blätter, nur mit den Blüten am Ende der Äste.

Bei der Einfahrt in Huye fahren wir als erstes an dem Nationalmuseum vorbei und dann gleich dahinter in den den Busbahnhof ein. Ein Unterkunft haben wir nicht im vorhinein reserviert. Da wir auf der Karte und im Internet gesehen haben, dass es hier zahlreiche Hostels gibt, beschlossen wir am Abend zuvor, dass wir einfach vorort nit den Unterkünften verhandeln. 
Neben dem Busbanhof laufen wir in ein Viertel rein, dass scheinbar wohl etwas vermögender ist. Geprägt ist es hauptsächlich von der katholichen Universität, die hier den Größten Teil der Gebäude einnimmt und danneben stehen immer wieder größere Gebäudekomplexe mit großen eigezäunten Grundstücken.  

Wir laufen schließlich zu einem Motel, welches auch unter dem Namen „Huye Congress Centrum“ in unseren Karten verzeichnet ist. Hinter der Rezeption stehen drei Frauen, die das Motel wohl managen. zwei von ihnen sprechen weder Französisch noch Englisch, eine ein bisschen Französisch. Gabriele fragt sie also was das Zimmer kostet:

„10. äääh 20.000 RWF für das Doppelzimmer“

bekommen wir zu Antwort. Wir vermuten, dass der Versprecher eigentlich kein Verspecher sondern eine spontane Preierhöhung für Touristen ist. 10.000 so begründet sie auf Anfrage würde es wohl pro Person kosten. Zu teuer beschließen wir und verkünden, dass wir dan weiter gehen. Doch gehen lassen wollen sie uns auch nicht und so gehen sie auf 15.000 runter. 
Wir sollen uns erst Mal die Zimmer ansehen und dann sagen ob wir die Zimmer wollen. 

Die Zimmer sind gut ausgestattet. Ein Tisch, ein Stuhl, ein Bett und ein Mosqitonetz. Nichts spricht dagegen das Zimmer zu nehmen – Dusche und Toilette sind im Zimmer, nur Frühtück ist nicht dabei. 15.000 RWF sind umgerechnet rund 16 € und so geben wir uns damit einverstanden und nehmen zwei Doppelzimmer. 

Den Abend recherchieren wir noch mal über die Sehenswürdigkeiten, wobei Gabriele feststellt, dass das Nationlmuseum sehr empfohlen wird und wir uns deshalb noch nicht schlüssig sind ob wir tatsächlich morgen mit Franzi und Luise vom Genozidmahnmal aus direkt weiter in den Nationalpark fahren, oder ob wir nicht doch noch einen Tag länger bleiben um auch das Mueum noch in Ruhe zu besichtigen. 

Später lassen wir den Tag in einem nahegelegenen Restaurant ausklingen. Auch Franzi ist sich mittlerweile nicht sicher, ob sie nicht lieber doch noch eine Nacht bleiben will uns Luise will es sich auch noch überlegen. Die Entscheidung bleibt also noch aus und wird wohl erst morgen Abend fallen.

Samstag, 13.08. 

Heute stehen wir etwas früher auf, denn der Tag verspricht vom Program etws länger zu werden. Luisa hat sich mittlerweile auch entschieden und will ebenfalls noch eine Nacht in Huye dranhängen. 
Ganz so gut geht es ihr heute nicht, sie will aber trotzdem bei dem Program dabei sein. 

Unser Plan ist es, das wir so gegen 9.00 spätestes halb 10 loskommen. Erstmal müssen wir noch eine Nacht in unserem Motel dazubuchen. 

Unser Plan an der Rezeption:
Vlt. können wir wenigestens noch ein Frühstück aushandeln überlegen wir uns, wenn wir schon das Gefühl haben mehr bezahlen zu müssen. Doch wieder Mal gestallten ich die Verhandungen sehr schwierig, da die Damen, die zumindest ein bisschen Französich spricht nicht da ist. 
Nach dem wir uns mit Händen, Füßen und viel Mühe verständigt haben, enttäuscht die Antwort: Es ist nicht möglich das Frühtück inklusive zu machen, sie können da nichts drehen. Mit dem Frühstück würde das Zimmer 5000 mehr kosten. 

Während sich die anderen noch im Zimme fertig machen setzt sich duden schon Mal auf die Terrasse. Er startet einen erneuten Versuch Blog zu schreiben und endlich das Schreibdefizit aus Ghana nach zu holen. 
Nach ca. 5 Minuten kommt eine der Damen von hinter der Theke. Da duden kein Französisch kann, Versteht er nicht was sie will, nur dass es um irgendwas mit dem Frühstück geht. Als weiter fünf Minuten später Gabriele wieder eintrifft, kann sie auch nicht ganz erstehen, was die Dame von hinter der Theke genau wollte. Vlt. so schlußfolgern wir, gibt es jetzt doch noch ein Frühstück inklusive, wir warten einfach mal ab. 

Ziemlich lange, bestimmt 30 Minuten, ohne das sich was tut.

Wir waren schon kurz davor zu beschließen, dass es wohl doch kein Frühstück gibt, als wir sehen, das eine der Damen der Rezeption von den Einkäufen wieder kommt und eine andere mit 4 Frisch gewaschenen Tassen um die Ecke läuft.
Also beschließen wir doch noch mal zu warten.

Nach ca. einer Stunde Warten tischen sie auf. Ein riesiges Omlett für jeden, Tee, verschiedene Früchte und Brot bis zum abwinken servieren sie uns. Für dieses Frühstück haben sie sich wirklich verausgabt. Alles davon scheinen sie extra für uns eingekauft zu haben, wir haben fast schon ein schlechtes Gewissen  

Es ist lecker und bis wir fertig sind ist es fast 11 Uhr.
Wir wollen uns nun also beeilen um noch unser ganzes Program hin zu bekommen. Vorher kommt doch noch eine Rechnung: 2000 RWF pro Person zusammen also 8000. Immernoch günstiger als Früstück inklusive im Zimmer.

Unser Ziel heut ist es uns ein bisschen mit der Geschichte Ruandas auseinander zu setzten. Dafür wollen wir uns zwei Sachen angucken. Ein Genozidmahnmal und das Nationalmuseum. Das Genozidmahmal liegt in der Stadt Murambi, etwa 30 km westlich von Huye, etwa eine Stunde brucht man bis dort hin.
Zum Mahnmal kommen wir zunächst mit dem Bus und steigen dann für die letzten zwei Kilometer nochmal auf ein Boda-Boda um. 

Die fahrt geht raus aus der Stadt, weg von den asphaltierten Wegen und es ist ein bisschen Abenteuerlich auf Lehmpisten mit dem Boda-Boda zu fahren.

unterwegs auf dem Boda-Boda

Der Genozied in Ruanda passierte 1994, damals wurde innerhalb von 3 Monaten fast die gesammte Volksgruppe der Tutsi durch die Volksgruppe der Hutu ermordet. Die genaue Zahl der Toten ist bis heute nicht bekannt, meistens Sprechen Quellen von 800.000 –  1.000.000 Toten.

Hier gehts zum Wikipedia-Artikel der Geschichte des Völkermordes in Ruanda

Das Mahnmal welches hier steht ist wohl das erschrenkenste Beispiel für die zielgerichtete Ermordung. Als bereits die Morde an den Tutsi voll zu Gange waren gab jemand den Tutsi den Tip eines „sicheren Platzes“ rund 50.000 Tutsi suchten darauf hin zuflucht in einer vermeintlich sicheren Baustelle einer entstehenden technischen Universität. Hauptsächlich waren es Frauen und Kinder, die sich hier in den Klassenzimmern verschanzten.
Einen Tag später umstellte das Miltär die Baustelle, stellte das Wasser ab und und unterband die Nahrungsmittelversorgung. Nach einer Woche erschoßen sie alle die sich in den Räumlichkeiten befanden. Die Leichen wurden mit Buldozern in Massengräbern verscharrt und das französsiche Militär welches zwei Tage nach den Morden wieder in die Baustelle kam beseitigte die Spuren des Blutbades. Auf dem Massengrab errichten sie ein Volleyballfeld. 

Wie sehr das französiche Militär in den Massenmord involviert war ist uns nicht ganz klar.

Die Technische Universität in der rund 50.000 Tutzi sterben mussten (die kleien Häuser sind die Klassenzimmer) 

Die Klassenräume der technischen Universität hat man bis heute so belassen. Die Leichen hat man Exhumiert und wieder in die Klassenzimmer gelegt um so an die Graumsamkeit der Tat zu erinnern. Im Hauptgebäude ist heute ein Museum. 

Das Mahnmal erschüttet uns. Nicht nur wegen der spürbaren Grausamkeit der Tat, sondern wir finden auch aufbahrung der Leichen der damals ermordeten nicht gerade Würdevoll. In Vitrienen hat man die Knochen und Schädel gestapelt und die mumifzierten Leichnahme hat man auf Lattenroste möglichst platzsparend aufeinander gestapelt. 
In den Räumen stinkt es. In 18 Zimmern sind so die toten Körper aufgebahrt. 

Die mumifizierten Körper in den Unterrichtsräumen des Genozidmahnmal 

Insgesamt zwei Stunden halten wir uns in dem Genozidmahnmal auf. 

Den Rückweg treten wir wieder mit den Boda-Boda und dem Bus an. Der Busfahrer diesesmal ist allerdings etwas Flotter unterwegs als auf dem Hinweg. Auf der Fahrt richtung Mahnmal haben wir für die selbe Strecke noch rund 45 Minuten gebraucht, die der jetzige Busfahrer in gerade Mal 20 Minuten meistert. Das schaft er auch nur, in dem er viel zu schnell unterwegs ist. Die Bremsen quietschen und immer wieder neigt sich der Bus in den Kurven mit der Fliegrichtung.
Wir machen drei Kreuze, als wir endlich angekommen sind.  
Für Luise scheint die Fahrt nicht gerade förderlich. 
Als wir in Huye ankommen geht es ihr sichtlich schlechter und sie beschließt nicht mit in das Nationalmuseum zu kommen. Stattdessen geht sie schon zurück in das Motel um sich hin zu legen. 

Das Nationalmuseum liegt direkt neben der Bushaltestelle und als wir ankommen hat es nur noch 45 Minuten offen. 1989 war dieses Museum ein Gechenk der Belgier anlässlich der 20 jährigen Unabhängigkeit von Ruanda. 

In zahlreichen Vitrienen stellen sie Gegentände des alltäglichen Lebens von Früher aus. Das Museum ist sehr gut gemacht und dank unserem Guide (der am Ende uns noch 30 Minuten über die Öffnungszeit führt) schaffen wir es auch tatsächlich alles im Museum zu sehen. 
Sogar eine taditionelle Hütte haben sie hier drine nachgebaut. Finden, so erzählt uns unser Guide, tut man diese aber in Ruanda nicht mehr, sie werden so nicht mehr gebaut und die Brandgefahr der Hütten wäre zu groß. 

Zu Abend essen wir dann in einem Restaurant, dass in unserer Karte unter dem Namen „Futtern bei Papa“ verzeichnet ist. Das Restaurant gibt es zwar nicht mehr, dafür aber ein anderes, an der Stelle, dass ein sehr gutes Buffet für gerade mal 1200 RWF hat. Ausklingen lassen wir dann aber den Abend in Motel, wo Gabriele sofort einschläft und Franzi und duden die Zeit noch zum gemütichen Quatschen im Schankraum des Motels nutzen.

Sonntag, 14.08

Luise ist es über Nacht sichtlich schlechter ergangen. Deshalb beschließen wir heute hier zu bleiben und nichts zu machen. 
Vorher gibt es aber für Luise noch ein Checkup im Krankenhaus zu dem wir alle zusammen fahren. Das Universitätskrankenhaus liegt direkt in Huye und ist nur zwei Kilometer von unserem Motel entfernt. Den Weg dahin fahren wir mit dem Taxi. 

Im Krankenhaus sprechen sie an der Anmeldung wiedermal kein Englisch, dafür Französisch. Gabriele übernimmt das also und hilft Luise bei der Anmeldung. Franzi und duden versuchen derweilen etwas zum Frühstück zu organisieren. 
Es gibt nur drei Stände, sonst nichts in der ganzen Umgebung, oder es hat wegen Sonntag geschlossen. Mit unserer hellen Haut fallen wir natürlich sofort auf und sind sofort Mittelpunkt er Gespärchs. Alle gucken uns an, zeigen auf uns, tuscheln und lachen. Der erste Stand will uns gar nichts verkaufen und schickt uns weg am zweiten Stand verkauft er uns schließlich Brot, Avocado, Bannanen und eine weitere uns unbekannte Frucht zu überteuerten Preisen. Ganz frisch sehen die Sachen auch nicht mehr aus, dennoch haben wir Hunger. 

Inzwischen ist Gabriele mit Luise zum Arzt weitergeleitet worden.
Unterwegs schreibt sie den Weg mit damit Franzi und duden nachkommen können. In einer Textnachricht schreibt sie an duden:

„In Krankenhaus rein, rechts bei Schild operativ theatre, recht bei Schild dialys, links im Bogen um linkes kleines Haus. herum, Treppe zu unten liegenden Haus, 1. Eingang von links, 1. Flur nach rechts, wir sitzen da auf der Bank und warten“

Gut gemeint, nur leider scheitert die Erklärung schon daran, dass Franzi und duden nichtmal das erste Schild finden. 
Zum Glück kommt der Mitarbeiter, der auch schon Gabriele und Lusia zum Arzt geführt hat vorbei und zeigt den beiden noch Mal den Weg. Mit der Beschreibung hätten sie den Weg aber nicht gefunden, stellen sie dabei fest. 

Das Krankenhaus besteht aus lauter einzelnen Baraken, die meist durch überdachte Gänge miteinander verbunden sind. Gabriele und Luisa sitzen in einer solchen Barake im Gang und warten auf den Arzt. 

Wärend Luisa beim Arzt ist stürzen wir uns auf das Frühstück. Doch unsere Freude ist nur kurz. Als wir die Sachen aus der Tüte nehmen stellen wir fest: Das Brot ist geschimmelt, und selbst die Bananen sind nicht mehr voll genießbar. 

Auf dem Weg aus dem Krankenhaus hängen sich uns mehrere Kinder an, für die wir die Attraktion sind. Eines von ihnen ist sehr dreckig und stinkt, dass einem von dem Geruch alleine schlecht wird. Es ist nicht das erste Mal, dass uns sowas passiert. 

Lusias Problem ist wohl, tatsächlich nur, dass sie mit dem Essen noch nicht so gut zurecht kommt. Sie bekommt Elektrolytpulver verschrieben und bereits im Verlauf des Tages geht es ihr wieder etwas besser. 

Den restlichen Tag verbringen wir (mit der Ausnahme von einem kleinen Spaziergang durch das Viertel) im Motel.