Notlandung in Tehran

Donnerstag, 23.06.

Heute heißt es wieder weiterreisen, gegen 7 Uhr klingelt mein Wecker, denn um 11.40 Uhr geht der Flieger.

Emal und ich hatten scheinbar am Tag zuvor einen kleinen Kommunikationsfeler, denn er dachte wir treffen uns um 9 Uhr, damit er die Foto alle haben kann, die ich in der Zeit gemacht habe. Tatsächlich wollte ich um 9 Uhr schon ins Taxi steigen. Dennoch es klappt alles. Die Verabscheidung zwischen Emal und mir ist kurz und schmerzlos. Er ist der erste Iraner, den ich kennenelernt habe, der voll hinter seinem Land steht und der den Iran niemals verlassen will. Es waren 5 schöne Tage, mit besonderen Erfahrungen.

Am Flugahfen bin ich 2 Stunen vor Abflug. In Deutschland würde ich mehr Puffer am Flughafen planen, doch hier bin ich der erste. Außer mir sind nur die Leute von der Sicherheitskontrolle am Eingang da. Sie lassen mich alles auf den Scanner legen. Als sie meinen deutschen Pass sehen habe ich verloren. Sie diskutieren kurz, dann fangen sie an mein Gepäck auseinander zu nehmen. Erst meinen Rucksack dann mein Handgepäck.

Ich beschließe, dass es bestimmt länger dauert wenn missmutig dazu gucke, deshalb stehe ich nur lächelnd danneben und ärgere mich dennoch drüber. Mit viel Hingabe packen sie alles aus meinen Rucksack aus und legen es nochmal einzeln auf den Scanner. Als der Beamte mein Handgepäck durchsucht, findet er (fast als letztes im Handgepäck) den Mohr, welchen ich in Mashhad als Andenken an den Heiligen Schrein geschenkt bekommen habe. Er sieht ihn, freut sich und Fragt: „Sunit or Schiit?“ ich beschließe, dass es hier besser ist bei der Warheit zu bleiben, bevor noch Rückfragen kommen die ich nciht beantworten kann und sage: „No muslem. Christ“ Vlt. hätte ich besser lügen sollen. Er guckt seinen Kollegen an, und nimmt mir meinen Rucksack, den ich gerade wieder eingepackt habe aus der Hand und beginnt die ganze Prozedur von vorne.
Ca. 25 Minuten dauert die ganze Kontrolle, bevor ich endlich in die Checkinhalle kann. Ich bin der erste in der Halle, in ca. einer Stunde geht der Flieger.

Bei der Sicherheitskontrolle vor dem Boarding versuche ich mich zurück zuhalten und extra mit einigen Iranern rein zu gehen. Verbegens. auch dieses mal wird alles auseinander genommen. Mein pass wird ca. 20 Minuten konrolliert und ich muss auf dem Foto alle Bilder zeigen die ich gemacht habe, auch mein gesamtes Handgepäck wird nochmal auseinander genommen.

Als ich endlich im Flieger sitze mache ich drei Kreuze.

Es ist eine kleine Maschiene vom Typ Fokker 100. sie ist etwas so alt wie ich.
Der Start ist etwas holpri, aber die Sitze sind erstaunlich bequem.

Wir fliegen gerade Mal 30 Minuten als eine Durchsage kommt. Endlos auf Farsi, kurz auf Englisch. „because of technikal problems we have to make a emergency landing. We try to land in Tehran.“
„We try to“ klingt daran sehr viel versprechend, die Anspannung bei den Leuten im Flugzeug ist spürbar. Der Herr neben mir regt sich sehr darüber auf und diskutiert noch ewig mit der Stuardess. Mir sagen was genau los ist kann er leider nicht, er spricht nur Farsi. Auch die Stuardess spricht nicht gut Englisch, was man schon an den Durchsagen gemerkt hat und so beschließe ich, dass ich es so genau auch besser gar nicht wissen will.

Die Landung in Tehran verläuft ganz gut, denoch ist eine große Anspannung im Flugzeug unter den Gästen spürbar, einige gehen in die Sitzposition für Notlandungen, wie sie am Anfang von jedem Flug gezeigt wird. Eine gefühlte Ewigkeit rollen wir über den Flughafen und kommen schließlich vor dem Hangar zu stehen. Rechts und Links von uns stehen zahlreiche Flugzeugwraks. Sofort kommt die Feuerwehr und der Flughafenservice angefahren. Wir sollen aber erstmal stizen bleiben. Es ist ein komisches Gefühl in einem Fulgzeug zu sitzen, dass gerade im Mittelpunkt der Noteinsatzkräfte steht.

Nach ca. 30 Minuten kommt eine erneute Durchsage, wieder erst auf Farsi und dann in wesenlich kürzer auf Englisch: „sorry for the problems we have. We thinks that it ist better when everybody leaves the airplain and wait in the lobby for“ (hier entsteht ein lange Pause) „for we donˋt know how long mayby one or more times“.
Beim Aufstehen frage ich einige Leute ob sie Englisch sprechen. Schließlich finde ich einen, er ist Drachenfluglehrer, erzählt er mir. Er arbeitet viel mit Touristen und heißt Peter, sein Vater war Britte, aber er ist Iraner.

Schließlich werden wir erst in der Ankunftshalle abgesetzt, bis jemand kommt und etwas auf Farsi sagt. Ich halte mich an Peter, er meint sie hätten gesagt, dass wir in Teminal 4 Sollen. „it is only some minutes to walk“.
Ich schrieb derweilen Mohammed, meinem Host aus Shiraz, das er nicht zu lange wartet:

Ich: „Mussten Notlanden in Tehran, das kan also noch dauern. ich rufe rufe dich an, wenn ich mehr weiß“
Mohammed: „Wieso denn?“
Ich: „Technische Schwierigkeiten dagen sie, mehr wissen wir nciht.“
Mohammed: „Ok, keine Sorge das ist normal.“

Nach gefühlt einer Stunde warten wir im Terminal, kam eine Durchsage und wir müssen zum bording.
Ein bisschen sorgen mache ich mir schon dass sie wieder mein ganzes Gepäck zerpflücken. Für alle Fälle bechließe ich deshalb meinen deutschen Pass dieses Mal zu verstecken.
Eine gute Wahl in der Masse halten mich die beamten für einen Iraner. Ohne Schwierigkeiten kann ich durch.

Wir sitzen wieder in der selben Maschiene, we vorhin schon immernoch vor dem Hangar, wo rehts und links lauter Flugzeugwraks stehen, das Bild ist immer noch nicht sehr beruhigend.

Im Flugzeug wissen mitlerweile alle, das ich Deutscher bin, es hat sich wohl rumgesprochen. alle gucken mich an und von allen Seiten hört man das Getuschel: „alleman“ (übersetzt: Deutscher)
Jetzt werden wir auch aufgeklärt, was das Problem war: ein Leck im Tank.
Scheinbar haben sie das Leck wohl geflickt, aufjeden Fall können wir mit der Machiene weiter fliegen.

Als entschuldigung für die Unanehmlichkeiten gibt es einen Extra Snack im Flugzeug: einen Schokoriegel und eine Kiwi, wobei wohl keiner so recht weis wie er eine Kiwi ohne Besteck essen soll.
Mit ca. 3 Stunden Verspätung treffe wir schließlich in Shiraz ein.

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