Archiv der Kategorie: Ghana

An der ghanaischen Küste

​Leider sind wir etwas im Zeitverzug, weswegen wir schon mal beim aktuelleren weiterschreiben, da sich das schneller Schreibt. Wir versuchen euch diesen Reiseteil so schnell wie möglich nachzureichen!

Advertisements

Kumasi – im größten Markt Westafrikas

Leider sind wir etwas im Zeitverzug, weswegen wir schon mal beim aktuelleren weiterschreiben, da sich das schneller Schreibt. Wir versuchen euch diesen Reiseteil so schnell wie möglich nachzureichen!

Die Raubzüge der Paviane in Mole

Sonntag. 31.07.

Um 06:30 Uhr klopft es an die Tür des Zimmers und wir schrecken aus dem Tiefschlaf.

„Good morning, here is Prosper!“

Er ist es wirklich, er steht früh am morgen bei uns vor der Tür. Warum nur? Wir hatten uns gestern offiziell verabschiedet! Er war zwar so nett uns am ersten Tag auszuhelfen, aber warum er gestern Abend gleich zweimal versuchte uns aufzusuchen und warum er uns unbedingt so früh am Morgen wieder aus dem Bett schmeißen will ist uns ein Rätsel.
Die ganze Sympathie, die wir für seine Hilfsbereitschaft empfinden, ist auf einen Schlag doch wieder verflogen und wir fragen uns, was er wirklich will, morgens um 06:30 Uhr an dem Morgen an dem wir fahren wollen.

„Oh, good morning! How are you? We are still sleeping and we still need more sleep. What’s the matter?“ fragt duden
„I want to show you something! I will come back in two hours!“ sagt er.

So ganz koscher ist uns das nicht und deshalb beschließen wir, jetzt lieber schnell unsere Sachen zu packen und ihm dann von unterweg nochmal zu schreiben.
Innerhalb von einer Stunde haben wir alles gepakt und sind soweit fertig, um das Guesthouse zu verlassen. Wir bringen noch schnell die Schlüssel zum Zuständigen vom Guesthouse und machen uns dann auf den Weg zu der Tro-Tro-Station.

Tro-Tros sind die Sammeltaxis Ghanas, kleine Minibusse mit etwa 12 Sitzplätzen. Oft sind die Fahrzeuge in bedenklichem Zustand, dafür sind sie aber vor allem günstig. Für sie gibt es feste Haltetellen, an denen die Tro-Tros warten bis sie voll sind und dann losfahren. Feste Abfahrtszeiten gibt es nicht und auch keine Garantie, dass gerade ein Tro-Tro zu dem Ort fährt, an den man will.

Auf dem Weg zur Station halten wir noch an einem ähnlichen Frühstücksstand wie gestern, nur dieses Mal ohne verrottetem Taxi und mit einer deutlich frischeren Duftnote. Wie auch schon gestern gibt es Omelette im ebenfalls angebratenen Weißbrot. Da es Gabrieles Verdauung leider etwas schlechter geht, gibt es für sie nur Brot, auf das fettige Anbraten verzichtet sie gerade gerne.

Unser Ziel heute ist der Mole Nationalpark, der Größte in Ghana. Er liegt etwa 150 km westlich von Tamale und die Wegstrecke dahin wollen wir mit dem Tro-Tro zurücklegen. Wir haben gehört, dass es ab und an ein Tro-Tro gibt, das durchfährt, doch um das zu erwischen muss man wohl Glück haben.
In der Stadt gibt es zwei Tro-Tro-Stationen, eine in der Stadt und die andere etwa 2 km außerhalb des Ortskerns. Unsere erste Entscheidung fällt auf die näher gelegene in der Stadt.
Sie ist groß und es herscht ein für uns unübersichtliches Chaos. Doch weit rein kommen wir gar nicht erst, denn gleich am Eingang fangen uns mehrere Ghanaer ab mit der Frage:

„Hello friend, how are you? Where do you want to go?“

Die obligtorische Frage „how are you?“ gehört hier immer zum guten Ton, auch schon in Burkina begann jede Begrüßung mit dieser Frage. Wichtig ist auch, dass man sie beantwortet und zurückfragt. Nur wehe, es geht dir nicht gut: das will hier keiner hören, weshalb es prinzipiell allen gut geht und so ziemlich jeder die Frage mit zwei bis drei Wörtern beantwortet hat.

„Thanks! Fine, and how are you?“ kurze Pause zum Abwarten der Antwort, „we want to go to Mole National Park“

„Oh, here is no Tro-Tro to Mole, you need to go to Sankpala Station“

Na gut, wir hatten eine 50:50 Chance. Mit dem ganzen Gepäck wollen wir die zwei Kilometer zur anderen Station nicht unbedingt laufen und so beschließen wir, eines der Tuk-Tuks zu nehmen die es hier in Tamale gibt. Das ist etwas kucheliger mit dem Gepäck, doch wenn es sowa schon Mal wieder gibt, findet duden, dass man es auch mal nutzen muss. Es kostet 5 GCD (1,25€) und wir sind innerhalb von 5 – 10 Minuten an der anderen Station.
Sie ist westentlich überschaubarer und auch der Trubel ist nicht so groß.

image

Beim auf den Platz gehen werden wir trotzdem gleich abgefangen:

„Hello friends, how are you? Where do you want to go?“

Nach Mole fährt heute kein Tro-Tro, weshalb wir wohl zwei Mal umsteigen müssen in Damongo und noch Mal in Larabanga. Nach Damongo ist schon ein Tro-Tro da und fast abfahrtsbereit. Wir müsen noch Tickets kaufen. Unter einem Sonnendach Sitzt ein Mann an einem herranzten Tisch, vor ihm eine Kasse und ein Abrissblock, das ist die offizielle Kasse. Die Tickets kosten 15 GCD und sind nicht größer als einen Briefmarke.

Wir bekommen im Tro-Tro die Plätze in der vordersten Reihe sie hat drei Sitze, so wie auch die zwei Reihen hinter uns, dennoch werden immer 4 Leute in eine Reihe gesetzt. Das Fahrer copit ist auch mehr improvisiert. Die elektischen Fensterheber sind notdürftig mit Isolierband geklebt und die Hupe ist ein Kontakt die der Fahrer zum hupen an die Halterungsmutter vom Lenkrad hält. Zum Starten des Motors, drückt er zuvor ein paar Sekunden lang den Knopf der beheizbaren Heckscheibe, bevor er Motor anspringt
Die Strecke dauert etwa zwei Stnden, bis wir in Damongo sind. Derweielen unterhalten wir uns im Tro-Tro mit dem älteren Mann der später auf der Fahrt neben duden sitzt und den alle im Tro-Tro nur Papa nennen. Er erzählt, dass er Stammesoberhaupt ist und in Indien Wasserwirtschaft studiert hat.
In Damongo will er uns helfen einn Anshluß zu bekommen.

Vergeblich, nach Larabanga fährt wohl kein Tro-Tro, so bleibt uns von hier aus wohl nur noch das Taxi. 50 GCD handelt der Mann für uns bei den Taxifahrern aus, ob das wirklich Günstig ist können wir nicht beurteilen.

Das Taxi ist ein Kleinwagen im Format eines Fiat Pandas und der Fahrer muss den Kofferaum mit einem Seil zubinden. Der Taxifahrer sagt uns, dass er noch nach anderen Fahrgästen gucken will, dann könnten wir uns den Fahrpreis teilen. Erst Mal fährt er noch Tanken für 5 GCD, das sind hier etwa 1,5 Liter Diesel und schließlich fahren wir mit schnellem Fuß richtung Mole Nationalpark.

Am Eingang vom Park müssen wir erst noch unseren Eintritt entrichten. 20 GCD Kostet der Eintritt für die nächsten Tage.
Etwa 3 Minuten Autofahrt hinter dem Eingangsportal liegt schließlich unser Motel. Es ist die Teuerste Unterkunft seit wir auf Reisen sind. 140 GCD kostet uns der einfache Raum mit Ventilator, das sind umgerechnet für uns 35 Euro pro Nacht. Denoch beschließen wir insgesammt drei Nächte hier zu bleiben.

Das Hotel ist Idylisch gelegen mitten auf einem Hügel im Nationalpark mit einem Blick über das Land und auf ein nahegelegenes Wasserloch, wo man regelmäßig die Tiere beobachten kann. Auf der Anderen Seite ist direkt die Parkverwaltung von wo aus auch die Safaris starten. Als wir ankommen ist sie gerade von einer riesigen Horde Warzenschweine belagert.

image

image

Das Motel selbst ist gut ausgesattet, hat mehrere Baukomplexe, ein paar Bungalows und vor allem einen Pool in dem man schwimmen kann.

image

Unser Zimmer ist im hinteren Teil des Motels. Es ist gut ausgestattet und hat drei einzelne Betten, welche frisch bezogen und sauber sind. Das ist nicht immer der Fall, z.B. in dem Letzten Gueshouse waren wir uns nicht sicher, wie lange das Laken schon benutzt wurde und so waren wir schon manche Male froh, dass wir einen Hüttenschlafsack dabei haben. Das Bad in unserem Motelzimmer hat zwar auch nur kalt Wasser aber dafür sogar eine funktionstüchtige Badewanne.

Die für uns größte Sensation sind die vielen Europäer. Seit Reiseantritt haben wir nicht mehr so viele Europäer gesehen, auch ein Deutscher ist dabei mit dem wir ins Gespräch kommen. Er ist aus Hamburg und macht zwei Wochen Urlaub in Ghana. Schon seit Jahren hatte er sich das orgenommen, da ein freund von ihm hier ein Hotel hat, das er sich lange schon Mal angucken wollte, jetzt endlich ist er dazu gekommen.
Auch eine andere deutsche Touristengruppe kommt später noch in das Motel, auch sie kommen aus Hamburg und besuchen hier ihren Freund Patrick der in Accra für die GIZ (Geellschaft für internationale Zusammenarbeit, eine deutsche Entwicklungshilfeorganisation) arbeitet, er ist auch dabei. Wir verabreden ns mit ihnen für den nächsten Tag, um uns gemeinsam ein Safari Jeap zu mieten und dadurch die Kosten zu teilen.

Den restlichen Tag verbringen wir mit ausspannen.
Nachdem wir die letzten Tage zumeist nur in den Städten verbarcht haben, genieße wir jetzt die Ruhe und die Natur. Unere Deviese huete ist nur noch genießen, bis zum ins Bettfallen und unter dem gleihen Motto sollen auch die nächsten Tage stehen.
Sonst blieb der Tag auch recht ereignislos.
Nachdem wir Prosper noch mal eine Entschuligungs SMS geschrieben haben, dass wr ihn leider verpasst haben, ruft er noch mal an. Er würde jetzt nach Accra fahren und dort am Flughafen arbeiten und würde uns dort genr dann treffen, er hätte noh zwei Traditonele Kleider für uns, die er uns gerne Schenekn würde.
Wir sagen ihm, dass wir noch nicht wissen, wann wir in Accra sind, dass wir uns dann aber melden würden.
Die Storry von Prosper erzählen wir auch Patrick. Er hat von so einer Storry noch nie gehört. Es komme öfter vor, dass Ghana versuchen sich Freundschaften zu erkaufen, indem sie Eropäer beschenken aber es wäre eher unüblich und solle solche Geschenke eher ablehenen. Wenn sie dennoch drauf bestehen kann man die Geschenke ruhig annehmen, denn sonst wären sie auch beleidigt. Dennoch findet auch er den Verlauf der Storry komisch und empfiehlt uns, lieber auf unser Buachgefühl zu hören. Sein Bauchgefühl sagt ihm Prosper lieber nicht mehr zu treffen.

Montag und Dienstag, 01. und 02.08.

Die nächsten zwei Tage stehen ganz im Zeichen des Ausspannens und überteuertem Essen im Mole Motel. Da wir beide noch nicht wieder zu 100% Fit sind, genießen wir es hier fernab des ganzen Troubels der Städte einfach die Seele baumeln zu lassen. Niemand der einem etwas verkaufen will, und niemand der ständig mit einem Reden will und fragt ob man ihn mit nach Europa nehmen kann.

Der Morgen des Montags beginnt mit einer Safari.
Statt den normalen zwei Stunden buchen wir lieber gleich vier Stunden um vlt. auch Mal ein bisschen mehr in den Park rein zu kommen. Dafür müssen wir allerdings schon um 05.30 Uhr aufstehen, denn um 06.15 Uhr geht es wohl los. Mit deutche Pünktlicheit snd wir natürlich schon um 06.10 Uhr da. Lange vor allen anderen. die einziegen, die außer uns noch da sind ist eine Horde Paviane bestimmt 50 an der Zahl, die den Weg Richtung Motel laufen. Unterweg zerpflücken sie en Inhalt aller Mülleimer um dann Pünktlich um 7 Uhr zur Frühstückszeit im Motel zu sein.

image

Erst gegen 06.30 Uhr treffen die Guides vom Park ein und fangen an ihre Autos zu putzen.
erst gegen 05.50 bekommn wir eine kurze Einführung und gegen 07.05 Uhr geht es danns schließlich los. Insgesammt sind wir zu siebt in unserem Auto. Das heißt in ist übertrieben. Das Fahrzeug ist ein Geländefahrzeug, das auf dem Dach eine Art besser ausgebauten Dachgepäckträger hat auf dem drei Bankreihen montiert sind. Sie sind nicht sonderlich bequem.
Man gewöhnt sich drn, das Komfort hier heißt, fließendes Wasser aus der Leitung zu haben und genauso auch, dass Komfort in dem Fall bedeutet, dass die Bänke immerhin gepolstert sind. So schlim ist es auch gar nicht, denn die Straßen sind im hervorragenden Zustand, selbst im Nationalpark. Die ersten zwei Stunden sind sehr ergiebig, Wir sehen Antilopen, Perlhühner, Warzenscheine (die im Englsichen liebevoll Pumbas genannt werden), Wasserböcke, Vögel, Varane und als Krönung Elefanten, die am Wasserloch gerade ein Bad nehmen.
DA steigen wir sogar Mal auf aufforderung unserer Guides hin aus.
In den Regeln des Parks steht, das Man sich den Tieren nicht mehr als 50 Meter nähern soll, doch die Guides versuchen die Touristen zu motivieren näher als 10 Meter an die Tiere ran zu gehen, für das Perfekte Foto…

image

image

image

image

Den Restlichen Tag verbringen wir wieder am Pool und im Zimmer Mittags dürfen wir nochmal am Spektakel der Pavine Teilnehmen. Das findet hier jeden Morgen und Mittag statt, immer nach dem gleichen Procedere, Herde wartet in sicherer Entfernung und guckt dem Alfa dabei zu, wie er sich langsam den Touristen nähert, die beim Mittagessen sitzen und nicht ganz aufmerksam sind. Dann schnappt sich das, was nach Essen aussieht und rennt damit weg. Dabei klettert er wenn nötig auch auf den Schoß der Touristen. Ihm ist alles recht, so lange es zum Schluß etwas zu essen gibt. Dieses Mal mus eine Holländische Mädchenreisegruppe dran glauben. Die Mädchen stehen sichtlich unter Schock nach dem Pavianraubzug.

Den Abend verbringen wir bei einem Bier am im Gespräch mit einem Einheimischen, der aus dem Mitarbeiterdorf im Nationalpark stammt. Er heißt Feva und lädt schließlich für den nächsten Mittag zum Essen und zu einer Flasche Whisky ein.

Am Dienstag macht er das auch tatsächlich wahr.
Nachdem wir morgens von den Pavianen auf der Terasse vor unserem Zimmer geweckt wurden, die auf dem Dach rumkletterten, an unsere Türe klopften und sich vor uns am Fenster aubauten um uns zu zeigen, das wir hier in unserem Revier sind, sind wir erst Mal frühstücken gegangen.
Es gab wie jeden Tag hier Omlett mit Brot und Marmelade.

So gegen 14 Uhr schließlich kommt Feva. Er hat sein Versprechen vom Vorabend eingehalten. Mit einer Lieterflasche Johny Walker steht er vor uns und fragt ob wir uns an seine Einladung von gestern Abend erinnern. Auch duden hat sich orbereitet und eine kleine Flasche Feigenschnaps mitgenommen, die wir am Frlughafen in Tunis gekauft hatten. Zugegeben, erst haben wir ihn nicht wiedererkannt, denn Gestern als wir usn trafen war es schon dunkel. Aber recht schnell ist das Eis wieder gebochen und er schenkt duden und sich einen Großes Glas ein.
Gegen Mittag geht es wieder los mit den Pavianraubzügen. Dieses Mal sind wir dran. Das Alfa kommt und will unsere Whiskyflasche haben, doch wir verteidigen sie und schließlich muss er, nach einem kurzen Handgemenge mit duden und Feva unverrichteter Dinge wieder abzeihen. Ein Ablenkungsmanöver von Feva mit der Leeren Pappschachtel vom Whisky klappt leider nur kurz, doch recht schnell schaltet der Pavian, das die Schachtel leer ist. Immerhin ist er noch so freundlich und gibt die Leere Schachtel duden wier in die Hand, bevor von hinten Steine fliegen und er schließlich abzieht.

image

Doch er lässt nicht locker, am NAchbartisch ist er ein paar Minuten später schließlich erfolgreicher und klaut eine Plastiktüte aus der eine Cola rausguckt. Vermutlich war noch mehr in der Plastiktüte, auf jeden Fall haben wir dannach das spektakel einem Touristen zugucken zu dürfen, der mit dem Poolcasher Versucht, das was den Affen in der Tüte nicht interessiert hat wieder aus der Böschung zu fischen.

Das Essen bringt schließlich Fevas Schwester. Sie ist natürlich nicht seine richtige Schwester, doch hier wird jeder mit dem man Aufgewachsen ist einfach Schwester oder Bruder genannt. Es gibt Jolov Rice und Hähnchen, bzw. est den reis und als wir fast fertig waren bringen sie noch das Hähnchen.

Immerwieder kommen auch andere Mitarbeiter vom Motel vorbei und füllen sich ein oder auch dre Gläser Whisky ab, die sie schnell runter kippen, bevor sie wieder an die arbeit gehen. Innerhalb von gerade Mal 2 Stunden ist die Flasche zu 2/3 leer. Auch der Feigenschnap den duden mitgebracht hat ist sehr beliebt.
Er erzählt eine Menge, unteranderem, das die MEisten die hier Arbeiten in dem Kleinen Dorf am Nationalparkeingang leben. Seit dem der Nationalpark in den 50er Jahren eingerichtet wurde, arbeiten alle im Dorf für diesen. Sie können wohl gut von leben und er erzählt, das es manchen ihnen besser als so manchem Europäer, der hier vorbeikommt.

Er trinkt ordentlich und auch duden brauht um halb 5 eine Pause. Wir verabreden uns also wieder um sechs Uhr und gehe derweilen auf das Zimmer.
Um sechs Uhr ist aber nur duden da Feva ist wohl schon wieder ins Dorf. Er hat beide Flaschen wohl noch gelehrt erzählen die Leute vom Park und deshalb wollte er sich hinlegen und später wiederkommen.

Leider müssen wir schon früh ins Bett, denn bei uns geht es schon am nächsten Morgen früh weiter.

Die ersten Tage in Ghana

Freitag, 29.07.

Heute Morgen geht es weiter nach Ghana. Kofi, ein Freund der Freundin von Hélène, bei der wir in Accra ein paar Tage bleiben wollen, holt uns netterweise ab und fährt uns zum Busbahnhof, von dem aus die Busse nach Ghana fahren.

Der Abschied von Hélène fällt uns schwer. Sie hat viel für uns organisiert und uns unvergessliche Tage in Burkina Faso beschert. Wir beschließen einfach, dass wir irgendwann wiederkommen werden in dieses Land, dessen Armut immer wieder schwer anzusehen, aber das zugleich wunderschön ist. Wir fahren mit dem Gefühl, dass viele Menschen hier wenig Geld haben, sie sich aber auf eine tragfähige, solidarische und sehr loyale Gemeinschaft verlassen können, von der wir noch viel lernen können. Außerdem haben wir noch nie zuvor soviel pragmatische Kreativität beobachtet, mit der die Menschen irgendwie doch ihr Leben meistern. Trotz ihrer Armut strahlen die Menschen hier mehr Zufriedenheit und Lebensfreude aus, als die meisten Menschen in Deutschland. Wir würden uns sehr freuen, wenn sich die Gelegenheit bieten würde, Burkina Faso erneut zu bereisen.

Um den Bus nach Tamale zu erwischen, müssen wir bereits um 5:30 Uhr aufstehen, denn zwei Stunden später fährt er bereits los.
Der Busbahnhof ist in einem erbärmlichen Zustand. In Mitten einer gigantischen Schlammwüste stehen diverse Busse und LKWs, dazwischen versuchen Menschen, um die Schlammpfützen herum zu tanzen. Zwischendurch sieht man einen Kleinbus, dessen Fahrer gerade versucht, das Gefährt aus dem Schlammloch zu befreien, in dem er sich festgefahren hat.

image

Wir sind schon spät dran, da Kofi durch den Verkehr etwas Verspätung hatte, müssen aber noch kurz zur Registrierung. Dort werden wir mit Name und Passnummer in eine schier endlose Liste eingetragen. Doch so genau nimmt er es nicht mit dem Eintragen. An den Stellen, an denen er nicht weiß, was er aus unseren Pässen übertragen soll, macht er einfach ein paar Kringel.

Der Bus ist komfortabler als all die Busse, mit denen wir bisher gefahren sind. Er hat odentliche Netze an den Sitzen für die Aufbewahrung des Nötigsten am Platz und ist angenehm klimatisiert. Das Innentermometer zeigt nicht 13°C wie neulich in dem Bus nach Bobo, sondern um die 26°C. Das einzige Manko: einer unserer beiden Sitze ist kaputt, die Rückenlehne rastet nicht mehr ein. So sackt duden mit seinem Gewicht immer Stück für Stück nach hinten, während Gabriele denselben Sitz ständig neu nach hinten stellen muss, da er immer wieder von alleine in die aufrechte Sitzposition zurück wandert – was doch 35 kg für einen Unterschied machen… 😉

Wir fahren mit einem ghanaischen Busunternehmen, das generell etwas besser sein soll. Dafür wird unser ausländischer Bus an 5 von 8 Polizeikontrollen angehalten und kontrolliert.
Nach welchem System die Kontrollen in Burkina verteilt sind, ist uns bis zum Schluss nicht klar. Manchmal stehen die Posten gerade einmal 5 Minuten voneinander entfernt, manchmal kommen wir über weite Strecken an keiner einzigen Kontrolle vorbei.
Zwischendurch halten wir vor einer Brücke, die noch nicht ganz fertig gestellt ist. Sie stellt ein skuriles Bild dar. Direkt daneben haben sie eine provisorische Brücke errichtet und rechts und links der Staße stehen mehrere eingewachsene und verrostete Baufahrzeuge. Warum man die Brücke nicht fertig gebaut hat ist uns schleierhaft. Vielleicht hat es auch etwas damit zu tun, dass wir hier auch auf eine Eskorte warten müssen. Der Busfahrer erklärt in burkinischem Französisch und ebenfalls stark akzentgeprägtem Eglisch irgendetwas, das wir nur halb verstehen. Bei uns kommt an, dass wir wegen des gefährlichen Gebietes, das wir durchqueren wollen, auf eine Eskorte warten müssen.

image

Die Eskorte steigt schließlich zu: sie besteht aus einem mit Maschinengewehr bewaffneten Mann, der eine schusssichere Weste trägt und im Bus den Schutzhelm anzieht. Es ist ein komisches Gefühl, durch ein Gebiet zu fahren, in dem solche Vorkehrungen anscheinend notwendig sind. Erst kurz vor der ghanaischen Grenze steigt er wieder aus. 

Drei Stunden, meinte Hélène zuerst, würde die Fahrt nach Tamale in Ghana dauern. Das war wohl sehr optimistisch geschätzt, denn am Morgen an der Busstation bringt sie in Erfahrung, dass wir wohl erst um 17 Uhr, also nach 8,5 Stunden ankommen sollen. Nach 3,5 Stunden sind wir also gerade einmal an der Grenzen zu Ghana.
Die Grenzstation auf der burkinischen Seite ist ein blankes Chaos. Zahlreiche LKWs (zumeist Tanklaster) warten hier auf einem gigantischen Parkplatz vor dem Zoll. Einige haben sich hier schon häuslich eingerichtet, waschen und trocknen ihre Wäsche oder ihren LKW, manche kochen sogar: sie alle scheinen hier schon länger zu warten. Es dauert bestimmt eine Stunde, bis sich alle auf der zugestellten Durchfahrtsstraße so arrangiert haben und der Weg frei genug ist, dass wir mit dem Bus unter viel Gewinke und Gelotse durchfahren können.
Hinter dem Zoll erwartet uns die eigentliche Grenze. Alle müssen aus dem Bus raus und ein Grenzbeamter sammelt beim Aussteigen alle Pässe ein. Die Passkontrolle findet schließlich unter einem verrosteten Unterstand statt. Die Namen werden einzeln aufgerufen und die Pässe mit Ausreisestempel zurück gegeben.
Dann schickt man uns die Straße entlang, an der wir nach 50 Meter die ghanaische Grenzstelle vorfinden. Dazwischen treffen wir auf zahlreiche Leute, die Geld wechseln wollen. Sie laufen mit dicken Geldbündel in der Hand herum und bieten uns als Touristen einen Kurs von 10.000 XOF zu 50 ghanaischen Cedis (GHS) an. Als ein Wechsler in der Diskussion merkt, dass wir den aktuellen Kurs kennen, lässt er sich auf einen Wechselkurs von 10.000 XOF zu 63 GHS hoch handeln. Der Kurs kommt uns immer noch eher schlecht vor. Überhaupt wirken die Wechsler alle nicht sehr seriös und da das auswertige Amt empfiehlt, nur in den offiziellen Wechselstuben zu wechseln, beschließen wir, uns hier lieber nicht auf die Wechselgeschäfte einzulassen. 

Zuerst lotst man uns unter ein Dach und wir bekommen nach etwas Schlange stehen Zettel in die Hand, die sich als Gesundheitsfragebögen entpuppen. Im Hintergrund hängt ein großes Plakat mit den Hinweisen: „Wie wird Ebola übertragen und was sind Anzeichen auf eine Erkrankung“. Nachdem wir den Bogen ausgefüllt haben, misst ein Beamter mit einer Infrarotpistole unsere Temperatur und wir bekommen einen weiteren Gesundheitsfragebogen in die Hand gedrückt. Dieses Mal geht es um unsere im Impfpass eingetragenen Impfungen und Einreisedetails.
Erst nachdem all diese Formulare ausgefüllt sind, dürfen wir weiter zur eigentlichen Einreisestelle.
Aus irgendeinem Grund werden unsere Pässe besonders gründlich geprüft. Wir sollen nochmal an der Seite Platz nehmen und warten.
Bis wir die Pässe mit den Einreisestempeln in den Händen halten, sind wir die Letzten im Bus.

Bereits nach den ersten Kilometern fallen uns ein paar Unterschiede zwischen Burkina Faso und Ghana auf, die sich später bestätigen. So gibt es auf einmal z.B. wesentlich mehr gemauerte Häuser im westlichen Stil, wesentlich weniger Hausruinen und dafür viele Neubaustellen. Allerdings sehen wir auch mindestens genausoviele Bauruinen: halb fertig gestellte Häuser, bei deren Bau wohl plötzlich das Geld ausgegangen zu sein scheint.
Auch die Bauweise der Häuser unterscheidet sich. Wir sehen seit langem erstmals bunt angemalte Hauswände, farbige Wellblechdächer und die meisten Häuser haben eine Veranda, deren stützende Säulen bei fast jedem Haus mit Verzierungen versehen sind. Hier fällt uns noch eine Sache auf, die wir in Burkina Faso nicht ein einziges Mal bewusst wahrgenommen haben: wir entdecken Satellitenschüsseln an den Häusern.
Auch die Infrastruktur ist in den Orten augenscheinlich besser, zumindest sehen wir überall betonierte Abwassergräben, wodurch wir auch keine so großen Schlammwüsten auf den erdigen Seitenstraßen sehen. Eselskarren sehen wir in Ghana leider gar nicht mehr.

Natürlich ist auch eine wesentliche Sache in Ghana anders: die Sprache. Neben den zahlreichen Stammessprachen spricht man hier Englisch als Amts- und Schulsprache. Für uns hat das einen entscheidenden Vorteil: duden kann jetzt endlich mitreden. Zwar hat er vorher noch einen Französisch-Crashkurs gemacht, aber zu mehr als den grundlegenden Sätzen reicht es bei ihm leider noch nicht.

Als wir schließlich gegen 19.00 Uhr am STC Busbahnhof in Tamale ankommen, ist es schon dunkel. Eine weitere Besonderheit fällt uns in dieser Stadt auf: Es gibt Tuk-tuks!
Leider haben wir immer noch keine ghanaischen Cedis und entgegen dem, was uns gesagt wurde, funktionioniert das Internet unserer burkinischen Simkarte hier nicht mehr. Unsere Bleibe für die nächsten zwei Nächte soll das „Central Guesthouse“ sein. Im Internet hat jemand als Bewertung geschrieben:
„The Central Guesthouse is indeed very central as it lies about 5 minutes from the shared taxi station or 10 minutes from the STC station. Take the road left of the taxi station away from the main road, then the third to the left and again the second after the small mosque. If in doubt ask anybody for Papa (the owner) of the guesthouse. They will all know it.“
Doch so ganz scheint die Beschreibung nicht zu stimmen. Wir fragen mehrere Leute nach dem Guesthouse, doch keiner kennt es. Stattdessen beschreiben uns mehrere Leute den Weg zu verschiedenen alternativen Guesthouses. Im Internet können wir unseren Weg leider nicht nachgucken, dieses geht ja nicht.
Geld um uns eine neue Simkarte zu kaufen haben wir auch noch nicht.

An einer Ecke finden wir jemanden, der das Guesthouese kennt. Er könne es uns aber nicht beschreiben, stattdessen will er uns hinführen. Nach etwa 15 Minuten Suche nach jemandem, der es überhaupt kennt, sind wir froh und folgen ihm. Es ist nicht weit dorthin, tatsächlich liegt es nur knapp 10 Minuten von der STC-Busstation entfernt. In einem einfachen Viertel, welches in erster Linie aus Holzhäusern besteht, finden wir unser Ziel. Die schmalen Straßen in dem Viertel sind nicht aspaltiert und schlammig durch den Regen.
Auf dem Weg zum Guesthouse stellt sich der Mann, der uns netterweise dorthin führt, kurz vor: er heißt Prosper und handelt mit Kühlschränken und Fernsehern.
Das Gesthouse selbst ist ein einstöckiges, in gelb gestrichenes Bauwerk. Es wirkt etwas herunter gekommen. Wir haben die Wahl zwischen Ventilator- oder Aircondition-Zimmern, sowie zwischen neuen und alten Zimmern.
Prosper besteht darauf, dabei zu bleiben, um zu sehen, ob unser Zimmer auch in einem ordentlichen Zustand ist. Ein bisschen komisch kommt es uns vor, aber er besteht darauf. Da das Guesthouse einen Nachwächter hat, haben wir aber auch keine Bedenken.
Wir entscheiden uns für eine neues, ventilliertes Zimmer. Es kostet 40 GHS, für uns umgerechnet 10 Euro. Es ist nicht sehr groß und den Titel „neu“ verdient es nicht wirklich. Es enthält eine Spiegelkommode, die auf der einen Seite zusammengerochen ist und nur noch aus losen Brettern besteht. Das Bett entpuppt sich als eine Matratze auf einem Lattenrost, um die man auf drei Seiten die Reste eines Bettgestells drappiert hat. Eine Mauer trennt das Bad vom Raum ab: dahinter befinden sich die Dusche, ein Waschbecken, das man besser nicht anfasst, weil es ansonsten droht, endgültig von der Wand zu fallen und eine Toilette, deren Spülung man nur noch mit Gewalt und viel Geschick betätigen kann.
Obwohl uns Prosper davon abrät und meint, er kenne noch ein besseres Hotel, beschließen wir, einfach das Zimmer zu nehmen.

Als duden den Mann vom Guesthouse fragt, ob es OK ist, dass wir morgen bezahlen, klinkt sich Prosper ein und drückt dem Mann kurzerhand die 40 GHS für die erste Nacht in die Hand. Dieser Mann ist davon offenbar genauso verwirrt wie wir. Wir lehnen sein Geld dankend ab und sagen, dass es nicht nötig sei. Er aber besteht darauf und drückt uns weitere 40 GHS in die Hand mit den Worten „You might want to buy something today“. Wir lehnen das Geld erneut ab, doch er bleibt eisern und will es nicht zurück haben. Stattdessen sagt er, dass er er eine gute Wechselstube kenne, die er uns morgen zeigen möchte. Er würde uns dafür morgen früh abholen und wir beschließen also, dass wir ihm dann morgen sein Geld zurückgeben werden.

Als die beiden weg sind, setzten wir uns in den Innenhof vom Guesthouse. Essen ein paar Früchte, trinken eine Cola und wundern uns über die offensichtliche Freizügigkeit der ghanaischen Frauen, die in dem Innenhof sehr knapp bekleidet herumlaufen. Teilweise tragen sie nur ein langes Hemd über dem Bikini, manche haben eindeutige Anmachaufschriften auf ihre Shirts gedruckt.

Samstag, 30.07.

Ein bisschen kommisch kommt uns die Sache mit Prosper vor. Unsere Gefühle schwanken zwischen überwältigender Dankbarkeit ob dieser selbstlosen Hilfe und Skepsis hin und her. Ob da wohl eine Masche dahinter steckt, fragen wir uns.
Entweder ist er wirklich unglaublich hilfsbereit und nett oder der dicke Hammer kommt erst noch. Verschiedene Szenarien fallen uns, bei unserer Phantasie, schnell ein:
Vielleicht könnte er morgen sagen, er habe uns mehr Geld geliehen und könnte dieses dann zurückfordern.
oder:
Er will mit dabei sein, wenn wir Geld wechseln, um uns dann auszurauben oder ausrauben zu lassen.
oder:

Na, wie auch immer, unsere Phantie war in dem Fall gigantisch und die Frage, ob wir ihm tatsächlich vertrauen können, groß.

Wir beschließen, auf Nummer sicher zu gehen, alle Wertsachen im Guesthouse zu lassen und nur einen geringen Betrag an Geld zum Wechseln mitzunehmen. Später, wenn wir wissen, wo die Wechselstube ist, wollen wir noch mal wiederkommen und den Rest des Geldes wechseln.

Um 8.30 Uhr morgens steht Prosper bereits vor unserer Zimmertür. Wir schlafen noch.

„Good morning this ist Prosper!“ hören wir durch das Fenster zum Flur.
Dass er so früh kommt nach dem langen vorangegangenen Tag hatten wir wirklich nicht gehofft.
„Oh! Good morning! Yes! Give us 5 minutes!“

Er ist mit seinem Roller gekommen. Den nehmen wir aber nicht. Er stellt ihn ab und stattdessen laufen wir zu Fuß.
Tatächlich sind wir direkt im Zentrum der Stadt, überall gibt es buntes Markttreiben und viel Verkehr. Er geht mit uns nur ein paar Straßen weiter. Bei einer Gruppe Leute, die unter einem Vordach sitzen, bleibt er stehen.
„How many dollars do you whant to change?“, fragt er.
„Oh we want to change at the exchange office.“ antwortet duden.
„He ist the office“ sagt Prosper und einer der Männer aus der Gruppe mit einem Geldbündel in der Hand lächelt freundlich.
„Oh! We don´t want to change dollars, we want to change Francs CFA from Burkina“ sagt duden
„Oh! Then I have to call somebody else.“
„We would prefer to change in an exchange office.“ sagt Gabriele
„There are no exchange offices in Tamale“ antwortet Prosper.

Wir beschließen, uns trotzdem darauf einzulassen, um ihm das Geld von gestern zurück zu geben. Er führt uns wieder einige Straßen weiter durch den Markt, vorbei an zahlreichen Schlachtereien, die eine komplette Ziege oder Rinderhälfte vor sich auf einen Tisch liegen haben und nach Bedarf davon abschneiden. Manchmal sieht man auch ganze Tierköpfe oder Rinderhufe zum Verkauf auf den Schlachttischen liegen. Hier wird einfach alles verwertet. Schließich bringt er uns an dieselbe Stelle, an der wir ihm gestern begegnet sind.
Als ein Auto vorgefahren kommt, bittet er uns in den Hinterhof.
Ein bisschen mulmig ist uns, von jemandem, von dem wir nicht genau wissen, mit welcher Intention er so nett ist, in einen uneinsichtigen Hinterhof geführt zu werden.
Der Mann, der das Geld wechselt, fährt ein sehr schickes Auto. Er hat sein kleines Kind dabei und auf dem Rücksitz offen mehr Geld liegen, als wir bei jedem Anderen zum Wechseln gesehen haben. Sein Kurs ist 10:000 XOF zu 62 GHS. Damt ist er 1 GHS schlechter, als an der Grenze. Wir bekommen somit umgerechnet für 1 Euro 4 GHS statt dem offiziellen Kurs von 4,35 CHS pro Euro.
Wir wechseln trotzdem 55.000 XOF und beschließen, nach dem Mittagessen nach einer vernünftigen Wechselstube Ausschau zu halten.
Das Wechseln geht tatsächlich unproblematisch vonstatten. Der Mann, bei dem wir wechseln, zählt nicht einmal nach. Dafür besteht er darauf, dass wir das erhaltene Geld als Letzte nochmal nachzählen. Der Betrag stimmt, wir unterhalten uns noch ein paar Takte und verabschieden uns.

Prosper begleitet uns schließlich noch in unser Guesthouse. Das Geld will er immer noch nicht zurück haben, egal wie sehr wir darauf bestehen. Zur Annahme unseres Dankeschöns in Form von Geschenken können wir ihn aber überreden und so bekommt er von uns eine große Flasche Weißwein und mehrere Päckchen Gummibärchen, über die er sich sichtlich freut. Unsere Befürchtungen sind zerstreut und wir sind überwältigt davon, dass er uns wohl wirklich aus Nächstenliebe helfen wollte.
Zum Abendessen will er nicht eingeladen werden, er habe keine Zeit und außerdem seien wir quitt. Wir tauschen noch kurz unsere Nummern aus und schließlich verabschieden wir uns endgültig. Wir sind gerührt von soviel Hilfsbereitschaft.

Waser gibt es gerade keines im Guesthouse. Tatsächlich hat die ganzen Stadt wohl kein Wasser. Öfters am Tag oder manchmal auch für mehrere Tag fällt hier wohl die Wasserversorgung komplett aus. Ausgiebiges Duschen und Wäsche waschen sind also Fehlanzeige. Zum Glück haben wir gestern in weiser Voraussicht den Eimer im Bad noch mit Wasser gefüllt, sodass zumindest eine Katzenwäsche möglich ist.

Wir frühstücken quasi direkt neben den Guesthouse. Der Früstückststand ist ein Metallregal am Straßenrand, auf dem Eier und verschiedene Tees stehen. Daneben ist eine Art „Grillvorrichtung“ angebracht, auf der die Frau, die den Stand leitet, bereits Wasser aufgesetzt hat. Ihr Stand befindet sich in unmittelarer Nachbarschaft zu einem Simkartenstand und einem liegen gebliebenen und halb verroteten Taxi. Neben dem Simkartenstand und nur leicht versetzt zum Taxi ist ihre kleine Sitzecke zum Essen untergebracht.
Zum Glück sind wir beide noch etwas verschnupft, sodass es recht lange braucht, bis der bestialische Gestank, der von dem Bereich hinter dem Taxi ausgeht, zu uns vordringt. Scheinbar wird der Sichtschutz des Fahrzeuges wohl gerne für die morgendliche oder auch sonstige Toilette ausgenutzt. Der Boden ist mit allerlei Flüssigkeiten bedeckt und es riecht wie in einer nie geputzten Toilette. Aber zum Glück sind unsere Nasen ja weitgehend zu und der Hunger ist größer.

image

Es gibt Brot mit Ei und Tee, das kostet für uns beide zusammen 7 GHS. Die Gelegenheit, gleich neue Simkarten kaufen zu können, nutzen wir auch.
Wir flüchten dann aber doch bald wieder zurück ins Guesthouse, zum einen wegen des Gestanks und zum Anderen beginnt Gabriele wiederholt von einer nicht so freundlich aussehenden Spinne belästigt zu werden, die es sich abwechselnd auf ihren Beinen gemütlich machen möchte.

Den Tag wollen wir frei machen, um die letzten Tage zu verarbeiten, Wäsche zu waschen und einfach erstmal anzukommen. Zudem hat duden immer noch mit seiner Lunge zu kämpfen und Gabriele hat seit Tagen wieder mit ihrer Verdauung und einer beginnenden Erkältung zu tun. Die vielen Klimaanalagen und Ventilatoren zeigen ihre Auswirkungen.
Wir setzen uns also in den Innenhof vom Guesthouse und verbringen die Zeit damit, Blog zu schreiben und zu lesen. Unsere Wäsche haben wir an der Rezeption abgegeben, um sie waschen zu lassen. Da gerade Wasserausfall ist, müssten wir das Wasser jedes Mal aus den Tanks schöpfen und herbei tragen. Sie waschen zu lassen, kostet uns umgerechnt 4 – 5 Euro, die wir uns diesmal gönnen. Eine Frau wäscht für uns und hängt die Sachen im Nebenhof auf, an dem auch unser Zimmer liegt.

Am frühen Nachmittag beginnt es schließlich zu regnen. Nachdem wir unsere Wäsche gerettet und umgehängt haben, verlagern wir unseren Aufenthaltsort zum weiteren chillen ins Zimmer. Erst am späten Nachmittag hört es auf zu regenen und wir können in die Stadt gehen, um den Rest unseres Geldes zu wechseln. Wir haben im Internet nachgeguckt, wo sich eines der offiziellen Forex Büros zum Wechseln befindet.
Doch an der angegebenen Stelle ist keine Spur davon zu finden, weder sehen wir ein Schild des Wechselbüros, noch die Bank, die an der Stelle sein soll. Dafür finden wir diverse andere Banken, die aber an diesem Samstagnachmittag schon alle geschlossen haben.

Wir beschließen schließich bei einer Bank einen der Sicherheitsleute zu fragen, wo wir die Wechelstube finden können.
Seine Antwort:
„It is in this direktion, but it’s far, I can call you a taxi.“
Ein Taxi wollen wir erstmal nicht, er soll uns beschreiben, wo die Wechselstube ist. Doch das kann er nicht. Schließlich hat er eine andere Idee.
„I can´t show it to you, but I will call a friend, he will bring you to the place“

Von der Idee lässt er sich auch nicht mehr abbringen.
Also warten wir vor der Bank auf diesen Freund. Als der Freund schließlich ankommt fragt er uns:
„Do you want to go with me to another place, or do you want to change here?
Wir geben auf, eine echte Wechselstube zu finden, wenn selbst die Sicherheitsleute von Banken einen illegalen Geldwechsler für uns organisieren. Im Wachzimmer des Sicherheitsbeamten tauschen wir schließlich unser restliches burkinisches Geld zu demselben Kurs um, den wir auch schon am Morgen bekommen haben.

Den Abend verbringen wir schließelich in einem Dachrestaurant. Die Empfehlung haben wir von einem Amerikaner bekommen, den wir kurz zuvor im (wahrscheinlich einzigen) Supermarkt getroffen hatten. Doch seine Empfehlung entpuppt sich als Restaurant der gehobenen und ewas teureren Klasse mit der schlechtesten Bedienung, die wir je erlebt haben. Die Bedienungen sitzen zu dritt an einem Tisch und jedes Mal wenn man sie ruft, reagieren sie entweder gar nicht oder mit einem Gesicht das sagt: „Warum holst du mich von meinem Handy weg, du Arsch.“

image

Etwa gegen 21.00 Uhr sind wir wieder im Guesthouse.
Jetzt verstehen wir auch, warum hier so viele Frauen in knapper Bekleidung herumlaufen. Direkt gegenüber von unserem Guesthouse ist ein „Sportsclub“ gelegen, in dem der Begriff „Sport“ wohl mehr aktiv in Interaktion interpretiert wird. Auf jeden Fall scheint unser Gesthouse wohl der Entspannungs-Aufenthalts-Ort der Damen zu sein, die dort arbeiten.

Als wir zu unserem Zimmer wollen begrüßt uns der Nachwächter.
„Your friend Mr Prosper was here, two times“

Komisch finden wir, hatte er uns doch gesagt, dass er heute Abend keine Zeit hat und sich von uns verabschiedet. Warum sollte er jetzt wieder versuchen, uns zu treffen?
Wir sagen dem Nachtwächter, dass wir jetzt schlafen gehen und schreiben Prosper auch eine SMS:

„Dear Prosper, we just came back and heard that you tried to find us here. We are so sorry that we missed us… Yet we are so tired of the last days, that we will sleep right away.“