Archiv für den Monat Juni 2016

Shiraz

Nachdem ich mit ca. 3 Stunden Verspätung wegen der Notlandung in Shiraz eingetroffen bin, Empfängt mich Mohammed mit seinem Onkel am Flughafen.
Auch mit ihm hatte ich mich via Couchsurfing verabredet.
Sein Onkel ist Taxifahrer, einen Sonderpreis bekomme ich aber nicht. Mohammed meint statt dessen, dass sein Onkel der teuerste Taxifahrer in Shiraz ist und selbst sie viel zu viel bezahlen müssen um mit im zu fahren.
Er wohnt nicht weit vom Flughafen, ca. 5 Minuten – die Wohngegend ist nicht die Beste, bei Nacht würde ich solche Gegenden eher meiden.
Das Haus in dem sie wohnen hat 2 Zimmer und Küche, Toilette und Dusche sind vor der Tür. Möbel gibt es nicht viele im Haus. Wie üblich im Iran ist alles im Haus mit Teppichen ausgelegt. Im Wohnzimmer steht noch ein Fernsehr und in Mohammeds Zimmer steh noch zwei Schränke und eine Sitzgelegenheit, die zu gleich auch das Bett der Mutter ist. Im Gegensatz zu dem wie es sonst im Iran üblich ist, hat er viele Sachen an den Wänden hängen, darunter mehrere Kaligraphiebilder und eine ausgedruckte Deutschlandflagge, die er sich einlaminiert hat.

Er wohnt hier mit seiner Mutter und seinem Bruder zusammen. Ich werde die Tage im Wohnzimmer schlafen, zusammen mit seinem Bruder.
Mohammed spricht sehr gut Deutsch, er lernt es schon lange und sein Ziel ist es im Herbst 2017 zum Studium nach Deutschland zu kommen. In deutscher Grammatik ist er fast fitter als ich und seine Hobbys sind Musik und Literatur.

Seine restliche Familie sollte ich heute auch noch kennenlernen. Großes Familien treffen ist angesagt, im Park am anderen Ende der Stadt. Keiner von ihnen weiß das ich komme, ich bin quasi der Überraschungsgast bekomme ich gesagt. Der Selbse Onkel, der uns vom Flughafen abgeholt hat fährt uns auch zum Familientreffen. Ein eigens Auto haben sie nicht. Beim Familientreffen begrüßen mich fast alle ertmal auf Iranisch, kaum einenm fällt auf, dass ich kein Iraner bin, erst beim zweiten Blick. Ca 60 Leute sind zugegen, etwa 20 der Familie fehlen und dabei sind das nur die Kider und Enkel von Mohammads Vater. Er ist der Jüngste in der Reihe, sein ältester Bruder hat 40 Jahre Unterschied zu ihm. Alle sind begeistert, dass sie Besuch aus Deutschland haben und ich habe den ganzen Abend keine Minute für mich. Alle wollen sich mit mir unterhalten, obwohl fast keiner Englisch spricht. Deshalb versuchen sie mir ein Paar Wörter für den Alltagsgebrauch bei zu bringen: Baba, Batsche und Domballan. Ersteres heißt, Papa, zweites heißt Baby und letztes ist das Geschlechtsteil einer Ziege, oder salop gesagt ihre Eier. Es ist kein Schimpfwort, sondern eine Delikatese hier zu Lande. Dennoch beschließe ich, dass diese Vokabel nicht so wichtig ist, dass ich sie mir merken muss. Natürlich merke ich mir sie doch…

Freitag, 24.06.
Heute stehen wir früh auf. Der teuerste Taxifahrer im Iran, Mohammeds Onkel hat sich bereit erklärt uns nach Persepolis zu fahren. Alle schwärmen von diesem Ort, also muss man ihn ja mal gesehen haben. Es sind etwa 40°C heute und die Sonne scheint heiß. Das störrt mich aber wenig, der hut den ich Trage sieht zwar etas albern aus, aber er ist allemal Funktional. Unterwegs machen wir noch halt an einer Bude, hier arbeitet ein Verwandter von Mohammed und seinem Onkel, direkt daneben ist ein Markt, auf dem ich die Zeit nutze um Gewürze zu kaufen.
Mohammed begleitet mich und er sagt mir, dass auch schon gestern alle beim Familientreffen gesagt haben, dass ich aussehe wie ein Iraner, weswegen sie erst nicht glauben wollten, dass ich aus Deutschland bin – alles am Aussehen passt, sagt er. Auch auf dem Markt sprechen mich alle auf Farsi an und sie sind dann erstaunt wenn ich nur englisch rede.

Auf der Fahrt erfahre ich, dass es in Persepolis zwei Preise gibt: 2.500 Toman für Iraner und 20.000 Toman für Ausländer. Also haben wir eine Idee, wenn er es schafft mir zu helfen mich als Iraner rein zu schmuggeln, lade ich ihn zum Essen ein. So ein Essen kostet hier etwa 15.000 Toman
Gesagt getan, wir verändern noch ein bisschen mein Outfit: die Ärmel runter gekrämpelt, das Hemd bis oben zugeknöpf und den Rucksack nimmt Mohammed, die Haare noch ein bisschen fettiger und dann noch die Einweisung: ich soll nix sagen nur nicken und wenn er mich anspricht, dann muss ich auf den Namen Ali reagieren.

An der Kasse ist es kein Problem, ich bleibe einfach hinten stehen. Dummerweise sind die Iraner sehr Kommunikationsfreudig. Einer spricht mich an, doch ich gucke nur grimmig und nicke. Es wirkt.
Die größere Hürde kommt noch, weiter hinten ist die Eintritskartenkontrolle. Mohammed geht vor und verwickelt den Kartenabreißer in ein kurzes Gespräch, derweilen gehe ich dahinter vorbei und Mohammed gibt ihm die Karten.

Geschafft, ich bin drin und wohl tatsächlich als Iraner durchgegangen. Dennoch der Wachmann scheint stutzig zu sein, er guckt uns noch lange hinterher.
Perepolis ist Gigantisch, das Gelände und auch die Dimensionen der Gebäude.
Es ist fast Menschenleer. wenn überhaupt sind in Ganz Persepolis zeitgleich mit uns 30 andere Leute, scheinbar alles Iraner. So leer hat selbst Mohammed Persepolis noch nicht erlebt. Während wir durch Persepolis laufen erklärt mir Mohammed viel über den Umgang mit Archeologie im Iran. Alles was gefunden wird, das von vor der islamischen Zeit ist, so erklärt er mir, wird hier zerstört, denn es kann laut der Regierung nicht sein, dass es eine Hochkultur vor dem Islam gegeben hat. Der einzige Grund, warum es Persepolis noch gibt, ist, dass es jeder kennt. Sie können es nicht zerstören, weil sie damit in die Kritik geraten würden, aber es gbt viele Videos und Foto, wie die Regierung sensationelle Archeologische Funde zerstören lässt, damit sie nicht an die Öffentlchkeit kommen, erklärt er mir und zeigt mir zum Beweis ein Video, wie ein Buldoser Jahrtausende alte Bronzestatuen plattwalst.
Etwa 1,5 – 2 Stunden verbringen wir hier, bevor wir uns wieder auf den Rückweg machen. Zurück mit seinem Onkel, direkt zu seinem Haus, immerhin ist Freitag, quasi der Sonntag des Irans und Geschäfte haben da eh nicht auf.
Beim rausgehen müssen wir nochmal vorbei an dem Wachman, er spricht mich auf Farsi an, ich antworte einfach nicht und gehe durch. Mohammed diskutiert noch kurz mit ihm. Was war los, sind wir aufgeflogen, frage ich.
„Kein Problem, ich habe ihm erklärt, dass du mein Schwager bist aber normal in einem anderen Land wohnst und deshalb kein Farsi sprichst.“

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Den Nachmittag machen wir nichts, es ist dafür einfach zu heiß.
Erst gegen Abends fahren wir mit dem Bus nach Shiraz rein. Wir wollen gemeinsam zu Eftar gehen und uns mit freunden treffen. Außerdem will er mir seinen Meister für Philosophie und Geschichte vorstellen.

Wir treffen seine Freunde in einer alten Fabrikanlage. Die Fabrik selbst ist vor etwa 100 Jahren wohl ausgebrannt und stand lange als Ruine, bis ein Architekt ein Kunstprojekt drauß gemacht hat. Eine Art Hippstarszene trifft sich hier jetzt. Die Kullise ist Malerisch.
Der Freundeskreis ist sehr unterschiedlich, vom Alter, vom Lifestyle, in vielen Punkten. Doch sie alle scheint die Liebe zu Philosophie und Geschichte zu verbinden.

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Von Religion halten alle nichts, so wie die Mehrheit der Leute in Shiraz erklären sie mir. Nur aus einem Grund geen sie in die Moschee, an Tagen wie diesen gibt es dort kostenloses Efter. Es ist ein Sport, dieses zu ergattern, ohne vorher beten zu müssen erzählen sie mir, denn normal gibt es das nur für all jene die Beten. Aber es geht auch ohne, mann muss nur wissen wie. Einmal so erzält mir Mohammed haben sie 30 kostenlose Eftar an einem Abend ergattert. Auch wir wollen es heute versuchen.

Leider bleiben wir ohne Erfolg. Es is halt doch eine Kunst, die Sache mit dem Kostenlosen Eftar. Als wir ankommen gibt es keine mehr. Es scheint halt doch eine Kunst zu sein so ein kostenlose Eftar zu ergattern.
Wir müssen uns also mit einem der Zahlreichen Straßenstände begnügen. Es gibt schließlich Teigtaschen mit verschiedenen Füllungen. Auch sehr lecker.
Den restlichen Abend verbringen wir in der alten Fabrik mit den Freunden beim Quatschen über Philosophie und das Leben.

Samstag, 25.06.
Ich habe ungünstige Tage erwische in Shiraz. Schon gestern begannen drei Feiertage zum Gedenken an den Todestag des ersten Emams im Islam. Viele Läden haben zu und viele Turistenatraktionen ab heute auch.
Wir haben beschlossen, deshalb statt den Tag, den Abend länger werden zu lassen und gehen erst spät raus.

Gegen 6 Uhr. Den Nachmittag verbringen wir in erster Linie mit Quatschen, es geht wieder um das Thema, welches einigen Iranern auf dem Herzen liegt: wie kompliziert es ist mit der Liebe im Iran. Mohammed hat gehört, dass es in Europa viel freizügiger ist und dass es in Deutschalnd sogar eine App geben soll, wo sich junge Leute zum Daten verabreden- aber er kann das nicht glauben.
Wir spinnen ein bisschen rum und Fragen uns, ob solche Apps wie „Tinder“ wohl auch im Iran genutzt werden. Wir überlegen und diskutieren viel, am Ende gibt es nur einen Weg, dass raus zu finden.
Da es für Iraner sehr gefährlich ist so eine App zu installieren, mache ich das. Ich kann schlimmstenfalls nur ausgewiesen werden, für Iraner ist die Strafe 60 Peitschenhiebe. (Dennoch erfahre ich, dass der Markt der Pornofilmindustrie hier ein milliarden Markt ist- und damit sind nicht Rial-Milliarden gemeint) Insgesammt 12 Iranerinnen haben sich im Umkreis von 60 km in Tinder registriert, Mohammed ist fasziniert und wir bewerten einfach mal alle- sind ja nur 12.

Abends gucken wir uns noch ein bisshen was in der Stadt an. Der Basar hat doch offen und so nutzen wir die Zeit um dadurch zu schlendern.

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Später kommt noch Mostafa, einer der Freunde von gestern dazu. Ihm geht es nicht so gut. Er hat schon vor einem Jahr rund 2.500 Euro auf ein Musikinstrument angezahlt, dass der Händler bis jetzt noch nicht fertig hat und so langsam hat er das Gefühl, dass er sein Geld nicht mehr wiedersieht.
Ein langer Abend mit ihm fällt deshalb wohl flach.
Gemeinsam versuchen wir auch heute Abend wieder ein Kostenloses Eftar abzugreifen, doch wieder ohne Erfolg.
Ein Abend an dem Nichts so recht gelingen will. Mustafa verabschiedet sich und Mohammed und ich setzten uns noch kurz in eine Wasserpfeiffenlounge. Es ist anders als man es aus Deutschland kennt, hier haben nur Männer Zutritt und die hälfte sieht nach Schlägertyp aus.

So lang wird der Abend dann doch nicht.

Sonntag, 26.06.

Der Tag beginnt mit Aufstehen um etwa 9.00 Uhr. Nach kurzer Zeit Kommt Mohammeds Mutter wieder, sie war einkaufen.
Nachdem ich sie für heute Abend zum Essen eingeladen habe, möchte sie jetzt gerne etwas traditionelles zum Mittagessen für mich kochen. Ich darf dabei sein und natürlich ahbe ich das Rezept mitgeschrieben: 😉

eine kleine Tasse Rote Bohnen
eine kleine Tasse weiße Bohnen un Kichererbsen gemischt
Fleisch vom Rind ca. zwei kleine Fäuste groß

Bohnen und Kichererbsen am Tag zuvor einweichen.

Das Fleisch mit Öl und einer normals großen Zwiebel bei kleiner Hitze anbraten. Mit Kurkuma, Chilli und Knoblauch Würzen – die Gewürze nicht unterrühren. sondern auf dem Fleisch liegen und einziehen lassen, ggf. Öl nachgießen. nach einigen Minuten das Fleisch mit den Gewürzen weden, dass es von beiden Seiten gut durch ist.
Derweilen die Bohnen und Kichererbsen Waschen und Steine und Dreck aussortieren.
Nach ca. 10 Minuten die Kichererbsen und Bohen dazuschütten. Das ganze mit Wasser bis ca. 1 Daumenbreit über die Bohnen aufgießen und bei Mittlererhitze im Schnellkochtopf für eine Stunde köcheln lassen.
Ganz wichtig: derweilen muss im Hintergrund Mohammed auf seiner Tar spielen!!! 😉
Wärend das Essen Kocht werden verschieden Kräuter für einen Salat zurechtgezupft und schlechte Stellen aussortiert. Sie nehmen dafür:
weiße und rote Radisschen, Minze, Basilikum, Schnittlach, Petersilie und Portulak. Die Kräuter anchließend gut waschen.

Nach einer Stunde Köcheln mit Salz abschmecken.
In einer Seperaten kleinen Pfanne einen großen Esslöfel Tomatenmark mit Öl aufsetzen und unter ständigem Rühren anbraten. zum Schluß mit etwas Wasser aufgießen und das ganze zum Topf mit dem Fleisch und den Bohnen dazugeben. Den Schnellkochtopf wieder verschließen und auf kleinster Flamme c. 30 Minuten weiterkochen. Schließlich wird die entstnadene Soße abgegossen und dabei aufgefangen.
Aus dem Topf werden die restlichen Knochen raus gefischt und anschließend die Bohnen und das Fleisch zu einer Cremigen Masse zerstoßen.

DIe Soße wird schließlich zur Vorspeise als Suppe serviert. Dabei tut man Brot zerrupfen und in ihr einige Zeit aufweichen. Dazu gibt es als Salat die Kräuter, sowie Chilischoten, Oliven und eingelegten Knoblauch.
Als Hauptspeise gibt es dann die zerstoßenen Bohnen mit dem Fleisch. Das ganze wir mit Zitrone berträufelt und so gegessen, wahlweise auch mit Brot.

Es war sehr lecker!!!

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Während ich in der Küche zuschaue Klingelt mein Handy. Tinder: „sie haben ein Match“. Nicht nur eines sondern gleich drei. von den 12 Frauen in Shiraz, finden mich scheinbar gleich drei Frauen toll. Ich fühle mich geschmeichelt, doch beschließe es zu ignorieren, zum einen bin ich in einer gut Funktionierenden Beziehung, mit einer Frau, die ich sehr liebe und zum anderen, weiß man nie in welche Schwierigkeinten mann sich begibt. Höflich sein will ich trotzdem, deshalb schreibe ich nur zurück.

„sorry I am married but thanks for your intrest, we youst wanted to try this app“

von einem Mädel bekomme ich dennoch eine Antwort:

I m in Shiraz where r u?

Ich erzähle Mohammed das ein Mädel mir auf Tinder geschrieben hat. Er ist begeistert, ich solle mich mit ihr treffen.
Ein bisschen neugierig bin ich schon aber ich habe auch bedenken. Gegehe niemals in eine Beziehung welcher Art auch immer mit einer Person deren kulturelle Geflogeheiten du in diese Richtung nicht kennst, hat mich mein Vater immer gewart. Dennoch bin ich neugierig, was diese Frauen bewegt, das risiko einzugehen sich hier auf Tinder anzumelden.
Also lasse ich mich hinreißen zu Antworten:

Today it is my last day in shiraz, i stay here with a iranian family.

Mohammed und ich machen uns nach dem Essen auf den Weg in die Stadt, er will mir die lilia Moschee zeigen und wir wollen ein bisschen urch die Stadtbummeln. Viele Läden haben bereits heute zu, morgen ist dann der Höhepunkt der Feiertage, da haben dan wohl alle Läden zu.
Die lilamoschee ist sehr schön, besonders Lustig sind einiege Malereien.Mohammed erklärt mir, dass die Architekten damals begeistert von der Europäischen Architektur waren, besonders von den hochgebauten gebäuden, deshalb malten sie sie in dieser Moschee auf die Fliesen. Sie wussten aber nicht, das die Gebäude die sie da malten Kirchen waren.

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Am Abend hat Mohammed gesagt, hat er organisiert, dass wir uns mit einigen Freunden zu einer kleinen Party treffen. Eigenlich hoch illegal, denn dieses ist die heiligste alle Nächte, in dieser Nacht sollen alle zum beten gehen und traurig sein, dass vor über 1000 Jahren der erste Emam gestorben ist.
Derweilen geht die Konveration mit dem Tinderkontakt via Handy weiter. Mohammed sagt ich solle sie doch einfach einladen zu der Party zu kommen. Ich lasse mich schließlich dazu breitschlagen, aber nicht ohne das vorher auch mit Gabriele abgeklärt zu haben.
Vorher kläre ich noch mit dem Mädel von Tinder, das ich wirkich keinerlei tiefergehenden Interessen habe und wirklich nur interessiert daran bin mit ihr zu reden, wie es ist als Frau im Iran und was sie bewegt sich sogar mit Foto bei Tinder anzumelden, ob wohl eine solche Plattform im Iran von der Regierung sogar gesperrt ist.
Ich schreibe Ihr also:

What are you going to do this evening? The guy who host me is making a smal party with some friends, would you like to join us?

Ihr Antwort kommt ca eine Stunde später:

I am not sue if i can com. Cuz in this very spacial day which u host can explain for u we r in serious trouble.

Am Abend gehe ich mit Mohammed und seiner Mutter essen, wir wollen auf die schönen Tage die wir in Shiraz hatten anstoßen.
Ich frage Mohammed wie s mit der Party ist, wo und wann wir uns treffen und ob das so eine Gute Idee ist?
Natürlich ist es eine Gute Idee antwortet er, aber sein Freund hat abgesagt, bei dem er die Party machen wollte. Er hätte guten Whisky gehabt. aber er fragt einen anderen Freund, er macht guten Wein.
Egal ob Whisky oder Wein, der Konsum und selbst schon der Besitz von Alkohol ist im Iran hoch illegal.
Es stellt sich herraus, das er nichts für die Party organisiert hat, sondern jetzt erst mit der Organiastion anfängt.
Ich schreibe meinem Kontakt von Tinder, dass es nicht klar ist mit der Party wo sie stattfindet. Kurz darauf kommt ihre Antwort:

We can meet somewhere for dinner or cofee. Maybe tomorrow.

Ich:

Ok but tomorrow I travel on in the evening.

Sie:

OK. We will meet tomorow morning. OK. 11am I come to pic u up.

Also habe ich tatsächlch eine Verabredung für morgen via Tinder. Ein bisschen flau im Magen ist mir schon, ich gehe noch mal alle Gespräche durch, ob ich auch keine Falschen Erwartungen bei ihr geweckt habe und gucke und gehe noch mal in mich ob ich das wirklich will. Aber jetzt ist es eh zuspät, das Treffen steht fest.

Mohammed war derweilen mit seiner Partyorganisation wenig erfolgreich. Keiner hat Zeit und wir müssen uns alleine beschäftigen.
Schließlich beschließt er, dass wir nochmal in eine Wasserpfeifenloung gehen können, dieses Mal in eine die schöner ist und in der sympatischere Menschen sitzen.

Die Wasserpfeifenlounge liegt etwas abseits. Mitten in einem Park sitz ein junger Mann mit einer Wasserpfeife vor sich. „Hier ist es“ sagt Mohammed. Ich bin noch etwas irritiert, doch er geht zielstrebig an dem jungen Mann vorbei ins Unterholz im Park, klettert über ein paar Stein, einen Ausgetrocknetem Bchlauf und steht schließlich vor einer Verotteten Mauer mit einer verrosteten Tür.
„Die Schischabar ist illegal. Aber sie zahlen hohe Schmiergelder an die Polizei, deshalb gibt es sie schon seit über 10 Jahren“ sagt er und öffnet die Tür. Hinter der Tür ist es dunkel, so dunkel, das wir unsere Handys als Taschenlampe nutzen um den Weg zu sehen. Es ist ein unebener Schotterweg, der nicht gerade dannach aussieht, dass es hier noch ein Geschäft gibt. Doch schon nach 50 Metern steigt einem der Geruch von Wasserpfeifentaback in die Nase und hinter mehreren Stoffen scheint Licht.

Die Wasserpfeifenlounge ist sehr schön und idylisch mitten in einem Garten gelegen, man guckt in die Sterne und die Gesellschaft ist auch wesentlich freundlicher als gestern. Freunde von Mohammed treffen wir hier auch.
Die Geschmacksrichtung meiner Wasserpfeife ist Kokosnuss und statt mit Wasser ist meine mit Milch gefüllt. Es war die teuerste auf der Karte, sie kostet umgerechnet 1,25 €.

um etwa 1.30 Uhr verlassen wir die Lounge und gehen zur Straße. Taxis erklärt er mir, fahren um die Zeit nicht mehr und sind wenn dann viel zu teuer, deshalb will er umbedingt einfach trampen.
Als wir zur Straße Laufen erklärt er mir etwas: „Wenn ein Motorad mit zwei Leuten auf uns zukommt, dann renen wir in die Büsche“ Ich wundere mich wieso.
„Manchmal rauben sie dich aus“
Wie auf Komand kommt ein Motorrad ohne Licht mit zwei Leuten uns entgegen es wird langsamer, wir zögern kurz – direkt dahinter kommt ein Auto angeschossen, was vor uns hält und uns fragt ob wir mitwollen. Wir werden nie erfahren ob wir knapp der von Mohammed beschrieben Situation entgangen sind.
Der Fahrer im Auto ist etwa mitte 20 er bietet uns an uns mit zunehmen aber weiß wohl nicht wie weit.
Wir steigen ein. Er hängt die ganze Zeit an seinem Telefon. Mohammed sagt, er telefoniere mit einem Freund, wo Polizeistationen stehen, er ist wohl auf dem Weg zu einer Party und schmuggelt den Alkohol dorthin. In der Tat soviel Polizei aufkommen wie in dieser Nacht habe ich im Iran noch nicht erlebt.
Wir beschließen deshalb ein paar Kreuzungen weiter besser auszusteigen.

Sofort hält ein anderes Auto, der Fahrer bietet uns an uns mitzunehmen.
Es ist wohl normal im Iran, dass hier jeder versucht sich etwas dazu zu verdienen in dem er sich als privates Taxi verdient. Ich frage dennoch Mohammed, ob wir nicht lieber ein echtes Taxi nehmen und dafür mehr bezahlen sollen – ich übernehme das.
Doch er findet es keine gute Idee. so landen wir im Auto eines Mannes der aussieht als wäre er um die 55 Jahre alt und etwas verschlafen. Er hat einen Affenzahn drauf und fährt nicht gerade recht sicher. Nach 4 Minuten Fahrt steigt noch ein paar mit in das Auto, ein Mann und eine Frau, der Mann hält auf dem Arm ein schlafendes Kind. Die Frau wirkt sehr verängstigt, der Mann weint. Eine komische Situaton.
Es könnte auch sein dass er wegen dem Tod des Ersten Emams weint, gläubige Moslems nehmen diesen Tag sehr ernst und es ist ein großer Trauertag im Iran. Denoch weiß ich es nicht, ich fühle mich an das Gefühl der Machtlosigkeit wie ich es schon in Istanbul bei der Festnahme der Frau erlebt habe erinnert.

Nach ca. 6 Minuten Fahrt steigen die beiden aus. Der Fahrer fährt immer unsicherer, zweimal baut er fast einen Unfall. Mohammed fragt ihn was los ist. Die Antwort beruhigt uns nicht gerade. Der Fahrer sagt er sieht fast nichts mehr. Er braucht dringend Stoff, aber dafür braucht er erst Geld. Zum Glück sind wir in dem Moment auch schon fast da, die letzten 100 Meter wollen wir lieber zu fuß gehen.

Ich war selten in meinem Leben so froh aus einem Auto raus zu sein, ich mache drei Keuze und bedanke mich ungefähr 10 Mal bei meinen Schutzengeln, schon meine Mutter hat früher gesagt, ich muss mindestens ein Dutzend von ihnen haben.
Ich frage Mohammed, ob es normal ist, dass das Nachts so läuft.
Nein. Erklärt er mir, aber es ist die Nacht des Ersten Emam und in dieser NAcht ist es besonders verboten zu Feiern oder ähnliches zu machen, alle sollen in der Moschee sein. Viele machen aber gerade in dieser Nacht Sachen die besonders verboten sind.
Warum bleibt mir schleierhaft.
„Es ist die gefährlichste Nacht im Ganzen Jahr.“ Sagt er schließlich.
Dieses unwichtige Detail hatte er mir zuvor irgendwie vergessen zu sagen… Jetzt ist es auch zuspät. Es sind ja nur noch 100 Meter. Aber ich hätte gerne freiwillig in dieser Nacht den 10 fachen Normalpreis für ein Taxi bezahlt.

Als wir rechts um die Ecke bieten, sage ich ihm, das dort eine Gruppe junger Leute die Straße blockiert.
Er hatte sie erst nicht gesehen. Wir drehen sofort um, doch sie haben uns schon gesehen, sie rufen uns hinterher, wir derehn uns nicht um. Um die Straßenecke steht noch ein anderer Mann und Mohammed weisst mich an, hier stehen zu bleiben. Es kommt in der Gegnd oft vor, dass solche Gruppen einen verfolgen weil sie Langeweile haben – „sie können sehr gefährlich sein“. wir warten kurz, doch zum Glück passiert nichts.

Zu ihm nach Hause gehen wir schließlich einen großen Umweg, dafür ohne weiter Zwischenfälle.
Ankommen bei ihm tun wir beide Schweißgebadet. Wir machen drei Kreuze, dass wir noch Leben und ohne Verluste angekommen sind…

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Notlandung in Tehran

Donnerstag, 23.06.

Heute heißt es wieder weiterreisen, gegen 7 Uhr klingelt mein Wecker, denn um 11.40 Uhr geht der Flieger.

Emal und ich hatten scheinbar am Tag zuvor einen kleinen Kommunikationsfeler, denn er dachte wir treffen uns um 9 Uhr, damit er die Foto alle haben kann, die ich in der Zeit gemacht habe. Tatsächlich wollte ich um 9 Uhr schon ins Taxi steigen. Dennoch es klappt alles. Die Verabscheidung zwischen Emal und mir ist kurz und schmerzlos. Er ist der erste Iraner, den ich kennenelernt habe, der voll hinter seinem Land steht und der den Iran niemals verlassen will. Es waren 5 schöne Tage, mit besonderen Erfahrungen.

Am Flugahfen bin ich 2 Stunen vor Abflug. In Deutschland würde ich mehr Puffer am Flughafen planen, doch hier bin ich der erste. Außer mir sind nur die Leute von der Sicherheitskontrolle am Eingang da. Sie lassen mich alles auf den Scanner legen. Als sie meinen deutschen Pass sehen habe ich verloren. Sie diskutieren kurz, dann fangen sie an mein Gepäck auseinander zu nehmen. Erst meinen Rucksack dann mein Handgepäck.

Ich beschließe, dass es bestimmt länger dauert wenn missmutig dazu gucke, deshalb stehe ich nur lächelnd danneben und ärgere mich dennoch drüber. Mit viel Hingabe packen sie alles aus meinen Rucksack aus und legen es nochmal einzeln auf den Scanner. Als der Beamte mein Handgepäck durchsucht, findet er (fast als letztes im Handgepäck) den Mohr, welchen ich in Mashhad als Andenken an den Heiligen Schrein geschenkt bekommen habe. Er sieht ihn, freut sich und Fragt: „Sunit or Schiit?“ ich beschließe, dass es hier besser ist bei der Warheit zu bleiben, bevor noch Rückfragen kommen die ich nciht beantworten kann und sage: „No muslem. Christ“ Vlt. hätte ich besser lügen sollen. Er guckt seinen Kollegen an, und nimmt mir meinen Rucksack, den ich gerade wieder eingepackt habe aus der Hand und beginnt die ganze Prozedur von vorne.
Ca. 25 Minuten dauert die ganze Kontrolle, bevor ich endlich in die Checkinhalle kann. Ich bin der erste in der Halle, in ca. einer Stunde geht der Flieger.

Bei der Sicherheitskontrolle vor dem Boarding versuche ich mich zurück zuhalten und extra mit einigen Iranern rein zu gehen. Verbegens. auch dieses mal wird alles auseinander genommen. Mein pass wird ca. 20 Minuten konrolliert und ich muss auf dem Foto alle Bilder zeigen die ich gemacht habe, auch mein gesamtes Handgepäck wird nochmal auseinander genommen.

Als ich endlich im Flieger sitze mache ich drei Kreuze.

Es ist eine kleine Maschiene vom Typ Fokker 100. sie ist etwas so alt wie ich.
Der Start ist etwas holpri, aber die Sitze sind erstaunlich bequem.

Wir fliegen gerade Mal 30 Minuten als eine Durchsage kommt. Endlos auf Farsi, kurz auf Englisch. „because of technikal problems we have to make a emergency landing. We try to land in Tehran.“
„We try to“ klingt daran sehr viel versprechend, die Anspannung bei den Leuten im Flugzeug ist spürbar. Der Herr neben mir regt sich sehr darüber auf und diskutiert noch ewig mit der Stuardess. Mir sagen was genau los ist kann er leider nicht, er spricht nur Farsi. Auch die Stuardess spricht nicht gut Englisch, was man schon an den Durchsagen gemerkt hat und so beschließe ich, dass ich es so genau auch besser gar nicht wissen will.

Die Landung in Tehran verläuft ganz gut, denoch ist eine große Anspannung im Flugzeug unter den Gästen spürbar, einige gehen in die Sitzposition für Notlandungen, wie sie am Anfang von jedem Flug gezeigt wird. Eine gefühlte Ewigkeit rollen wir über den Flughafen und kommen schließlich vor dem Hangar zu stehen. Rechts und Links von uns stehen zahlreiche Flugzeugwraks. Sofort kommt die Feuerwehr und der Flughafenservice angefahren. Wir sollen aber erstmal stizen bleiben. Es ist ein komisches Gefühl in einem Fulgzeug zu sitzen, dass gerade im Mittelpunkt der Noteinsatzkräfte steht.

Nach ca. 30 Minuten kommt eine erneute Durchsage, wieder erst auf Farsi und dann in wesenlich kürzer auf Englisch: „sorry for the problems we have. We thinks that it ist better when everybody leaves the airplain and wait in the lobby for“ (hier entsteht ein lange Pause) „for we donˋt know how long mayby one or more times“.
Beim Aufstehen frage ich einige Leute ob sie Englisch sprechen. Schließlich finde ich einen, er ist Drachenfluglehrer, erzählt er mir. Er arbeitet viel mit Touristen und heißt Peter, sein Vater war Britte, aber er ist Iraner.

Schließlich werden wir erst in der Ankunftshalle abgesetzt, bis jemand kommt und etwas auf Farsi sagt. Ich halte mich an Peter, er meint sie hätten gesagt, dass wir in Teminal 4 Sollen. „it is only some minutes to walk“.
Ich schrieb derweilen Mohammed, meinem Host aus Shiraz, das er nicht zu lange wartet:

Ich: „Mussten Notlanden in Tehran, das kan also noch dauern. ich rufe rufe dich an, wenn ich mehr weiß“
Mohammed: „Wieso denn?“
Ich: „Technische Schwierigkeiten dagen sie, mehr wissen wir nciht.“
Mohammed: „Ok, keine Sorge das ist normal.“

Nach gefühlt einer Stunde warten wir im Terminal, kam eine Durchsage und wir müssen zum bording.
Ein bisschen sorgen mache ich mir schon dass sie wieder mein ganzes Gepäck zerpflücken. Für alle Fälle bechließe ich deshalb meinen deutschen Pass dieses Mal zu verstecken.
Eine gute Wahl in der Masse halten mich die beamten für einen Iraner. Ohne Schwierigkeiten kann ich durch.

Wir sitzen wieder in der selben Maschiene, we vorhin schon immernoch vor dem Hangar, wo rehts und links lauter Flugzeugwraks stehen, das Bild ist immer noch nicht sehr beruhigend.

Im Flugzeug wissen mitlerweile alle, das ich Deutscher bin, es hat sich wohl rumgesprochen. alle gucken mich an und von allen Seiten hört man das Getuschel: „alleman“ (übersetzt: Deutscher)
Jetzt werden wir auch aufgeklärt, was das Problem war: ein Leck im Tank.
Scheinbar haben sie das Leck wohl geflickt, aufjeden Fall können wir mit der Machiene weiter fliegen.

Als entschuldigung für die Unanehmlichkeiten gibt es einen Extra Snack im Flugzeug: einen Schokoriegel und eine Kiwi, wobei wohl keiner so recht weis wie er eine Kiwi ohne Besteck essen soll.
Mit ca. 3 Stunden Verspätung treffe wir schließlich in Shiraz ein.

Sari – Irans grüne Lunge

Samstag,18.06.
Der Abschied von Maria und ihrer Familie fällt schwer, nicht nur mir auch ihnen. Sehrschön waren die Tage in Mashhad und wir hatten viel Spaß zusammen.
Auf dem Weg zum Flughafen hatte ich zum ersten Mal einen Taxifahrer, der nicht nur freundlich ist, sondern auch von sich aus einen fairen Preis macht. Die Fahrt dauert etw 15 min und kostet 17.000 Toman
Am Flughafen muss ich erstmal nach dem Checkin suchen, das Terminal gleicht mehr einer Shoppingmall. Am Checkin ist eine große Traube von Menschen, von anstehen kann nicht die Rede sein.
Als ich an Schalter bin, bekomme ich sofort einen Bordingpass in die Hand gedückt, meinen Pass will keiner sehen um das Gepäck aufgeben zu dürfen bedarf es noch einiger Gestikulation.
Das Flugzeug ist recht klein und es sitzen vlt. um die 40 Leute drin – sonderlich stabil liegt es nicht in der Luft.
An Bord git es trotz Fastenzeit eine Mahlzeit, immerhin sind ja im Koran reisende die mehr als 10km von ihrem Wohnort weggereist vom Fasten ausgenommen. Dennoch verzichten einige auf das Essen, sehr zur freude anderer. Der Herr neben mir lässt sich gleich 6 Essen geben.
Der Flughafen Sari ist sehr klein und wir sind die einizige Maschiene am ganzen Flughafen. Es gibt auch nur einen Eingang zur Ankunftshalle vor dem Die Maschiene fast direkt hält. Auch die Ankunftshalle ist nicht Groß, man kann durch sie durchgucken und beim Gepäck ausladen aus dem Flieger und dem wie die Arbeiter es aufs Band legen kann man durch die großen Fenster der Ankunfthallte zugucken. Einige Fluggäte diskutieren sogar mit ihnen durch die Festerscheibe.

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Was der Taxifahrer am Morgen an Sympatien für dieses Gewerbe aufgebaut hat verucht der jetzige Taxifahrer auf einen Schlag wieder abzubauen, er will mich gleich um 20.000 Toman bescheißen, leider war es das einzige Taxi das am Flughafen stand.
Emal empfängt mich direkt vor dem Hotel, auch mit ihm habe ich mich via Couchsurfig verabredet. Er ist Student, 21 Jahre alt und der einzige, der mir via Couchsurfing geschrieben hat, dass auch er fasten wird. Von vorneherin kam er mir als ein sehr religöser junger Mann vor, eine gute Erfahrung für mich, fand ich. 

Das Hotel ist Günstig (etwas 12 Euro pro Nacht) und dafür gut ausgestattet. Mein Zimmer hat bleich drei Betten und eine Aircondition. Nur der Kühlschrank im Zimmer ist sehr laut, so das ein Schlafen ohne Ohropax unmöglich ist. Die Iraner scheinen auch Meister im platzspareden Bauen zu sein, da Gesammte Bad (Toilette, Dusche und Waschbecken) haben sie auf nicht Mal 1qm untergebracht. Jedesmal wenn man Duscht steigt also der Wasserstand in der Toilette- Man darf also nicht zu lange duschen, sonst… – naja lassen wir das Thema…

Abends gehen wir Essen.  Mit dabei sind noch Ali und Emal sein Neffe. Er erzählt mir, dass er im Cuchsurfingprofil gelesen hat, dass ich gutes Essen mag, dass der Iran sehr gutes Essen hat und er mir das in den nächsten Tagen zeigen will.
Ok, denke ich, eigentlich wollte ich die erfahrung machen mit ihm zu nach Iraischer tradition zu Fasten, aber er rät mir davon ab und so beschließe ich, mich stattdessen auf eine coullinarische Reise enzulassen.
Gleich beim Abendessen will er mir das beweisen: Es gibt 4 verschiedene Sorten Aˋsh und zwei Pasten und einen Köfte. Das essen ist lecker un ir nutzten derweilen die Zeit um uns besser kennen zu lernen. Ali und der Neffe sprechen nur Farsi, Emal spricht recht gut Englisch, er erzählt, das er es immerwieder durch das schauen von Blockbustern geübt hat. Am liebsten guckt er Acktion filme. Auch viele Kriegsfilme. aber er versteht nicht, warum in kriegssfilmen die Deutschen immer die Bösen sind. Weiter erzählt er: Hitler hatte eine gute Idee und wenn er den Krieg nicht begonnen hätte, dann wäre Deutschland heute noch ein großartiges Land.
Das ist der Moment, an dem mir der Bissen im Hals stecken blieb. Weiter erzählt er: Wir sind Aria, die aria sind aus Rusland gekommen und nach Deutschland, Iran und weiter nach Indien gereist.
Ich überlege kurz, ob ich an dem Punkt mich für die Gastfreundschaft bedanken und gehen soll, aber ich beschließe ihn lieber aufzuklären.
Von dem was ich ihm erkläre wirkt er verwirrt. Später erfahre ich, dass ihnen diese Geschichtsdarstellung hier wohl auch so in der Schule gelehrt wird. Von Millionen unschuldigen Toten, die im zweiten Weltkrieg für eine schwachsinns Idee eines einzelnen gestorben sind, wir hier wohl nicht geredet. Das scheint den Iranern neu zu sein.
Viele sind hier wohl der festen Überzeugung, das es eine arische Rasse gibt und wir deshalb mit ihnen verwandt sind.

Den Abend spazieren wir noch durch einen Park. Er ist sehr idylisch gelegen, rehts und Links am Ufer eines Flusses, wiedermal gleicht er fast einem Rummel.

Sonntag 19.06.

Ich muss früh aufstehen, gegen 9.00 Uhr wollten wir uns treffen, Emal wollte mir noch eine Nachricht schicken, wann genau er kommt. Eine SMS kommt nicht, stattdessen klopft er an der Zimmertür. Wiedermal geht mein Handy wohl nicht, diesmal ist es gesperrt. Ein komisches Gefühl ist das schon, ich frage mich, kurz ob der Staat wohl mein Handy hat sperren lassen, aber eigentlich schreibe ich den Blog auf einem anderen Gerät und rufe ihn auch nie vom Handy aus ab. mit dem können sie das Handy also eigentlich nicht in Verbindung bringen, anonymisiert ist er auch…
Emal telefoniert ein bisschen rum und stellt fest, dass der Verkäufer die Simkarten für seine Firma offiziell kauft und sie dann auf seine Firma eintragen lässt, damit hat er die volle Verfügungsgewalt und ich offiziell nur ein Firmenhandy. Er hat die Karte auch sperren lassen, gerade erst, nach dem ich am Tag zuvor die Karte für 50.000 Toman habe aufladen lassen –  viel Geld hierzulande.
Ich beschließe dem ein Ende zu setzten und wir kaufen enfach eine neue Simkarte in der Stadt.

Unser Ziel heute ist eine Kleine Quelle weiter südlich und übernachten wollen wir dann in dem kleinen Ort Kiasar.
Den Weg dahin legen wir mit dem Sammeltaxi zurück, dafür müssen wir insgesammt drei mal umsteigen, auf der letzten Etappe müssen wir dann ein normales Taxi nehmen. insgesamt dauet die Fahrt etwa 2,5 Stunden.
Die Landschaft ist sehr schön, Berge, Urwald und Reisfelder machen diesen Teil Irans aus. Das Wetter ist gemäßigt um die 30°C dafür ist die Luftfeuchtigkeit um die 55% womit es insgesamt heißer wirkt als in Mashhad bei der selben Temperatur.

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Aus dem Urwald fahren wir jedoch raus in die Berge und südlicher des Urwaldgebietes, schließlich verlassen wir die Asphaltierten Straßen und fahren noch eine ganze Weile auf Schotter weiter, bis zu einer Straßen Sperre. Einige Iraner diskutieren erst mit dem Fahrer, dann steigen wir aus und sie diskutieren mit Emal und Ali weiter. Außer uns stehen schon drei weitere Iraner da, die auch mitdiskutieren.
Wir sind wohl kurz vor den Quellen die wir besichtigen wollen und die Leute die diese Straßensperre errichtet haben verdienen ihr Geld wohl damit, dass sie Touristen zur Quelle fahren. 20.000 Toman wollen sie, dafür würden sie uns mit ihren Fahrzeug weiterfahren. „Ihr Fahrzeuge“ sind die klassichen Pickups in iranischer Produktionsweise, sie sind nicht Komfortabel aber dafür funktional. Ihr Pickup sieht aus, als wäre er schon jahrelang als Transporter im Einsatz gewesen und als hätte man beschlossen, dass bevor man ihn ganz verschrottet er noch gut genug ist Touristen als Abenteuer durch die gegend zu kutschieren. Sitzplätze gibt es keine, wir müssen zu sechst auf die Ladefläche klettern.
Der weg wird auch nciht gerade Komfortabler, wenn man das überhaupt nch als weg bezeichnen kann. das scheint unseren Fahrer aber niht zu ineressieren, er holt alles aus dem Fahrzeug raus, als hätte er vergessen, dass er hinten noch 6 Leute auf der Ladefläche stehen hat. Die Fahrt dauert noch etwa 10 Minuten.

Die Quellen selbst sind ein atemberaubendes Naturschauspiel. Mitten auf dem Karbenfells entspringen an mehreren Stellen Salzwasserquelln in den unterschielichsten Farben, eine von ihnen ist Blutrot. Das Salz und der Kalk formen in der Landschaft spektakläre Palteu formen. Eine von ihnen ist tiefgenug und wir nutzte die Gelegeheit Baden zu gehen. Das Wasser ist für mich recht Warm, die Iraner empfinden es dennoch als Kalt.
Zugleich ist es so Salzig, das wir fast wie im toten Meer obentreiben. Wr genieße einige Zeit die schöne aussicht aus unserem Wassrloch und legen dabei die Füße an den Plateurand.

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Nach ca. einer Stunde ruft uns der Fahrer dazu auf, das wir wieder runter Fahren müssen. Die selbse Tourtur nochmal, dieses Mal bergab. Wieder zu sechst auf der Ladefläche vom Pickup. So eine Fahrt solidarisiert und so erklären sie die adneren drei die mit von der Partie auf dem Wagen sind sich bereit uns in ihrem Auto mit zurück zufahren, damit wir uns das Taxi sparen.
ein Iranisches Model, die Limusine von der Marke fahren die Drei. Dennoch wird es etwas eng zu sechst in dem Fünfsitzer – zwei nehme deshalb auf dem Beifahrersitz Platz. Alle Drei kommen aus dem Süden des Irans und machen hier gerade Urlaub erfahre ich. Sonst verstehe ich nicht viel von dem Gespräch, die ganze Fahrt über sprechen sie ausschließlich Farsi. Nur einmal bekomme ich ein Telefon in die Hand gedrückt. Am anderen Ende ist einer der Deutsch spricht. Er erzählt, dass er drei Jahre in Deutschland gelebt hat und wenn ich in Teheran bin soll ich mich melden.
Nach etwa 2 Stunden fahrt mit einer ausgedehnten Teepause dazwischen kommen wir in Kiasar an.

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Das Haus in dem wir übernachten ist von Alis FAmilie es ist zwischen 200 und 300 Jahre alt. Es liegt direkt an dem Dorfplatz, wird aber heute nur noch als Ferienhaus von der Familie genutz. Es ist noch Klassich eingerichtet und in den letzten 100 Jahren hat die Familie nur mal Strom reinlegen lassen, sonst haben sie scheinbar nichts an dem Haus machen lassen. Insgesamt hat es 5 Zimmer drei Oben und zwei unten. in allen liegt Teppich, sonst findet sich nichts in der Räumen außer ab und an ein Buch und mal eine Decke. Nur unten ist es anders, hier ist die Küche und das Wohnzimmer, das sich im wesentlichen dadurch unterscheidet, dass es der einzige beheizbare Raum ist – in der Mitte steht der Ofen, außerdem in der Ecke ein Fernseher. Die Toilette ist draußen, genauso wie der Hühnerstall.

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Wärend Ali sich noch mal schlafen legt, nutzen Emal und ich die Zeit um uns den Ort an zu gucken. Es ist nur ein kleiner Ort mit wohl etwa 2000 Einwohnern überwiegend alten Häusern, die zum Großteil am Verfalen sind – auch im Iran ist die Landflucht spürbar. Ich erfahre, das alte Häuser früher zwei Türklopfer hatten, einen für die Frauen und einen für die Männer, welche unterschiedlich klingen. Ein besonders schönes Beispiel dafür finen wir an einem liebevoll gepflegtem Haus. Als wir den Türklopfer betrachten kommt gerade der Besitzer vorgefahren, erlädt uns ein rein zu kommen und uns das ganze Haus anzugucken. Was uns hier erwartet, haut selbst Emal aus den Socken.
In liebef´voller kleinarbeit hat der Mann über 30 Jahre lang Buchstbe für Buchsabe aus Sperrholz ausgesägt und über 100 Verse des Korns an die Decke geschrieben in Farsi und in Arabisch. In über 10 Räumen hat er die gesammten Decken damit beschrieben. Eine unglaubliche Arbeit. Noch immer arbeitet er an einigen Decken.

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Am Abend wollen wir schließlich nach einem Restaurant im ort suchen, doch die Suche gestalltet sich schwerer als gedacht:
In der Islamischen Kultur ist es üblich reisende zu sich einzuladen und dafür sorge zu tragen, dass es ihnen gut geht, selbst dann wenn es beispilsweise zur verköstigung der Fremend ntwendig ist einen Kredit aufzunehmen. Emal fragt mehrere Einheimische nach einem Restaurant, doch bekommt immer nur die selbst antwort.
Wenn er die Leute fragt begint das, was man übersetzt die „standing Ceremonie“ nennt. Sie bieten ihm stattdessen an, dass wir zum Essen zu ihnen kommen können. Dieses lehnt man dann höflich ab. Schlielich bekommt man es nochmal angeboten und lehnt es wieder ab. erst wenn man es ein drittes Mal angeboten bekommt, ist ein ernst gemeintes angebot. Um sicher zu gehen kann man es auch ncoh mal ablehnen. Keiner der Einheimischen will uns verraten wo es ein restaurant gibt. Emal erklärt mir, dass sie uns liebr einladen, damit wir nicht den Eindruck bekommen, dass sie in diesem ort nicht gastfreundlich seien.

Schließlich kaufen wir im Ort beim Bäcker ein Brot, beim Gemüsehändler Tomaten und Gurken, beim Tante-Emma-Laden Käse und machen eine Traditionel Iranische Bortzeit zum Abend. Wo es ein esturant gibt haben wir bis zum Schluß nciht rausgefunden

Montag 20.06.
Dafür, dass wir nur eine Art zusätzliche Matte zum Schlafen auf dem Boden hatten habe ich erstaunlich gut geschlafen, dennoch ist erholsam etwas anderes. Nachdem wir unsere Sachen zusammen gepackt haben fahren wir wieder mit dem Sammeltaxi nach Sari. Etwa 30.000 Toman hat der ganze Ausflug für eineinhalb Tage pro Peron gekostet, ca. 7,50€.
Angekommen im Hotel beschließen wir, das jeder erstmal seinen Weg geht und wir uns erst Morgen wieder treffen.
Ich nutze den Tag noch um Wäsche zu waschen, Blog zu schrieben und ein bisschen spazieren zu gehen.

Dienstag, 21.06.
Wir treffen uns um etwa 10 Uhr Emal, Ali und ich. Heute wollen mich durch Sari führen, damit ich mal einen Eindruck der Stadt bekomme.
Das Museum, welches sie mir eigentlich zeigen wollten gab es leider nicht mehr, stattdessen hatten sie eine andere gute Idee. gemeinsam gingen wir zu einem Haus, in dem ihr ehemaliger Professor sein Büro hat. Er ist außerdem der Stadthisoriker von Sari.
Als sie mich ihm vorstellen ist er begeistert. Ob wohl wir ganz spontan für ihn vorbeikommen lässt er alles stehen und liegen, weißt seine Mitarbeiter an mit Tee un Iranische Süßspeisen zu kredenzen und ist dabei völlig aus dem Häuschen. Touristen in Sari, das gibt es wohl nicht oft. Als Gastgeschenk lsst er mir eine traditionelle sarische Herrentasche bringen.
Er bedankt sich auch erstmal bei Emal und Ali, das sie mich zu ihm geführt haben und bietet uns anshließend an, das er uns ein paar alte Häuser zeigen will.

Gleich zu Anfang erfahre ich,dass die Stadt vor etwa 120 Jahren von einem Erdbeben und einer daruf folgenden Flut völlig zerstärt worden is. Deswegen gibt es hier keine Häuser die älter sind. ein Paar Häuser die unmittelbar dannach geaut wurden gibt es aber noch, Prunkvolle Bauten die heute leider an verkommen sind, verfall und verweist. Doch die Stadt hat in zusammenarbeit mit dem Professor angefangen die den Historischen stadtkern mit diesen Häusern wieder herzurchten. Sein Mitarbeiter hat für alle Häuser die Schlüssel und zeigt sie uns. Schließlich werden wir noch ins Museum geführt und natürlich soll cih mich am Ende ins Gästebuch eintragen.
Fast ein Jahr ist es her, so entnehme ich dem Gästebuch, seit der letzte Tourist hier war.

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Die Mittagshitze ist zu stark und so beschließen wir uns erst am späten nachmittag wieder zu treffen.

Für den spätenNachmitta hat Emal für mich die Besichtigung einer Schreinerei organisiert. E ist eine große Schreinerei, nicht eine kleine Einmann-Schreinerei, die ich sie schon in Teheran zwischendurch sehen konnte, sondern eine recht Moderne mit vielen Mitarbeitern.

Am Abend schließlich hat mich Emal zum Abendgebet in der Moschee eingeladen, gerne habe ich dieser Einladung zugesagt um diese Erfahrung mal zu machen. Wir gehen dafür in die zentrale Moschee in Sari, sie ist immer wieder erweitert worden und ganz am Anfang mal auf den Grundmauen eines Tempels der Zaoastria errichtet worden.
Ih Frage kurz, was ich beachten mss, wenn ich am Abend gebet teilnehmen werde, doch seine Antwort ist nur: nichts, mach einfach das, was ich auch mache und in der Moschee gucke nicht nach recht und nicht nach Links.
Zunächst Wachen wir uns Hände, Gesicht, Arme, Haare und Füße in dieser Reihenfolge und die Handbewegung zum Waschen darf dabei nur in ine Richtung gehen. Anschließend gehen wir in die Moschee, beim reingehen nehme wir uns jeder einen „Mohr“ eine Art Lehmkeks, der zum beten dient, denn beim beten mus die Stirn den Boden berühren. Dieser Mohr ist aus Lehm aus der Gegend der Kabala Najaf im Irak, er ist die Symbolische Erde. Wir setzten uns erstmal an den Rand. Viele andere Gläubige sind hier, nciht so viele wie am Nachmitag erklärt mir Emal abends ist es an Ramadan immer etwas leerer, weil die Leute lieber zu Hause beten um gleich mit dem Essen anzufangen. Das Beten selbst folgt einem festen Rythmus der Wieerholung des abwechselnden Afstehehn und hinknien. die Erfahrung dabei zu sein, war dabei für mich spannender als das mitmachen. Die Betenden scheinen dabei sehr auf sich selbst bezogen, Alle starren die ganze Zeit auf den Mohr vor sich. dennoch hat es wie im Gottesdienst in der Christlichen Kirche eine gewisse Magie in sich.
Auch wenn ich mit sicherheit kein Moslem werde, so war es eine tolle Erfahrung für mich.

Mittwoch, 22.06.
Den Tag nutze ich in ersterline um im hotel alle für meine Abreise am nächsten Tag vorzubereiten und wieder einmal Blog zu schreiben, erst am Abend wollten wir uns treffen.
Emal holt mich mit dem Auto ab, gemeinam wollen wir nochmal an das Kaspische Meer fahren, doch vorher hat er noch einen freund angerufen, um mit mir eine Archeologische Ruine zu besichtigen. Der freund kommt au diesemort und kennt den Platz genau. Vor ca. 7 Jahen wurde er erst entdeckt und ist nich Touristisch zu besichtigen, da die Ausgrabungen wohl noch andauern. Der ehemalige Sommerpallast des Herschers von Persien vor ca. 300 Jahren wurde er von einer Sturmflug zerstört, mit ihm so zeigt er uns ußerdem wurde damals die Brücke zerstört, woraufhin eine neue proisorische Brücke erichtet wurde. bis heute wurde keine neue gebaut, sondern alle nutzen immernoch nur das Provisorium- alt und wackelig. Auch wir geben uns den Kick und laufen mal drüber. eine Wackelpartie auf losen Brettern, wohl nicht selten kommt es vor das hier mal wer abstürzt.

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Den Abend, den Sonnenuntergang und Eftar verbringen wir schließlich am Kaspischen Meer.

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4 Tage Mashhad

Dienstag 14.06.

Eigentlich beginnt die Tour noch am 13.
Mit dem Nachtzug geht es nach Mashhad. Hier habe ich mich mit einem Paar aus Couchsurfing verabredet.

Der Zug sieht von außen eher ein bisschen mittelalterlich aus, die Kabinen aber haben den Charm eines modernen Orientexpres. Jeweil vier Betten hat ein Abteil, das unterste Bett ist funktional auch als Sitzfläche. Zwischen den Bettseiten liegt ein ordenlicher Perserteppich, den ich mir so auch sofort ins Wohnzimmer legen würde. Nicht genug, gibt es auch noch zwei Flachbildschirme in den Abteilen. Aus beiden dudelt es ununterbrochen, genauso wie aus dem Deckenlautsprecher. Mit mir sind noch ein ältere Herr, so wie ein junger Mann etwa meines alters mit seinem Neffen, in der Kabine. Der junge Mann kann zum Glück ein Paar Worte englisch, so kann ich ihn nochmal fragen, ob ich hier richtig bin. Bin ich – und ich bin stolz drauf, denn in dem Arabischen Zahlengewirr habe ich mein Abteil ganz alleine gefunden.
Ich unterhalte mich noch kurz mit dem Jungen Mann, soweit unser Englisch reicht, er erzählt, dass er 27, Söldner ist und jetzt auf dem Rückweg in seine Heimatstadt richtung Mashhad. Schließlich bietet er mir eine Frucht an, die ich dankend annehme, als dankeschön biete ich ihm ein Stück der Schokolade an, die ich aus Deutschland mitgebracht habe. Alle drei nehmen ein Stück.
Wir lächeln uns noch eine Weile an, denn gut ist ihr Englisch dann doch nicht das es ür größere Gespräche reicht, bevor sich alle schlafen legen.

Um etwa 8.30 werden wir wieder vom Schaffner geweckt, er bringt eine große Kanne schwarzen Tee mit 4 Tassen.
Ich betrachte derweilen die Landschafft.
Ich hätte nicht gedacht, dass der Iran so viel Berge hat, immerwieder sieht man im Hintergrund Gebirge oder sogar Berge. Neben den Schienen sind durchweg Felder, die teilweise auch gerade von Hand bestellt werden. Eigentlich nur Weizen sehe ich. Immerwieer sieht man auch verfallene Lehmdörfer, einige davon noch bewohnt, aber auch immer wieder verlassene dazwischen.  

Der Bahnhof Mashhad ist für eine 2,5 Millionen Stadt nicht sehr groß, recht leicht finde ich meinen Weg bis zu den Taxis. an einem Schalter zeige ich mein Handy vor mit der SMS mit der Adresse auf Farsi, die mir mein Couchsurfingkontakt zuvor geschrieben hat, was ein Glück, denn Englisch spricht hier keiner. An dem Schalter bekomme ich schließlich eine ausrufnummer, die mir mein Taxi zuweisst.
Der Taxifahrer spricht auch nur Farsi, ich frage ihn „how mutch will ist cost?“ und bekomme nur zur Antwort: „will cost, will cost“. Dabei nickt er freundlich mit dem Kopf und bedeutet mir einzusteigen. Ohne zu fragen schaltet er das Taxameter an. Ich bin froh darüber. Als wir bei der Adresse ankommen zeigt das Taxameter 6500 Toman an, ich gebe ihm 7000 Toman, doch er schüttelt mit dem Kopf, gibt mir das Geld wieder und nimmt sich den Hundertausender, den ich in der anderen Hand hielt.
Ich zeige noch mal auf das Taxameter, aber denke mir auch: naja was solls, das sind dann halt 75cent mehr an Kosten.
Die Nacht über hat es hier wohlgeregnet und die Temperatur deshalb sehr angenehm, etwa um die 30°C.

Von dem Paar, dass mich hostet ist nur die Frau da. Maria heißt sie, außerdem ist ihre Mutter noch da.Wir stellen uns kurz vor, die ersten Sätze sind noch sehr verhalten. sie erzählt, das sie einen Wäscheladen in der Stadt hat und dass ihr Mann außerhalb von Mashhad arbeitet und nur am Wochenende da ist. Ihre Wohnug ist sehr schön und soweit ich das bisher beurteilen kann, für iranische Verhältnisse sehr luxoriös eingerichtet. Nach dem sie mir meinen Schlafplatz gezeigt hat, gehen sie und ihre Mutter noch mal weg, sie will mich dann später abholen. Zuvor drückt sie mir noch einen Schlüssel in die Hand und verabschiedet sich mit den Worten: „feel like this is your home“

Ca. gegen 16.00 Uhr ist sie schließlich wieder hier. Zuvor hat sie mir schon geschrieben ich solle dann fertig unten stehen. Unten warten bereits ihr Onkel und ihr Bruder im Auto, zusammen wollen sie mir einiges in der Stadt zeigen. Ihr Onkel heißt Rezar, er arbeitet für die Regierung und war für diese auch früher mal in Europäischen Ländern in der Bootschaft eingesetzt, das Auto gehört ihrem Bruder, er sitze auch am Steuer, ich bekomme den Beifahrersitz angeboten.

Unser erstes Ziel in der Stadt ist das Heiligtum der Stadt der Schrein von Imam Reza, dem 8. Imam im Islam. Er ist wohl das größte Heilugtum im Iran und der Grund warum diese Stadt als religös konservativ gilt. Der Zutritt für Touristen ist nur auf die Vorhöfe gestattet, aber ich bekomme recht schnell erklärt, dass ich mit ihnen zusammen auch rein kann. Fotographieren ist hier leider nicht erlaubt, doch das seie kein Problem erklärt mir der Onkel, er habe ein Handy, das git nicht als Foto und das macht hier eh jeder.
Der schrein selbst ist überwältigend. reichlich mit Kacheln ausgeschmückt ist es eine gigantische Anlage, auf der jetzt wärend der Ramadanzeit natülich besonders viel los ist. Auf den ganzen Höfen in der Schreinanlage sind Teppiche ausgelegt, überall sitzen die Leute um zu beten oder den Koran zu lesen, die Masse an Menschen macht es nicht unangenehm, sonder verleit dem ganzen eine unglaubliche stimmung, die mich zutiefst beeindruckt.

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Sie erklären mir, das Emam Rezar für die heilung der Kranken zuständig ist, deshalb kommen viele hier her gepilgert um um Hilfe zu bitten. Am eigentlichen Hauptgebäude im inneren sieht man viele Leute die sich an die Gitter krallen zum beten, immerwieder sieht man Junge wie alte Menschen, die die Türen und Wände küssen.
dennoch sind wir immernoch nicht im eigentlichen Schrein. Ich bekomme eine kurze Anweisung vom Onkel, dass ich ab jetzt behaupte offiziell ein europäische Moslem sein, weil ich sonst nicht  ins Heiligtum komme. Ich soll einfach kein Wort reden, er macht das schon. Unsere Schuhe ziehen wir aus und laufen von nun an Barfuß, so ist es regel in Maschees, es ist eh alles mit Teppichen ausgelegt.
Am Eingang bespricht der onkel irgendwas kurz mit dem Wachmann und wir kommen rein.
Wärend ich vorher noch nur Beeindruckt war, verschlägt es mir her wirklich die Sprache. Die innenräume sind Lichtüberflutet, obwohl es eigentlich keine Fenster gibt. die Wände sind komplett mit vielfacettierten Spiegeln ausgekleidet, auch die decen. was kein Spiegel sit, ist Gold oder Silber. Jedes Spiegelelemnt für sich ist ein Kunstwerk, noch mehr die Goldelement, sie stellen beim genauen hinsehen, Szenen au dem Koran odr altagsszenen da, alles in gold und Silberpunziert.
Drinne ist ein unglaubliches Getümmel, in jedem Raum sitzen und stehen die Leute zum Beten und Koranlesen. man weiß kaum wo man stehen soll um nicht im Weg zu stehen.

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Schließlich verlassen wir den Schrein und die Anlage um später zum Eftar (Fastenbrechen) wieder zu kommen und gehen noch mal kurz auf den Basar gegenüber.
Als wir wieder rein wollen zum Fastenbrechen, werden wir nicht mehr reingelassen. Die Anlage ei überfüllt und es gäbe keine Plätze mehr. Kaum vorzustellen, wenn man sich überlegt, dass die Anlage wohl über einen Kliometer im durchmesser misst, so habe ich mir erklären lassen.

Wir fahren also weiter und sie suchen ein traditionelles Restaurant, sie kennen da eine Straße, die sehr lang ist und zu der wir schließlich fahren. Hier reiht sich ein Restaurant an das andere. Auf der Straße stehen zahlreiche Parkeinweiser, die einen in ihre Restaurants lotsen wollen.
Schließlich finden wir ein Traditionelles Restaurant. Fast jedes Restaurant sieht hier aus, wie ein aufwändig gestallteter Garten mit unglaublich vielen Wasserspielen. Wir bekommen einen Platz neben einem Brunnen zugewiesen. In diesem Raustaurant sitzt man unter einem Baldachin im Schneidersitz auf einem Teppich, so ist es traditionell werde ich aufgeklärt.
gegessen wir halb mit dem Fingern und sonst nur Löffel und Gabel, wobei die Gabel nur eine Nebenrolle spielt.
Es gibt gegrilltes Huhn, Kebab und Reis, viel Reis, wie es sich in der Iranischen Küche gehört. Dazu Eyran und als Nachtisch ein ordentlicher Tee. Nebenbei lerne ich eine ganze Menge über den Iran und meine Gastgeber über Deutschland. Zum Schluß kann man mich rausrollen aus dem Restaurant, so voll bin ich.
Als wir wieder die Sraße runter fahren machen wir noch einen Kurzen Stop an einem der Vielen Feuerstände, die es rechts und link der Straße gibt wo sie Mais rösten. Hier gibt mir Rezar schließlich noch ein Getränk aus. Er erklärt mir, dass es gesalzene Milch ist, genauso schmeckt sie auch, nur das er mir verschwiegen hat, dass sie noch dazu Kohlensäure hat. Sie schmeckt ungewohnt, merkwürdig, aber dennoch nicht schlecht. Den rest gibt mir der Drink trotzdem, ab jetzt versuche ich mich am Besten gar nicht mehr zu bewegen, die Sattstarre setzt ein.
Nicht bei meinen Gastgebern, sie blühen jetzt erst richtig auf, drehen die Musik im Auto laut und Fragen mich immerwieder wer besser fährt, Michael Schuhmacher oder Marias Bruder. Mit einem Affenzahn rast er durch den Verkehr, derweilen läuft laut die Musik und alle Singen und Klatschen im Auto mit.

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Schließlich fahren wir nochmal raus und halten an, Marias Onkel Rezar steigt, aus, er will mir zeigen, wie Männer traditionell im Iran tanzen. Mitten auf der Straße legt er eine traditionelle Tanzeinlade hin, wärend die Autos und die Fußgänger an uns vorbeirasen, niemanden scheint das zu stören. Morgen bin ich dann dran, bekomme ich schließlich gesagt.

Mittwoch, 15.06.

Da die letzte Nach lang geworden ist, beschließe ich heute ein bisschen Länger zu schlafen. Erst am Nachmittag habe ich mich mit Maria, ihrem Onkel und Bruder verabredet. Ihr Mann habe ich mittlerweile erfahren, Arbeitet weit weg von hier, deshalb ist er nur am Wochenende (Donnerstag und Freitag) da. Die Wohnung überlässt mir deshalb Maria, denn im Iran ist es Frauen und Männer nicht erlaub zusammen übernachten, wenn sie nicht miteinander verheiratet sind.

Gegen 16.00 Uhr holen sie mich ab, den Tag haben sie schon voll durchgeplant. Zuerst geht es den Miniatura Parki. Hier so erzählen sie, sind alle Historischen Gebäude des Irans nachgebaut, es wurde gerade erst Anfang des Monats eröffnet.
Doch neben dem, dass es gar nicht so einfach ist den Park zu finden, ist er auch sehr enttäuschend. Auch für Maria und ihr Familie. Zwar sind die dargestelleten Sachen interessant und gut gemacht, doch gibt es hier bisher gerademal 10 dargestellte historische Gebäude. dafür viel Platz für noch kommende.
Dennoch habe wir unseren Spaß, Rezar albert viel rum und wir haben einiges zu lachen.

Am späten Nachmittag beim Einkaufsbummel in der Mall haben wir schließlich Zeit etwas ausführlicher zu quatschen. Es stellt sich raus, das Rezar, zwar eine Wohnung in Mashhad hat, aber nur etwa 3 bis 4 Tage im Jahr in dieser Stadt ist, da er sonst in Teheran wohnt. Bis zum Schluß ist mir nicht klar ob er extra meinetwegen hergekommen ist um mich kennen zu lernen (was den Iranern durchaus zu zutrauen ist) oder ob er gerade Zufällig auch da ist.

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Für den Abend hat sich schließlich Maria etwas besonderes ausgedacht. Vorher bekommt jeder noch schnell ein Eis auf die Hand – ein riesen Eis, dafür ist diese Eisdiele hier wohl bekannt in Mashhad und dann so sagt Maria, geht es in den Park.
Man sollte an dieser Stelle sagen, dass es mir schon früher auf gefallen ist, dass die Iraner ihre Parks lieben. Sie sind zu jeder Tages und Nachtzeit gut besucht. Außerdem, sind sie oft aufwändig gestalltete grüne Oasen, in denen man mit Wasserspielen nicht geizt, im Gegenteil. Obwohl das Land so trocken ist und Wasser ein rahes gut, scheint es in den Parkanlagen im Überfluss zu sein.
Zitat von einem Iraner den ich danach fragte:
„you know Iran is a ritch country and this is how we show it“
Dieser Park war nicht nur sehr gut besucht, sondern auch übermäßig illuminiert und unerwartet groß.

Es war etwa 21:00 Uhr als wir hier ankamen.
Auf jeder Freien Fläche standen Buden,mit bespaßungsprogamm für Kinder, waren Bühnen mit Aufführungen, spielten die Leute Voleyball, Fußball oder Federball, an den Rändern der Gehwege, auf den Wiesen saßen unmengen von kleineren Gruppen beim Essen und Immerwieder sah man illuminierte Wasserspiele. Das eigentliche aber was uns Maria zeigen wollte, war der Berg um den der Park war, wie ein Fels erhebt er sich am Ende des Parks und ist Teil der Anlage, den gesammten Weg den Berg hoch sind rechts und links die Wasserspiele zu sehen und oben angekommen hatten wir einen unglaublichen Ausblick auf ganz Mashhad.
Der Berg selbst, so bekomme ich erklärt ist den Gefallenen des Irak-Iran Krieges gewidmet.

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Auf dem Rückweg vom Berg, ist es wie gestern, die Musik wird laut aufgedreht und wir singen und Klatschen im Auto, bis wir beim Elternhaus von Maria ankommen. Es ist schon spät, nach 11.00 Uhr, dennoch sind noch alle wach im Haus. Ich lerne Marias Vater und Schwester kenne, ihre Mutter kannte ich schon von gestern. Zum Abendessen gibt es schließlich Kornflakes auf iranisch. Eine Salzige Milchsuppe mit jeder menge Kräutern, in der man zerkrümeltes knuspriges Pfladenbrot aufweicht und es schließllich so ist. Wir essen am Tisch, auf dem statt eines Tischtuchs eine Plastikplane liegt, in der Mitte liegen die ganzen Brote und bis wir mit dem Essen fertig sind, sieht der Tisch aus wie ein Schlachtfeld aus Brotkrümeln und Milchklecksen.

Anschließen quatschen wir noch, die Musik wird laut gedret und es wird getanzt.
Auch ich bin diesmal dran und werde aufgefordert einen Typisch deutschen Tanz aufzuführen, der nur für Männer ist. Kurz erkläre ich, dass mir nicht bekannt ist, dass wir Tänze nur für Männer in Deutschland haben, sondern eigentlich nur Paartänze, doch dann fällt mir noch einer ein, ich hätte ihn nicht erwähnen sollen.

Mit mehr oder weniger schlechtesten Kenntnissen, versuche ich mein bestes im Schuhplatteln und scheitere natürlich hochgradig. Die Lacher habe ich auf meiner Seite, alle amüsieren sich prächtig und es wird noch ein langer Abend.

Donnerstg, 16.06.

Da die letzte Nach lang geworden ist, beschließe ich heute ein bisschen Länger zu schlafen. Irgendwie kommt mir der Satz solangsam vertraut vor. Marias Antwort an dem Abend dazu war: „Iranien people are never tired“
Den Tag heute habe ich ruhig geplant. Erst am Abend steht Progarm an. Ich nutz den Tag stattdessen um gemütlich durch die Stadt zu spazieren. Viele Läden haben auch hier geschlossen wegen Ramadan. Von Maria habe ich erfaren, dass die Öffnungszeiten während des Ramadans anders sind: von 2 Uhr Nachts bis 11 Uhr Vormittags. Zu der Zeit wollte ich nicht shoppen gehen. Also beschränke ich mich auf den Nachmittag und die wenigen Läden die dennoch offen haben.
Besonders beeindruckend fand ich eine bestimmt 500 Meter lange Menschenschlange in einer Straße, in der außerdem jede Menge Trubel war. Alle standen sie geduldig an für Aˋsh wie ich später sah. jene Suppe, die es nur während des Ramadan im Iran gibt, mit ihr beginnt man klassischerweise das Fastenbrechen am Abend. Sie besteht in erster Linie aus Kichererbsen, Spinat, Nudeln, verschiedenen Kräutern und ist mit Mehl angedickt. Vermutlich ist sie hier besonders gut gewesen, dass so viele Menschen dafür anstanden.

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Ein besonderes Erlebnis hatte ich noch als ich eigentlich nur Safran kaufen wollte. Das Gramm besten Safrans kostet hier etwa 2,5 €. (Angegeben wird der Preis normalerweise in Unzen wie bei Gold.) Da musste ich einfach zuschlagen. Ich hatte mir dafür einen kleinen Laden in der Seitenstraße ausgesucht. Der angeschriebene Preis war gut und der Verkäufer machte auch keine Ambitionen mich über den Tisch ziehen zu wollen. Im Gegenteil. Die kommunikation geht zunächst mit Händen und Füßen, denn er spricht kein Wort Englisch, nur Farsi.
Dann lässt er mich stehen und geht aus dem Laden. 5 Minuten später kommt er mit einem Handy wieder. Er reicht es mir. Auf ihm ist eine Übersetzungapp geöffnet in der Steht:
„Hello , I am Ali from which country you come“
Er deutet mir, dass ich schreiben soll anstatt zu antworten. „Germany“ schreibe ich hin, ahne, wozu das führt und frage mich, ob die App die sachen genauso schlecht von Englisch ins Farsi übersetzt wie umgehrt.
Er nimmt das Handy, Lacht und sagt „a Aleman, football“. Ich nicke nur, er gibt mir das Handy zurück, darauf steht: „I am studying geography been arbabien in Saudi“ Der anfang eines langen Gepräches dem es mir schwer fiel zu folgen. Nach etwa 1,5 Stunden kann ich den Laden wieder verlassen, andere Kunden hat er in der Zeit weggeschickt. Zum Schluss wollte er noch ein Foto mit mir machen, dass er gleich im Laden eins weiter drucken ließ und sich an die Wand klebte, er bestand drauf, dass ich da noch dabei bin, außerdem bestand er drauf, dass ich seine Emailadesse bekomme und ein Foto von ihm mache, dass ich meinen Freunden zeigen soll. Zum Schluß gibt er mit nochmal das Handy, darauf stand: „goodbye good new friend“

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Für den Abend mache ich mich schicker, ich bin Eingeladen. Marias Mutter hat drauf bestanden, dass ich die Familie kennen lerne und sie hat alle zum Eftar eingeladen.
Marias Mann Ali lerne ich nun auch kennen, er holt mich ab. Als ich ankomme, ist schon alles vorbereitet, im Wohnzimmer liegt eine Große Tischdecke am Boden und es ist für knapp 15 Lete eingedeckt, das essen welches aufgetischt ist sieht schon aus der Ferne köstlich aus. Eigentlich bin ich 10 Minuten zuspät, aber ich bin dennoch der erste, die anderen Gäste sind alle noch nicht da. Sie kommen und cih werde umfangreich begrüßt, eigentlich spricht von ihnen aber keiner Englisch, deshalb bleiben die Gespräche eher karg.

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Das Essen ist umwerfend lecker und vielfälltig. Die Gesellschaft nicht zu übertreffen. Zur Vorspeise gibt es eine Linsensuppe, zur Hauptspeise gibt es Sandwitches mit einer für mich nicht näher deffinierbaren Füllung, außerdem eine Paste deren Grundzutat Kartoffeln sind, zudem eine Art Kartoffelpuffe, jede Menge Kräuter, Datteln und das klasische Süßgebäck, welches es zu Fastenzeit gibt, es besteht als Zucker und Mehl, welches dann in Öl ausgebacken ist. Zum Abnehmen ist diese Art Süßspeise nicht geeignet. Als nachtisch gibt es etwas, was man wohl am ehesten als Wackelpudding in Lakritzschnekcenform bezeichnen kann. Das gibt es erst einmal Pur, dann als nachgang aufgegossen in mit Creme. Alles schmeckt umwerfend. Ich bin satt und Glücklich.
Am Abend passiert außer Gesprächen nicht mehr viel, Es läft Handball im Fernsehn und das geht bei den sportbegeisterten Iranern vor.

Freitag, 17.06.

huete ist der Iranische Sonntag oder anders Gesagt, die mehrheit der Iraner hat heute frei. Ein perfekter Tag für Ausflüge, deshalb geht es auch früher los.
Unser Ziel so bekomme ich erklärt ist ein Ort ca. 150 km vor Mashhad – wir fahren mit dem Auto hin.
Der weg dahin ist führt uns über die Autobahn, sobei sie mit unserer Detuschen niht vergleichbar ist. 120 ist maximal erlaubt, dass man in Deutschland keine Geshwindigkeitsbegrenzung hat können sich die Iraner gar nicht vorstellen. Die Landschaft ist sehr Karg, fast teppenartig. Immerwieder sieht man verinzelte Dörfer, und manchmal sogar Normadenzelte neben der Strae. Am Straßenrand stehen immerwieder Straßenhändler, ie meistens Süßigkeiten verkaufen. Platten, die wir deutsche als Dachpappe abtun würdn, die Füllung ist Kremig und sauer, sie besteht wohl in erster Linie aus getrockneten Früchten.

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unser Außflug führt und schließlich zu mehreren Geenkstätten von Dichtern und Denker der Irans. Einige Tausend solcher denkmähler gibt es im Iran wohl, bekomme ich erklärt,für fast jede Berühmtheit wurde eine Art Mausoleum irgendwo im Iran errchtet. Die die wir besichtigen sind aus den 60er Jahren, Pompös und Kunstvoll sehenswert.

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Selbstverständlich gehört zu jedem Mausoleum eine üppigausgestattete Parkanlage mit kreativen Wasserspielen.
Direkt daneben ist noch eine Archeologische Augrabung, an der Selben stelle stand bis zum Einfall von Dschingis Kahn die Größte Stadt es Iran, mit mehr als 1,5 Millionen Einwohnern er ließ sie wohl komplett einreißen und die Bewohner alle umbringen. Einkleinen Teil davon kann man unter einem Dach betrachten.

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Auf dem Rückweg gucken wir uns noch eine Holzmoschee an und legen noch einen kurzen Stop für eine Wassermelone ein. Außerdem wollen wir noch ein Gebäude suchen, das wir uns angucken wollen, welches uns auf dem Hinweg aufgefallen ist.
Wir finden es, nur sind wir auf der falschen Straßenseite der Autobahn. Kein Problem, die Beiden Fahrspuren trennt nur ein „Grünstreifen“ meint Ali, wir können wenden. Do so einfach ist es nicht selten gibt es passierbare stellen. schließlich entscheite sich Ali an einer Stelle zu wenden, er Fährt links auf den „Grünstreifen“ nd setzt prompt auf. Geminsam verchen wir ein paar Minuten lösunen zu finden und das Auto dort wieder rauszubekommen. Als es endlich wieder frei ist, fällt und frische Flüssigkeit auf dem staubigen Boden auf, vom Unterboden scheint es zu lecken.
Dennoch beschließt er, dass wir erst zu dem Gebäude fahren und dann weiter gucken.

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Das Gebäude hat geschlossen. Es ist Privatbesitz – alle Mühe umsonst. Vom Unterboden tropft es immernoch.

Tankstellen lerne ich an diesem Tag haben auch immer eine Werkstatt, zuminest hier. Es wir auch gleich geholfen. Die Diagnose ist nur mäßig zufriedenstellend: Der Tankwart findet nichts und seine Diagnose ist, das eine Flasche Wasser im Auto ausgelaufen sein muss. Wir suchen das ganze Auto ab und finden nichts. Er kann uns sost nciht weiterhelfen, mit dem Auto wäre nichts.
Wir sind skeptisch mit dem Urteil, zurück nach Mashhad kommen wir noch auch nach Hause.

Teheran – Teil II

Samstag, 11.06.
der Tag heute beginnt mit zwei Dingen: Geldwechseln und zum Simkartenstand gehen. Marcus, der andere deutsche Backpacker im Hostel, kennt da eine gute Stelle zu der er mich bringt, ein Telefonshop mitten in der U-Bahn-Station. Marcus kennt ihn schon und weiß wohl auch schon was mich erwartet.
Der Shop ist winzig, vlt 10 qm auf denen 4 Schalter und mind. 12 Warteplätze untergebracht sind. Es warten schon 8 Leute. Alle gucken mich an als wäre ich ein Paradiesvogel. Ich bin irritiert wo ich hin muss – ich kann nix lesen in dem Laden – scheinbar muss man wohl Wartemarken ziehen. Ich frage einfach mal den Mann von der Security, der demonstrativ im Shop gegenüber von dem Eingang sitzt. Jeder der in den Laden rein kommt kommt erst mal zu ihm. Er ist sofort für mich da und lässt alle anderen stehen, etwas komisch für mich, ich komme mir vor als würde ich mich vordrängeln. Er fragt mich was auf Farsi, ich Antworte „the interntet is not working“. Er schnappt sich mein Handy und ist die nächsten 10 min damit beschäftigt zu guken, was er in der Einstellung ändern kann. Englisch spricht er kaum, nebenher diskutiert er auch immerwieder mit anderen Kunden. Schließlich, sagt er zu mir „no internet“ und winkt mich an allen anderen Kunden vorbei an den Schalter. Einige Kunden gucken mich böse an, andere nicken verstädnisvoll. Nach ca. 15 Min bin ich wieder raus aus dem Sim-Kartenshop. Am Flughafen in Teheran kaufe ich beser keine Simkarte mehr. Dort hatte man mir die Karte nicht nur überteuert verkauft, sondern auch ohne Datenroaming. Ich musste meinen Vertrag jetzt noch mal aufstocken, das kostet mich nochmal 220.000 Rial (ca 5,50 €).

Die Sache mit dem Geld im Iran ist etwas komisch. Der offizielle Kurs zum Euro sind aktuell 34.000 Rial, in den Wechselstuben bekommt man sogar 39.000 Rial. Neben den offiziellen Geldscheinen gibt es noch sogenannte Bankchecks. Sie wuden von der Iranischen Zentralbank rausgegeben und haben im Grunde keinen Gegenwert, dennoch werden sie meistens ohne Probleme angenommen. Gerechnet wird aber in Toman. schon vorlängerem hat die Regierung versprochen ein paar Nullen bei der Wärung zu streichen, damals ging es noch nur um eine Null und die neue Währung sollte Toman heißen, mittlerweile sprechen sie von drei Nullen, die sie Streichen wollen, doch nichts passiert in der Sache. Dennoch hat sich die eine Null weniger, der angekündigten Toman Währung eingebürgert und so muss man sich bei fast allen Preisen die Null dazu denken.

Marcus will noch ein bisschen shoppen gehen auf dem Markt im Norden, wir verabscheiden uns also, ich habe mich um 15.00 Uhr mit Erak von Cochsurfing verabredet, er hatte mir via Cochsurfing erzählt er seie Koch für vegetarische Küche aus dem Iran.
Bis zum treffen nutze ich die Zeit um ein bisschen durch die Stadt zu schlendern.
Die Stadt an und für sich ist sehr schön, die Straßen sind für mir bekannte asiatische Verhältnisse gut ausgebaut und der Verkehr ist sehr angenehm. Zumindest im Vergleich mit Städten wie Bangalor, die meisten Europäer würden jedoch wohl an dem Verkehr hier verzweifeln. Vlt. war ich in der Vergangenheit lange genug in asiatischen Gegenden unterwegs, ich fühle mich im Straßenverkehr hier auf anhieb wohl und sicher.

Was einem gerade mehr zu schaffen macht, ist die Tatsache, das man in der Öffentlichkeit gerade kein Wasser trinken darf. Es ist auch gerade gar nicht so einfach ein stilles Örchen zu finden, wo man Wasser trinken kann, denn öffentliche Toiletten gibt es kaum und die Cafes haben tagsüber alle zu.

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Ich nutze die Zeit und setzte mich in einen Park in den Schatten, in etwa einer halben Stunde treffe ich meinen Couchsurfing-Kontakt.
In so ziemlich jedem Iranführer steht am Anffang: „Sie werden überrascht sein, von der Gastfreundschaft“. Stimmt, man wird an fast jeder Straßenecke in ein Gespräch verwickelt, kein Verkaufsgespräch sonder ein Gespräch mit dem sinngemäßen Inhalt: „welcome to Iran“. Auch diesesmal spricht mich ein Iraner an. Er setzt sich schließlich zu mir und fragt mir Löcher in den Bauch, wie es in Deutschland so ist. Er stelt sich mir als Ali vor. Was er am besten findet an Deutschland ist die Art wie wir Kaffee machen. Er kennt ein Restarant, in Teheran, wo sie illegal importierten Kaffee aus Deutschland verkaufen und lädt mich schließlich dazu ein, mit ihm morgen dahin zu gehen, damit ich ihm mehr von Deutschland erzählen kann. Da ich für morgen noch nichts vorhabe sage ich ihm zu. Er denkt kurz nach und lädt mich schließlich noch zum Fastenbrechen ein, früher können wir uns eh nicht zum Kaffee treffen. Ich lehne das Angebot erst mal höflich ab, er lädt ich wieder ein, ich sage ihm nochmals, dass er nicht so viel Zeit opfern muss, aber er besteht drauf. (Das übliche Spiel der Höflichkeit hier, auch als Ausländer sollte man dieses Spiel auf jeden Fall mitspielen)

Schließlich bekomme ich aber schon eine SMS von meinem Couchsurfingkontakt. „Iˋm here where a u?“. Er ist 15 Min zu früh. Ich verabschiede mich von Ali und spute mich zu meinem Treffen.
Nach einer kurzen Vorstellung fragt mich Emak, ob ich schon an der Green Bridge war. Ich sage ihm, dass ich noch nirgends in Teheran war und mich sehr freuen würde, wenn er mir ein bisschen was zeigen mag.
Zur Green Bridge fahren wir mit der Metro. Alle fahren hier damit, eine Fahrt kostet gerade mal 600 Toman, bzw.6000 Rial das sind ca. 12 cent. Als wir losfahren wollen ist die Metro wiedermal besonders voll, die Männer Quetschen sich mit kraft in das Abteil. Das besondere an der Iranischen Metro ist, dass die Männer und die Frauen gesonderte Abteile haben. Die Damenabteile sind jeweils am Ende und die Herren in der Mitte. Die Herrenabteile sind meist sehr voll, die Damenabteile nicht. Damen dürfen auch im Herrenabteil sitzen, umgekehrt nicht. Die Metro sei wohl sehr sicher, geklaut würde so gut wie nicht, in den Bussen sei das schon anders, hier würde viel geklaut. Ach in den Bussen gibt es Geschlechtertrennung, wohl noch strenger als in der Metro klärt er mich auf.

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In der Metro unterhalten wir uns, was wir so tun, wenn wir nicht gerade Couchsurfen. Er ist wohl doch kein Koch, kommt raus, sondern arbeitet für eine aktivisten Gruppe, die sich für ein veganes Iran einsetzt. Er selbst isst ausschließlich Dinge, die nicht gekocht werden müssen, er sagt selbst er seie fast ein Frutaria.

Zwischen Metrostation und Brücke führt unser weg eine Straße lang, an der rechts und links Panzer stehen, dazwischen Kriegsbilder und am Ende der Straße 4 verscheidene Typen Atombomben. Ich frage Erak was das ist, auch er ist sich nicht sicher und fragt einen Polizisten der dort rumläuft. Es ist eine Ausstellung über den Frieden sagt er schließlich. Die Bilder sind aus dem Irak-Iran Krieg vor 27 Jahren, die Panzer waren damals dort im Einsatz. „Und die Atombomben?“ frage ich. Er fragt noch mal den Polizisten: “ Die stehen da damit die Leute wissen, dass es nicht mehr passiren wird, weil wir Atombomben haben.“
Ich frage lieber nicht mehr weiter nach.
Die Brüke wiederrum liegt sehr Idyllisch. zwischen einem bewaldetem Berg und einem kunstvoll angelegten Platz. von ihr aus hat man einen Traumhaften Blick auf Teheran erklärt mir Erak. Normalerweise, wenn der Smog nicht so dicht ist wie heute und man von der Stadt nix sieht. Die Brücke sei gerade mal erst zwei Jahre alt und die kompletten Grünanlagen (inklusive dem bewaldeten Berg) seien extra für die Brücke angelegt worden.
Auf der Brücke erklärt mir Emak dass er versucht habe, ein Visum für Australien zu bekommen, doch ohne Erfolg, er bräuchte wen, der ihn einlädt. Wie ist das in Deutschland, fragt er. Ich denke nach und antworte: genauso! aAber ich haber dort keinen Wohnsitz mehr, wegen unserer Reise und kann ihn deshalb nicht einladen. Er guckt ein bisschen enttäuscht und das Thema kommt nicht mehr zur Sprache.
Schließlich will er mir umbedingt noch das erste vegetarische Restaurant im Iran zeigen, es liegt gleich neben dem Uni-Park. Auf dem Weg kommt er auf das Thema Beziehung und Liebe. er erzählt mir sehr offen, dass es sehr schwer ist eine Frau zu finden, er ist jetzt anfang 20 und hat immer noch keine, dabei würde es höchste Zeit, dass er endlich Heiratet. Es ist wohl sehr schwer für Männer in seinem Alter eine Frau zu finden erzählt er mir, es gäbe im Iran 10 Mil. Männer, (woher diese Zahl kommt kann er nicht sagen) die Singel sind und auf der Suche nach einer Frau wären, außerdem sind im letzten Jahr genau so viele Ehen im Iran geschlossen wie geschieden worden. „Is it similar in Germany?“, fragt er.

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Das vegetraische Restaurant ist genauso unspektakulär wie ich es mir vorgestellt habe. Gerade verkaufen sie eh nichts, bis zum Sonnenuntergang sind es noch 2,5 Stunden und vorher darf wegen Ramadan keiner essen. Deshalb sehen wir das Essen nur von außen.
Als wir in den Park gehen um uns noch ein bisschen hin zu setzten sehe wir unterwegs einen Mann der Verhaftet wird. Auch Emak bleibt kurz stehen um zu gucken und diskutiert mit den Beamten. Erzählt er mir, dass der Mann wegen öffentlichen Rauchen während des Ramadan verhaftet wird. Das sei nicht normal, aber vlt. habe er die Polizei provoziert, dass sie ihn trotzdem verhaften.
Wir unterhalten uns kurz über Regeln und die Einschränkungen durch die Gesetzte. Sein Fazit nach 5 Minten Gespräch darüber: „We have rules, but nobody cares!“ Dannach kommt er wieder sehr schnell auf das Thema Liebe, Ehe und Sex.

So gegen 22.30 Uhr bin ich schließlich wieder am Hostel.
Etwa um die Gleice Zeit kommt eine SMS, Ali schreibt:

HI! We can meet eachother at 2:30pm at same place as today in same park because I have very good plan for us together for tomorow also to see some nice things.

okay, warum nicht denke ich mir, aber nach einem Tag Teheran fühlt sich meine Lunge vor lauter Smog an, wie ein verruster Kamin, deshalb beschließe ich morgen weniger draußen zu sein und vereinbare mit ihm 5 Uhr am Nachmittag als Zeit.

Sonntag, 12.06.

Mein Mund schmeckt beim aufstehen wie ein Aschenbecher. Die vergangenen zwei Tage in der stadt mit unendlich viel Smog haben ihre Spuren hinterlassen.
Ich beschließe es daher heute gemütlich an zu gehen und bleibe ein bisschen länger im Bett liegen, ausührlich Duschen und Quatschen mit den anderen Hostelgästen. Schweden, Chinesen, Russen. Man trifft sich in Teheran.
Die zwei chinesischen frauen gehen einigen auf den Senkel, sie versuchen ständig den anderen zusagen was sie wie machen müssen. Selbst Essen tuen wir ihrer Meinung nach Falsch.
Später tirfft noch ein Engländer ein, der mit dem Fahrrad binnen einem Jahr alle Länder in Asien bereisen möchte. Die Gespräche mit ihm sind sehr spannend, seine Reise hat zwar auch erst vor einer Woche begonnen, aber wir fachsimpeln über Gepäckoptimierung, als wären wir schon Jahre unterwegs, wir haben beide unseren Spaß dran und verabreden, dass wir versuchen uns im Frühjahr nächstes Jahr in Süd-Ostasien auf ein Bierchen wieder zu treffen.

Gegen 5 Uhr ist schließlich das Treffen mit Ali. Ich bin 45 Min. zu früh im Park und genieße die Ruhe. Vorsichtshalber stelle ich mich schlafend, damit ich nicht wieder in ettliche Gespärche verwickelt werde.
Ali kommt schließlich mit einer kleinen Verpätung, er entschuldigt sich vielmals, aber er habe einen seiner Schüler in der Stadt getroffen und er musste erst fragen, wie es ihm geht.
So erfahre ich auch gleich das er Englischlehrer an einer Schule ist. Ein bisschen Komisch kommt es mir vor, denn sein Englisch ist noch schlechter als meines. Sein gestern noch eher ruhiges Wesen wirkt jetzt sehr gestresst, er meinte, wir müssen uns beieilen, wenn wir noch alles sehen wollen.

Von da an hatte ich mühe ihm zu folgen, schneller als ich lief er mit mir durch die Straßen Teherans. Er wolle mir umbeding alle Sehenswürdigkeiten in Teheran Zeigen und davon gäbe es ja so viele. Schießlich rennen wir durch die Stadt und er zeigt mir alles, doch auf die Schnelle sehe ich eigentlich nix. Er sagt mir sogar an welche Stelle ich mich stellen muss um das beste Foto von welcher Sehenswürdigkeit machen zu können. Stolz erzählt er mir, dass er neulich einen deutschen Reporter durch Teheran geführt hat.

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Im Grunde habe ich nichts gesehen durch alles wurde ich nur durchgeschläußt. Die in meinen Augen spannensten Sachen erwähnte er immer nur im Nebensatz, wie z.B. das der Platz über den wir gerade liefen die Börse ist, die kein festes Gebäude hat, sondern unter freiem Himmel stattfindet. Im Nebensatz erwähnt er auch, das im Iran aktuell mehr als 2,5 Millionen Flüchtlinge aus Afganistan leben, die Mehrheit in Teheran.

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In zwei Stunden hat er mir alles gezeigt, wofür sich die meisten Touristen hier drei bis vier Tage Zeit nehmen. Mir tun vor lauter laufen meine Füße weh und merken konnte ich mir von alledem fast nichts, zu schnell scheuchte er mich durch alles druch.
Dennoch ist es erst 19.30 Uhr noch eine Stunde bis zum Fastenbrechen. Ich frage ihn, wo wir hingehen.
„I would more prefere, fist have the coffee, and after go eating in traditional place“ Na gut denke ich mir, er ist so nett siche die Zeit zu nehmen und mir hier alles zu zeigen, also machen wir es in der Reihenfolge, wie er es vorschlägt.

Mit dem Bus fahren wir schließlich zu dem von ihm so viel gepriesenen Kaffeestand mit dem illegal importierten Filterkaffee. Der Bus hält nur einmal unplanmäßg, als der Fahrer aufsteht um zwei Frauen auf ihr Pflich hinzuweisen, im hinteren Teil der Busses zu sitzen, da vorne nur die Männer sitzen.
Das Cafe ist sehr europäisch geprägt, es errinert mehr an ein Wiener Straßencafe, als an ein Iranisches. Für iranische und selbst europäische Verhältnisse ist es nicht ganz billig, eher teuer. Er bestellt für uns beide eine Fastensuppe und für sich eine Espresso, doppelt stark.
Wärend der ganzen Zeit hier will er eigentlich nur wissen wo ich wohne und warum ich ihm kein Bild davon zeigen kann, wie ich wohne. Mit meiner Antwort „I lived in Göttingen, but I moved and now Iˋm only travelling“ gibt er sich nicht zufrieden. Er will umbedingt ein Haus sehen in dem Ich gelebt habe, sein Wunsch bleibt aber unerfüllt.

Ich übernehme schließlich als Dankeschön für die „ausführliche“ Stadtführung, die Rechnung für den Kaffee und die Suppe (500.000 Rial= ca. 12,50€) und schlage vor, dass wir jetzt richtig essen gehen. Wir setzen uns schließlich wieder in die Metro und fahren zu seinem besonderen Ort.

Die Straße wirkt wie jede andere und sein besonderer, „traditioneller“ Ort entpupt sich schließlich als Kebabbude. Gegrilltes Currychicken bestellt er für uns beide, dazu jeweil eine Cola, er besteht diesmal drauf mich einzuladen. Viel reden tut er wärend des Essens nicht, erst dannach wieder: „I am collecting Euro notes“ sagt er. Ich rieche schon den Braten. „Do you think that you have some for me?“
Ich Stelle mich einfach blöd und sage dass ich alle gewechselt habe, dass ich aber, wenn er Banknoten sammelt, auch noch altes deutsches Geld zu Hause habe. Dass ich ihm gerne welches nach der Reise für seine Sammlung zuschicken kann. „No, no, I am collecting only Euro, 50 Euro is totaly OK as an offeration for that I show you my city“

Ich finde es zeimlich dreist, dass er mir freundschaftlich anbietet, dass er mir die Stadtzeigt, und dann am Ende dafür Geld, will. Ich denke kurz drüber nach, was wohl passieren kann, wenn ich nein sage. Schließlich sage ich Nein und erkläre ihm, dass er mir die Stadtführung freundschaftlich angeboten hat. Er wikt ein bisschen Enttäuscht, ich gehe dennoch einfach.
Gegen etwa 00:30 erst erreiche ich mit einer Erfahrung reicher und Blasen so groß wie zwei Eurostücke an den Füßen das Hostel.

Montag, 13.06.

Es ist bestimmt kein gutes Zeichen, dass ich mich über den Aschenbechergeschmack im Mund beim Aufstehen nicht mehr wundere.
Ich beschließe für heute im Hostel zu bleiben, mein Füße sich erholen zu lassen und den Tag zu nutzen um Emails zu erledigen und den Zug für Morgen nach Mashhad zu buchen.

Im wesentlichen verbringe ich den Tag mit Wäschewaschen und Blogschreiben.
Bei der Zugbuchung gibt es einige Probleme. schon gesten habe ich es zusammen mit dem Eigner vom Hostel Probiert. Züge muss man hier mit der Asweisnummer buchen, aber seit ein paar Tagen geht das für Ausländer auf der Website nicht. unser ausgesuchter Zug ist ein Zug um 00:07 in der Nacht auf Dienstag, er kostet im Internet 57.000 Rial. (ca. 1,50 Euro) Da er über die Website schließlich gar nicht geht, bucht der Hostelbetreiber für mich netterweise über ein Reisebüro. Hier geht es. Der Zug aber geht nicht, er ist nur für Iraner buchbar ich müsste einen früher nehmen, der kostet dann 590.000 Rial (ca 15 Euro). Was bleibt mir anderes übrig…

Schließlich unterhalte ich mich noch mit dem Betreiber vom Hostel. Er erzählt mir, dass es eigentlich illegal ist Hostels im Iran zu bertreiben, dass es keine Genehmigung dafür gibt, trotzdem gibt es viele. Keines von denen ist Legal. Am Zoll wissen sie es, aber wenn jemand reinschreibt, dass er im Hostel übernachtet, streichen sie es durch und schreiben irgend ein Hotel rein. Es wäre kein Problem, nur müsse mann immerwieder enorme Summen an Schmiergeldern an die Polizei bezahlen. Deshalb ist er mit dem Hostel vor zwei Wochen umgezogen, jetzt hat er mehr Platz für Betten, damit er sich die Schmiergelder noch leisten kann.

Teheran – Teil I

Donnerstag, 09.06.
Den letzten Tag in Istanbul verbringe ich in erster Linie damit noch mal alles durchzuplanen. Sachen packen, Emails schreiben, die WG-Katze noch ein letztes mal Kraulen.
So gegen 16:00 Uhr mache ich mich dann auf den Weg Richtung Flughafen. Ich muss einmal am Taximplatz umsteigen und nutze daher die Zeit um mir noch einmal etwas zu Essen zu holen – meine erste Mahlzeit an dem Tag. Auf dem weg zum Bus gehe ich die Abkürzung durch die U-Bahnstation, als auf einmal großer Aufruhr ist. mehrere Polizisten rennen hinter mir den weg lang. Ich denke kurz drüber nach und beschließe es den anderen Passnaten in derU-Bahn gleich zu tun und mich davon nicht iritieren zu lassen.
Als ich um die nächste Ecke komme sind mehrer Polizisten dabei eine Frau abzuführen, auf dem Boden liegt noch ein Papschild auf dem etwas geschrieben steht. Was kann ich leider nicht lesen.
Einschreiten würde nicht helfen, nur das man selbst Probleme bekommt. Es ist ein kommisches, machtloses Gefühl in einem Fremden Land bei so einer Situation dabei zu sein, man weiß nicht wie man reagieren soll, reagiert deshalb besser garnicht und mit dem Gefühl nicht zu wissen ob diese Entscheidung dann richtig war muss man schließlich einfach selbst fertig werden.
Ich denke sofot an meinen freund der heute ja zur Demo wollte, ihn hatte ich schon wieder fast vergessen, deshalb schreibe ich ihm via Whatsapp:
„wie läuft die Demo? gab es Ärger?“
A: „Leider ja aber wo ich war, war es okay.“
„Wie viele Teilnehmer waren bei der Demo??“
A: “ 500- 600 ungefähr“.
Ich bin beruhigt und steige wieder in den Havabus. der braucht diesesmal etwa eine Stunde länger als auf dem Hinweg, aber ich habe genug Puffer geplant, deshalb habe ich nach dem Checkin sogar noch eine Stunde in der ich am Flughafen faulenzen kann.

Schon im Flugzeug merke ich, dass ich noch nie ein Flugzeug mit sovielen zuvorkommenden Menschen erlebt habe. Keiner drängelt, keiner schubst, und in der Gepäckablage versuchten alle bloß nicht die Sachen des anderen zu zerdrücken. Innerhalb von 20 Minuten habe ich die Telefonnummer der beiden Iraner, die im Flugzeug neben mir sitzen, beide Laden sie mich ein doch nach Shiraz zu kommen und sie bei ihnen zu besuchen.

Mittlerweile geht auch der Tag zu neige und so kurz vor Mitternacht sind wir schlielich in der Luft.

Freitag 10.06.

Das man gerade im Anflug an Khomeni Airport ist, merkt man nicht nur daran, dass der Druck auf den Ohren steigt, sondern auch daran, dass sich alle Frauen Kopftücher aufziehen.
Bei mir steigt in erster Linie der Puls, denn bisher habe ich noch kein Visum. Als ich mich wegen eines Visums in Deutschland schlau gemacht habe war die Antwort der iranischen Botschaft: „no visum in Germany. Take 60 €, you passport and the insurance-police an you will geht the visa on Kohmeni Airport.“
Im Internet kusieren dazu sehr widersprüchliche Aussagen.
Gegen 3:30 Urh Ortszeit sind wir schließlich gelandet.

Das Visaverbagebüro ist genau so, wie man es sich vorstellt. Als ich da ankomme, sitz im Raum hinter der Glasscheibe ein Mann an einem Tisch und isst. Sein Blick macht mir Angst, er sagt so viel aus wie: „du hast mich beim Essen unterbrochen, dafür fliegst du gleich nach Hause“ etwas genervt fragt er was ich will, ich gebe ihm die drei Sachen und sage „a visum, please“
er guckt sich alles Mitgebrachte an, das Geld interessiert ihn nicht und die Versicherungspolice erkennt er nicht an, sie ist auf Deutsch das kann er nicht lesen. Also schickt er mich an den Schalter gegenüber. Hier zahle ich 15 Euro, dafür bekomme ich eine Versicherung verkauft, die nur für den Iran gilt. Nebenan beim Schalter soll ich noch die 60 Euro zahlen sagt er, dann steht dem Visum nix mehr im Wege. Nach nur 45 min kann ich mein Visum in Empfang nehmen. Kurz darauf kann ich auch mein Gepäck entgegennehmen um dann schnell zum Simkartenstand zu gehen.

Mit meinem Hostel hatte ich vereinbart, dass ich hier abgeholt werden soll. Doch kein Fahrer weit und breit. Ich frage mich ob er mich vergessen hat, ein bisschen überkommt mich die Sorge, wie ich dann zum Hostel finden soll, aus irgendeinem Grund hat mir das Hostel nämlich auch keine Adresse zugeschickt.
Ich hole mir erst mal eine Simkarte, danach kümmere ich mich um das Fahrer Problem, beschließe ich – mit einem Funktionierenden Telefon in der Hand füllt man sich bestimmt gleich viel sicherer.

Da ich nirgends eine Geldwechselstube am Airport gesehen habe, frage ich am Stand ob ich auch mit Euro bezahlen kann. „yes, yes“ ist die Antowort.
„How mutch“ frage ich und er antwortet etwas genuschelt „fifty“ in dem Moment bekomme ich von rechts ein Handy unter die Nase gehalten, auf dem ich gerade so meinen Vornamen lesen kann bevor das Handy wieder weggezogen wird und jemand von rechts sagt „you?“
„yes“ sage ich und drücke dem Simkartenmensch 50 Euro in die Hand. Ein bisschen viel kommt es mir vor, aber ändern kann ich es gerade nicht. Der Mann mit dem Mobiltelefon ist der Fahrer vom Hostel vermute ich, er macht Druck, gestikuliert irgendwas wegen dem Auto, zumindest deute ich ihn so. Der Simkatenmann nimmt mein Handy, gibt mir meine alte Karte, die neue im Handy und 1,3 Millionen Rial wieder. Ich wundere mich und versuche im Kopf umzurechnen, als mein Fahrer noch wilder gestikuliert und rausrennt.
Ich renne ihm also hinterher, denn ich habe von dem Hostel ja keine Adresse nur eine Notfalltelefonnummer, aber wer weiß ob man da um die Zeit wen erreicht.

Draußen sehe ich warum er so wild gestikuliert, die Polizei steht vor seinem Wagen, er parkt in fünfter Reihe und in der dritten will jemand raus.
Sein Auto ist vermutlich älter als ich, vlt auch als er und hat mehr beulen als ich Knochen im Körper. Ich lege meine Rucksack in seinen Kofferraum und steige auf der Beifahrerseite ein. Er fährt gleich los
ie Marke des Wagens ist mir völlig unbekannt vom Typ her ist es irgendwas zwischen Fiat Panda und VW Polo, aber nicht dem von der neuen Sorte, sondern die alten eckigen Modelle, Baujahr 1986.
Ich frage noch Mal kurz nach dem Hostel, er versteht fast kein Wort. Deshalb beschließe ich eine Andere Frage zu stellen, forme meine Hände so als würde ich autofahren, danach deute ich auf meine imaginäre Uhr und sage „drive to hostel, how long?“
Das scheint er verstanden zu haben, er hebt den Zeigefinger und sagt „Time“.

Das was als erstes auffällt ist der allgegenwärtige Imam Kohmeni  Dutzende Plakate sind auf dem Weg an der Straße, nur zwei Plakate davon machen Werbung für etwas, einmal Autoreifen und ein Mückenpray, der Rest sind Abbildungen von Imam Kohmeni.
Etwas eine dreivietelstunde dauert die Fahr zum Hostel, irritierend war vorallem der dichterwerdende, in den Augen beißende Rauch, zumindest dachte ich es wäre Rauch, bis ich irgendwann feststellte, dass es die Smogglocke der Stad ist – Morgens ist die Smogglocke scheinbar noch beindruckender, am Tag fiel sie mir nicht mehr so sehr auf.

Schließlich biegen wir in eine unscheinbare Staße rechts ab, nach etwa 50m winkt der Fahrer und sagt „here“
Mitlerweile ist es etwas 6 Uhr am morgen.

Ein Junger Mann kommt raus, jünger als ich, er grüßt den Fahrer und bedeutet mir rein zukommen.
Drinne drückt er mir einen Zettel in die Hand, darauf stand in Englisch:

„Hallo, Willkommen im Hostel. Ich spreche kein Englisch, bitte geben sie mir ihren Pass und helfen sie mir das Vism zu finden, damit ich eine Kopie machen kann. Anschließend werde ich ihnen ihr Zimmer zeigen.“

Das Zimmer ist der Dorm mit insgesammt 5 Stockbetten. Unten sind alle belegt, ich muss also eines oben nehmen. Mttlerweile ist mir alles recht, ich bin einfach nur noch müde und will schlafen.
So einfach aber geht das jedoch nicht. Die Matratzen sind zwar schön dick, doch die Dicke täscht, ein Brett ist  im Vergleich fast weich und bei jedem Umdrehen auf dem Bett schlägt da Gestell gegen die Wand.
Dennoch die Müdigkeit siegt und erst so gegen 13.30 Uhr Ortszeit werde ich wieder wach.
Ich sammle mich erstmal und versuche ein Lebenszeichen von mir zu geben. Die Simkarte, die ich gekauft habe, scheint irgendwie noch nicht zu funktionieren. Unten bekomme ich glücklicherweise Hilfe von einem anderen Gast, das Internet hier auf meinem Gerät einzurichten.
Er klärt mich auch auf, dass ich dennoch übers Ohr gehauen wurde, normal kostet eine Simkarteetwa 100.000 Rial ich habe das etwa 7 fache bezahlt.

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Online sehe ich, Gabriele hatte sich wohl schon Sorgen gemacht, sie hat mehrfach geschrieben, was den los sei. Schließlich hatte sie gegen 10 Uhr Ortszeit im Hostel angerufen um rauszufinden wie esmir geht.
Diverse Seiten gehen nicht, Facebook ist nur eine von ihnen. Das wa aber auch schon vorher klar, die Regierung im Iran hat diese sozialen Netzwerke gesperrt.

Mittlerweile war auch der Holtelleiter da, er spricht hervorragend Eglisch und abgesehen von zwischendurch Mal für ne Stunde ist er die meiste Zeit da. Er ist sehr zuvorkommend und nimmt sich viel Zeit alle Fragen zu beantworten.

Marcus, stellt sich raus, heißt der Andere Gast, der mir mit dem Internet geholfen hat. Er kommt auch aus Deutschland und ist gerade seine letzten Tage im Iran, nach dreieinhalb Wochen. Auch er hat Blog geschrieben, den kann man aber hier nicht lesen, er ist von der Regierung gesperrt, da er in Blogspot online ist und die zu den zensierten Seiten gehört.
(http://reisetagebuchiran2016.blogspot.com/)

Er klärt mich auch auf, dass es ein ungüntiger erster Tag it – es ist Freitag und da haben im Iran die meisten Läden zu nicht Mal Geldwechseln kann man, ähnlich wie Sonntags in Deutschland. Da es sowieso gerade angefangen hat zu regnen, beschließe ich den Tag zu nutzen um meine Couchsurfingkontakte zu sortieren, Blog zu schreiben und ziehe nur Mal kurz um die Ecken.
Marcus macht es genauso – sehr Praktisch, so kann ich ihn als „erfahrenen“ Iranreisender Mal ein bischen zu seinen Erfahrungen ausquetschen.

Istanbul Teil II

Dienstag, 7.6.

Nachdem ich die halbe Nacht nicht schlafen konnte, interessierte mich der Wecker am morgen nicht wirklich. Ich Ignorierte ihn einfach und erst so gegen 10:00 Uhr befand ich es für eine gute Zeit mich im Bett aufzurichten. Ich blickte aus dem Fenster und musste frustrierend feststellen, dass es regnet, mein eigentlich geplanter Ausflug zu den Prinzeninseln fiel damit buchstäblich ins Wasser. Da ich weder Schirm noch Regenjacke eingepackt habe fiel meine Entscheidung darauf, erstmal da zu bleiben und meine Emails vom Couchsurfing zu checken, vlt. gibt es was neues von einem meiner Kontakte dort.
Handy an, Tablett an. 5 neue Nachrichten, die mehrheit in Facebook. Freunde von mir fragen ob es mir gut geht? Ich freue mich über ihr unerwartetes interesse an meinem Wohlbefinden und beschließe ihnen gleich in Ruhe zu antworten. Erstmal die anderen Neuigkeiten auf FB Checken. Marion hat etwas unter meinen Betrag in FB gepostet: „Eben gerade wurde vom einem Anschlag Istanbul berichtet“ und darunter dieser Link: http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/krisen/id_78045746/erdogan-nach-istanbul-anschlag-wir-kaempfen-bis-zur-apokalypse-.html
Und wieder wird eine Tradition zur Regel, ich bin jetzt das fünfte Mal in Istanbul und jedesmal wenn ich hier bin gab es irgendwo in Istanbul einen Anschlag. Ich errinere mich noch an das erste Mal, dass ich das erlebt habe 2006, damals war der Anschlag über 50 Km weit weg am Ende der Stadt, ich war gerade mit anderen in der Altstadt. Für uns war es trotzdem ein verstörendes Gefühl. Deshalb versuchte ich auch erstmal die anderen zu beruhigen und poste drunter: „Istanbul ist ja eine dergrößten Städte der Welt, da gibt es mehrere Stadtzentren und ich bin gerade etwa 10 km von dem Anschlag weg…“
in einem weitern Post hänge ich noch dran: „Sieh es von der positiven Seite: die warscheinlichkeit das das in den nächsten Tagen nochmal passiert ist nicht sehr hoch ;)“
Dannach schreibe ich noch schnell eine Textnachricht im Handy an meine Familie frei nach dem Motto: mir geht es gut.
Gespannt bin ich dennoch, es ist das erste Mal, dass ich da bin, wenn ein Anschlag im historischen Teil der Stadt ist. Ich beschließe es mit Fassung zu nehmen und mal zu gucken wie die Einheimischen drauf reagieren.

So gegen 14.00 Uhr schließlich hört es auf zu regnen und ich beschließe, dass es Zeit ist aufzubrechen. Gegen 16:oo Uhr wollte ich mich noch mit einem Freund treffen. Wir haben uns nach über 3 Jahren gestern Abend wieder gesprochen und er hat mir den Tip gegeben, dass sich das Viertel rum um Karaköy sehr verändert haben soll. Zusammen treffen wir uns mitten in Taxim in der nähe der neuen Mall.
Er führt mich schließlich richtung Nordosten am Bosporus lang. Hier ist ein neues Hipstar-Viertel entstanden. Moderner Lifestyle im alten Istanbuler Charm, ich bin begeistert, zusammen trinken wir einen Kuchen im Teehaus- bei der großen Teeauswahl können wir uns kaum entscheiden, 60 verschiedene Sorten stehen auf der Karte.

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Beim Tee erzähle ich, dass ich gestern nicht in die Schule reinkam und er beschließt schließlich mit mir dort hin zu gehen und mir die Schule noch mal zu zeigen. Über den Anschlag scheint hier keiner zu reden, deshalb nutze ich auf dem Weg die Gelegenheit ihn wegen des Anschlag zu fragen. „Ja ich habe davon gehört“ ist die Antwort. Ich beschließe es dabei zunächst bewenden zu lassen, obwohl neugierig bin ich schon, aber ich enscheide mich später noch mal zu fragen. In die Schule komme ich mit ihm ohne Probleme rein und mit großer Begeisterung zeigt er mir alles. Unterweg erzählt er mir von den Demonstraionen in Istanbul und dass es demnächst wieder eine Demo für die Frauenrechtsbewegung geben soll. Ein Politiker hat wohl erst vor ein paar Tagen gesagt: „eine Frau ist nur eine halbe Frau, wenn sie keine Mutter ist“. Eine solche Aussage würde ich genauso wenig auf mir sitzen lassen wollen. Auf die Frage ob es gefährlich ist wegen sowas zu Demonstrieren bekomme ich die Antwort: „für uns nicht, wir sind es gewöhnt“. Immer wieder löst die Polizei hier gewaltsam Demonstraionen auf. Sie haben hier schon ihre ganz eigenen Methoden gegen die gewaltsame vorgehensweise der Polizei. „Gegen Tränengas hilft eine Flasche Wasser mit Renni drine aufgelöst. Du spritzt es dir ins Gesicht und es hilft die Augen zu beruhigen. Aber wir haben keine Probleme mehr mit Trännengas, wir sind es schon gewöhnt, es macht uns nichtsmehr.“ Wenn ich will kann ich gerne am Donnerstag mitmachen, bekomme ich noch die Einladung, da gibt es wieder eine Demo für die Frauenrechte. Ärger mit der Polizei ist schon mit eingeplant.

Später treffe ich mich wieder mit Hakan, der andere Freund hat noch einen Termin, er ist schon wieder weg, wenn ich Hakan am Tünel treffe, der U-Bahn wegen der sich Istanbul mit mit Paris und London streitet wer wohl die ältere hat. Itanbul hat wohl zuerst angefangen zu bauen, aber Fertig waren die anderen zuerst. Die U-Bahn hat nur zwei Stationen und die Strecke ist nur wenige hundert Meter lang.

Zusammen wollen wir zum Fastenbrechen, wie es an Ramadan üblich ist. Er hat sich extra für mich schlau gemacht, wo man da am besten hin geht. Unser Ziel ist Aksaray, keine 500m von dem Ort wo heute morgen noch der Anschlag war. In der U-Bahn gab es nur eine Durchsage, dass die U-Bahn an der Universtität nicht hält. da war der Anschlag- von dem wird aber kein Wort in der Durchsage verloren. Informtionen über den Anschlag gab es von Türkischer Seite bisher fast keine alles was man bisher hier weiß sind Gerüchte oder Informationen aus ausländischen Medien, dass bestätigt mir auch noch mal das Gepräch mit Hakan.

Das Fastenbrechen ist beeindruckend. hunderte von Leute sitzen vor Ettlichen Restaurants in der Straße, die sich auf das Fastbrechen spezialisiert haben. Als wir ankommen ist schon alles vorbereitet. Die Tische sind eingedeckt und wir müssen nur noch sagen welches Fleish wir dazu haben wollen. Wir werden vom Ober mit an den Tisch zu vielen anderen gesetzt. Nur Männer sitzen hier, Famlien mit Kinders sitzen auch in den restaurants aber seperiert. Einzelne Frauen, sieht man hier keine. Auf den Tischen Stapeln sich schon die Teller mit Essen: Tomatenpaste, Gegrilltes Gemüse, Zwiebelsalat, Tomatensalat, Ayran, Wasser, Brot und Fladen. Zahlen muss man aber nur für das Fleisch, der rest gehört zum Service 35 Liera kostet das Essen (umgerechnet etwa 10 euro) alle sitzen sie gespannt vor dem Essen und warten auf Iftar, das ist der Moment, wenn die Sonne untergegangen ist und der Imam vom Minarett aus das Zeichen gibt, dass jetzt das Essen los gehen kann. Sofort geht es los und die Ober bringen eine Linsensuppe raus, gleich dannach kommen sie mit Leberspießen und anderen Fleischspießen raus. wie man die ist musste ich erst lernen: man nimmt sich etwas Fladen, wickelt den um das Fleisch und zieht den spieß raus- jetzt kann man es essen …
Die Ober sind im Hintergrund am rumwirbeln, das Essen geht fix, man merkt das alle um einen herum Hunger haben, ständig kommen die Ober und stellen neues Essen in der Mitte nach. Nach etwa 15 – 20 Minuten sind wir papp satt und wir haben nicht alles geschaft. Dabei sind wir schon mit die letzten am Tisch die anderen sind zum Teil schon nach 10 Min fertig gewesen und waren dann auch schnell weg, wohl um in der Moschee zu beten so habeich mir sagen lassen.
Das Essen war wahnsinnig lecker, aber wir können uns nur noch rollend vorwärtsbewegen.
Eigentlich wollte Emhak noch dazu kommen, doch so schnell wie das essen vorbei war, hat er es nicht geschaft. Wir beschließen also ihn in Taxim zu treffen.

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Bei Nacht ist die Hauptstraße in Taxim etwas leerer, dafür sind die nebenstraßen in denen die Kneipen und Lokale sind um so voller. Ein beeindruckendes Erlebnis, bei dem man deutlich spürt, dass Istanbul eine der Städte ist in der bei Nacht genau so viel Leben auf den Straßen herscht wie tagsüber. Besonders auffällig sind die Wasserwerfer der Polizei, die an den Enden der Straße stehen. Die Polizei nutz sie um spontane Demonstrationen aufzulösen, werde ich aufgeklärt. Sie stehe an beiden seiten der großen Hauptstraße in Taxim und wenn es eine Demo gibt, fahren sie sich entgegen. mit Wasser und Tränengas gegen die Demonstranten.
Ich nutze nochmal die Gelegeit beim späteren Bierchen um rauszufinden, wie die Leute die hier leben über den Anschlag denken.
„Wir haben keine Angst mehr, wir sind es gewöhnt.“
In dem Moment erreicht mich noch eine Nachricht von meiner Stiefmutter: „unser Auswärtiges Amt ist sehr in Sorge.. Erdogan rechnet mit einer Terrorflut in naher Zeit: O-Ton von heute morgen..schwing dein popöchen in den nächsten Flieger“ ich schreibe ihr erstmal, dass sie sich keine Sorgen machen muss, mein Flieger geht übermorgen und verspreche ihr, dass ich morgen eine der Inseln Istanbuls besuchen werden, die etwas weiter draußen und ab vom Schuß sind, da passiert mir garantiert nix und das hatte ich eh vor…

Auf dem Rückweg nehmen wir ein Taxi ca. 15 min dauert die Fahrt und kostet umgerechnet etwa 5 Euro, der Fahrer ist sehr schweigsam, nur einmal unterhält er sich mit Hakan. Ich verstehe kein Wort.
Als wir austeigen erzählt Hakan, was er sagte:
„Er erzählte, dass an dem Anschlag heute die PKK dran schuld war, deshalb hat Erdogan 7000 Teroristen der PKK hinrichten lassen.“ Hakan sagt, dass das natürlich nicht sein kann. Aber ich begreife, dass so hier gerade die Nachrichtenkommunikation funktioniert.

Mittwoch, 8.6.

Eigentlich hatte ich beschlossen etwas früher aufzustehen, da ich auf die Prinzeninseln wollte- am Ende war es doch wieder erst 10.00 Uhr. Macht nix, den Tag heute will ich zur Abwechselung mal ruhig angehen.
Du den Prinzeninseln fährt man mit der Personenfähre. Diese Fähren gehören zum Istanbuler Stadtverkehr genauso wie die U-Bahn oder Busse. Sie kosten auch nur unwesentlich mehr, das Bezahlsysthem ist das gleiche, man hält eine aufladbare Geldkarte an ein Drehkreuz und automatisch wird das Geld von der Karte angebucht. DAs Systhem ist wenn man will leicht zu umgehen, damit das nicht passiert, steht an fast jeder Haltestelle ein Wärter, der ab und an sogar aufpasst.
DIe ganze Größe von Istanbul lässt sich in meinen Augen eigentlich ersterahnen, wenn man mit dem Schiff rausfährt. Die Bosporustour wäre auch noch eine Option, mit ihr kann man bis zum nördlichsten Punkt von Istanbul fahren, sie dauert etwas 2 Stunden. 1,5 Studen fährt man zu den Prinzeninseln vom historischen Stadtkern aus. Auf dem Weg sieht man die ganzen Hochseekontainerschiffe vor der Küste von Istanbul liegen, wie sie darauf warten, das sie einer nach dem anderen zum schwarzen Meer den Bosporus rauf fahren dürfen. Eigentlich ist das schon ein ausreichend beeindruckendes Schauspiel.
Am Ufer sieht man Istanbul, und man merkt, dass diese Stadt scheinbar kein Ende hat. Die Schiffe neben den U-Bahnen die schnelle Möglcihkeit um von einem zum anderen Punkt zu kommen, aber das U-Bahnnetz ist nicht so gut ausgebaut, deshalb sind auch die Schiffe viel frequentiert.
Die Prinzen Inseln selbst sind ganz anders als das restliche Istanbul. Autos gibt es hier so viele wie Zitronenplantagen in Skandinavien und wenn doch dann eher zu dekorativen Zwecken. Hier schiebt man seine Sachen auf einem Karren durch die Gegend oder fährt allemal vlt mit einem Roller durch die Gegend. Ein Ruhepol der Stadt, selbst die Istanbuler gehen hierher um abzuschalten.
Baden würde cih hier dennoch nicht, denn ein leichter Ölfilm schwimmt immer auf dem Wasser vor der Istanbuler Küste, den man beim Baden dann immer mitnimmt, doch viele Istanbuler scheint das nicht zu stören, sie gehen hier öfters hin zum baden.

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Ich versuche auch die Ruhe zu genießen, mache erst einen Spaziergang und setzte mich dann in ein Restaurant am Hafen. Idillisch…
Ich bestelle mir Köfte und eine Cola. Eine Tourifale versucht der Wirt noch, in dem er mir ungefragt gefüllte Tomaten und Fisch in Öl hinstellt, das Spielchen kenne ich schon von Früher, sie behauptt, es gehört zum ervice und zum Schluß kassieren sie dafür extra. Ich lasse es also gleich zurückgehen ohne es anzurühren. Am Ende versucht er es rotzdem und will dafür 25 TL zusätzlich kassieren, mit der Begründung er habe es hingestellet und es wäre mein Problem wenn ich es zurück gehen lassen würde. Ich lasse mich auf die Diskusion nicht ein, bezahle den Rest einfach passen und gehe.

Etwas zu spät komme ich am Abend bei meiner Verabredung mit Chankut und Egemen an, wir treffen uns in Kumpircity, wie ich es nenne, weil es hier eine Straße gibt in der es einen Kumpirstand neben dem anderen gibt. Kumpir, das sind eine Art Ofenkartoffeln, die KArtollel wir aufgeschnitten, mit Käse verrührt und dann kommen allerlei Gemüse drauf. hier gibt es ogar die „Sattwerdgarantie“ so lange du noch Kartoffel hast kannst du so viel Gemüse nachnehmen wie du willst. In der Regel ist man nach einer halben satt.

Wir genießen den Abend in einem Lokal mit Blick auf die Moschee, weche an der Stelle im Bosporus errichtet wurde, weil irgendwer mal errechnet hat, das hier der Mittelpunkt Istanbuls sein muss. Direkt hinter ihr ist die Brücke, welche den asiatische und Europäischenteil verbindet. Die Brücke ist bunt angeschienen und die Aussicht vom Cafe aus Malerisch. Das Essen und seine Peise ebenfalls.
Es war ein wunderschöner Abend! Danke dafür nochmal an Chankut und Egemen, ich werde mich bei euch revangieren wenn ihr mal wieder nach Deutschland kommt…