Istanbul Teil I

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Sonntag, 05.06.

Mit schlappen 2 Stunden Verspätung konnte ich gegen 20:00 Uhr Ortszeit endlich in Istanbul landen.
Nach dem die Passkontrolle bei mir wohl scheinbar etwas länger gedauert hat und ich einer der Letzten beim Gepäckband war konnte ich schließlich ohne Probleme den Flughafen verlassen.

Istanbul die Stadt auf zwei Kontinenten…
Zuletzte war ich vor fast vier 4 Jahren hier, doch schon beim ersten Eindruck merkte ich, dass sich die Stadt seit dem verändert hat. Mehrere große Einkaufszentren sind mittlerweile am Rand des Highways gebaut worden, der den Asiatischen und den Europäischen Teil dieser Stadt miteinander verbindet.
Was mir jetzt als erstes auffiel, waren viele neue Hochhäuser im asiatischen Teil der Stadt. Viele moderne Gebäude, bei denen man das Gefühl hat, dass sich in jedem einzelnen von ihnen irgendein Architekt ein besonderes Denkmal setzten mag.
Daneben lebt der alt bekannte Kontrast von Istanbul aber weiter. fährt man eben noch durch Gegenden in denen Firmen Miliarden ausgeben um sich presigevoll darzstellen, so sieht man eine Straße weiter die Häuser derer die froh wären etwas Geld zu haben um sich wenigstens ein Fahrrad leisten zu können.
Die Strecke vom Flughafen nach Taxim kann ich mit dem Havabus fahren, der fährt durch, hält zwischendurch nur 4 mal und ist je nach Verehrslage in 1,5 bis 2 Stunden in Taxim. Ich habe sogar Glück und die Straßen sind ein bisschen freier, nur einmal Stau an der Brücke über den Bosporus, so dass der Bus um etwa 11 Uhr Ortszeit in Taxim ist. Hier bewegt sich zunächst auch nichts mehr, zuviel Stau. Doch das stört hier nur wenige, Stau gehört zu dieser Stadt einfach dazu und so beschließt der Busfahrer uns alle einfach mitten auf der Kreuzung raus zu lassen.

Netter Weie hat mich Hakan, den ich schon lange durch die Pfadfinder kenne, eingeladen bei ihm in der WG zu übernachten. Die WG liegt nicht unweit von Taxim, der pulsierenden Ader von Istanbul. Es ist eine klassische studenten WG wie man sie eben so gut auch in Deutschland findet. Hakan, Can und Cagri sind gerade mit dem Studium fertig und erst vor 3 Monaten in die WG gezogen. Can ist gerade nicht da und so darf ich sein Zimmer haben. Nach dem ich ihnen meine Gastgeschenke gegeben habe (Graubrot, Wein, Gummibärchen und Schokolade) verbringen wir den restlichen Abend damit im Wohnzimmer zu sitzen und deutsches Fernsehn mit Türkischem zu vergleichen. Im Program läuft Jamie Olivers Kitchen, wärend ich drüber lache, dass es sehr gewöhnungsbedürftig ist, dass über das ein türkischer Sprecher hier einfach das englische Original kommentiert, können sie später herzlich darüber lachen, als ich ihnen auf Youtube die deutsche Syncronisierung von der selben Folge zeige.

Einen guten Hinweiß bekomme ich noch an dem Abend. Seit letzte Woche der deutsche Bundestag beschlossen hat den Volkermord an den Armeniern um 1915- 1918 aunzuerkennen, sind die Türken wohl nicht mehr gut auf Deutsche zu sprechen und ich soll die nächstn Tage lieber nicht sagen da ich aus Deutschland kommen, lieber Österreich oder Schweiz. Alles nur nicht Deutsch, das könnte mir sonst wohl ggf. nicht so gut bekommen…

Montag, 6.6.
Auch in der Türkei beginnt heute das Ramadanfest. schon gesten hat man immerwieder kleinere oder größere Gruppen gesehen, die sich auf Grünflächen zum großen Essen versammelt haben.
Die Nacht habe ich voll ausgekoset und so langsam beginne ich zu entspannen. Nur einmal wurde ich mitten in der Nacht wach, als sich ein Trommler so etwas gegen 3 Uhr auf Straße an seinem Intrument künstlerisch verausgabte. Er gehört zu Ramadan dazu wurde ich gesten schon aufgeklärt. Er weckt während Ramadan jede Nacht um die gleichr Zeit, damit die Leute dann aufstehen um zu Essen und zu trinken, anschließend geht man wieder Schlafen um am nächsten Tag fit zu sein für die Arbeit. Am Ende des Ramadans geht der Trommler dann wohl rum und bittet um einen kleinen Obolus für seine Arbeit.

Nach dem Aufstehen ist mein erster Gang zu einem kleinen Tante-Emma-Laden um die Ecke um Wasser zu kaufen. Der Verkäufer ist sehr nett und man merkt recht schnell, dass er Touristen in seinem Laden nicht gewohnt ist. Relativ bald kommt die Frage wo ich herkomme. Schweiz behaupte ich, in Errinnerung an die Mahnung von gestern. Gut so, denn sehr schnell kommt er auf den Beschluß der Bundesregierung von letzter Woche zu sprechen und darauf, dass er Deutschen nichts mehr verkaufen würde. Ich nickte nur freundlich und schließlich verabschiedet er mich mit den Worten: „but switzerland good people – welkome to Istanbul. Enjoy your trip!“
Ein bisschen ein schlechtes Gewissen ob der Notlüge bleibt schon.

Mein erster Gang führt mich schließlich nach Taxim. Unübersehbar ist die noch stärker gewordene Polizeipräsenz in der Stadt und die Schäden des Bombenanschlages auf dem Taximplatz vor drei Monaten. Sie sind immernoch hinter den Bauzäunen zu erahnen. Mein erster Weg hier führt mich zu einer taximer spezialität: nasser Hamburger. Das sind Brötchen mit einer Frikadelle. Sie sehen ein bisschen widerlich aus und riechen etwas vergammelt, aber schmecken unglaublich. Der erste Bissen kostet mich jedesmal etwas Überwindung aber irgendwie hat es schon Tradition, dass ich immer wenn ich in Istanbul bin, wenigstens einmal nasse Hamburger esse… 😀

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Auch im Stadtteil Sultan Ahmet ist die Polizeipräzenz deutlich spürbar. An jedem Eingang der größeren Bazare steht ein Sicherheitsbeamer, mit einem Handmetalldetektor. Um ehrlich zu sein verstehe ich nicht ganz wie ernst sie ihren Job nehmen? Sie hielten die Geräte immer nur kurz an die Taschen der Passanten, jedes Mal piepsten die Geräte und dennoch konnte jeder einfach durchgehen. Wozu machen machen die das???

Nach dem ich in Sultan Ahmet noch kurz Geldwechseln war machte ich noch einen kurzen Abstecher zur deutschen Schule, dem Mamorpalast wie ich ihn gerne nenne. Einst sorgte Atatürk persönlich dafür, dass sie eines der prächtigsten Gebäude in Istanbul haben, habe ich mir mal erzählen lassen. Die Schule zählt zu den Eliteschulen in der Türkei. Sie beherbergt unteranderem die Pfadfindergruppe Sakarya, die ich schon so oft hier besucht habe. Normal ist es kein Problem für mich gewesen sie zu besuchen doch dieses Mal wohl schon. Ich durfte nicht rein. Ich musste vor dem Tor stehen bleiben. Einige Sakaryas klärten mich auf, dass gestern erst dort die Graduiertenfeier stattfand, bei der auch der Schulleiter eine, rede hlten sollte. Wärend der Rede drehten ihm alle Teilnehmer im Saal den Rücken zu und Klatschten so laut, dass ihn keiner verstehen konnte. „Die letzten Absolventen der Schule haben gegen den Direktor Hikmet Konar auf diese Art protestiert, in dem sie Ihm während seines Gesprächs den Rücken zugedreht haben. Dieser Direktor hat viele Events des Gymnasiums verboten und lies manche religiöse Organisationen zur Schule ein.“ (Danke an Pinar für die Aufklärung =) ). (In den deutschen Medien wurde übrigens auch berichtet: http://www.focus.de/politik/ausland/nach-armenien-resolution-deutscher-generalkonsul-darf-kein-grusswort-in-tuerkischer-schule-sprechen_id_5598999.html ) Deshalb sind sie aktuell wohl auch sehr vorsichtig Deutsche in die Schule zu lassen.

Dennoch hat die Stadt nichts von ihrem Charme eingebüßt. Der bunte Troubel auf den Straßen, die Marktschreier an jeder Ecke, die Massen von Anglern auf der Galatabrücke, die allgegenwärtigen Bilder von Atatürk, dass leckere Essen, was man (trotz Ramdan) zu jeder Zeit, an jeder Straßenecke bekommt – das alles hat sich nicht verändert.
Es ist immernoch eine Stadt zwischen Tradition und Moderne und es ist schön hier zu sein…

Bild 1: Die Hauptstraße in Taxim
Bild 2: Die Galatabrücke, zu jeder Tages und Nachzeit sieht man hier dutzende Angler
Bild 3: Der bedeckte Bazar
Bild 4: Die Lisesi Schule in Istanbul
Bild 5: Einst war hier der Tier und Pflanzenmarkt, bis er wegen es James- Bond- Films abgerissen wurde, heute ist hier diesr Platz.

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Ein Gedanke zu „Istanbul Teil I

  1. bussipapa

    Bild 4 ist nicht die deutsche Schule, sondern „Istanbul Lisesi“: ein staatliches türkisches Gymnasium mit einer deutschen Abteilung 🙂 Kannst gerne auch die deutschen Schule in Istanbul besuchen, die befindet sich in Taxim (Taksim), ganz in der Naehe von der Galata Turm, ist natürlich auch schön. ^^

    Viel Glück in der Türkei!

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